Ein Update bei “was machen die da”

In der heutigen Folge geht um einen Handwerksbetrieb, für dieses Interview sind wir quer durch den letzten Orkan nach Lübeck gereist, wir trauen uns ja was. Lübeck also, da komme ich her, und wo ich gewohnt habe, bevor ich damals nach Travemünde zog, das kann man auf den Bildern im Beitrag sehen. Die Detailansichten dort waren jahrelang meine gewohnte Umgebung.

Da sieht man nämlich die Werkstatt, in der früher mein Vater als Meister das Sagen hatte, heute mein Bruder. Das Wohnhaus war gleich neben der Werkstatt, das war alles einmal mein Revier. Mein Bruder ist Glasermeister, da geht es also um ein Handwerk, über das gar nicht so viel bekannt ist. Aber wenn man das Interview mit ihm gelesen hat, dann weiß man natürlich erheblich mehr.

Bitte hier entlang.

Glasscherben

Hamburg wählt

Sohn I liest alles, was ihm im öffentlichen Raum vor die Augen kommt. Das sind zur Zeit also auch Wahlplakate. Eine überaus interessante Sache für ein Kind, das nach eigener Aussage “die Welt verstehen will”, und das auch noch einigermaßen dringlich. Er steht grübelnd vor diesen Plakaten, die das Wahlvolk informieren sollen.Es gibt bei dieser Wahl allerdings viele Plakate, auf denen einfach nur ein Gesicht abgebildet ist. Ein Gesicht und ein Parteiname.

“Warum soll man die denn jetzt wählen? Weil die so einen Kopf haben oder was?”

Wie erklärt man das dann bloß, ohne in geradezu rüden Sarkasmus zu verfallen? Das Kind meint es ja sowohl ernst als auch gut, das ist jetzt alt genug, um sich erstmalig mit Wahlen zu beschäftigen. Wahlen sind wichtig, das weiß er. Oben, ganz am Rand der Plakate, da steht manchmal auch noch was, ganz kurz. Und das eine Wort, das erkennt der Sohn gleich, das ist immer Hamburg, klar, das sieht er sofort. Die wollen also alle irgendwas für Hamburg, hurra, es wird schon sinnvoller. Und wenn es oben steht, dann ist es wohl die Hauptbotschaft? Also sucht er die Plakate nach diesen Kopfzeilen ab. Er steht und buchstabiert:

“Hamburg weiter vorn” (ein Plakat der SPD)

“Hamburg kann mehr” (ein Plakat der CDU)

“Hamburg gibt die Richtung vor” (ein Plakat der FDP)

“Hamburg für alle” (ein Plakat der Piraten)

Und dann erklären Sie mal einem wirklich interessierten Kind, was ein Slogan ist und was man aus diesen Slogans für die Politik der Parteien ableiten soll. Man muss da sein in Jahrzehnten angehäuftes Werbewissen abschütteln und sich vorstellen – das ist alles neu. Wenn man sich das überhaupt vorstellen kann. Man steht also vor einem Wahlplakat und erwartet Sinn und Ernst und Aussage und Glaubwürdigkeit – ach was, das kann sich doch kein Erwachsener mehr vorstellen.

Ein Plakat der Linken haben wir auf dem Weg übrigens nicht gesehen, vermutlich steht da “Mehr Hamburg für alle” drauf, fast möchte man es wetten. Die Grünen scheinen in meinem durchgentrifizierten Bahnhofsviertel auch nicht mehr zu werben, das ist hier vielleicht auch gar nicht mehr nötig – aber was mag bei denen stehen? Man traut sich gar nicht, das nachzusehen.

Die satirische Partei “Die Partei” warb hier vor Jahren mit Plakaten, auf denen als Slogan “Hamburg – Stadt im Norden” stand. Das fanden wir alle wahnsinnig witzig, was haben wir gelacht! Stadt im Norden! Ein Knaller. Hamburg weiter vorn! Man darf gar nicht drüber nachdenken. Hamburg kann mehr. Hamburg für Dich. Mein Hamburg und ich. Einfach Hamburg. Das beste Hamburg aller Zeiten. Aus gutem Grund ist Hamburg rund. Hamburg repariert. Heute ein Hamburg. Und dann natürlich noch irgendwas mit Tierfutter. Das verfolgt mich doch jetzt wieder tagelang! Schlimm.

