Kategorie: Woanders – Der Wirtschaftsteil

Woanders – Der Wirtschaftsteil

Es geht in dieser und vermutlich auch in der nächsten Woche um unsere Lebensräume, um Städte und um Landflucht. Im ersten Text kommt das Thema noch gar nicht so prominent vor, er ist dennoch hochinteressant und gleich an manchen Stellen zitierfähig mit tiefgründigen Sätzen zu unserer Gesellschaft und zu unserem Zusammenleben. In der Stadt und auch anderswo. “Wir können den ganzen Tag darüber reden, dass die Welt nicht funktioniert, aber sie kümmert sich überhaupt nicht darum. Keine ganz leichte Lektüre, aber es ist vermutlich doch lohnend, dem Interview zu folgen.

Einige Aspekte aus dem Interview werden in einem Projekt aufgegriffen, dass in Hamburg gerade testweise eingesetzt wurde. “City Scope” ist ein Instrument der Stadtplanung, vielleicht auch der Demokratisierung. Auf jeden Fall scheint es ein Instrument zu sein, das Stadtmenschen kreativ mit ihrer Umgebung umgehen lässt.

Ein anderes Stichwort, das man heute beim Thema Stadtplanung im Smalltalk wohl kennen sollte, ist “Slow Urbanism”, das wird hier am Beispiel von Antwerpen erklärt.

Wobei es natürlich nicht so ist, dass man nur in der Stadt kreativ mit dem Umfeld umgehen könnte. Auch in kleineren Gemeinden gibt es interessante Ideen. Und man kann auf weitere, auch auf drastischere Ideen kommen, um der Landflucht zu begegnen oder  ihr vorzubeugen. In der SZ werden Beispiele gesammelt. In der gleichen Zeitung übrigens auch ein nicht ganz so optimistisches Special zum Thema.

Apropos kreativ und apropos Siedlungen – man muss auch zur Kentnis nehmen, dass man Häuser mittlerweile drucken kann (englischer Text). Das hat gar nicht groß für Schlagzeilen gesorgt, ist es nicht seltsam? Ändert das nicht sehr viel, wenn man sich das etwas weiter ausmalt?

Und ist es nicht immer wieder faszinierend, wie die Städte auf die Menschen und die Menschen auf die Städte wirken, wie Änderungen in der Stadtplanung für viele, viele Änderungen sorgen, man sehe sich hier etwa ein Beispiel aus Kolumbien an. Oder hier, Barcelona, da geht es um Verkehr und Straßenraum (englischer Text) und um einen Ansatz, von dem man immer mehr liest, nämlich den BürgerInnen die Straße wiederzugeben. Die übrigens, das gehört auch dazu, die Straßen oft auf ihre eigene und eigentlich nicht vorgesehene Art verzieren.

Schließlich noch ein Artikel zur Frage, warum jede Stadt anders tickt und warum sich jemand vielleicht in Frankfurt am Main wohlfühlt, in Berlin aber nicht. Oder umgekehrt. Haben Städte denn tatsächlich einen wahrnehmbaren Charakter, der über die Bausubstanz hinaus nachweisbar ist? Was ist dran, wenn uns Städte unerklärlich unsympathisch sind?

In der nächsten Woche u.a. Etwas zum Thema Urban Gardening, das dürfte dann zu dem passen, was auf einigen Balkonen gerade erntereif wird.

Für dem Freundeskreis Fahrrad zum Ende aber noch eine Meldung, bei der schon die Überschrift interessant ist, alleine schon die Tatsache, dass man darüber überhaupt nachdenkt – über die grüne Welle für Radfahrer.

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Woanders – der Wirtschaftsteil

Übers Wetter haben Menschen schon immer geredet, über das Klima reden wir erst seit einiger Zeit – dafür aber immer häufiger. Wenn man die Medien beobachtet, wie wir das hier tun, kann man sagen: es erscheinen seit etwa einem Jahr signifikant mehr Artikel zum Thema Klima, in seltsamen Unwetterperioden wie in den letzten Wochen natürlich noch viel mehr. Der Deutsche Wetterdienst hat in der letzten Gewitterphase 3.000 Warnungen herausgegeben – nicht nur das Wetter ist extrem, auch solche Zahlen sind es. Hier eine wissenschaftliche Einschätzung der aktuellen Situation in Nordeuropa.

Etwas polemischer macht das natürlich mehr Spaß, das finden wir hier. Aber polemisch hin oder her, in den Beitrag ist ein Film eingebettet, und den sollte man ruhig mal bis zum Ende ansehen, das sind 11 gut investierte Minuten, dann versteht man wieder ein wenig mehr vom Thema. Im Text wird ein eher schmaler Temperaturkorridor erwähnt, in dem wir uns wohlfühlen. Dazu bitte auch diese Meldung aus Indien zur Kenntnis nehmen, das hat dann mit Wohlfühlen nämlich rein gar nichts mehr zu tun.

