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	<description>Buddenbohm &#38; Söhne</description>
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		<title>Alles neu</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Mar 2010 15:48:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maximilian Buddenbohm</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich habe nach zehn Jahren eine neue Brille. Wenn ich mich im Spiegel sehe, steht da ein neuer Mensch. Tr&#252;ge ich pl&#246;tzlich rosafarbene Sakkos mit Stra&#223;-Applikationen und angen&#228;hten Fl&#252;gelchen, ich k&#246;nnte kaum fremder aussehen. Es ist, als h&#228;tte man mich ausgetauscht. Finde ich zumindest. Als ich vom Optiker nach Hause kam, sah mich die die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe nach zehn Jahren eine neue Brille. Wenn ich mich im Spiegel sehe, steht da ein neuer Mensch. Tr&#252;ge ich pl&#246;tzlich rosafarbene Sakkos mit Stra&#223;-Applikationen und angen&#228;hten Fl&#252;gelchen, ich k&#246;nnte kaum fremder aussehen. Es ist, als h&#228;tte man mich ausgetauscht. Finde ich zumindest. Als ich vom Optiker nach Hause kam, sah mich die die Herzdame und sagte nichts. „Ich habe eine neue Brille“, sagte ich nach einer Weile. „Ach?“ fragte sie, ohne reges Interesse zu zeigen. Dann sah sie mich f&#252;r den Bruchteil einer Sekunde an und sagte: „ja.“ Das war alles. Wir trafen befreundete Eltern, Menschen, die ich fast jeden Tag sehe. Sie bemerkten auch nichts. Ich traf die sch&#246;ne Nachbarin, sie sah nichts. Die Patentante von Sohn I kam vorbei, meine Trauzeugin, mit der ich seit einer Ewigkeit befreundet bin, ihr fiel nichts auf. Der einzige Mensch in meinem privaten Umfeld, der &#252;berhaupt etwas zu der neuen Brille sagte, war Sohn I, der mich kritisch ansah und dann fragte: „Wo ist die andere Brille? Ist besser.“ Kinder haben es ja noch nicht so mit dem Geschmack, sie sind bekannterma&#223;en kaum in der Lage, Sch&#246;nheit zu erkennen. Au&#223;er bei Baggern.</p>
<p>Als ich mit der neuen Brille zur Arbeit  ging und am B&#252;ro des ersten Kollegen vor&#252;berging, sah er mich aus dem Augenwinkel und rief mir nach: „Hey, neue Brille! Schick!“ Kurz darauf traf ich einen weiteren Kollegen beim Kaffeeautomaten, er gratulierte mir zum neuen Look und sagte, das w&#228;re ja auch mal Zeit gewesen. Ich ging weiter durch die Abteilung. Schnell war klar: Jeder merkt es. Alle fanden den neuen Look toll.</p>
<p>Ich habe eine neue Brille, die nur Finanzbuchhaltern und grummeligen Kleinkindern auff&#228;llt. Vielleicht sollte ich mit dem Optiker noch einmal reden.</p>
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		<title>Klassifikation</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Mar 2010 07:56:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maximilian Buddenbohm</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es gibt laut frischer Erkenntnis von Sohn I Zahnb&#252;rsten f&#252;r Kinder und Zahnb&#252;rsten f&#252;r Verwachsene. Denken Sie mal dr&#252;ber nach.