Morgen zeige ich dem Sohn den Wahlomat, vielleicht kann ich damit wieder mehr Sinn in die Sache bringen.

Woanders – diesmal mit der Handschrift, Konsequenzen in der Erziehung, einem Chor und anderem

Schule: In der SZ geht es um die Handschrift in Finnland, wo man auf diese neuerdings verzichten möchte (Korrektur – die FAZ weiß es genauer). Ich habe, das hat mit dem verlinkten Text aber gar nichts zu tun, neulich zum ersten Mal seit ich weiß nicht wie vielen Jahren einen ganzen Text per Hand geschrieben, eine Kolumne für die Zeitung. Nicht aus irgendeinem retroaffinen Vorsatz, einfach nur weil ich schon im Bett lag und noch kurz vor dem Einschlafen eine Idee hatte. Und wenn ich noch einmal an den Computer gegangen wäre, dann hätte ich auch noch einmal in den Feedreader gesehen, kurz auf Facebook und auf Twitter und Instagram usw., und dazu hatte ich keine Lust. Also habe ich ein Notizbuch genommen und einen Kuli. Das ist anstrengend, mit der Hand zu schreiben, wenn man es jahrelang nicht mehr gemacht hat. Also abgesehen von Einkaufszetteln und dergleichen. Erstaunlich jedenfalls, ohne es überbewerten zu wollen, dass der Text am nächsten Morgen deutlich weniger Änderungsbedarf hatte, als ich es von meinen getippten Texten kenne. Daran werde ich noch ein wenig herumprobieren, interessante Sache. Man denkt wohl doch erheblich langsamer und strukturierter, wenn man mit der Hand schreibt.

Schule: Frau Novemberregen über die unsägliche Frau Steinbach und die Situation an Schulen in bestimmten Städten. Ich finde es gerade sehr reizvoll, dass die Kinder in der Grundschule von Sohn I angefangen haben Schimpfwörter auszutauschen, da kommen bei etwa fünf Nationen in seiner Klasse natürlich einige zusammen. Der Begriff der Woche war für mich Piskopat, das ist die türkische Vokabel für Psychopath. Toll, was? Das merke ich mir doch.

Familie: Kinder lernen aus den Konsequenzen der eigenen Handlungen. Nicht.

Reise: Bei Liisa gibt es in einem Artikel einen eingebetten Film, in dem es um das “Ja” in Nordschweden geht. Das führen wir hier natürlich auch sofort genau so ein.

Hamburg: In Hamburg gibt es einen Chor für alle und ich bin tatsächlich in Versuchung.

Hamburg: Im Archäologischen Museum Hamburg haben Flüchtlinge jetzt freien Eintritt. Man muss ja auch einmal die guten Nachrichten verlinken. Vielleicht vermehren sie sich?

Psychologie: Ein Text in der Zeit über Abschiede und Trennungen und was wir zurücklassen und was wir zusammen haben. Da kann man an vielen Stellen weiterdenken, wirklich schöner Text. Man beachte die Stelle mit dem transaktiven Gedächtnis.

Feuilleton: Stefan Mesch über das Buchprojekt 1000 Tode. In der neuen Version jetzt übrigens auch mit einem Text von mir, sagte ich das? Jetzt aber.

 

 

Kurz und klein

Woanders – Der Wirtschaftsteil

Nachdem wir uns in der letzten Folge der Tagespolitik stark angenähert haben, machen wir jetzt einmal das Gegenteil. Und sehen uns etwas an, das ganz anders ist – anders als unser Alltag, anders als unsere Nachrichten, als unsere Traditionen. Wenn Sie glauben, Sie würden in Ihrem Leben einigen Traditionen folgen, hier geht es gleich um Menschen, die älteren Traditionen folgen. Garantiert. Es geht, und da trifft es wieder unsere üblichen Themen, um Wirtschaft, es geht um Verantwortung, um die Beziehung zwischen Mensch und Beruf. Es geht um einen der ältesten Familienbetriebe der Welt, das Houshi Ryoakan in Japan. Und wer ein wenig Sinn für Geschichten hat, dem fällt vielleicht auf, wie geeignet dieser Film als Romanvorlage ist. Der Film dauert 11 Minuten, aber das ist gut angelegte Zeit.