Polemik erreicht die Rezipienten auf einer anderen Ebene als die Logik, und wie man beim Thema Klimawandel wen erreicht, das ist eine Frage, die auch nicht ganz unwichtig ist. Denn wir reagieren ja einfach nicht (englischer Text). In dem SZ-Text ist auch die Rede von der Trauer um das Zeitalter der fossilen Energie, was vermutlich ein Satz ist, der nur auf den ersten Blick wie ein Scherz klingt. Wenn man direkt dahinter diese Meldung über Norwegen liest (englischer Text), wird das vielleicht etwas deutlicher, es ist eben ein Zeitenswechsel, da endet also auch etwas. Da wird z.B. der Wandel im Verkehr, dessen Geschwindigkeit unsere jetzige Vorstellungskraft wohl noch etwas überfordert, plötzlich ziemlich deutlich. Eine ganz ähnliche Meldung gab es übrigens neulich aus Holland, beide Länder sind nicht allzu weit weg von uns, sollte man meinen. Es geht aber auch noch näher – Berlin.

Ein Punkt, der immer noch oft untergeht, ist die Tatsache, dass der Klimawandel die ärmeren Länder härter trifft (englischer Text).In diesem Zusammenhang auch die etwas saloppe Frage, ob das vorhin schon erwähnte Indien die Kurve kriegt.

Den Perspektivwechsel, den wir in dieser Kolumne oft versuchen, etwas einmal von ganz oben, dann wieder aus der nächsten Nähe zu betrachten, den bekommt man beim Klimawandel ganz besonders gut hin. Wir sehen erst einmal global auf diese in den sozialen Netzwerken ungeheuer erfolgreiche Grafik oder, warum auch nicht, auf die Sichtweise der katholischen Kirche – und direkt danach vor unsere unsereHaustür, bzw. vor unsere Deiche. Wobei die Redewendung “vor unserer Haustür” auch durchaus angebracht ist. Und noch einmal apropos Häuser, es geht auch oft unter, dass Menschen bereits jetzt wegen des Klimawandels ihre Heimat verlassen müssen. Nicht erst in irgendeiner nur vielleicht halbwegs nahen Zukunft, es ist die Gegenwart, in der das passiert.

Der Mensch kommt in solchen Situationen auf Ideen, denn der Mensch will dauernd etwas machen.  Dass die Lösung wohl darin liegt, etwas nicht zu machen, Verzicht zu üben, Ansprüche zurückzuschrauben, darin liegt wohl eine der Hauptschwierigkeiten für uns. Etwas nicht zu machen, das fühlt sich einfach nicht wie eine gute Tat an, das ist nichts für Macher wie uns, da müssen wir unser Selbstbild wohl grundlegend renovieren. Aber warum sollten wir das nicht können? Renovieren … da macht man doch schon wieder was.

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Woanders – Der Wirtschaftsteil

Ein paar Artikel zu dem, was ungerecht, unsozial oder sonstwie seltsam in der Gesellschaft ist. Und da fangen wir gleich mit der großen Keule an. Sowohl was die Fakten im Text als auch was die Überschrift betrifft: Mehr Gerechtigkeit wagen.Und weil das Thema Boni gerade ein paar Leute mehr aufregt, noch ein Einwurf aus der Schweiz mit einem anderen Vorschlag, wer diese Wohltaten erhalten sollte. Und zwischendurch kann man sich ruhig auch einmal fragen, ob das eigentlich jemanden stört, dass es diese Ungleichheit gibt. Oder ist das eben so, quasi per Naturgesetz, in unserer Form des Wirtschaftens? Es stört tatsächlich. Diese Meldung aus der Zeit kann man da ruhig ein wenig mitdenken, da geht es um den schweren Schritt von “es stört mich” zu “ich mach was”.

Dieses “Ich mach was” kann sich auch anders und sehr unerfreulich auswirken, dazu Heinz Bude in der FAZ.

Aber viele werden jetzt denken, dass sie ja gar nicht dazugegehören, dass sie also weder in irgendeinem Aufsichtsrat sitzen noch bitterarm sind, sondern eher in der Mitte zu finden sind, in einer Mitte, die im letzten Jahr in etlichen Artikel als bedroht dargestellt wurde. In der Zeit hält man dagegen, das ist lang und lesenswert, da geht es auch noch einmal um staatlich festgeschriebene Ungerechtigkeiten. Mitlesende Eltern möchten vielleicht besonders auf die Textpassage mit dem “Mix aus Harvard und Bullerbü” achten – eine wunderbare Formulierung und womöglich ein Treffer.

Beim Spiegel geht es um die anderen, die von allen (nicht nur finanziellen) Boni weit entfernt sind, es geht um die Armen und um die Definition der Armut die, wie könnte es anders sein, auch etwas komplizierter ist, als man zunächst denkt. Vielleicht passt dahinter ganz gut eine Meldung, die eher in den Panorama-Teil der Tagespresse passt, aber doch etwas wirtschaftlich Wichtiges verdeutlicht: Die reichen Familien in Florenz sind immer noch die, die es auch schon vor 700 Jahren waren.

