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Woanders – Der Wirtschaftsteil

In der letzten Ausgabe hatten wir gar keinen Link zu Fahrradthemen, so geht es natürlich nicht. Also nehmen wir uns in dieser Folge gleich ein paar mehr davon vor.

Wir fangen an mit einer Betrachtung zur Frage, warum man eigentlich Rad fahren sollte. Da werden die gängigsten Argumente erst einmal aussortiert, der Text bleibt dennoch nachvollziehbar und wir sind schon mitten in der Verkehrspolitik. Und wenn wir dann also alle mit dem Rad fahren, weil es nun einmal schneller geht, wo fahren wir dann? In der Fahrbahnmitte? Ist das auch noch nachvollziehbar? Oder schon allgemeines Kopfschütteln?

Beim Deutschlandradio Kultur wirft man einen Blick auf die Fahrradsituation in Europa, da ist die Rede von einem Boom des Rades. In manchen deutschen Städten muss man dem Text einfach glauben, erleben kann man es wohl eher schlecht. Wobei in dieser Infografik immerhin zwei deutsche Städte recht prominent dastehen, Kenner des Themas werden sie kaum überraschen. Die gleichen europäische Städte wie beim Deutschlandradio werden auch bei den Krautreportern erwähnt, dort geht es ausführlich um ein Berliner Start-Up, das hier übrigens schon einmal vor längerer Zeit vorkam. Velogista, ein Unternehmen, dessen Idee vielleicht ein wenig ändern kann. Ein klein wenig, denn wir reden immer noch nur über kleine Schritte, wenn wir von Deutschland reden, wenn wir von Verkehrspolitik in Deutschland reden.

“In Rostock tagen die Verkehrsminister. Es geht mal wieder nicht ums Fahrrad.” So negativ fängt ein Artikel in der taz an, man beachte beim Lesen bitte die Zahl 82.

Verkehrspolitik heißt bei uns bis auf weiteres eben nicht Fahrradförderung, heißt immer noch Straßenbau und Regelungen für Autos, eine Wende ist noch nicht recht zu erkennen. Ob Verkehrsminister eigentlich das Braess-Paradoxon kennen? Egal, Sie kennen es jedenfalls gleich. Das wertet jeden Smalltalk zum Thema Verkehr ungemein auf, das müssen Sie sich unbedingt merken, das kann man auch am Stadtplan der Gemeinde mal durchgrübeln. Ebenfalls smalltalktauglich ist sicher die Anekdote vom Ausbruch des Tamboras, der das Fahrrad auf den Weg gebracht haben soll.

Wem das an Fahrradlinks immer noch nicht reicht – beim Zukunftsinstitut wurden noch ein paar zusammengestellt, da fehlen auch die Blogs zur zeitgemäßen Fahrradmode nicht.

Zum Schluß nur noch etwas Musik, leichte Fahrradmusik. Natürlich nicht zum effizienten Herumrasen, eher zum heiteren Radeln auf besonnten Parkwegen, zum sachten Rollen durch den Frühling. Wenn man dieses Lied dabei pfeift, wird alles gleich noch entspannter.

GLS Bank mit Sinn

 

Woanders – Der Wirtschaftsteil

Es geht um Flüchtlinge – und je nach Nachrichtenlage denkt man da eher an die Fremdenfeindlichkeit am rechten und anscheinend recht breiten Rand oder aber an die Willkommenskultur. Nicht wenige haben einen Vorfall in Pinneberg bei Hamburg in dieser Woche mit dem Wort “Willkommenskultur” kommentiert. Das ist natürlich reiner Zynismus, aber tatsächlich kann man eben als Fremder in Deutschland auch an Bahnsteigkarten scheitern.

Man kann die Willkommenskultur an vielen Beispielen diskutieren, an verschiedenen Betreuungsmodellen, Schulen, Förderprogrammen usw. Oder am Beispiel einer Insel, warum auch nicht. Etwa Juist. In diesem Artikel steckt so viel, das reicht schon mindestens für einen Fernsehfilm, wenn nicht für einen Zweiteiler.

