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Woanders – Sonderausgabe Flüchtlinge und Fremdenfeindlichkeit

Die Texte aus der letzten Woche, die mir besonders aufgefallen sind.

Deutschland: Martin Gommel war in Weissach, wo ein Haus abgebrannt ist, das ein Flüchtlingsheim werden sollte.

Naher Osten: Bei Carta geht es um den neuen Dreißigjährigen Krieg, ein Vergleich, der wohl leider ziemlich passend ist.

Deutschland: “10 von 800.000”. Zehn Geschichten, die wir uns nicht vorstellen können.

Deutschland: Die Polizei möchte die illegale Einreise entkriminalisieren.

Deutschland: Und bei Spreeblick gibt es einen etwas längeren Text zur aktuellen Lage im Land, den ich für ziemlich zutreffend halte.

Deutschland: Und über diesen Text kann man auch mal nachdenken, es ist allerdings fortgeschritten kompliziert. Es geht um Beleidigungen.  Und auch im Sprachlog geht es gerade um Begriffe, die jetzt besonders tief fliegen.

Deutschland: Wenn Menschen mit der falschen Hautfarbe die Wurst anfassen. In der FR geht es um alltägliche Fremdenfeindlichkeit.

Deutschland: Sarah ist ein schöner Name.

Europa: In der FAZ versucht man, Albanien zu verstehen.

Europa: In der Zeit versucht man, Kosovo zu verstehen.

 

Woanders – Der Wirtschaftsteil

Wir fangen mit einem Text an, der dem Titel dieser Kolumne geradezu mustergültig gerecht wird. Es geht um Wirtschaft, um Wirtschaft pur. Es geht auch etwas um Süß- und Salzwasser, und es geht um das Versprechen von immer mehr von allem. Es ist ein langer Text in der Zeit, und lassen Sie sich bitte von der volkswirtschaftlichen Deko des Artikels nicht abschrecken. Das ist schon interessant und es betrifft uns tatsächlich alle. Und es erklärt auch nebenbei so einiges der aktuellen Nachrichtenlage: “Mehr ist nicht”.

Sibylle Berg wird man vermutlich nicht als Wirtschaftsexpertin auf dem Zettel haben, es ist dennoch sinnvoll, direkt nach dem Text aus der Zeit diesen Text beim Spiegel zu lesen. Passt schon.

Und dann, wir basteln an einem seltsamen Dreiklang, noch ein Artikel aus dem Handelsblatt, und bevor Sie den lesen, müssen Sie eigentlich im Kopf die Titelmelodie von “Dallas” abspielen, die Älteren erinnern sich. Da geht es nämlich um den Ölpreis, da geht es auch wieder um das Ende vom Mehr und um alten Geld- und Industrieadel. Und um den Wechsel zu etwas ganz anderem. Wenn man sich die im Artikel geschilderten Wechselwirkungen lebhaft genug vorstellt, kann man sich vermutlich ein halbes Wirtschaftslehrbuch sparen. Und apropos Öl, da gibt es noch einen kleinen Nachtrag zur letzten Woche, als es um fossile Brennstoffe und den Klimawandel ging. Für LKW gibt es da nämlich auch eine science-fictionmäßige neue Idee.

Mehr von allem, mehr Geld, mehr Gewinn, auch mehr Sinn? Wenn wir schon dabei sind, dann geht es gleich so ernsthaft weiter. Um das mit dem Sinn geht es nämlich bei Christoph Koch. Er hat darüber geschrieben, wohin wir uns mit der Suche nach dem Sinn im Beruf bringen können. Und in der brandeins fragt sich ein Autor, der aus guten Gründen nicht unter seinem richtigen Namen schreibt, was er beruflich kann. Und was er eigentlich falsch gemacht hat.