Für den Freundeskreis Fahrrad hatten wir in der letzten Woche eine Meldung zu Dienstfahrrädern, wir machen heute mit Spezialrädern weiter, diesmal geht es um Lastenräder. Einer fahre des anderen Last, das passt doch recht gut zum Rest des Textes heute.
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Woanders – Der Wirtschaftsteil

Fast nur lange Texte in dieser Ausgabe, dafür gibt es ein paar Links weniger. Vorweg gleich ein Longread zur mit Abstand häufigsten Phrase in dieser Kolumne, nämlich zu “Es ist kompliziert”. In der brandeins geht es recht ausführlich um die Frage, ob alles kompliziert ist, ob wir nur kompliziert denken oder ob wir einfach nicht die richtige Haltung gegenüber der ach so komplexen Welt haben. Der Text fängt an mit “Wir haben es nicht leicht”, da kann kann erst einmal kollektiv mitseufzen und sich dann etwas warmdenken.

Passend dazu eine Buchrezension, in der es um Bürokratie geht. Der Text braucht ein wenig, endet aber dort, wo wir gedanklich häufig sind, nämlich beim Gemeinwohl.

Und beim Denken und bei Komplikationen bleiben wir dann gleich noch, mit einem etwas seltsamen Text aus der Zeit. Da geht es um Generationen, wobei man ja bei dem Stichwort schon stöhnen könnte, weil es so abgenudelt ist. Es ist aber dennoch interessant, weil der Text so aggressiv ist, dass es schon wieder Bände spricht. Ein Babyboomer kontert den Artikel eines Generation-Y-Journalisten (der andere Text ist dort verlinkt). Er wirft ihm da u.a. mangelnde empirische Evidenz vor, nur um dann exakt so zurückzuschlagen, es ist wirklich merkwürdig. Aber man kann das natürlich dennoch unverbindlich auf sich beziehen und sich fragen, was davon im eigenen – natürlich auch nicht repräsentativen – Umfeld stimmen mag und was nicht. Und sich dann vielleicht auch zu fragen, warum die Diskussion eigentlich im Jammern steckenbleibt und nicht zu Lösungsvorschlägen findet. Sind unsere Generationsbeziehungen denn tatsächlich so kompliziert – oder schreiben wir sie nur gerade dahin?

Wobei an den Schwierigkeiten etwas dran sein muss, wenn man den Tonfall der Journalisten als Indikator nimmt. Auch in der SZ wird man beim Stichwort Generation sofort polemisch. Unterhaltsam, aber polemisch, man fragt sich fast, ob man zu dem Thema nicht anders schreiben kann? Oder ist das die Generation Polemik, die da schreibt?

Man redet natürlich immer auch über Geschichte, wenn man über Generationen redet, das geht gar nicht anders. Eine Generation wird Geschichte und sieht mit Staunen, dass es andere Generationen gibt, worin vermutlich schon die erste Beleidigung liegt, sie werden eben unsere Plätze einnehmen, es ist wirklich unverschämt. Aber das Stichwort Geschichte leitet auch zu anderen Themen über, zu anderen Ungerechtigkeiten, nicht zwischen Generationen, sondern z.B. zwischen Regionen. “Unsere Gesellschaften werden sich […] verändern. Sie werden wohl ärmer werden. Was nicht unbedingt schlecht ist; wir haben viel zu viel.” Das sagt der Historiker Philipp Blom im Tagesspiegel in einem erfreulich langen Interview. Da kann man auch noch einmal an diesen Artikel in der taz zum  Anthropozän, Kapitalozän, was auch immer, erinnern.

Und wie bringen wir die Themen Generationen und Kapitalismus jetzt zusammen? Da fragen wir Paul Mason, laut der Zeit mit der charmanten Berusbezeichnung “Denker des Postkapitalismus” versehen. Der kommt in diesem Interview zu einem vielleicht überraschenden Ende – man beachte das Wort Generation im letzten Satz. (Und auch in den Kommentaren erkennt man übrigens deutlich Altersdifferenzen der Diskutierenden.)

Dann gibt es für den Freundeskreis Fahrrad ganz zum Schluss auch noch so ein Generationsding, so einen Paradigmenwechsel, dabei geht es um Dienstfahrräder. Dabei hätte man noch vor einigen Jahren nur an PostzustellerInnen gedacht, nicht wahr? Heute nicht mehr.

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Wenn es um Arbeit geht, geht es implizit immer auch um ihr vermeintliches oder tatsächliches Gegenteil, also um die Freizeit. Und wenn man bei der Betrachtung einer ziemlich harmlosen Freizeitbeschäftigung auf eine amüsante Produktknappheit, auf Adorno, den Neoliberalismus und die Distinktionsspirale kommt, dann ist es vermutlich ein Text von Nils Markwardt. Hier im Freitag. Da geht es also um spielerische Beschäftigungen, die müssen wir aber gar nicht nur in der Freizeit vermuten, die kann man auch im Büro finden, wo Menschen Arbeit spielen (Es ist natürlich keine Einzelmeinung, das mit unseren typischen Arbeitsstrukturen in den Büros etwas nicht stimmt).

Und auch noch einmal andersherum bleibt es interessant, wenn die Menschen in der Freizeit ab und zu mal ein wenig Arbeit ansehen, quasi wie aus Spaß. Das ist normal, das macht mittlerweile fast jeder, aber ist es richtig? Oder ist es ein Riesenproblem? Dazu eine Diskussion in Frankreich, wo der Staat eingreifen möchte (englischer Text). Es ist sehr, sehr kompliziert, vielleicht ja auch in Ihrer Firma.