Es gibt aber vereinzelt auch Meldungen, in denen es tatsächlich nur um die Aspekte geht, die es Flüchtlingen etwas leichter machen, sich hier zurechtzufinden. Manchmal ist das sogar ganz wörtlich gemeint, etwa in der Stadt Witten.

Oder man liest, dass an der Uni Lüneburg Flüchtlinge immerhin als Gasthörer willkommen sind, auch in diesem Artikel fällt dann das Wort “Willkommenskultur”. Wobei man sich, wenn man schon über Unis nachdenkt, übrigens auch fragen kann, was es Flüchtlingen nützt, wenn sie bereits mit akademischer Ausbildung bei uns ankommen. Und wenn sie sogar Abschlüsse in Bereichen haben, die bei uns mittlerweile eher schwach besetzt sind. Fast kann man es leider raten: Es nützt gar nichts.

Man findet auch bei fleißiger Suche gar nicht so viele Meldungen, die sich auf die positiven Aspekte beschränken. Und vermutlich muss das auch so sein, weil sich das Thema Fremdenfeindlichkeit einfach nicht mehr übersehen lässt, man kann das nicht ignorieren. Bei den Krautreportern gibt es einen langen Artikel über die Auswirkungen von fremdenfeindlichen Äußerungen, dargestellt am Beispiel des Görlitzer Kaufhausinvestors, die Story war vor einigen Wochen auch in den Nachrichten.

Man muss vermutlich immer wieder und wieder daran erinnern, dass sich diese Fremdenfeindlichkeit gegen Menschen richtet, die Geschichten hinter sich haben, die wir uns gar nicht vorstellen können. Bei der taz gibt es zu einer dieser Geschichten ein Special, das es in sich hat.

Oder man liest woanders eine dieser Geschichten, etwa bei der Schriftstellerin Zoë Beck. Es handelt sich nicht um eine fiktive Geschichte: “Leben ohne Träume”.

Und Geschichten, viele sogar, gibt es auch zu den Orten, in denen die Flüchtlinge landen. Zu den Helfern, zu den Einrichtungen. Der SWR mit einem bemerkenswerten Multimediastück zu Meßstetten und den Menschen dort. Und wie sie mit den Asylsuchenden in der Kaserne nebenan umgehen. Aber es gibt natürlich auch Kommentare, die generell von der Unterbringung in Dörfern abraten. Die Kommentare unter dem Artikel scheinen intensiv moderiert zu sein und sind gar nicht uninteressant.

An dem Tag, an dem diese Kolumne entstand, brannten in Deutschland zwei Flüchtlingsheime und eine Moschee, eine orthodoxe Kirche wurde mit Brandanschlägen bedroht. Es ist noch nicht klar, warum und durch wen oder was. Es ist immerhin klar, es gab keine Verletzten. Aber da sitzt man dann vor den Nachrichten und mag es nicht glauben, wenn noch eine Meldung dieser Art und noch eine kommt. Und dann kommt noch eine, da sind wir wieder ganz bei wirtschaftlichen Fragen, zur Schwierigkeit, die Einrichtungen für Flüchtlinge zu versichern.

Aber das ist nun einmal zur Zeit die Nachrichtenlage und das lassen wir jetzt einfach mal so unfassbar stehen. Es hat womöglich alles etwas mit der Willkommenskultur zu tun, nicht wahr. Die 400 Menschen, die gestern im Mittelmeer auf der Flucht starben, sie waren jedenfalls nicht willkommen.

GLS Bank mit Sinn

Woanders – diesmal mit der Architektur, einer Miniauflage, Avatoons und anderem

Hamburg: In der Zeit geht es noch einmal um die Architektur in Hamburg und um die Quadratur des Kreises und um das fast immer hässliche Neue.