Wenn man etwas kann und auch einen Beruf hat, dann spielt man mit, dann ist man aber womöglich auch gleich Mittäter des Systems – und das System ist neoliberal, ob es einem passt oder nicht. Darum geht es in einem langen Interview in der SZ. Interessant darin besonders der Absatz über Kreative in der neoliberalen Ordnung, das ist alles sehr deutlich formuliert. Da mal drüber nachdenken, wie Kempowski gesagt hätte.

Im nächsten Artikel gibt es einen Begriff, den man vermutlich auch im Hinterkopf haben sollte, wenn man an seinen Job und an seine Leistung und überhaupt an sein Leben denkt: Negativity Bias. Wir neigen dazu, Dinge zu schlecht zu sehen, weil das evolutionär einmal Sinn gemacht hat. Oder immer noch macht? Der Artikel heißt aber verheißungsvoll: “Alles wird gut”. Ist das die Meldung, die uns hier immer gefehlt hat? Oder ist das nur ein weiteres, programmgemäß einsortiertes Versatzstück aus dem neuerdings so beliebten Baukasten “Constructive News”? Denn eventuell ist auch die positive Meldung nur Ausdruck des wirtschaftlichen Kalküls einer Medienfirma. Es ist so dermaßen kompliziert – und war Meinungsbildung eigentlich einmal einfacher?

Für den Freundeskreis Fahrrad gibt es in dieser Woche leider nichts, dafür aber etwas für alle Menschen, die ab und zu auch ihre Füße als Verkehrsmittel einsetzen. In Wien gibt es eine Fußverkehrsbeauftragte, da ist schon die Berufsbezeichnung so nett, das muss man doch unbedingt verlinken. Und zu der Fußverkehrsbeauftragten passt noch ein anderer Begriff aus folgendem Text, da geht es um die bespielbare Stadt. Und so enden wir mit positiven Nachrichten und schönen Bezeichnungen, das ist auch einmal erholsam.

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Woanders – diesmal mit Abriss, Kreuzfahrt, Spenden und anderem

Hamburg: “Hamburg ist autoaggressiv […] Hamburg muss sich vor Hamburg schützen.” In der Zeit geht es wieder um den Abrisswahn in der Stadt.

Hamburg: In der Welt geht es um Kreuzfahrtschiffe in der Stadt.

Hamburg: Es werden mehr Läden, in denen man direkt und sehr praktisch für die Flüchtlinge spenden kann. Hier im Bild ein Beispiel aus Sankt Georg, das ist im Edeka in der Langen Reihe, in einigen Budni-Filialen ist es ähnllich, etwa in der Feldstraße.  Man kauft vorgepackte Pakete zu reduzierten Preisen, die werden dann dahin geliefert, wo sie gebraucht werden. Ganz einfach. Kann man nebenbei erledigen.

Flüchtlingshilfe bei Edeka

 

Deutschland: Mareice hat sich um Flüchtlinge gekümmert.

Irgendwasmitmedien: Der Kioskforscher über Ausmalhefte für Erwachsene.

Familie: Bei Nieselpriem geht es um Paul, und Paul ist super.

Familie: Eine Produktbesprechung bei “Mama hat jetzt keine Zeit”. Es gibt schon sehr erstaunliches Kinderzubehör.

Feuilleton: Auch ein spezielles Schicksal: Andreas Wolf ist Hauptfigur in einem Roman geworden. Quasi.

Reise: Es ist dann doch etwas schade, dass wir in Südtirol nicht bei diesem Herrn hier waren. Er ist offensichtlich angemessen besessen von seinem Produkt, to say the least. 

Küche: In der kinderfreien Zeit habe ich diese Suppe gekocht, sehr einfach, sehr lecker. Und, um auch endlich einmal einen chefkochmäßigen Kommentar anzubringen, mit etwas Ziegenfrischkäse drin ist sie noch besser. Und beim Rosmarin großzügig sein.

