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Woanders – Der Wirtschaftsteil

Das ist schon die letzte Ausgabe des Wirtschaftsteils in diesem Jahr, wir danken herzlich für die Aufmerksamkeit in den letzten Monaten! Es stehen Feiertage vor der Tür, der eine oder andere wird also deutlich mehr Zeit als sonst haben. Da verlinken wir natürlich gleich ein paar längere Stücke, das muss ja alles ein paar Tage länger halten.

Wir hatten in der letzten Woche schon das saisonal so überaus passende Thema der Herberge, da legen wir noch einen Link nach, und was für einen. “Warten auf Heimat” ist so ein Projekt, bei dem man merkt, was Onlinejournalismus kann, wenn man die Formate etwas mischt, wenn man Bild und Film und Text einsetzt – und handwerkliches Können natürlich. Da kann man sich ruhig etwas länger umsehen.

Ganz anderes Thema, aber auch eine sehr beachtliche Seite: Einundleipzig. Wobei – stimmt gar nicht, es geht ja auch um Heimat und Herberge, auch wenn hier alles im Kontext der Gentrifizierung steht.

Wer zu dem Thema Gentrifizierung eine etwas deutlichere Meinung und eine größere Dosis Provokation verträgt, der lese diesen Gastbeitrag des Kiezneurotikers im Landlebenblog.

Im Artikel wird, da haken wir kurz ein, eine seltsame Cola erwähnt – dazu noch mehr in der taz.

Und auch in anderen Blogs geht es um Themen, die hier interessieren können. Im folgenden Text etwa um Armut und Respekt und auch um Weihnachten und um eine Flötenspielerin.

Es liegt im Dezember natürlich in der Luft, etwas mehr zu moralisieren als sonst, man lese etwa auch hier von der Vision eines anderen Denkens.

Wer das noch grundsätzlicher durchdenken möchte, das mit der Moral, der nehme bitte das hier zur Kenntnis: Religionen sind ein Wohlstandsphänomen. Ein interessanter Gedanke, da kann man an den Feiertagen doch noch etwas daran herumspinnen. Was heißt das denn für die Wurzel unserer Wertmaßstäbe? Die Kommentatoren unter dem Artikel schlagen sich verbal schon einmal den Schädel ein, das hat man ja immer gern im Kontext der Religion.

Und für all die, es werden ja nicht wenige sein, die auch zu Weihnachten nicht zum Nachdenken kommen, die keine Ruhe finden, die nur im Laufrad rennen und sich am Alltag abarbeiten wie in einem unendlichen Bergwerk, haben wir hier noch einen Text in der brandeins über Sisyphos, einen Versuch über das Absurde. Auch das passt dann wohl für manche ganz gut zu Weihnachten.

Was noch? Ein Interview mit Raul Krauthausen. Wenn Sie ihn nicht kennen, wird es Zeit, das zu ändern, der Mann hat etwas zu sagen und was er über Geld in seinem Leben sagt, werden viele so nicht wissen.

Ein Text über die Kunst, sich gegenseitig etwas über das Leben zu erzählen. Hier kommen sich Menschen näher, die normalerweise in getrennten Gruppen unter sich bleiben. Integration fängt auch da an, wo sich zwei treffen und reden.

Und für die Radfahrerfraktion, nein, wir vergessen sie natürlich nicht, haben wir ganz zum Schluss noch etwas Erbauliches.

Der Wirtschaftsteil erscheint mit der nächsten Folge am 8. Januar, bis dahin erfolgt in Kürze das allgemeine Versinken im Feiertagsplüsch.

Machen Sie es gut, machen Sie es sich schön und seien Sie nett zueinander.