Hamburg: Verkehrspolitik, wie sie dümmer kaum sein kann. Immer wieder das Bild von meinem Geschichtslehrer am Gymnasium im Kopf, wie er nach einer phänomenal dünnen Antwort einer Schülerin rückwärts zu seinem Stuhl taumelte und nach Atem ringend hervortstieß: “ Gestatten Sie bitte, dass ich mich setze – ob Ihrer Dummheit.” Das sind so Formulierungen, die merkt man sich dann ein Leben lang.  “Ob Ihrer Dummheit.” Schon schön.

Hamburg: Die Container, in denen die Obdachlosen im Winternotquartier geschlafen haben, sollen für Touristen umgewidmet werden – und es ist wirklich keine Satire. Da möchte man sich dann eher ob ihrer Dreistigkeit setzen.

Hamburg: Hier geht es um den Stadtteil Rothenburgsort. Das ist, aus unserem kleinen Bahnhofsviertel betrachtet, quasi um die Ecke und über einen verblüffend attraktiv gebauten Radweg zu erreichen. Und das sollte man dann wohl in Kürze mal mit der Kamera dokumentieren, was da jetzt so ist. Denn lange ist es da ja nicht mehr so.

Norddeutschland: Buckelwale überwintern in der Ostsee. Als ich noch an der Ostsee wohnte, gab es dadrin nur Tang, Miesmuscheln und Quallen. Wir hatten ja nix!

Feuilleton: Ein Artikel in der FAZ über Wolf Wondratschek und seine Verleger.

Feuilleton: Der Deutschlandfunk zum 75. Geburtstag von Uwe Timm. Seinen neuen Esssayband lese ich gerade, der ist sehr fein, Herr Timm ist so einer, dem hört man gerne beim Denken zu. Dazu am Monatsende mehr.

Feuilleton: In der Zeit gibt es ein Interview mit the one and only Wolf Haas. Einer der Autoren, deren sprachliche Marotten hoch ansteckend sind, ich werde die vermutlich lebenslang nicht mehr los. Quasi Schriftdeutschdefekt. Aber interessant: das Interview enthält den wunderbaren Satz: “Ich finde Bücher ganz langweilig, in denen es nur um den Inhalt geht. “ Jawoll! Jawoll! Das war genau der Satz, der mir neulich bei der Besprechung von Ted Thompsons “Land der Gewohnheit” fehlte.

Feuilleton: Beim geheimen ABC, ich empfahl es schon  mehrfach, geht es um Zeppeline und Bagger und das endet ganz wunderbar. Wer das Blog nicht kennt: ruhig rückwärts festlesen, das ist ein großes Vergnügen.

Feuilleton: Ein Kleinverlag bringt den kompletten Shakespeare neu übersetzt auf den deutschen Markt. Man denke sich hier noch irgendeinen Scherz mit den Begriffen Methode und Wahnsinn. Passt schon.

Familie/Irgendwasmitmedien: Die Wired über die kinderfreundliche Bloggerkonferenz Blogfamilia.

Familie/Irgendwasmitmedien: Bei Kiki kann man für seinen Auftritt in den sozialen Medien einen Avatoon bestellen. Das ist übrigens auch etwas für Kinder, die unbedingt irgendwo einen Account brauchen, fällt mir gerade ein. Da mal drüber nachdenken!

Gesellschaft: Mein Bruder schreibt über seine Kunden.

Fotografie: Streetfotografin sucht Streetfotograf.

Fotografie: Bei Smilla Dankert gibt es etwas Seenebel. Den habe ich schon ungeheuerlich lange nicht in natura mehr gesehen. Schade.

Woanders – Der Wirtschaftsteil

Wie in der letzten Woche angekündigt, kümmern wir uns in dieser Ausgabe um das Thema Ernährung. Und Ernährung, das meint sicher für gar nicht wenige Leserinnen dieser Kolumne vegetarische oder zumindest annähernd fleischfreie Ernährung. Das ist in einer Wurst- und Fleischnation natürlich nicht so einfach, schon gar nicht, wenn man in ein Restaurant geht – dazu die FAZ.

Als Vegetarier hat man aber nicht nur eine geringere Auswahl geeigneter Restaurants, auch bei der Partnersuche vermutet man Einschränkungen. Denn Vegetarier und Fleischesser passen einfach nicht zusammen.