Im ersten Link haben wir Adorno erwähnt, im nächsten gleich Bourdieu, für die Lektüre des Wirtschaftsteils kann man bald Bildungsurlaub einreichen. Wieso Bourdieu? Der wird in einem Text zitiert, der ein Buch zum Thema aufgreift, dass alle kennen – auch wenn sie es nicht gelesen haben. An “Wir nennen es Arbeit” kam man in gewissen Kreisen damals einfach nicht vorbei. Damals? Das Buch erschien vor zehn Jahren, guck an, in der Berliner Gazette denkt man über das Jubiläum nach.

Und wenn man schon bei der digitalen Bohème ist, dann kann man sich auch gleich die Sache mit dem Crowdworking etwas näher ansehen.

Adorno und Bourdieu reichen noch nicht, im nächsten Text kommt Hegel vor. Er ist aber dennoch lesbar. Und passend zu den Crowdworkern ist er auch noch, sehr gut passend sogar. Er schürft aber noch etwas tiefer und stellt die vollkommen berechtigte Frage, was der Trend zur Freiberuflichkeit mit der Gesellschaft macht. Wer sich detaillierter mit den Argumenten beschäftigen möchte, die bei der Verschiebung von festangestellter Arbeit in Richtung Freiberuflichkeit oder Plattformkapitalismus eine Rolle spielen, der findet sie fein aufgereiht in diesem Streitgespräch hier. Ein Vertreter eines Start-Ups und ein Gewerkschaftler diskutieren, es geht in den Kommentaren noch munter weiter.

Da fehlt jetzt ein Zwischrenruf, irgendein Statement, das etwas kämpferischer klingt, das finden wir aber beim Freitag. Es ist ein Aufruf zu spätrömischer Dekadenz, und der ist so lang, da kann man bei der Lektüre schon mal dekadent die Beine auf den Tisch legen und einen ganzen Becher Kaffee trinken.Mit Zucker, sonst zählt es womöglich nicht als Dekadenz.

Im letzten Absatz dieses Zwischenrufs wurde scherzhaft die Automatisierung angesprochen, deren fatalen Einfluss auf die Arbeit man überall in sehr ähnlichen Artikeln nachlesen kann. Eher originell – oder abstrus? -ist die folgende Sichtweise, Roboter schaffen Jobs. Viele, viele Jobs. Wobei diese ganze Moderne der Arbeitswelt in Deutschland gerade fast immer mit Industrie 4.0 assoziiert wird, dazu noch schnell ein schönes Zitat: “Ich halte die Verengung auf Industrie 4.0 für den deutschen Kastraten der Digitalisierung.”  (Quelle hier)

Etwas gründlicher wird die Sache mit der Digitalisierung und Automatisierung der Arbeit von Josef Joffe durchdacht, in einem Artikel, dessen Titel wir ganz herausragend gut zur Beendigung dieser Ausgabe des Wirtschaftstreils gebrauchen können: “Feierabend forever”. Oder zumindest bis zum nächsten Donnerstag.
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Nach den Eisheiligen wird es routinemäßig wärmer, bestes Fahrradwetter steht also vor der Tür. Da sehen wir uns wieder etwas beim Thema Verkehr um. Und gleich zu Anfang geht da natürlich der Blick nach Berlin, wo bekanntlich feinste deutsche Trends produziert werden. Da gibt es Vorbereitungen für einen Volksentscheid mit zehn Zielen, die man sich einmal näher ansehen sollte. Gehen die weit? Ist das eine Machtübernahme der RadlerInnen? Man beachte Formulierungen wie “… das Fahrrad dringt in Bereiche vor …” Sieht man die Invasion nicht förmlich vor sich?

Wobei das Wort Macht beim Thema Verkehrspolitik nur auf den ersten Blick eine seltsame Wahl ist, denn wie jeder weiß, der in einer deutschen Gemeinde außerhalb von Münster ab und zu mit dem Rad fährt oder zu Fuß geht. Wann kann man denn eigentlich wirklich von einer Änderung der Lage reden – vielleicht bei 60% Radverkehr (man beachte dort im Text die Sätze über verwirrten deutsche Autofahrer, auch nicht ohne Komik)?

Und, um noch etwas bei der Komik zu bleiben, man kann es auch als gutes Zeichen für die Stärke der Radbewegung sehen, dass Radfahrer jetzt über Radfahrer lästern (englischer Text), so weit sind wir nämlich schon, so stark ist die Radfahrbewegung geworden, dass es längst für Flügelkämpfe reicht. Auch schön, irgendwie.

Und in Amsterdam ist man – versteht sich – schon wieder etwas weiter. Na gut, viel, viel weiter (englischer Text) In Deutschland hängt man eben noch etwas nach, hier schön am Beispiel München illustriert.