Küche: Mit dem Zucchinirest dann das hier gemacht und gedacht, Salbei sollte man sowieso öfter verarbeiten. Bei Hellofresh kann man diese Zutatenkisten mit Rezepten bestellen, das habe ich nicht gemacht, sie haben aber auch eine ganz nette Rezept-App, die nutze ich. Wie auch die von Kptn Cook, dort werden immer nur genau drei Gerichte pro Tag vorgeschlagen, diese Begrenzung finde ich gut. Besser zumindest als drölftausend Gerichte zur Auswahl. Irgendwo habe ich gelesen, dass Kptn Cook künftig mit Supermärkten kooperieren möchte. Wenn das darauf hinausläuft, dass man dort dann die Zutaten zu den Rezepten zusammengestellt mitnehmen kann, finde ich das logischer als die bestellten Kisten, weil man tagesaktuell entscheiden kann. Im Vorbeigehen. Bestellkisten passen bei uns nie zum Wochenplan, weil der Wochenplan nun einmal nicht planmäßig verläuft.

Küche: Und dann noch dieses Risotto aus der Zeit gemacht, auch easy, auch gut. Schmeckt aber schon nach deutlich Herbst, das muss man natürlich abkönnen.

 

Woanders – Der Wirtschaftsteil

Bevor wir zum Hauptthema der Woche kommen, noch schnell ein Link, der gerade etwas älteren Lesern zu empfehlen ist, solchen, die sich vielleicht an die Achtziger oder gar an die Siebziger erinnern können. Denn die werden die Irritation in diesem Artikel möglicherweise verstehen, in dem sich der Autor fragt, ob sein Wertesystem vielleicht irgendwo im Damals hängengeblieben ist – und er durch Veränderungen der Gesellschaft dadurch nach links gerutscht ist. Quasi ohne sich überhaupt bewegt zu haben. Das hat viel mit Wirtschaftsgeschichte zu tun und es überrascht vielleicht auch bei diesem Thema, wie wenig Zeit vergangen ist, wie viel sich aber geändert hat.

Ansonsten aber geht es heute um etwas anderes, und das hat mit Werten erst einmal nichts zu tun. Es geht um etwas Greifbares, es geht um Fakten und Meldungen, die sachlich berichten. Wobei am Rande festzustellen ist, dass dieses Thema quasi über Nacht ein Faktenthema geworden ist, bis vor ganz kurzer Zeit war es noch im Bereich Spekulation, Mythos, das waren Geschichten aus dem Reich des Vielleicht. Nun aber gehen sämtliche Medien von der Realität des Klimawandels aus. Faszinierend. Wir machen eine kleine Rundschau nach den heißesten Wochen des Jahres.

Die Deutsche Welle schreibt, der Klimawandel existiert und: “Eigentlich wissen das ja auch alle, bis auf ein paar wirtschaftsgesteuerte, unbelehrbare Ideologen in den USA.”  

Noch drastischer: “Historians may look to 2015 as the year when shit really started hitting the fan”, schreibt Rolling Stone ganz lapidar und zählt dann ein paar Fakten auf. Man kann natürlich auch Quellen hinzuziehen, die dem Thema etwas näher stehen, kein Problem (englischer Text). Das sind teils Fakten, die wir schon öfter zur Kenntnis genommen haben, vielleicht ohne länger darüber nachzudenken, es gibt ja so viele Problemmeldungen. Andere sind aber längst gezwungen, über die Folgen des Wandels ernsthaft nachzudenken, etwa die Bewohner der Marshallinseln.

Und wenn jetzt dieser Reflex einsetzt, die Marshallinseln irgendwo unter “ferner liefen” zu verorten, am Ende der Welt, egal für uns – wir haben auch Beispiele vor der Haustür. Etwa aus Hamburg. Das ist wirklich, das ist um die Ecke, das ist jetzt.

Auch im Süden des deutschsprachigen Raums findet man selbstverständlich Beispiele, man lese etwa diesen Artikel im Tagesanzeiger aus der Schweiz. Da geht es auch um einen anderen Städtebau, eines dieser Nebenthemen, von denen wir in nicht allzu ferner Zukunft wohl noch viel mehr lesen werden.