GLS Bank mit Sinn

Woanders – Der Wirtschaftsteil

Wir sind mitten in der Adventszeit, die Vorbereitungen auf das Weihnachtsfest laufen. Das Weihnachtsfest mit den alten Ritualen, Traditionen, Geschichten. “Und sie fanden keine Herberge”, dem Satz entkommt man nicht, wenn es um Weihnachten geht, nicht wahr? Den wird man noch zu hören bekommen, und zwar mehrfach. Sie fanden keine Herberge – und andere finden die auch nicht, bleiben wir kurz beim Thema. In Marseille sollen Obdachlose jetzt Ausweise mit einer gelben Markierung tragen, und die Stadtverwaltung kann nicht erkennen, was daran verkehrt sein soll. Aber bevor sich jemand über irre Beamte  in Frankreich amüsiert – wir haben keinen Grund, uns zu amüsieren.

Deutschland tut weh” ist ein Artikel, der in den sozialen Netzwerken viel geteilt wurde, und wenn Sie nur einen Artikel in dieser Woche lesen, dann nehmen Sie doch bitte diesen. Wirklich, es ist wichtig. Oder nein, lesen Sie hinterher doch lieber noch die “Zahlen gegen Vorurteile”. Weil man es nicht oft genug sagen kann, weil es so viele nicht hören wollen, weil es mit Vorurteilen im Kopf kein Verständnis gibt – und erst recht keine Herberge. Und wer noch etwas mehr Verständnis entwickeln will, das kann ja immerhin sein, der sehe sich “Der Zaun” an, ein ganz neues Medienprojekt zum Thema Flüchtlinge.

Aber wir wollen die religiösen Anspielungen auch nicht überstrapazieren, das ist immer gefährlich und wird schnell unangenehm. Wir können in der Weihnachtszeit auch einfach an andere berühmte Geschichten denken, der Bezug zur Wirtschaft kommt dann wie von selbst. “Eine Weihnachtsgeschichte” von Charles Dickens, erinnern Sie sich? Die Geschichte vom alten Geizkragen Ebenezer Scrooge, dem die Geister der vergangenen, der diesjährigen und der zukünftigen Weihnacht erscheinen, und der dabei erkennt, dass auch er ein Herz hat? Da geht es auch um die Armut in der britischen Gesellschaft, da liest man vom Hunger und von Menschen, die zu Weihnachten von gutem Essen nur träumen können. Aber das ist natürlich alles lange her. Von wegen.

So, jetzt aber genug der alten Geschichten, kümmern wir uns um die Gegenwart. In der Gegenwart brauchen wir in Kürze einen Baum, eine Tanne fürs Wohnzimmer. Das ist auch für den Wirtschaftsteil ein spannendes Thema, ein sehr spannendes sogar, wenn man diesen Artikel aus der Zeit liest, auch wenn er schon ein Jahr alt ist. Wirtschaft ist eben spannend, der Stoff des Artikels hätte locker für einen dicken Krimi gereicht.

Spannend bleibt es auch, wenn wir Weihnachten ganz hinter uns lassen,  aber noch beim Thema Preis bleiben. Preise sind meistens interessant, ob es nun um Saatgut für Nordmanntannen oder um Erdöl geht. Bei den Krautreportern geht es um Erdöl – und um einen Preis, den keiner kennt.

Und nach der Erwähnung von fossilen Brennstoffen, die bekanntlich ein paar Nachteile haben,  wollen wir wie immer reflexmäßig in die Zukunft sehen, die wohl ohne diese Energien auskommen muss. Was sehen wir in der Zukunft? Drachen. Warum auch nicht.

Ganz zum Schluss noch etwas für die Radfahrfraktion. Auf den ersten Blick kein amüsanter Link, aber doch immerhin ein konsequenter. Hier hat man doch tatsächlich, haha, die Sache mit dem Rad einmal bis zum Ende gedacht.

GLS Bank mit Sinn

 

Woanders – diesmal mit WLAN, Pegida, Tagebüchern und anderem

Schule: Ein Text über WLAN an Schulen. Finde ich alles richtig, aber die Argumente werden der wirklich starken Aluhut-Fraktion in Hamburg natürlich auch wieder egal sein.

