Wissen Sie noch, wie Motivation geht? Wie es ist, wenn man etwas mit richiger Begeisterung macht, mit Lust? Wie es ist, wenn man morgens aus dem Bett springt, weil man sich so dermaßen auf etwas freut, auf ein Vorhaben, auf eine Arbeit, auf irgendwas? Man hat dauernd Phasen, in denen man das ganz vergisst, weil man vom Alltag überrollt wird, vom Mittelmaß, vom Na-Muss-Ja. Die Tage spulen sich gleichförmig ab, man macht hier und da so mit, man geht ins Bett, man steht auf, Wochen vergehen, Jahreszeiten wechseln, der Wecker klingelt schon wieder, man wendet sich mit Grauen ab. Oder einfach mit Langeweile. Ab und zu erinnert man sich dunkel an andere Zustände. Motiviert geht anders.

Es ist mitten in der Nacht, es ist halb vier. Das ist eine äußerst unerfreuliche Uhrzeit, die man lieber nicht auf der Digitalanzeige sehen möchte, selbst hartnäckige Frühaufsteher wie ich möchten das nicht. Ich wache auf, weil Sohn I durch die Wohnung stromert und gegen Wände rennt, ich gehe also lieber einmal nachsehen. Da schlurft ein sehr zerzauster Sohn über den Flur Richtung Toilette, er trägt seinen Wecker, den er sich zum Schulanfang gewünscht hat, unterm Arm und tastet nach dem Lichtschalter.

Ich: “Du trägst deinen Wecker spazieren, wenn du auf Toilette gehst?”

Sohn I: “Ja, er könnte doch jetzt gerade klingeln. Und dann könnte ich zur Schule gehen.”

Und er guckt hoffnungsvoll auf das Ziffernblatt, ob die Zeiger sich immer noch nicht passend zurechtgeschoben haben, dass er endlich wieder in seine Klasse kann.

So geht Motivation. Und es ist ganz nett, sich das ab und zu wieder klarzumachen.

 

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