Aber man muss ja nicht nur passiv Nachrichten hinnehmen, der Mensch kann auch etwas tun. Er kann sehr ambitioniert denken, da merken wir uns für den Smalltalk das Wort “Geoengineering”, auch wenn es da um eine Utopie geht.

Oder man denkt über die Verkehrsmittel nach, und wie sie betrieben werden. Ob es nun um Flugzeuge oder um Kreuzfahrtschiffe geht. Oder um Autos natürlich, da gibt es auch Meldungen. Die vielleicht noch gar nicht nach großen Ereignissen klingen, sie aber doch wohl schon ankündigen.

Und wer mehr über den Klimawandel lernen möchte: das geht ab 9. November in einem zeitgemäßen Format, gucken Sie mal bitte hier. Ein MOOC also, wieder etwas gelernt.

Zum Schluss noch wie fast immer der Link für den Freundeskreis Fahrrad. Da geht es heute wieder einmal um eine Stadt, aber nicht schon wieder um Amsterdam, London, Kopenhagen, Münster, das wird ja irgendwann auch langweilig. Sehen wir lieber einmal nach Ljubljana. Da macht man Platz für Yoga-Übungen. Nanu!

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Woanders – diesmal mit Schlüsseln, Sylt, Shirts und anderem

Technik: Ich hatte neulich eine Kolumne über nicht verschließbare Autos veröffentlicht, hier eine interessante Ergänzung zum Thema “keyless entry”. Man beachte den Hinweis, die Schlüssel in Alufolie zu wickeln. Sehr gelacht.

Norddeutschland: Die Zeit über die Wohnquote auf Sylt und die Oma in Pinneberg.

Norddeutschland: Plastik am Strand von Amrum, hübsch fotografiert.

Deutschland: Ein Besuch beim Kyffhäuser.

Deutschland: Norbert Blüm telefoniert seine Kontakte ab.

Deutschland: Quasi noch ein Nachtrag zu meinem letzten Wirtschaftsteil, in dem es um Flüchtlinge ging. Einige naheliegende Gedanken und höchst bemerkenswerte Schlussfolgerungen eines Migrationsforschers unter der Überschrift “Machen wir die Grenzen auf, die Menschen kommen sowieso”.

Mode: Max Scharnigg über den Pathos-Baukasten für gewisse Polo-Shirts.

Feuilleton: Ein Artikel über E-Books auf dem Handy. Ich kann nicht nachvollziehen, warum man auf dem Handy nicht konzentriert lesen können sollte. Ich lese gerne und oft auf dem Handy Bücher, das ist gar kein Problem. Die Konzentration ist eine Frage des Textes und meiner Stimmung, nicht des Mediums. Man muss eben lesen wollen. Und wer als Jugendlicher Reclambücher unter der Bettdecke gelesen hat, wie es sich gehört, der kann ja wohl auch auf einem Handy lesen. Echtjetztmal.

Reise: “Tourist go home”, in Barcelona und auf Mallorca ist es ein wenig voll.

Feuilleton: Saša Stanišic liest in Fürstenwerder.

 

Woanders – Der Wirtschaftsteil

Im Moment werden viele Texte gelinkt, geteilt und verschickt, bei denen es um Flüchtlingsgeschichten geht. Um ganz alte Geschichten manchmal. Weil einigen doch wieder einfällt, dass auch dieses Land zu einem erheblichen Teil aus Flüchtlingsgeschichten besteht. Bei Béa Beste geht es da auch um die Frage der Motivation, die neuerdings überall so überaus kritisch hinterfragt wird. Die Autorin wird manchen, besonders Eltern, als Start-Up-Gründerin bekannt sein, ruhig auch die Rubrik “About me” im Blog dort einmal lesen, es geht hier ja um Wirtschaft. Diese Flucht war zu einer Zeit, als man hier noch jeden gefeiert hat, der es herüber geschafft hat, es ist ungefähr hundert Jahre her. Zumindest gefühlt. Es ist fast so lange her wie die Flucht der eigenen Großelterm, Urgroßeltern, Vorfahren. Die einen heute noch motivieren sollte, nicht hartherzig zu sein, wenn man dafür denn überhaupt einen Motivation braucht. Und die einen auch motivieren sollte, die Geschichten zu bewahren.