Es ist nicht ganz so einfach, da einen passenden Link in unserem wöchentlichen Themendomino anzulegen, aber man kann es ja einmal mit der Brücke von der japanischen Gartenkunst zu Parks versuchen. Parks, die messbar glücklich machen. Wobei Städte, wir hatten das mehrfach, auch noch auf andere Art wieder grüner werden können, hier etwa die Variante in Zürich. Hat Ihre Stadt auch so eine Strategie? Vermutlich nicht. In Grenoble wiederum geht es um eine ganz andere und höchst bemerkenswerte Art der Stadtbegrünung, da tauscht man jetzt Werbung gegen Bäume.

Und von den Parks, normalerweise städtische Orte der gepflegten und kultivierten städtischen Leere, kommen wir zur Leere im Beruf. Zur “leeren Arbeit”, wenn es auch ein nicht ganz so schönes Thema ist. Leere Arbeit in überfüllten Räumen könnte man da noch ergänzen, das widerspricht sich nämlich überhaupt nicht. Den Ausruf “Lasst mich bloß alleine” kann man nach dem letzten Artikel sofort nachvollziehen. Aber in was für Räumen diese Artikel wohl entstanden sind?

Leere auf dem Konto findet man gemeinhin eher gruselig, aber auch da gibt es Ausnahmen, wenn sie auch sehr selten sein dürften. Leere auf dem Konto, Armut, ist in aller Regel ein Problem – und zwar ein gewaltiges. Gerade wurden neue Zahlen zur Verteilung des Kapitals auf der Welt veröffentlicht und man darf staunen: Heute besitzt ein Prozent der Weltbevölkerung fast die Hälfte des Weltvermögens. Oder überrascht das schon gar nicht mehr? (Im Artikel auch der Link zum ganzen Bericht als PDF)

Diese Kolumne wird geschrieben, während die Nachrichten wieder randvoll von Pegida und Legida sind, man kommt bei den Abkürzungen kaum noch hinterher. Eine andere Demo, gar nicht so klein, ziemlich groß sogar, hatte deutlich weniger Medienpräsenz. Da ging es um Agrarpolitik und bei der Zahl der Teilnehmer möchte man vielleicht zweimal hinsehen. Oder lieber gleich nach anderen Quellen suchen, die deutlich weniger ausweisen, nämlich die Zahl der Polizei, die aber auch noch bei immerhin 25.000 liegt. Mehr zum Hintergrund der Demo hier im Tagesspiegel.

Zum Schluss haben wir in dieser Woche wieder einen Link für die Fahrradfraktion, nachdem in der letzten Woche absolut nichts zu finden war, sehr ungewöhnlich. Vielleicht liegt es an der Jahreszeit? Jetzt finden wir aber doch wieder etwas, und um das Finden geht es auch in dem Artikel: Fahrräder, die dauernd ihre Position melden.

GLS Bank mit Sinn

Ich nenne es Arbeit

Das Problem bei Kolumnen wie dieser besteht darin, dass man vor dem Schreiben ein wenig nachdenken muss. Nun ist Nachdenken im Prinzip eine feine Sache, ich würde das jederzeit empfehlen, ähnlich wie Sport. Aber genau wie beim Sport gilt auch beim Nachdenken: man kommt ja nicht dazu. Wenn auch aus anderen Gründen. Beim Sport liegt es an mangelnder Entschlusskraft und natürlich auch immer am Wetter, beim Nachdenken liegt es eher an der Optik. Man sieht beim Nachdenken nämlich nicht so aus, als würde man etwas tun. Man sieht eher so aus, als würde man da einfach nur sitzen. Man sitzt und guckt Löcher in die Luft, man sieht verfügbar und verwendbar aus. Man denkt angestrengt nach und man weiß, dass es Arbeit ist. Aber alle anderen denken: “Ach guck, er langweilt sich. Das können wir ändern!” Und sie bewerfen einen sofort mit Aufgaben und Arbeit und überhaupt mit Zumutungen aller Art, sie stellen Fragen nach weiteren, womöglich sinnvolleren Vorhaben, sie sitzen einem plötzlich plappernd auf dem Schoß. Letzteres immerhin nur, wenn es sich um meine Söhne handelt, ich will nicht übertreiben.