Positiver wird immerhin über Göttingen berichtet, da ist wieder ein Nebensatz interessant. Da heißt es nämlich, dass man auf dem Rad in Göttingen an der roten Ampel hält, anders als in Frankfurt. Das kam schon öfter in Artiken zum Themal vor, dieses von Stadt zu Stadt recht deutlich abweichende RadfahrerInnenverhalten. Gibt es dazu schon eine Übersicht, in der man nachschlagen könnte, welche Tugenden und Rüpeleien in welcher Gemeinde üblich sind? Gibt es schon Studien dazu? Gefunden haben wir bisher leider nichts, interessant wäre es.  

Wobei sich das mit der roten Ampel übrigens vielleicht eh ändert, auch Verkehrspolitik ist nämlich kompliziert.

Und es wird auch immer deutlicher, dass es nicht nur um das Rad geht, wenn es gegen das Auto geht. Es geht um eine vernetzte Verkehrspolitk, in der die Alternativen flexibel gewählt werden können, also “smart”, wie man das wohl unweigerlich nennt. Siehe etwa in Wien.

Und sind sie nicht willig, also die deutschen Städte, dann regelt vielleicht eine andere Frage die Verkehrspolitk mit Nachdruck neu, nämlich die Sache mit dem Feinstaub. Da muss man gar nicht nach China gucken, um sich mit dramatisch schlechter Luft und drastischen Folgen für die Bevölkerung zu befassen, da reicht ein Blick nach Stuttgart (wir hatten das bereits vor einiger Zeit) oder aktuell nach Paris (englischer Text), schon deutlich näher als asiatische Metropolen.

Wir enden aber lieber positiv, es gibt noch ein Update zum RS1, also zum Radschnellweg im Ruhrgebiet. Ein Update mit wirklich erstaunlichen Aussagen: “Im Idealfall könnten so täglich zehn Weltumrundungen per Auto eingespart werden.”

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Woanders – Der Wirtschaftsteil

In der taz blickt man zurück auf die Anfänge der Kundendatenauswertung in Unternehmen, da geht es um Versicherungen in den USA und Daten auf Karteikarten. Und um die Interessen der Versicherer, diesmal in Deutschland, geht es u.a. auch in einem anderen taz-Artikel, der sich mit dem Thema “Demografie als Angstmacher” beschäftigt.

Wie auch immer die Alterung sich auf den Staat auswirkt, umbauen kann man ihn ja schon einmal, er hat eh eklatante Schwächen.

Dazu ein etwas überraschender Vorstoß der Welt: “Nur das Grundeinkommen kann den Sozialstaat retten.” Die Schlagzeile hätte man womöglich eher der taz zugeordnet, es ist etwas kompliziert. In Kenia forscht man währenddessen an diesem Grundeinkommen noch herum, und zwar immerhin zehn Jahre lang. Ziemlich erhellend in diesem Zusammenhang ist auch eine weitere Meldung aus der Zeit, in der die drei gängigen Modelle des Grundeinkommens erläutert werden, nämlich in neoliberaler, humaner und sozialistischer Ausprägung.

Beim Nachdenken über das Grundeinkommen ist man vom Begriff Glück zumindest nach Meinung einiger nicht mehr weit entfernt, dazu haben wir noch etwas zu den  vermeintlich glücklichsten Menschen der Erde, also zu den Dänen.

Und beim folgenden Link geht es zugegebenermaßen gar nicht um Wirtschaft, in diesem Gespräch von Sibylle Berg, Peter von Matt und Lukas Bärfuss fällt aber der auch für uns hier interessante Satz: “Kulturpessimismus ist keine mögliche Haltung.” Denn wenn man schon gedanklich beim Glück ist, braucht es wohl auch Optimismus. Und für das Grundeinkommen brauchen wir den wohl ebenfalls.

Zum Schluss aber wie fast immer der Link für den Freundeskreis Fahrrad, diesmal geht es um Menschen, die beruflich in der Share Economy Rad fahren: “Radeln against the machine”.

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Wie der wöchentliche Wirtschaftsteil für die GLS Bank entsteht

Vielleicht ist das Folgende interessant für Menschen, die privat oder beruflich auch manchmal oder permanent Nachrichten zu bestimmten Themen sammeln – wie gehe ich eigentlich beim Wirtschaftsteil vor?

Der Wirtschaftsteil umfasst jede Woche rund (sehr rund) zehn Artikel aus möglichst breit gestreuten Medien, die sich mit nachhaltiger Wirtschaft, Umwelt- und Sozialpolitik im allerweitesten Sinne sowie mit Sinn- und Moralfragen beschäftigen. Als der Wirtschaftsteil startete, waren die Links in jeder Woche noch thematisch bunt gemischt und nur textlich verbunden, im Moment sind sie so gebündelt, dass es jeweils eine inhaltliche Klammer gibt und ein Aspekt vertieft wird. Das kann sich auch wieder ändern. Allerdings wird bei der Bündelung etwas deutlicher, was mir immer wichtig ist, nämlich dass es keine einfachen Lösungen gibt und an jeder Ecke überraschende Abgründe zu finden sind – weil es eben kompliziert ist. An der Botschaft hänge ich, wie vielleicht dem einen oder anderen bereits auffiel.