Und wir reden tatsächlich nicht von vereinzelten Texten, es sind viele. Sehen Sie mal hier, nur ein weiteres Beispiel. Und auch in Zeitungen greift man manchmal zurück und stellt fest, dass manches gar nicht so lange her ist. Guck an. Die Neue Westfälische, die hatten wir hier als Quelle vermutlich noch nie. Oder W&V? Vermutlich auch noch nicht, jetzt aber. Auch der Stern kommt hier bisher  eher selten vor, da gibt es aber einen lesenswerten Bericht über eine gewisse Frau Dölz. Ein Berufsporträt der ganz aktuellen Art.

Frau Dölz gehört in den Kontext einer riesigen Maschinerie, in einem ganz anderen Sinne gehört auch Herr Metzger dazu, der etwas anderes macht. Oder Frau Meyer, die in Wirklichkeit nicht Frau Meyer heißt. Wobei man natürlich auch in ganz anderen Berufen mit Flüchtlingen zu tun haben und dabei auch etwas bewirken kann

Um noch eine hier eher unwahrscheinliche Quelle zu verlinken, wenn wir schon ganz woanders gucken: Der Kika. Ja, der Kinderkanal. Da gibt es einen Film über Liiban und seinen Weg nach Deutschland. Hat Kika etwas mit Wirtschaft zu tun, hat das hier etwas zu suchen? Achten Sie in dem Film mal darauf, was Liiban über das sagt, was ihn antreibt. Es hat dann doch sehr viel mit Wirtschaft zu tun, auch mit Entwicklungspolitik.

Es gibt sogar gute Nachrichten, auch wenn man bei dem Wort “Bierzeltstimmung” sofort skeptisch werden möchte. Aber doch, es läuft wohl ganz gut. In Chieming am Chiemsee. So geht es nämlich auch. Und im Kleinen, das darf man nicht vergessen, im Kleinen kann es auch gehen.

In Goslar geht es zwar noch nicht so, wie der Bürgermeister will, ein interessanter Aspekt ist es dennoch.

Und falls jemand durch die vielen, vielen Argumente von rechts und rechtsaußen verunsichert wird, es ist natürlich auch immer wieder nützlich, Fakten gegen Vorurteile zu stellen. Man kann es nicht oft genug sagen, lesen, verbreiten. Oder darüber bloggen, versteht sich.

GLS Bank mit Sinn

Woanders – Der Wirtschaftsteil

Veganer werden das nicht tragen, ganz sicher nicht. Aber andere werden es vielleicht sinnvoll finden: Kleidung aus Schlachtabfällen. Ja, das klingt komisch, aber vielleicht nur beim ersten Hören. Oder man trägt etwas anderers, auch aus Abfällen hergestellt: Fischleder. Da kann man gleich wieder ethische Fragen anschließen, ist es nun richtig oder falsch, tierische Abfälle zu verwerten? Und wer entscheidet das? Ist es sinnvoll oder gar revolutionär, alles zu verwenden?

In der letzten Woche hatten wir hier das Phänomen “Nudging” vorgestellt, des schubsenden Staates, der seine Bürgerinnen in die richtige Richtung lenken möchte. Eine Gegenposition kann man hier lesen, entgegengesetzte Kommentare gleich wieder darunter. Hat der Staat seine Bürger nun zu erziehen, oder ist Erziehung, z.B.. auch zur Nachhalltigkeit, immer nur ein Thema für Eltern? Wer ist vorbildlich?