Wobei es übrigens gar nicht richtig ist, bei der nicht-vegetarischen Küche immer zuerst an Fleisch zu denken, es gibt ja auch Fisch. Und womöglich ist es sinnvoll, den Fish-Dependence-Day etwas bekannter zu machen, den hier so gut wie kein Mensch zu kennen scheint.

Nicht jeder wird Vegetarier, aber jeder möchte vermutlich das Klima schützen. Auch dazu gibt es eine Meldung, da wird vorgeschlagen, aus Klimaschutzgründen eher Eier und Huhn statt Rind zu essen. Ob man sich mit der Diät dann Klimarier nennt, das steht da allerdings nicht.

In der grünen Ausgabe der Wirtschaftswoche gab es ein langes, langes Special zum Thema Zucker. Da geht es um Rüben und um die Weltwirtschaft, um die Globalisierung, um die EU, um die Umwelt – und im Grunde ist der Text ein Musterbeispiel, was man beim Thema Wirtschaft an nur einem Produkt alles aufzeigen kann.

Neben dem Zuckerstreuer steht der Salzstreuer auf dem Tisch, dann sehen wir das doch auch noch eben an. Bei SPON geht es um die Streitfrage, wie viel Salz man nun essen soll, und dieser Text ist auch ein Musterbeispiel – nämlich für die immer weitere Verwirrung, die das Nachlesen von Ernährungsthemen auslösen kann.

Bei den Krautreportern gibt es eine neue Serie zum Thema Ernährung mit dem überaus sinnigen Titel “Kraut und Rüben”. In der ersten Folge geht es um die “rätselhafte Beliebtheit glutenfreier Produkte”, die einem mittlerweile in jedem Supermarkt auffällt.

Rätselhaft mag es einem auch vorkommen, warum man in einem Café ab 11 Uhr kein Croissant mehr bekommt, obwohl noch welche da sind. So geschehen in der Schweiz, und das ist dann wohl das dritte Musterbeispiel in dieser Woche – diesmal für: “Es ist kompliziert”.

Und noch einmal kurz zurück zu den Restaurants, mit denen wir heute begonnen haben. Auch in der SZ ging es gerade um Restaurants, allerdings um besonders hippe. Was muss man eigentlich alles tun, um die kaufkräftigen Hipster in den Laden zu bekommen? Eine Anleitung in zehn Schritten.

In der nächsten Ausgabe dieser Kolumne werden wir uns aus gegebenem Anlass u.a. mit Flüchtlingen in Deutschland beschäftigen, die Brücke dahin kann man selbstverständlich auch vom Thema Ernährung aus schlagen. Für Neon hat Anna Aridzanjan etwas zum Thema Weltküche geschrieben, da wird über den Tellerrand gekocht. Mit Rezepten dabei, da kann man gleich loslegen.

Der Schlusslink ist aber wie fast immer für den Freundeskreis Fahrrad, denn Traditionen wollen gepflegt werden. Da geht es diesmal um ein Spray, das für Sicherheit sorgen soll. Quasi wie Deo. Nur ganz anders.

GLS Bank mit Sinn

Woanders – diesmal mit Dortmund, der Liebe, einer Bücherei und anderem

Feuilleton: Bosch erklärt Dortmund. Und seine barocken Bauten.

Feuilleton: Tilman Rammstedt über die Liebe und über Tanzkurse. Die Herzdame versteht eh immer nur Tanzkurse, das passt schon.

Feuilleton: Ein Artikel über die Dame, die den Twitteraccount der Büchereien Wien bespielt. Ich bin etwas verliebt in diesen Dialog: „Ich suche ,Homo Faber‘ von Thomas Mann.“ – „Das ist von Max Frisch.“ – „Warum?“

Feuilleton: Das Anne-Frank-Haus kann man sich hier online in allen Details ansehen.

Feuilleton: Die FAZ hat jetzt eine Kolumne über E-Books.

Hamburg: Das Kraftwerk Moorburg und die Schiedsgerichte und schön ist das alles nicht.