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt laut frischer Erkenntnis von Sohn I Zahnb&#252;rsten f&#252;r Kinder und Zahnb&#252;rsten f&#252;r Verwachsene. Denken Sie mal dr&#252;ber nach.</p>
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		<title>Die verr&#252;ckten Italiener</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Mar 2010 09:32:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maximilian Buddenbohm</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenn man eine ganze Weile dar&#252;ber nachdenkt, wie man denn bitte darauf kommen kann, ganz im Ernst „eine Handvoll Karpfen“ als Zutat in einem italienischen Kochbuch f&#252;r Pasta-Rezepte aufzuf&#252;hren und erst nach langem Nachdenken darauf kommt, da&#223; da wom&#246;glich Kapern und nicht Karpfen steht, dann sollte man das Konzept Lesebrille wom&#246;glich noch einmal mit dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn man eine ganze Weile dar&#252;ber nachdenkt, wie man denn bitte darauf kommen kann, ganz im Ernst „eine Handvoll Karpfen“ als Zutat in einem italienischen Kochbuch f&#252;r Pasta-Rezepte aufzuf&#252;hren und erst nach langem Nachdenken darauf kommt, da&#223; da wom&#246;glich Kapern und nicht Karpfen steht, dann sollte man das Konzept Lesebrille wom&#246;glich noch einmal mit dem Augenarzt besprechen.</p>
<p>Wobei man nat&#252;rlich eventuell interessante Erfahrungen am Herd verpa&#223;t.</p>
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		<title>Neu auf dem Nachttisch</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Mar 2010 06:42:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maximilian Buddenbohm</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es gibt nicht gerade viele lebende Autoren, bei denen ich reflexm&#228;&#223;ig alles kaufe und lese, was so erscheint – und es gibt ganz bestimmt nur einen Krimiautoren, bei dem das so ist, da mich das Genre eigentlich &#252;berhaupt nicht interessiert. Wolf Haas: Der Brenner und der Liebe Gott, erschienen 2009. Wenn Sie Wolf Haas nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt nicht gerade viele lebende Autoren, bei denen ich reflexm&#228;&#223;ig alles kaufe und lese, was so erscheint – und es gibt ganz bestimmt nur einen Krimiautoren, bei dem das so ist, da mich das Genre eigentlich &#252;berhaupt nicht interessiert. Wolf Haas: Der Brenner und der Liebe Gott, erschienen 2009. Wenn Sie Wolf Haas nicht kennen, &#228;ndern Sie das, dringend. Das Buch beginnt so:</p>
<p>„Meine Gro&#223;mutter hat immer zu mir gesagt, wenn du einmal stirbst, dann mu&#223; man das Maul extra erschlagen. Und da sieht man, wie ein Mensch sich ver&#228;ndern kann. Weil heute bin ich die Ruhe in Person. Und m&#252;&#223;te schon etwas Besonderes passieren, da&#223; ich mich noch einmal aufrege. Die Zeiten sind vorbei, wo mich alles gleich aus der Fassung gebracht hat. H&#246;r zu, warum soll jedes Blutbad mein pers&#246;nliches Bier sein? An und f&#252;r sich sage ich da schon lange, sollen sich die Jungen drum k&#252;mmern, quasi Credo.“</p>
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		<title>Wochenende</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Mar 2010 16:39:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maximilian Buddenbohm</dc:creator>
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Und dr&#252;ben im Westen ist wieder ein neues Wochenhoroskop von mir online. Viel Spa&#223; damit.
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Street-Art by Maximilian Buddenbohm, on Flickr" href="http://www.flickr.com/photos/merlix/445788033/"><img src="http://farm1.static.flickr.com/209/445788033_cad7edd700.jpg" alt="Street-Art" width="500" height="375" /></a></p>
<p>Und dr&#252;ben im Westen ist wieder ein neues Wochenhoroskop von mir <a href="http://www.derwesten.de/blogs/horoskop/stories/7442/" target="_blank">online</a>. Viel Spa&#223; damit.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Naturschauspiel Hamburg Mitte</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Mar 2010 15:10:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maximilian Buddenbohm</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich gehe mit Sohn I zur Kita, wie jeden Morgen an der Mauer des Spielplatzes entlang. Als ich um die Ecke biegen m&#246;chte, um zum B&#228;cker zu gehen, bleibt er auf einmal stehen und guckt entgeistert. Er dreht sich um und geht ein St&#252;ck zur&#252;ck, beugt sich vor und guckt auf den Boden. Geht ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich gehe mit Sohn I zur Kita, wie jeden Morgen an der Mauer des Spielplatzes entlang. Als ich um die Ecke biegen m&#246;chte, um zum B&#228;cker zu gehen, bleibt er auf einmal stehen und guckt entgeistert. Er dreht sich um und geht ein St&#252;ck zur&#252;ck, beugt sich vor und guckt auf den Boden. Geht ein paar Meter, dreht sich wieder um und sucht die Steinplatten noch einmal genau ab. Dann setzt er sich hin und sieht sich seine Schuhe an, alles mit gro&#223;em Erstaunen im Gesicht. Er sitzt, denkt nach und guckt ratlos. Ich m&#246;chte weiter, es ist sehr fr&#252;h, es ist sehr kalt, ich habe keine Lust auf ein Sit-In an der Spielplatzmauer. Da nimmt er mich an der Hand, zieht mich zur&#252;ck, zeigt auf das letzte St&#252;ck Weg, geht zwei, drei Meter mit mir gemeinsam und teilt mir dann mit, was ihn so verwundert, was so gar nicht in sein Weltbild passen will: „Keine Hundekacka! Bin ich in nichts reingetretet!“</p>