Es ist ein vermutlich unauflösbares Rätsel, wie man vermeintlich Richtiges erkennt, ohne nervtötender Missionar und kleinkarierter Moralapostel zu werden. Das gilt nicht nur beim Essen, aber beim Essen kann man es besonders gut aufzeigen. Aus dieser oder aus der anderen Richtung. Ja, es gibt sogar Menschen, die beruflich dauernd über Essen und Moral nachdenken.

Aber wir haben natürlich alle unsere Themen, bei denen wir von Moral, Sinn und Richtigkeit nichts hören wollen. Spätestens beim Thema Reisen ist ein Großteil betroffen, gar keine Frage. Wir sind vernunftbegabt – wenn es sich gut anfühlt.

Und zum Schluss noch einmal Nudging, denn Verkehrspolitik kommt ohne nicht aus. Eine baskische Stadt schubst die Menschen aus dem Auto, das freut den Freundeskreis Fahrrad.
GLS Bank mit Sinn

 

Woanders – diesmal mit Scrollytelling, Nachrichten, Blogs und anderem

Irgendwasmitmedien: Eine kleine, na, gar nicht so kleine Linksammlung zum Thema Scrollytelling. Mit wirklich wunderbaren Beispielen.

Feuilleton: Noch eine Liste – Stefan Mesch mit Literaturblogs in üppiger Vielfalt.

Feuilleton: Ein Artikel über Flüchtlinge und Kunst.

Familie: Bei Blogoli geht es um Kinder und Nachrichten und Erwachsene, die etwas nicht auf die Reihe bekommen. Jo. So ist das.

Familie: In der SZ geht es um die Rolle des Vaters als Witzfigur. Ich weiß selbstverständlich überhaupt nicht, worum es da geht. Ich werde hier eher als ernsthafter Familienvater wahrgenommen. Wie Sohn II immer so schön sagt: “Papa, geh an den Schreibtisch und arbeite, da machste nix kaputt bei.”

Feuilleton: Das Glück ist ein spröder Gast – ein Artikel über einen neunzigjährigen Großvater.

Hamburg: Candy Bukowski mit dem zweiten Teil des Berichts aus dem Sex-Shop.

Hamburg: “Hipster kommen hier nicht her” – die Zeit über Stadtmarketing für eine besondere Zielgruppe.

Norddeutschland: Es ist wenigstens ein Anfang, wenn es auch noch heillos kompliziert wirkt: In Büsum gibt es jetzt WLAN am Strand. Aber mit Drosselung. Und Zusatzpaketen. Und … ach, herrje. Man möchte händeringend durch die Brandung laufen.

Norddeutschland: Klimawandel vor der Haustür, man streitet sich über den Hochwasserschutz im Alten Land.

Schule: Der Tagesspiegel über die Situation beim Schulunterricht für Flüchtlingskinder. Große Überraschung, es sieht gar nicht so toll aus.

Fotos: Der Stilpirat war in Mumbai.

 

Woanders – Der Wirtschaftsteil

Wir fangen mit einem ernsten Problem an, es steht vor Ihnen, in dem Becher da. Ihr Kaffee. Kaffeeprobleme hatten wir natürlich schon öfter, in dieser Meldung wird es aber etwas drastischer – und ganz nebenbei stellen wir fest, dass sich Meldungen zum Klimawandel plötzlich wirklich stark häufen.Und es ordnet uns schon einer Gruppe zu, dass wir das überhaupt zur Kenntnis nehmen können. Auch die Meldungen zum Ende der fossilen Brennstoffe, sie werden eindeutig mehr, manchmal klingen sie sogar ganz idyllisch.