Aber wenn ich einfach nicht nachdenken kann, weil die anderen Menschen nun einmal so sind, wie sie sind, und wenn ich gar keine besonderen Menschen um mich habe, sondern solche, die jeder ähnlich um sich hat, also normale Familienmitglieder, Kollegen, Nachbarn – geht es dann am Ende nicht allen so? Hat nicht jeder immer jemanden neben sich, der jegliches Nachdenken gleich zu Beginn durch die Frage unterbindet, ob man jetzt mal Staub saugen könne? Oder Kaffee kochen oder die Buchungsbelege der Reisen von 2014 suchen? Denkt also am Ende niemals jemand wirklich nach – und ist die Welt nicht vielleicht gerade deswegen so, wie sie nun einmal leider ist? Denken Sie mal drüber nach!

Ach nee.

(Dieser Text erschien als Kolumne in den Lübecker Nachrichten und in der Ostsee-Zeitung)

Die Herzdame backt: Käsekuchen

Tisch mit Käsekuchen

Ich habe neun Jahre lang fleißig gebloggt, bis ich einen Sponsor gefunden habe, die Herzdame hat den ersten bereits nach einer Handvoll Kuchenrezepten (siehe ganz unten). Es gibt mir ein wenig zu denken, aber was soll man machen. Wenn ich das gewusst hätte, ich hätte mir natürlich gleich schicke Kleider angezogen und Torten produziert. Aber gut, Ehre, wem Ehre gebührt, das ist nun ihre Leistung.

Herzdame

Es geht in dieser Folge um Käsekuchen, das ist natürlich ein ganz heikles Thema. Den bekommt man so oft in falscher Konsistenz vorgesetzt, zu trocken, zu fest, zu hart am Rand, mit seltsamen Früchten drin, geschmacklich nah an Bauschaum, Käsekuchen ist gar nicht so einfach. Ich bin daher sehr angetan, dass die Herzdame vor einer Weile beim richtigen Käsekuchenrezept gelandet ist, richtig natürlich nur in dem Sinne, dass er mir genau richtig erscheint. Dazu gehört, dass da Dosenmandarinen drin sind, weil das nämlich immer schon so war. Man muss ja nicht alles ändern, nur weil man es ändern kann. Käsekuchen ohne Dosenmandarinen ist Frankfurter Kranz ohne Butter, also irgendwie sinnlos.

Dosenmandarine

Für den Teig brauchen wir:

200 g Mehl
100 g Zucker
100 g Butter
1 Ei
1 P Vanillezucker
1/2 P Backpulver

Und für die Füllung:

750 g Magerquark
150 g Zucker
4 Eier
1 P Vanillezucker
1 P Vanillepuddingpulver
1/4 l Milch
1 Dose Mandarinen

Zuerst soll eigentlich eine Springform eingefettet werden, sagen die meisten Rezepte, die Herzdame macht das anders. Sie deckt den Boden einer Springform mit Backpapier ab, bastelbegabte Kinder können gerne helfen, wie hier im Bild Sohn II. Bei beschichteten Formen muss man auch den Rand nicht unbedingt einfetten.

Springform

Springform

Aus den 200 g Mehl, 100 g Zucker, 100 g Butter, 1 Ei, 1 Packung Vanillezucker und einer 1/2 Packung Backpulver einen Teig kneten, auch dabei können Kinder helfen, das übernimmt Sohn I.

Teigrühren

Aber immer beachten – die meisten Unfälle passieren im Haushalt.

Die meisten Unfälle passieren im Haushalt

Die Krümel mit der Hand einarbeiten, so lange bis alles eine formschöne Kugel ohne Gebrösel ergibt.

Teigkneten

Der Teig kommt in die Springform, dabei einen Rand basteln.