<p>Man mu&#223; die Wunder nehmen, wie sie kommen.</p>
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		<title>Zur technischen Kompetenz von Kleinkindern</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Mar 2010 20:28:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maximilian Buddenbohm</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nat&#252;rlich ist die technische Seite der Kindheit heutzutage mit fr&#252;her nicht  vergleichbar. Als ich zweieinhalb Jahre alt war, in den Sechzigern, da gab es noch nicht so viel Technik im Haushalt und das, was da herumstand, das durfte ich selbstverst&#228;ndlich nicht anfassen. Nicht den Fernseher, nicht das Tonbandger&#228;t, nicht die Maschinen im v&#228;terlichen Betrieb. Ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nat&#252;rlich ist die technische Seite der Kindheit heutzutage mit fr&#252;her nicht  vergleichbar. Als ich zweieinhalb Jahre alt war, in den Sechzigern, da gab es noch nicht so viel Technik im Haushalt und das, was da herumstand, das durfte ich selbstverst&#228;ndlich nicht anfassen. Nicht den Fernseher, nicht das Tonbandger&#228;t, nicht die Maschinen im v&#228;terlichen Betrieb. Ich durfte diesen Dingen zusehen und zuh&#246;ren, mehr aber auch nicht.</p>
<p>Sohn I dagegen kann so ziemlich alles bedienen, was bei uns an Ger&#228;ten herumsteht, nicht unbedingt richtig, aber doch ansatzweise in der korrekten Richtung. Er kann die Sp&#252;lmaschine starten, die Waschmaschine, den Staubsauger. Er wei&#223;, wie man die Mikrowelle anwirft und da&#223; sie klingelt, wenn sie fertig ist. Er kann CDs in die Anlage legen und auf „play“ dr&#252;cken. Er kann Musik lauter oder leiser machen, er wei&#223;, was die Maus am Computer macht. Er hat das Men&#252; von Youtube verstanden und sucht sich seine Musikclips selber aus. Er ist ziemlich souver&#228;n, was Technik betrifft. Nat&#252;rlich ist es kein Wunder, da&#223; er Computer ganz normal findet, schlie&#223;lich verbringen die Herzdame und ich nicht gerade wenig Zeit damit. Das ist alles verst&#228;ndlich.</p>
<p>Erstaunlich aber, da&#223; er schon gemerkt hat, da&#223; die Herzdame und ich in verschiedenen Computerwelten leben, sie in der von Apple, ich in der von Windows. Ich weigere mich in aller Regel so gut es nur geht, etwas mit ihrer Welt zu tun zu haben, was nat&#252;rlich auf Gegenseitigkeit beruht. Wir wu&#223;ten das vor der Ehe und haben trotzdem geheiratet, mangelnden Mut kann man uns beiden sicherlich nicht vorwerfen. Ein aktueller Versuch von mir, eines ihrer Altger&#228;te zu &#252;bernehmen, ist wahrscheinlich zum Scheitern verurteilt. Ich f&#252;hle mich einfach unwohl in der Apple-Umgebung. Der Sohn dagegen wechselt leicht und selbstverst&#228;ndlich, Systemunterschiede sind &#252;berhaupt kein Problem f&#252;r ihn. Ich dachte bis gestern, er bemerke sie &#252;berhaupt nicht, ich dachte, Computer sei f&#252;r ihn Computer.</p>
<p>Ich stehe vor dem Computer der Herzdame, der sich anscheinend aufgeh&#228;ngt hat &#8211; was so ein toller Apple ja angeblich nie tut, es sei denn, ich bediene ihn &#8211; ich rufe nach der Herzdame und frage, wie man ihr gottverdammtes Spielzeug jetzt endlich ausbekommt. Der Sohn, der vor meinen F&#252;&#223;en mit Lego spielt, guckt kurz hoch, zupft mich am Bein, zeigt auf den Bildschirm und sagt mit verbindlichem L&#228;cheln: „Klickst du Apfel.“</p>
<p>Zur technischen Kompetenz von Kleinkindern wollte ich nur eben anmerken: Sie &#252;berholen uns, sobald sie die erste Taste dr&#252;cken k&#246;nnen.</p>
<p>Update: Siehe zu diesem Beitrag auch dr&#252;ben im <a href="http://skizzenblog.clausast.de/?p=3119" target="_blank">Skizzenblog</a>.</p>
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		<title>Ausgehtipp</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Mar 2010 19:46:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maximilian Buddenbohm</dc:creator>
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		<description><![CDATA[

10. M&#228;rz, Mittwochabend, Sankt Pauli: Eine Krimi-Lesung mit schottischen Liedern und Morden.  Musik: Axel Bogdan, Texte:  Zoe Beck (alias Henrike Heiland). Le Kaschemme, Rendsburger Stra&#223;e 14, 20 Uhr, Eintritt 5.-. Das wird mit Sicherheit super.