Schule: Auch der Herr Fischer schreibt über WLAN an Schulen, mit einem netten Aspekt im letzten Absatz.

Schule: Beim Deutschlandfunk gibt es ein Interview mit einem Lernsoftwareentwickler, das passt hier bestens in den Kontext.

Gesellschaft: Ein Artikel in der Zeit über Pegida. Eine Abkürzung, die ich bis zu diesem Text auch nicht kannte. Ich mag den Tonfall des Textes.  Etwas ratlos, angemessen ratlos möchte man fast sagen, aber doch klar. Positioniert, aber ohne Hass mit Hass zu beantworten. Gefällt mir sehr.

Feuilleton: Andreas Wolf über das Schreiben von Tagebüchern. Ich bin ja froh, dass ich nie Tagebuch geführt habe. Ich habe immer nur gebloggt. Oh.

Feuilleton: H.P. Baxxter erklärt den Sinngehalt seiner Texte.

Gesellschaft: Frau Nessy mit der Wahrheit über Glühwein.

Irgendwasmitmedien:  Juliane Wiedemeier über Lokaljournalismus. Gefunden via Wirres.

Woanders – Der Wirtschaftsteil

Selbst als aufgeschlossener, technikfreundlicher Mensch liest man manche Meldungen doch eher kopfschüttelnd und staunend. Was bringt diese Entwicklung nun wieder? Hatten wir es früher nicht doch einfacher?  Früher, als man sich z.B. noch auf das Lehrpersonal verlassen musste, wenn es einem mitteilte, dass man unterirdische Leistungen erbringt. So im Vergleich zu anderen. Heute kann man sich den Vergleich natürlich von einer App liefern lassen.

Bringt das nun irgendwen wirklich weiter, oder muss man hier doch eher den Bogen zum Lamento von Juli Zeh neulich schlagen, als es um die Versicherung ging, die ihre Kundschaft kontrollieren will? Geht es um Egozentrik, wie Johannes Mirus meint?

Man muss es eben immer wieder neu überlegen, geht es nur um Kontrolle – oder hat das alles wirklich einen Nutzen? Und ist es eigentlich wirklich Kontrolle, oder ist es vielleicht doch nur Werbung? Und wenn man über das nachdenkt, was mit den Daten passiert, sollte man natürlich auch nicht vergessen, dass Daten manipulierbar sind. Und nicht nur theoretisch, das passiert.

Aber, schon klar, die ganze Datenwolke und die Darstellung im Netz hat tatsächlich Vorteile. Und seien sie so banal wie ein Preisnachlass im Hotel(englischer Text).

Noch knapp in diesem Zusammenhang streuen wir den Smalltalkbegriff der Woche und murmeln was vom “Digitalen Arbeitschutz”. Erwähnen Sie das ruhig mal im Büro, das ergibt lustige Reaktionen.

Was noch? Man hört gerade wieder viel zum Thema Klimakonferenz, bzw. Klimagipfel. Na, was wird dabei schon herauskommen, denkt man da, nicht wahr? Kennt man ja, bringt doch alles nichts. Im folgenden Text ist nicht nur dieser Satz interessant: “Das Schlechtreden der Klimakonferenzen folgt politischem Kalkül.” Wie Kempowski gesagt hätte: Da mal drüber nachdenken.

Oder über Nachhaltigkeit nachdenken, und über die Frage, ob die ins Grundgesetz soll. Wäre das nicht zeitgemäß? Da ist man schon wieder bei der Sinnfrage, warum macht man eigentlich was? Auch mit seinem Geld? Dazu noch ein Stichwort: Social Impact Investing.