Teig in Springform

Herzdame an Springform

Springform mit Teig

Jetzt die Füllung.

Zutaten

Aus 750 g Quark, 150 g Zucker, 1 Packung Vanillezucker, 1 Packung Vanillepuddingpulver, 4 Eiern und 250 ml Milch die Füllung zubereiten. Hierfür wird Eigelb vom Eiweiß getrennt, das Eigelb kommt direkt in die Käsemasse, das Eiweiß wird zu Eischnee geschlagen und zum Schluss untergehoben. Wenn man etwas Nervenkitzel möchte, kann man ein Kind vier Eier für ein Foto halten lassen, dann die Zutatenliste ggf. noch einmal um vier Eier erweitern.

4 Eier

Bei diesem Vorgang hatte ich eine interessante Erkenntnis. Dieses weiße Ding, dessen Existenz in der Küchenzubehörschublade mir seit Jahren ein Rätsel ist, hat tatsächlich einen Sinn! Und ich habe es nicht gewusst. Es trennt Eier, große Überraschung. Ich habe mich immer nur beim Herumräumen kurz gewundert, was das eigentlich ist. Man lernt eben nicht aus, nicht einmal vor der eigenen Küchenschublade.

DSC_0626

Das Eiweiß wird zu Schnee geschlagen.

Eischnee

Den Eischnee mit dem Rest der Zutaten verrühren.

Käsemasse

Dann diese Masse in die mit Teig ausgelegte Springform gießen.

Teig in Springform

Jetzt braucht man die Dosenmandarinen. Wenn es bei Ihnen wie bei uns zugeht, sind die zu diesem Zeitpunkt allerdings nach diversen Diebstahlsdelikten schon fast alle, weswegen man die Zutatenliste oben vielleicht besser auch um eine weitere Dose Mandarinen erweitert.

Die Mandarinen abtropfen lassen und dann im Teig versenken. Nach System, nach Willkür oder nur auf einer Seite, ganz nach Belieben. Die Grundregel bei uns scheint zu sein, dass an allen Fingern Teig kleben muss.

Mandarinen einpflegen

Mandarinen einpflegen

Teig mit Mandarinen

Dann kommt die Pracht in den Ofen. Bei 180-200 (Umluft 150-160) Grad etwa eine Stunde backen. Dabei wird zum Schluss der Rand dunkel, das soll auch so sein, alles richtig.

Teig in den Ofen

Je nach Ofen muss man aber ziemlich genau hinsehen, damit es nicht zu dunkel wird.

Herzdame vor Ofen

Und nachsehen und abwarten.

Herzdame mit Buch

Zwischendurch einmal die Stäbchenprobe – wenn kein Teig mehr am Stäbchen klebt, ist der Kuchen fertig.

Stäbchenprobe

Wenn er gemäß Farbe und Stäbchen tatsächlich fertig ist, sieht er etwa so aus:

Käsekuchen

Käsekuchen

Und so muss er auch aussehen, so muss er schmecken. Ich hatte beim Bearbeiten der Bilder den Eindruck, man sieht ganz gut, wie er schmeckt.

Käsekuchen anschneiden

Käsekuchen auf Teller

Wenn man den Kuchen nach diesem Rezept macht, wird der Rand nicht zu hart, der Kuchen ist fluffig und doch saftig, er ist genau, wie er gehört. Und er macht natürlich etwas her, das ist sehr kaffeetafelkompatibel und macht schwer Eindruck bei all diesen Kinder-Events, zu denen man einen Kuchen mitbringen soll. Man wirkt damit allerdings etwas streberhaft, das muss man natürlich beachten.

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Anmerkungen zur Ehe…

… habe ich für die Zeitschrift Myself geschrieben, das Heft liegt jetzt gerade am Kiosk. Und nein, den Artikel gibt es nicht online.

Wenn sich also jemand dafür interessiert, was die Ehe meiner Meinung nach mit Familienromanen zu tun hat – bitte zur Abwechslung mal Text auf Papier in die Hand nehmen.