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Untitled by Maximilian Buddenbohm, on Flickr" href="http://www.flickr.com/photos/merlix/3577128993/"><img src="http://farm4.static.flickr.com/3368/3577128993_1374b20128.jpg" alt="" width="500" height="375" /></a></p>
<p><a title="Untitled by Maximilian Buddenbohm, on Flickr" href="http://www.flickr.com/photos/merlix/3048294023/"><img src="http://farm4.static.flickr.com/3153/3048294023_8b9e401805.jpg" alt="" width="500" height="375" /></a></p>
<p>10. M&#228;rz, Mittwochabend, Sankt Pauli: Eine Krimi-Lesung mit schottischen Liedern und Morden.  Musik: Axel Bogdan, Texte:  Zoe Beck (alias<a href="http://henrikeheiland.blogspot.com/" target="_blank"> Henrike Heiland)</a>. Le Kaschemme, Rendsburger Stra&#223;e 14, 20 Uhr, Eintritt 5.-. Das wird mit Sicherheit super.</p>
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		<title>Neu auf dem Nachttisch</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Mar 2010 17:45:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maximilian Buddenbohm</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Und ab und zu eine Bildungsl&#252;cke schlie&#223;en, man bleibt ja soweit ambitioniert. Wolfgang Koeppen: Tauben im Gras. Das Buch erschien zuerst 1951 und wird vielen aus der Schule oder aus dem Studium bekannt sein, es hat durch irgendeinen Zufall meinen Lebensweg nie lehrplanm&#228;&#223;ig gekreuzt. Aus nicht mehr nachvollziehbaren Gr&#252;nden ging ich bisher davon aus, es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Und ab und zu eine Bildungsl&#252;cke schlie&#223;en, man bleibt ja soweit ambitioniert. Wolfgang Koeppen: Tauben im Gras. Das Buch erschien zuerst 1951 und wird vielen aus der Schule oder aus dem Studium bekannt sein, es hat durch irgendeinen Zufall meinen Lebensweg nie lehrplanm&#228;&#223;ig gekreuzt. Aus nicht mehr nachvollziehbaren Gr&#252;nden ging ich bisher davon aus, es w&#228;re, wie die meisten B&#252;cher aus der unmittelbaren Nachkriegszeit, sprachlich arm und inhaltlich bleigrau, dem ist, wie man bereits nach wenigen Seiten sagen kann, mit Bestimmtheit nicht so.</p>
<p>Das Buch schildert einen Tag in einer deutschen Stadt in unz&#228;hligen Szenenschnipseln und beginnt so:</p>
<p>„Flieger waren &#252;ber der Stadt, unheilk&#252;ndende V&#246;gel. Der L&#228;rm der Motoren war Donner, Hagel, war Sturm. Sturm, Hagel und Donner, t&#228;glich und n&#228;chtlich, Anflug und Abflug. &#220;bungen des Todes, ein hohles Get&#246;se, ein Beben, ein Erinnern in den Ruinen. Noch waren die Bombensch&#228;chte der Flugzeuge leer. Die Auguren l&#228;chelten. Niemand blickte zum Himmel auf.“</p>
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		<title>Sohn I und die Religionen</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Mar 2010 16:57:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maximilian Buddenbohm</dc:creator>
				<category><![CDATA[]]></category>

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		<description><![CDATA[Christentum:
Wir wohnen direkt vor einer Kirche. Auf einem Platz neben der Kirche steht eine Kreuzigungsgruppe. Sohn I geht im Winter nie daran vorbei, ohne mi&#223;billigend auf den dort h&#228;ngenden Jesus zu zeigen und zu kommentieren: „Ist nackig. Nicht gut, zu kalt.“ Jesus ist ihm ferner nat&#252;rlich als Baby in der Krippe zu Weihnachten gel&#228;ufig, da [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Christentum:</strong></p>