Küche: Pasta mit Bärlauchpesto gegessen. Nach diesem Rezept, total einfach und gut. Nur mehr Öl nehmen.

 

Woanders – Der Wirtschaftsteil

Zum Anfang diesmal gleich die Wirtschaftsnachricht schlechthin. Und zwar eine, die ganz hervorragend in eine Woche passt, in der die Medien, Blogs, Twitter-Timelines etc. zu gefühlten fünfzig Prozent nur noch aus Medienkritik bestanden, oder aus der Kritik an der Kritik und immer so weiter. Hier gibt es einen Film (englisch), der grundsätzlich und ein für allemal erklärt, wie Wirtschaftsnachrichten im Fernsehen funktionieren. Das kann man leicht und gleich heute bei den abendlichen Nachrichtenmagazinen verifizieren. “It’s been hard because of the numbers.” Genau so. Den Satz kann man nach einem Tag im Büro ruhig öfter mal anwenden.

In dieser Kolumne verlinken wir nach Möglichkeit aber keine Standardmeldungen, wir suchen lieber nach Meldungen, die noch irritieren können. Und das können manche selbst dann, wenn man das prinzipiell schon einmal gehört hat, was da drinsteht. Etwa wenn es um das Ichbewusstsein des Schweins geht, dazu hat die Zeit einen faszinierenden Artikel.

Wenn man das Tier aus der Masse löst, in der es bei der Massentierhaltung so überaus praktisch verschwindet, fragt man sich immer wieder, ob man nicht doch weniger Fleisch essen könnte. Das klappt auch dann, wenn man es etwas romantischer angeht und dem Tier mal eben etwas Persönlichkeit zubilligt, dafür kann übrigens schon ein Foto reichen. Und dann sieht man kein Schwein – sondern Mary Jane. So einfach.

Wenn man dennoch weiter Landwirtschaft mit Tieren betreiben möchte, dann braucht man dazu womöglich erst einmal andere Tiere. Und auch sonst muss einiges anders werden, dazu gibt es gerade ein Gutachten im Auftrag des Bundes -selbstverständlich ist die Lage sehr kompliziert. Aber wiederum nicht so kompliziert, dass man sich versehentlich für die Massentierhaltung begeistern könnte. Es spricht einfach zu viel dagegen. Hier die Meinung eines Tierarztes, der wohl weiß, wovon er spricht.

In der nächsten Folge dieser Kolumne wird es u.a. einmal wieder um Ernährung gehen, da können wir an dieser Stelle schon einmal etwas vorgreifen und die beiden Themen verbinden, nämlich den Verzicht auf das Fleisch in der Produktion und auf dem Teller einerseits, das Ernährungsverhalten andererseits. Denn man möchte künftig vielleicht etwas “beyond meat” essen – und dazu hat die brandeins recherchiert.

Aber weil sich der normale Städter ja gar nichts mehr bildlich vorstellen kann, was mit Ackerbau und Viehzucht zu tun hat, sind auch Projekte interessant, bei denen man etwas begreifen und sehen kann. Darum geht es bei einem Acker von 2000 Quadratmetern in Berlin, dessen Größe ganz und gar kein Zufall ist. Es handelt sich um eine Größe, die einem zu denken gibt, wenn man sie vor sich sieht.

Der Mensch züchtet nicht nur essbare Pflanzen, manche sind einfach nur dekorativ. Und auch dazu kann man abgründige Geschichten finden, die hervorragend in diesen Wirtschaftsteil passen, etwa hier zu der in Deutschland so überaus beliebten Geranie.

Und zum Schluss wie fast immer noch der Link für den Freundeskreis Fahrrad. Da geht es diesmal um das Radeln im Alter und um eine liebenswerte Idee dazu, die – woher auch sonst – aus Dänemark kommt.