Ein Artikel in der Myself

Healthy Pasta Alfredo

Meine Gastbloggerinnen eint die Nudel. Nachdem neulich schon das Nuf über nackte Nudeln schrieb, folgt nun ein weiterer Gastbeitrag meiner aus Frankreich zugeschalteten Nudelsachverständigen Micha (mehr zu Micha siehe hier). Da ich hier gleich drei Blumenkohlverweigerer in der Familie habe, probiere ich das Rezept am Wochenende gleich mal aus, ich trau mich ja was. Auch wenn die Herzdame den Blumenkohl beim Einkaufen “vergessen” hat, wie ich gerade höre. Für manche Ausreden wird man anscheinend nie zu alt. Schlimm!

Und nun Micha:

Micha

 

So wie Guido Maria Kretschmar in seiner Sendung *Shopping Queen* das Motto *Sexy* vermeidet (jetzt isses raus: ich bin Guido-Fan), genauso umgehe ich das Wort *Gesund*. Unter Foodies handelt es sich dabei um vermintes Gebiet. Dass die Vorgabe *Sexy* wie von allein in Rotlichtmilieu abdriftet, kann sich jeder selbst denken. Das Thema *gesunde Ernährung* artet hingegen riesig schnell in Rechthaberei aus. Sowas schlägt mir auf den Appetit. Und das kann ich weder beim Kochen noch am Esstisch brauchen.

Aber das Rezept, von dem ich ausgegangen bin, heißt nun mal *Healthy Pasta Alfredo*. Wobei man das nicht zwingend wörtlich nehmen muss. Denn die Original Pasta Alfredo besteht aus hauchzart ausgewellter frischer Pasta mit einer Sauce aus ordentlich Butter und Sahne. Rein *healthy-mäßig* ist das also schnell überboten. Und grundeigentlich eint dieses Gericht mit dem Original lediglich die Farbe – mit gutem Willen. Daher übersetze ich das *healthy* in dem Zusammenhang als *kalorienreduzierter*. Gut, und *vitaminreicher*. Als hätte ich es nicht erwähnt: nun bin ich selbst in diesem *Kneidelfeitzel-Fusselzähler-Modus*. Lassen wir das also.

Pasta Alfredo

Ich habe mir sagen lassen, dass man nahezu sämtliches Gemüse ans Kind bekommt, solange es nur püriert ist. Ob Blumenkohl darunter fällt, könnt ihr mit dieser Pasta an euren Lütten ausprobieren. Ganz den analysierten Buddenbohmschen Essensgewohnheiten zufolge, verstreicht zwischen dem Zubereiten der Nudeln und dem Servieren nicht allzu viel Zeit. Aufrüschen läßt sich diese Pasta je nach Lust und Vorliebe. Ich gab eine anständige Portion geriebenen Käse dazu und etwas Crème fraîche. Mascarpone ginge natürlich ebenfalls. Oder, um es mal Richtung vegan zu drehen: Mandelmus. Mit ganz viel Pangrattato. Die gebe ich euch als abschließenden Kniff noch mit. Bei Pangrattato handelt es sich um geröstete Semmelbrösel (etwa zusammen mit feingewürfeltem Knoblauch und Thymian), die man salzt und pfeffert.Früher schon als Parmesan-Ersatz eingesetzt, verleihen die Semmelbrösel einen herrlichen Knusper-Effekt – was außerordentlich gut zu dieser Pasta passt…

Pasta

Zutaten 4P:

• 500g Pasta (m: Orecchiette)
• 1 großer Blumenkohl
• 1 l Gemüsebrühe
• 1 TL Olivenöl
• 2 Knoblauchzehen, fein gewürfelt
• Muskatnuss
• Salz, Pfeffer
• 1 EL gebräunte Butter
• 2-3 EL crème fraîche
• 5 EL geriebener Käse (m: Comté)

Zubereitung:

Den Blumenkohl in Stücke schneiden. Gemüsebrühe zum Kochen bringen, den Blumenkohl zufügen und sehr weich kochen – dauert etwa 20min. Den Knoblauch schälen, den Trieb entfernen und fein würfeln. Das Öl in einer Pfanne erhitzen und den Knoblauch bei mittlerer Hitze rösten.
Nun für die Pasta reichlich Salzwasser zum Kochen bringen und die Pasta darin al dente kochen.