<p>Wir wohnen direkt vor einer Kirche. Auf einem Platz neben der Kirche steht eine Kreuzigungsgruppe. Sohn I geht im Winter nie daran vorbei, ohne mi&#223;billigend auf den dort h&#228;ngenden Jesus zu zeigen und zu kommentieren: „Ist nackig. Nicht gut, zu kalt.“ Jesus ist ihm ferner nat&#252;rlich als Baby in der Krippe zu Weihnachten gel&#228;ufig, da ist er aber deutlich weniger spannend als die Tiere ringsum. Ochs und Esel direkt am Bett zu haben, das hat was. Aber sonst &#8211; ein Baby eben, na und. Au&#223;erdem hat er eine Kinderbibel, in der Jesus &#252;ber Wasser geht, was Sohn I ein grummeliges „Geht gar nicht“ entlockt. Er ist selbst ein gro&#223;er Badefreund, wenn man auf Wasser gehen k&#246;nnte, h&#228;tte er l&#228;ngst herausgefunden, wie das geht. Interessant an der Bibel ist haupts&#228;chlich David, denn der darf mit Steinen werfen, das ist doch mal aufregend. Aber unterm Strich hat das Christentum bei Sohn I ein kleines Marketingproblem.</p>
<p><strong>Islam:</strong></p>
<p>Ist ihm bisher gar nicht aufgefallen. Der Halbmond an den Moscheen hier ist einfach zu dezent.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Buddhismus:</strong></p>
<p>Buddha, der lachend und mit dickem Bauch in den Schaufenstern der Asial&#228;den sitzt, ist schon mal ein sympathischer Typ, Kinder m&#246;gen es, wenn man lacht. Vom Lachen abgesehen macht Buddha aber gar nichts, das ist nat&#252;rlich schwach. Herumsitzen ist ja nun wirklich kein unterhaltsames Tagesprogramm. Au&#223;erdem hei&#223;t er, zumindest in norddeutscher Aussprache, genauso wie Butter, das ist unangemessen irritierend, denn wenn Papa bittet, Butter aus dem K&#252;hlschrank zu holen, ist da gar keine Figur mit lachendem Mann drin. Es gibt die Butter und der Butter, wer soll das denn verstehen? Und Buddha auf Brot, das ist alles sehr seltsam.</p>
<p><strong>Hinduismus:</strong></p>
<p>Der Hinduismus liegt ziemlich weit vorne, dank Ganesha. Ein Elefantengott ist nat&#252;rlich eine tolle Sache, Elefanten sind sowieso super. Leider hat Ganesha vier Arme, was Sohn I wiederum nicht pa&#223;t, denn so etwas gibt es gar nicht. Ein Elefantenkopf auf einem Menschenk&#246;rper,  das kann schon einmal vorkommen, aber vier Arme? Man kann einem Kind auch nicht alles erz&#228;hlen. Da k&#246;nnte man ja gleich &#252;ber Wasser laufen. Der Hinduismus ist ganz interessant, neigt aber leider zu schlimmen &#220;bertreibungen. Nichts f&#252;r kleine Skeptiker.</p>
<p><strong>Tibetischer Buddhismus:</strong></p>
<p>In dem Tibetladen bei uns um die Ecke h&#228;ngen geschnitzte D&#228;monenmasken an der Wand, f&#252;rchterliche Fratzen. Sohn I steht begl&#252;ckt davor und sagt anerkennend: „Monster!“ Jeden Morgen bleibt er auf dem Weg zur Kita kurz bei dem Laden stehen und staunt vertr&#228;umt l&#228;chelnd sein Lieblingsmonster an. Monster sind nicht zu schlagen, etwas Tolleres kann es gar nicht geben. Au&#223;erdem gibt es Rasseln in dem Laden, Rasseln mit sehr vielen Gl&#246;ckchen dran, und auch kleine Steinfiguren, die richtige Elefanten darstellen, mit vier Beinen, wie es sich geh&#246;rt. Und wenn der Laden ge&#246;ffnet ist, dann stehen metallene Zierdrachen davor, auf denen man reiten kann, zumindest wenn der Inhaber gerade nicht guckt. Der Sohn liebt diesen Laden. Monster! Elefanten! Drachen! Mit anderen Worten, die anderen Religionen k&#246;nnen einpacken.</p>
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