Die Artikel müssen also zu dem weiten – aber nicht endlos weiten – Themenkreis passen, sie müssen außerdem halbwegs originell sein und auch nicht schon per Agenturmeldung in jeder Lokalzeitung gewesen sein, reine Nachrichtenmeldungen scheiden also weitgehend aus. Die würde keiner noch einmal lesen wollen, auch wenn sie noch so sehr passen, auch wenn sie noch so toll sind. Außerdem sollten die Texte lesbar geschrieben sein, das ist gerade bei Wirtschaftsthemen ein Kriterium, das enorm viel Ausschuss produziert. Und sie müssen mich interessieren. Es ist meine Kolumne, es ist mein Geschmack, hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein. Kurator und Imperator, was mir nicht gefällt, wird gelöscht. Zack.

Mein Interesse kann ich dabei häufig gar nicht rational begründen, es gibt viele, viele Artikel, die gut geschrieben sind und die auch passen, die mir aber dennoch egal sind und daher nicht in Betracht kommen. Das sind eben die Algorithmen in mir und Algorithmen, das weiß man, machen dauernd Fehler und sind wenig nachvollziehbar. Ist so.

Ich brauche also ziemlich viele Artikel zur Auswahl, damit am Ende eine Kolumne mit etwa zehn Meldungen dabei herauskommen kann. Dazu muss ich permanent nach Themen und Schlagworten sortiert sammeln, denn man findet natürlich nicht an einem Tag zehn spannende Meldungen zur Kultur der Arbeit usw., das dauert.

Um genug Artikel abgrasen zu können, müssen mir möglichst viele aufs Handy oder aufs Notebook gespült werden. Ich möchte nicht aktiv suchen gehen, es sei denn, ich recherchiere etwas nach. Um die Timelines bei Twitter und Facebook auszuwerten, nutze ich Nuzzel, dazu habe ich hier bereits einmal etwas geschrieben: ““Die Timelines als Milchvieh betrachtet”.

Die Bedeutung der dort erwähnten Twitterlisten kann man gar nicht hoch genug einschätzen, wer bei Twitter ist und auf meinem Profil nachsieht, findet dort z.B. auch die öffentliche Liste “Wirtschaftsteil und Politik”. Wer sich diese Liste näher ansieht, wird erstaunlich viele PolitikerInnen der Grünen darin finden. Das liegt daran, dass einzelne Grüne in aller Regel tatsächlich sehr grün sind und auch entsprechend interessante Texte zu ökologischen, nachhaltigen Themen verteilen – erst in der Gesamtheit der Partei vermisst man dann plötzlich die Farbe und vielleicht auch die Ausrichtung. Einen ähnlichen Effekt gibt es übrigens auch bei der SPD und sozialen Aspekten, im Grunde könne beide Parteien irgendwie nicht aus der Summe ihrer Mitglieder bestehen, aber darum geht es hier gar nicht, pardon.

Nuzzel sehe ich mir immer morgens an, im Laufe des Tages werte ich Twitter (dann die Haupttimeline, nicht die Listen) über Something aus. Eine enorm praktische, aber total schlichte App, die mir alle geposteten Links von den Menschen, denen ich auf Twitter folge, magazinartig darstellt. Wirklich simpel, wirklich gut, für mich unentbehrlich.

Auf dem Handy sehe ich auch noch nach, was bei Niuws vermeldet wird, das ist eine kuratierte Nachrichtenapp. Man kann verschiedene Themenfelder abonnieren, darunter auch solche, die exakt zum Wirtschaftsteil passen.

Auf dem Notebook nutze ich außerdem piqd, wo ebenfalls ausgewählte Nachrichten zu diversen Themenfeldern dargestellt werden. Die auswählenden Damen und Herren haben hier aber wesentlich mehr Raum für ihre Einleitung vor der Fundstelle, und das ist durchaus ein Gewinn.

Für die schnelle Presseschau nehme ich Newstral und auch Google News, beide Seiten kann man ziemlich gründlich seinem Bedarf anpassen.

Blogs und alles, was man sonst noch abonnieren kann, lese ich über Inoreader. Ein anderer Reader würde dabei den selben Zweck erfüllen, ich habe keine riesigen Unterschiede zwischen den Produkten feststellen können. Das Ding soll eben Feeds lesen und als ungelesen/gelesen darstellen, mehr Zaubertricks brauche ich da gar nicht. Ich habe viele Abos, das liegt auch daran, dass man bei den meisten Zeitungsseiten mittlerweile einzelne Rubriken und auch einzelne AutorInnen abonnieren kann, da kommt dann schnell etwas zusammen. Das wird natürlich längst nicht alles gelesen, aber doch alles überflogen.

Erstaunlich viele Links finde ich durch Seiten-Abos und empfehlende Freunde auf Facebook, wenige, aber manchmal gute Links auch auf Medium. Facebook lasse ich mir durch eine Erweiterung bändigen (F.B. Purity), so dass die Timeline nicht ständig auf “Hauptmeldungen” umspringt und mir diverse Sachen (wie etwa Spieleanfragen) gar nicht erst angezeigt werden, man kann da eine Menge einstellen.

Alles, was ich tagsüber finde, speichere ich erst einmal in Getpocket, darauf bin ich vor einiger Zeit durch diesen Artikel hier gekommen. In Getpocket kann man wiederum auch Texte empfehlen und Empfehlungen anderer User lesen, da kommt dann auch noch etwas zusammen.