GLS Bank mit Sinn

Woanders – diesmal mit Architektur, Helgoland, Ostwestfalen und anderem

Hamburg: Ein Verriss der im Moment in Hamburg üblichen Neubauten. Ich hätte es vermutlich ganz ähnlich ausgedrückt, nur mit mehr Schimpfwörtern. Und ich hätte noch die Verwunderung darüber betont, dass man hier mehr und  mehr Wohnheinheiten baut, ohne wenigstens ein bisschen Gewerbe dazwischen zu setzen. Kein Kiosk, kein Laden, kein Café, nix.  Nur Schlafschuhkartons nebeneinander, immer noch einer und noch einer. So werden nie wirklich beliebte Gegenden entstehen, ich halte das für geradezu ausgeschlossen. Und ich begreife es einfach nicht. Die Hafencity ist natürlich eine bekannte Ausnahme, aber da kosten die Kartons auch etwas mehr. Bis das ein beliebtes Viertel wird, muss man es noch sehr gründlich runterrocken.

Norddeutschland: Helgoland wird die erste Gemeinde Deutschlands mit flächendeckendem Gratis-WLAN. Da müsste man sowieso mal wieder hin, aber man kommt ja zu nix.

Norddeutschland: In Wilhelmshaven sprühen die Senioren. “Das ist ja ‘ne Wissenschaft für sich.”

Fotografie: Bilder aus einem Dorf in Ostwestfalen. Es geht um die Versöhnung mit der Provinz, das ist immer ein gutes und dankbares Thema. In Nordostwestfalen, wo ich mich ein wenig besser auskenne, sieht es übrigens nicht viel anders aus. Link gefunden via Kwerfeldein.

Familie: Bei Frau Novemberregen können Eltern etwas über das Grüßen lernen.

Familie: Ein junger Vater kauft Äpfel.

Feuilleton: Falk Schreiber versteht die Welt nicht mehr. In der alternden Gesellschaft liegt er damit natürlich voll im Trend.

In eigener Sache: Bei Frau Gröner kann man eine ihrer Hausarbeiten nachlesen, in der es um den Heimatbegriff in Blogs und auf Instagram geht, auch übrigens ein wunderbares Thema. Darin wird auch dieses Blog aufgeführt, mit der Sammlung “Der Rest von Hamburg”.

 

Woanders – Der Wirtschaftsteil

Vielleicht lesen Sie diese Kolumne am Arbeitsplatz, vielleicht ist sie eine kleine Pause?  Das ist vermutlich ganz gut so, denn Pausen kommen zu kurz. Und Sie wollen ja nicht Ihre Gesundheit durch Stress im Beruf gefährden?

Aber vielleicht sind Sie ja auch stolz darauf, Druck auszuhalten? Oder sind gar, wie es in der SZ heißt, schon für das Büro dressiert?

Wobei man bei dem Thema Arbeit, Stress und Arbeitsverteilung auch schön mit Statistik herumspielen kann. Es gibt z.B. immer mehr Teilzeitarbeitsplätze – weil die Leute am nachmittag lieber im Café sitzen, weil sie die Familie betreuen wollen – oder weil sie einfach keine Vollzeitstellen bekommen?

Für den Smalltalk nehmen wir an dieser Stelle noch schnell den Begriff Mikrojobbing mit, da hat die brandeins etwas recherchiert.

Aber einige müssen auch gar nicht arbeiten, einige haben einfach Geld. Nicht wenige erben z.B. gar nicht so kleine Vermögen, darüber spricht man eher nicht – sollte man aber vielleicht doch. Es hilft ja manchmal weiter, ehrlich über Geld und Werte und Interessen zu reden. Dann sieht man manches anders – die Autorin des folgenden Beitrags wirft nach solchen Überlegungen etwa einen deutlich irritierten Blick auf das Sharing.

Da sind wir im Themenfeld 2.0, Digital-Irgendwas. Da kann man auch ganz ohne Arbeit zu Geld kommen, etwa indem man seine Wohnung via Airbnb vermietet. Hier ein faszinierendes Datenprojekt von Studenten zur Situation von Airbnb in Berlin.