Dummerweise fehlt uns ohne den eingangs erwähnten Kaffee womöglich der Antrieb, überhaupt noch weitere Meldungen über Kaffee und Klima zu lesen, es ist fatal. Kaffee treibt unseren Motor an, Kaffee ist der Sprit für unseren Einsatz – bei der brandeins kann man sich diese Sache mit dem Einsatz, dem Fleiß, gerade noch einmal klarmachen. Warum machen wir wieviel? Und nicht weniger? Ist Faulheit sinnvoll? Oder werden wir nur faul, wenn wir keinen Sinn sehen, wie es in diesem Artikel heißt?

An dieser Stelle muss man auch bedenken, wie man arbeitet, wie lange und wie oft. Denn das Modell ist in Bewegung und manches verschiebt sich, ohne dass man es recht bemerkt, die freie Zeit löst sich womöglich gerade auf. Oder, wie es in der Zeit heißt: “Der Kapitalismus kriecht in alle Ritzen.” Die Lage ist allerdings seltsam unklar, in einigen Meldungen heißt es, wir arbeiten bald alle weniger, in anderen, wir arbeiten tendenziell immer mehr. Und der Spiegel fragt Väter, was man sie immer wieder fragen muss: Vielleicht doch mal Teilzeit probieren?

Womöglich brauchen wir ja Hilfe. Vielleicht brauchen wir es, in Richtung klimaschonender Maßnahmen geschubst zu werden. Oder zu weniger Kaffee, weniger Fleisch, Alkohol, Arbeit und Stress geschubst zu werden, in die Hängematte geschubst zu werden. Oder zum Sinn. Wo immer er gerade sein mag. Da bietet sich für den Smalltalk das Wort Nudging an.

Manche Menschen wollen das Klima retten, manche wollen Dörfer retten. Da gibt es ein Berufsbild, das man so auch noch nicht auf der Rechnung hat, da gibt es nämlich Menschen, die schrumpfende Ortschaften ganz weit draußen beraten.

Für den Freundeskreis Fahrrad haben wir in dieser Woche leider nichts gefunden, vermutlich sind alle radliebenden Menschen auf ihren Rädern draußen unterwegs, statt über Radfragen zu schreiben. Auch recht! Dann enden wir in dieser Woche einmal etwas ernster als sonst und weisen auf ein lesenswertes und erschütterndes Blog hin, das über die Lage der Flüchtlinge auf Lesbos berichtet. Es gibt, siehe die aktuelle Nachrichtenlage, Grund genug für diesen Link. Bitte hier entlang.

Und um nicht ganz trostlos zu enden, hier noch der Hinweis auf ein Projekt, in dem es sich um die Arbeitsvermittlung speziell für Flüchtlinge in Deutschland dreht. Da geht doch was.

GLS Bank mit Sinn

Woanders – diesmal mit Island, Italien, einem Interview und anderem

Feuilleton: Beim Deutschlandradio Kultur geht es um die Kultur in Island.

Feuilleton: Ein Interview mit Gerhard Polt: “Langeweile ist mir als Empfindung so fremd wie Hunger. Ich habe höchstens Appetit.”

Hamburg: Ein Interview mit Isabella David von HH-Mittendrin.  Sie haben den Goldschatz noch nicht gefunden, das überrascht selbstverständlich nicht, alles andere wäre auch ein Wunder. Aber schön, dass sie es ohne jedes Geschwurbel sagt.

Hamburg: In der Stadt werden wieder Zäune gegen Obdachlose errichtet. So meint man hier nämlich, soziale Probleme lösen zu können.

Hamburg: Patricia war im Miniaturwunderland und wirkt einigermaßen begeistert. Nachvollziehbar.

Fotografie: Der Herr Gommel sucht etwas, und ich hoffe sehr für ihn, dass er etwas findet.

Reportage: Hier geht es um das Leben nach Utøya, um das Weiterleben und Gedenken. Schweres Thema , ein Text, der einen mitnimmt, Vorsicht.

Reise: Ein sehr beeindruckender Reisebericht: Going North von Oliver Kucharski. Mit wahnsinnig tollen Bildern, bei denen man dann doch dezent neidisch wird. Man beachte die besten Vögel der Welt!