Zwei Newsletter sind mir wichtig. Zum einen der morgendliche der Krautreporter zur allgemeinen Weltlage, den ich sehr angenehm im Tonfall finde, ohne jede Arroganz verfasst, freundlich und eher zögerlich einordnend, mit viel Respekt vor den Quellen. Zum anderen die immer interessante Schmausepost zu allen Foodthemen, ich erwähnte sie hier im Blog bereits mehrfach.

All das zusammen ergibt sehr viele Artikel pro Tag, die ich nicht alle lesen kann, nicht einmal ansatzweise. Ich bin also ziemlich abhängig von der Überschrift und dem ersten Absatz, wenn die nicht interessieren, hat der Rest des Textes kaum eine Chance. Manchmal aber doch, nämlich entweder wenn der Text von sehr viele Menschen empfohlen wird, oder aber wenn ich der oder dem Empfehlenden so sehr vertraue, dass wohl etwas dahinter sein muss, wenn da ein Link ausdrücklich weitergereicht wird.

Ich lese also alles an und entscheide sehr schnell und mit unruhig zuckendem Löschfinger, dann speichere ich das, was mir einigermaßen spannend vorkommt, von Getpocket in Bookmarks um. Bookmarks kann ich besser sortieren, da bin ich altmodisch. Und da sammeln sich dann langsam, manchmal auch sehr langsam, drei, vier, fünf Links zum Thema Inklusion oder ökologische Mode oder Landwirtschaft etc. an, fein säuberlich untereinander, wie früher auf den Karteikarten. Und wenn es zehn oder fünfzehn oder zwanzig oder mehr Links sind, dann reichen sie vielleicht (!) für eine Ausgabe des Wirtschaftsteils, denn ich lese die Texte erst gründlich und vollständig, wenn ich anfange, eine Ausgabe zu schreiben. Wobei dann selbstverständlich auch noch einmal viele (etwa ein Drittel) aus der Sammlung fliegen.

Bemerknisse am Rande:

Ich gehe eher selten auf Medienseiten, ich lasse mir Links zu den Medien eher vor die Füße spülen. Ich sammele also eher, als dass ich jage. Jagdsituationen gibt es zwar auch, aber nur, wenn mir ausdrücklich eine bestimmte Information, ein bestimmter Text fehlen. Das ist bei vielleicht bei zwei von zehn Links in einer Ausgabe der Fall.

Ich finde eher zu wenig Links aus Blogs, das ist schade, aber wirklich schwer zu ändern. Denn es gibt zwar reichlich gute Blogs mit wirklich großartigen Artikeln da draußen, die ich überhaupt nicht wahrnehme, aber wenn meine Filterblase nicht bis zu ihnen reicht, wird es problematisch. Es ist schwer und mühsam, in andere Filterblasen einzudringen, auch wenn es überhaupt nicht unmöglich ist. Aber man muss stets durch ein wüstes Dickicht an Texten, die einen nicht ansatzweise interessieren, um Schätze von anderen Inseln zu heben, das kostet enorm viel Zeit. Eine ausgefeilte Strategie für das Suchen und Finden außerhalb der Filterblase habe ich immer noch nicht gefunden. Hinweise nehme ich gerne entgegen, das ist ein Thema, das es in sich hat, scheint mir.

Was ich auch fast nie schaffe, ist mir zu merken, woher ein Link kam und das entsprechend zu würdigen. Das ist etwas unhöflich und tut mir tatsächlich leid, es ist aber schwer zu ändern, die Links rauschen einfach zu schnell durch.

Und schließlich führt all dies erstens zu einer weiteren Ausgabe des Wirtschaftsteils am Donnerstag und zweitens zu einer besonderen Form der Blödigkeit bei mir. Man kann mich mehrmals in der Woche mit leerem Blick und geistlosem Gesichtsausdruck antreffen, nämlich immer dann, wenn mir nach Stunden oder Tagen einfällt, dass ein bestimmter Textauschnitt, den ich nicht gespeichert habe, jetzt doch vielleicht ganz gut passen würde, ich aber trotz allen Nachdenkens nicht mehr darauf komme, wo ich den denn bloß gesehen habe. Schlimm!

Woanders – Der Wirtschaftsteil

Eine Ausgabe zum Thema Verkehr, und wir fangen mit einem wirtschaftsgeschichtlichen Begriff an, der aus der Geschichte der Autoindustrie kommt: Fordismus. Dazu gibt es nämlich in der Zeit einen Artikel, warum es Unsinn ist, auf Elektroautos zu setzen. Statt auf ganz andere Formen der Mobilität. Der Text erschien übrigens in der Rubrik “Kultur”, nicht Wirtschaft.

Zur im Artikel angesprochenen schlechten Luft siehe auch hier, und wenn wir schon bei Emissionen sind, zu den Hupen der Autos gibt es etwas von Peter Glaser.

Und dahinter passt dann die Washington Post mit einer historischen Einordnung: The car century was a seductive mistake. It’s time to move on.