Wobei man vielleicht auch bedenken muss, gerade wenn man die Situation in Deutschland betrachtet, dass wir bei dem Thema Internet einfach nicht sehr weit vorne sind. Das ist hier keine führende Internetnation, das ist nicht der modernste Staat der Welt, das ist keine digitalisierte Gesellschaft, die wirklich große Veränderungen bereits hinter sich hat. Das kommt erst noch. Die Zukunft findet in dieser Hinsicht vielleicht gerade eher in Staaten wie Estland statt.

Und einen Kulturlink haben wir auch wieder, es geht um das Bankgeschäft – wenn auch ganz und gar nicht im ökosozialen Kontext. Schillers Räuber in die Finanzbranche in Luxemburg versetzt – am Ende ist das gar nicht so abwegig?

Und für den Freundeskreis Fahrrad haben wir mal etwas anders als sonst – nichts zur Verkehrspolitik, Radwegen oder zu ganz besonderen Fahrrädern. Sondern reichlich Zahlen und Fakten zum Markt und auch Informationen zur Frage, was ausgerechnet Cloppenburg mit der Fahrradbranche zu tun hat.

GLS Bank mit Sinn

Woanders – diesmal mit einem Dorf, Bismarck, einer Pfarrerin und anderem

Schule: Ein Artikel über die Darstellung von Ausländern in Schulbüchern bei SPON.

Schule: In der FAZ geht es um Klassiker im Unterricht.

Geschichte: Im LandLebenBlog geht es um das Dorf Rineck. Nein, das werden Sie nicht kennen.

Geschichte: Beim Hausdrachen geht es um den 20. März 1990 in Rumänien und um die Geschichte einer Familie.

Geschichte:  Bismarck und die Schreibmaschinen und die Versorgung der Beamtentöchter. Man muss es ja lieben, was man alles in Blogs findet.

Feuilleton: Im Literaturen-Blog geht es um ein Literaturmagazin, das etwas aus dem Rahmen fällt und ich glaube, ich kaufe mir das mal.

Feuilleton: David Hugendick über den Untergang des Abendlandes. Und über den Arsch der Welt.

Feuilleton: Ein großartiger Text über Art Garfunkel. Gefunden via Felix, dem ohnehin Dank für seine täglichen Linksammlungen gebührt.

Gesellschaft: Hier gibt es das Blog einer Landpfarrerin, da kann man ruhig einmal reinlesen, das macht Spaß. Ich hab mit der Kirche nach wie vor nichts im Sinn, aber das ist als Berufsschilderung großartig. Gefunden via dem Herrn Grindcrank auf Twitter.

Garten: Bei Liisa geht es um das Gärtnern, das ist mir thematisch natürlich vollkommen fremd. Aber in ihrem Text ist ein Link zu einem Shop für Obst- und Gemüseraritäten. Und ich liebe diese Bezeichungen dort, die immer so schön nach Geschichten klingen. “Genusszwetschge Hanita”, “Schwarze polnische Zuckerjohannisbeere”, “Zahnradtomate”. Ist das nicht toll? Zahnradtomate! Groß. Und die Schlangenhaargurke. Ich finde das wunderbar.

Hamburg: Bei der Zeit geht es um den Niedergang der Stadtzeitschrift “Szene Hamburg”.  Da wird man natürlich nostalgisch und denkt daran, wie man die Szene noch mit dem Kuli in der Hand durchgeblättert hat, “als man damals nach Hamburg kam”, wie man damals Clubs, Kneipen, Theater, Termine und Kleinanzeigen markiert oder umkringelt hat, wie man am Freitagabend schnell noch einmal nachsah, was in der großen Stadt so anlag, wie man immer wieder irgendwo im Kleingedruckten des Terminteils das ungeplante Glück vermutet und vielleicht sogar irgendwann gefunden hat. Die Szene ist ein Stück Lebensgeschichte. Und in meinem Fall war sie tatsächlich auch der Anfang einer Liebesgeschichte, aber da werde ich  ganz sicher nicht der Einzige sein.

In eigener Sache: In der aktuellen Nido ist ein Text von mir, bei dem es sich um einen für Print umgeschriebenen Blogartikel handelt.  Was macht man, wenn die Kinder nach dem Krieg fragen?