Währenddessen den Blumenkohl abschütten und einen Teil der Brühe aufbewahren.

Den Blumenkohl zusammen mit etwas Brühe in einem Blender geben, den Knoblauch zufügen und sehr fein, so fein wie möglich, pürieren. Je nach gewünschter Konsistenz noch etwas Gemüsebrühe anschütten und nochmals pürieren. In einen Topf umfüllen und die Crème fraîche sowie die braune Butter unterrühren. Salzen, pfeffern und mit Muskatnuss würzen.

Die Pasta abschütten und unter die Blumenkohlsauce mischen. Den geriebenen Käse unterheben und die Pasta auf vier Teller verteilen.

Micha bloggt normalerweise hier.

Woanders – Der Wirtschaftsteil

Während die Nachrichtenlage zu Fremdenfeindlichkeit, Migration, Flüchtlingen etc. jede Woche mehr eskaliert, ist es womöglich sinnvoll, auch einmal auf kleine, aber durch und durch sinnvolle Projekte hinzuweisen. Etwa auf dieses hier. Denn diese Projekte sind es wohl, von denen man mehr braucht. Viel, viel mehr. Damit mehr Menschen verstehen, dass es immer um Einzelschicksale geht. Es ist eben etwas anderes, ob man pauschal “die Flüchtlinge” denkt – oder Familienvater Akif P., 38 Jahre, Ingenieur, Frau verschollen, drei Kinder, eines vermisst. Es könnte die Weltsicht ändern.

“Die Flüchtlinge” aufnehmen, das klingt für viele zu schwierig. Ein einzelner Mensch passt aber vielleicht gerade in die WG. Und dann wächst da vielleicht sogar ein Trend? Na, hoffen darf man ja.

Und wenn man schon in Gruppen denkt, dann sollte man sich klar machen, dass die ganze Menschheit in Bewegung ist. Immer schon. Nur wir vielleicht gerade nicht. Wir, also Sie oder ich zum Beispiel, wir machen vielleicht in unserem winzigen geschichtlichen Ausschnitt gerade mal seit ein oder zwei Generationen Pause von der Wanderung und nennen diese Pause Heimat. In Bochum oder in Hamburg, in Nordeuropa. Aber sonst – alles bewegt sich. Dauernd.

Auch die Pflanzen übrigens. Die sind in der Regel zwar standorttreu, wandern aber dennoch gerne mal irgendwo ein, weswegen wir hier etwa Kartoffeln essen, die einige per plakativ geäußerter Meinung dem Döner vorziehen. Man hat es zur Zeit wirklich nicht leicht mit den Fakten, da geht einiges doch ziemlich schnell unter und man kommt mit der Versachlichung gar nicht mehr hinterher. Man muss aber dranbleiben.

Es gibt natürlich auch noch andere Themen. In der SZ geht man noch einmal den furchtbaren Auswirkungen von Hartz IV nach. Der Text ist etwas länger, es lohnt aber, sich die Details noch einmal bewusst zu machen. Auch zu bestimmten Gruppen von Hartz IV-Empfängerinnen, etwa den Alleinerziehenden, findet man wieder Meldungen. Und es gibt auch Artikel, die einen etwas anderen Blickwinkel finden – etwa wenn es heißt, dass es teuer ist, arm zu sein.

Und am anderen Ende des wirtschaftlichen Spektrums geht es ebenfalls interessant zu, man lese etwa in der Zeit von den Steuern der Konzerne. Ja, man ahnt es schon, auch ohne es zu lesen, schon klar. Aber ein paar Details gehen immer noch.

Um auf andere und positivere Gedanken zu kommen – bei Christoph Koch gibt es ein interessantes Interview mit dem Fairphone-Chef, wir hatten in den letzten Monaten schon diverse Links zu diesem Projekt. Das Interview kann man als umfassendes und auch sehr erhellendes Update dazu lesen. Kurz wird dort auch angesprochen, warum andere Konzerne eigentlich nicht um Fairness bemüht sind. Und große Überraschung: Es ist kompliziert.

GLS Bank mit Sinn