Vor diesem Hintergrund liest man kleinere Meldungen wie etwa die von der autofreien Zone in Köln vielleicht etwas anders. Oder auch, noch einmal bezogen auf die Luft, die sich im Moment häufenden Meldungen über Untergangszenarien für den Verbrennungsmotor. Oder, um noch weiter vorne anzufangen, die über Städte mit langsamerem Autoverkehr (englischer Text).

Apropos Verbrennungsmotor, in der Zeit geht es um das Ende des Diesels, natürlich aus gegebenem Anlass.

Gleichzeitig pendeln immer mehr Menschen immer weiter, und in diesem Artikel hier ist das Auto dabei noch selbstverständlich.Wer dagegen Kurzstrecken hin- und herfährt, der nimmt vielleicht den Bus – und da gibt es ein Special im Tagesspiegel, dem man den Arbeitsaufwand gleich auf den ersten Blick ansieht. Es geht um eine Frage, die viele Stadtmenschen jeden Tag bewegt: Warum kommt der Bus zu spät? Es ist kompliziert.

Auf dem Wasser tut sich auch etwas, so gibt es jetzt eine Ostsee-Fähre mit Methanol-Antrieb. Andere denken wieder über Frachtsegler nach.

Und dann noch in der Luft: Im Tagesanzeiger gab es einen Rant gegen das Fliegen, der für reichlich Widerrede sorgte. Interessant sind in diesem Fall dann doch einmal die Kommentare unter dem Text, zumindest quergelesen, weil die Vorwürfe besonders tief fliegen, jeder jedem seinen Lebensstil ankreidet und alle Themen vertreten sind, die üblicherweise Inhalt dieser Kolumne sind. Eine Kakophonie der gut sein sollenden Absichten, und alle haben Recht. Meinen sie jedenfalls.

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Woanders – Der Wirtschaftsteil

Ein Link zum Thema der letzten Woche wird noch eben nachgereicht, also noch einmal kurz zur Ernährung, genauer zu Superfoods. Ein Artikel aus der Zeit, ziemlich sicher der Spaß der Woche.

Ansonsten ist dies eine Ausgabe zum Thema Inklusion, das hatten wir vermutlich bisher noch gar nicht, dann wird es ja Zeit. Vorweg ein Verweis auf die Wikipedia, und zwar zum Artikel über das UN-Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Das lohnt trotz des naturgemäß sperrigen Textes die etwas genauere Lektüre, weil vermutlich gar nicht allgemein bekannt ist, was da eigentlich beschlossen wurde. Und was damit auch eigentlich nicht mehr diskutiert werden muss, übrigens auch nicht nach deutschem Gesetz. Der Alltag sieht, wen wundert es, oft ganz anders aus.

Und jetzt wir lassen eine Expertin zu Wort kommen, mit einem Satz, der hier bewusst gewählt wurde: “Ich finde mich recht langweilig, wissen Sie, denn ich unterscheide mich mit keiner Eigenschaft von den mir bekannten Menschen!” Das ist ein Satz von Anastasia Umrik. Wer sich mit Inklusion und den Rechten und der Situation von Menschen mit Behinderungen beschäftigt, wird ihr vielleicht schon irgendwo zumindest online begegnet sein, sie hat z.B. auch etwas zu Mitarbeiterführung zu sagen.

Bei Heiko Kunert geht es um Behindertenpolitik und Gesetzgebung in Deutschland, und erfreulich ist das ganz und gar nicht – weswegen es in einigen Städten heute etwas laut wird. Heiko kam auch schon bei “Was machen die da” in einem längeren Interview vor, wer sich für die Lebenssituation blinder Menschen interessiert, wird dort viel Interessantes finden. Wie man überhaupt immer wieder zuhören oder lesen sollte.

Beim Deutschlandradio Kultur wird gefragt, ob Inklusion Banalisierung bedeutet, wenn es etwa darum geht, Gemälde für Blinde erfahrbar zu machen. Und der Guardian bemerkt eine besondere Legofigur, auch das hat natürlich mit Inklusion zu tun.Und apropos Spielzeug, bei Raul Krauthausen, vermutlich auch allgemein bekannt, gab es vor längerer Zeit einmal einen Text zu Kinderbüchern mit dem Thema Behinderung. Auch heute noch interessant. Und in den Kommentaren dort findet man weitere Hinweise.

Inklusion findet mittlerweile auch am Gymnasium statt, allerdings ist das noch so spektakulär, dass die Zeit ausführlich darüber berichtet.

Und in der Zeit geht es schließlich auch um einen der Abgründe beim Thema Inklusion, um die Pränataldiagnostik und ihre Folgen: Alle reden von Inklusion, während behinderte Menschen zusehends aus unserer Gesellschaft verschwinden.” Ein Thema, bei dem man sich zwingend mit seinen Werten und Überzeugungen, seiner Philospohie, vielleicht auch seiner Religion auseinandersetzen muss, das ist mit ein paar flüchtigen Gedanken sicher nicht getan.

Nicht mehr um Inklusion, aber um Integration geht es zum Schluss beim üblichen Link für den Freundeskreis Fahrrad – wie geflüchtete Frauen in Berlin das Radfahren lernen.

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