In eigener Sache: Falk Schreiber hat einen Remix aus den “Was machen die da”-Interviews gemacht, und ich finde das ganz wunderbar.

Und ohne jeden weiteren Zusammenhang gibt es jetzt noch ein Blümchenbild. Frühling, ne?

Blümchen

Woanders – Der Wirtschaftsteil

Da hat der Guardian wieder einmal hingelangt, diesmal mit einer groß angelegten Kampagne zum Thema Klimawandel. Da spart man auch nicht mit markigen Worten, es geht gleich um “die größte Geschichte der Welt”. Beim Plan A wird die Kampagne erläutert, das kann man sich ruhig einmal genauer ansehen. Und bei Wiwo-Green in Deutschland überlegt man derweil, ob die englische Zeitung das darf, was sie da macht.

Dann machen wir doch etwas internationaler und auch mit etwas längeren Texten weiter und spielen einmal Weltspiegel mit unseren Spezialthemen hier. In Peru verklagt gerade ein Kleinbauer RWE. Das hat mit dem Klimawandel zu tun, das ist eine der vielen, vielen Geschichten zum Thema, deren Häufigkeit allmählich immer schwerer zu übersehen ist. Auch wenn die Klage nur ein Nadelstich ist, wie es in dem Artikel bei der Deutschen Welle heißt.

Bei den Krautreportern geht es auch um Energie, aber ganz anders, nämlich angenehm ausführlich um die Stromkrise in Südafrika und um deren Auswirkungen auf die Wirtschaft.

Dann können wir mit einer anderen neuen Reportage-Seite, die übrigens auch öfter einen Blick wert ist, gleich in Afrika bleiben, denn “Sieh die Welt” berichtet über Mitumba, wie gebrauchte Kleidung aus Europa in Tansania genannt wird. Was machen die Altkleiderberge mit der Textilindustrie vor Ort?

Beim Freitag geht es um die Nachhaltigkeitsszene in Israel, also in einem Land, in dem Klimaschutz eher kein Thema mit hoher Priorität ist, es gibt dort bekanntlich noch ein paar andere Probleme.

Die taz erinnert angesichts der Lage in Griechenland noch einmal an den isländischen Weg und das muss man schon deswegen verlinken, weil es zur Zeit wirklich originell ist, das Thema Griechenland einmal aus etwas anderem Blickwinkel anzugehen, als es die Masse der Medien in Deutschland tut.

Wir hatten länger keinen Kulturlink mehr, aber in dem internationalen Kontext dieser Folge dürfen die USA natürlich nicht fehlen. Und dort ist die große Finanzkrise mittlerweile längst in den Romanen angekommen. Beim “Land der Gewohnheit” von Ted Thompson geht es um jemanden, der in der Finanzbranche Karriere macht und dessen Leben u.a. auch an den Lügen und Verlockungen der Branche grandios scheitert. Da wird sogar seitenlang das gefährliche Hypothekenmodell erläutert, was für einen Roman vielleicht nicht gerade attraktiv klingt. Die Story ist aber tatsächlich gut lesbar, hier die Zeit mit einer ausführlichen Rezension zum Buch.

Wir schließen hier oft mit dem Thema Verkehr, da bietet sich auch in dieser internationalen Woche etwas an. Peter Glaser berichtet über den “Road Opener”, ein Wundermittel aus Los Angeles gegen den Stau. Und obwohl es klingt wie ein Scherz, ist auch das natürlich eine Wirtschaftsgeschichte.

Aber keine Sorge, der Fahrradlink fehlt auch in dieser Woche nicht! Da verweisen wir diesmal auf ein besonders feines Blog, auf “Anders anziehen”. Und dort geht es um einen Frontlader auf zwei Rädern. Und, na gut, einen haben wir noch. Beim Urbanist geht es um Vorurteile gegenüber Radfahrern. Der Text enthält ein wirklich wunderbar scheußliches Zitat von Margaret Thatcher, die Lektüre lohnt sich schon allein deswegen.

GLS Bank mit Sinn