Die Frankfurter Rundschau spricht vom “Zarten Pflänzchen Nachhaltigkeit” und macht Interesse auch bei Banken aus, und nicht nur bei der GLS Bank. Na, dann dreht es wohl wirklich. Alles wird grün, der Mensch wird gut, die Wirtschaft sinnvoll. Aber vielleicht doch nicht sofort, denn kaum scrollt man einen Link weiter, liest man mit Staunen, was man so deutlich vielleicht doch gar nicht mehr erwartet hat: “Banker-Boni enorm gewachsen.” Die betroffenen Banker würden es vielleicht so sagen: die Boni sind nachhaltig gewachsen.

Zum Schluss noch eine letzte Englischvokabel im Nachhaltigkeitskontext, da hat man ja längst nicht mehr jeden Fachbegriff parat, weil permanent so viele neue eingeführt werden. Oder kannten Sie (englischer Text) den “Poo Bus”?

GLS Bank mit Sinn

Woanders – diesmal mit einem Keller, einem Spitzer, einem Kochlöffel und anderem

Familie: Beim Familienbetriebsblog geht man in den Keller, um die Weihnachtsdeko zu holen. Und das ist deutlich aufwändiger, als es zunächst klingt.

Schule/Medienerziehung: Patricia über Manfred Spitzer. Und mehr muss man zu seinen Thesen auch nicht wissen oder sagen. Abgesehen davon, dass diese Geisteshaltung immer absurdere Folgen hat.

Schule: Eine Übersicht zur Rechtsauffassung beim Thema Handy in der Schule. Das betrifft uns noch nicht, das kommt aber sicher ein, zwei Klassen weiter. In der ersten Klasse von Sohn I scheint noch kein einziges Kind ein Handy zu haben. Ich glaube auch nicht, dass er ein Handy länger als einen Tag mit sich herumtragen könnte, ohne es zu verlieren, gegen Schokolade oder Batmansticker zu tauschen oder auch zu verschenken, daher stellt sich die Frage erst einmal noch eine ganze Weile nicht.

Erziehung: Die BBC über Lego (englischer Text) und die Frage, ob man früher damit kreativer spielen konnte. Früher, als es noch die gute Butter gab und die dicken Kartoffeln und ohnehin alles besser war, ja, ja.  Das war bei uns auch schon Thema, weil die Herzdame der abwegigen Ansicht ist, man würde Sets kaufen, um sie dann zusamengebaut zu lassen. Das ist natürlich Unsinn. Sets sind nur ein Serviervorschlag, werden genau einmal zusammengebaut – und dann nie wieder. Man kauft Sets, damit die Steine irgendwann in die große Kiste wandern. Wer Legosets zusammengebaut lässt, ist erwachsen, das ist eine schnelle und sichere Diagnose, der ist also für das Spielzeug ohnehin längst verloren. Ich finde allerdings auch, dass das Verhältnis Spezialsteine-Normalsteine sich ungünstig geändert hat. Zumal auch die Normalsteine unfassbar teuer sind, wenn man sie nachkauft.

Feuilleton: Ein Limerick.

Feuilleton: 14 Gründe, warum Museen kein Social Media brauchen. Besonders wichtig ist Punkt 4.

Familie: Johannes über Gewalt in der Kindheit und den Satz “Es hat dir nicht geschadet”. Natürlich hat es geschadet. Es hat jedem geschadet. Mir auch.

Technik: 15 Punkte reichen aus, um per Sichtkontakt ganz Deutschland zu durchqueren, reichen also theoretisch zur Nachrichtenübermittlung von Nord nach Süd.

Design: Ich hatte mal einen Chef, der zwischen zwei Meetings, oder wann immer er gerade etwas Leerlauf hatte, auf Karopapier maßstabsgerechte Wohnmobileinrichtungen gezeichnet hat. Obwohl er mit Camping gar nichts im Sinn hatte, es ging ihm dabei nur um die effizienteste Ausnutzung von Raum, also um “reduce to the max”. Das machte er schon seit seiner Jugend, immer wieder und wieder hat er komprimiertes Leben auf einer Handvoll Kubikmeter verkleinert in Rechenkästchen entworfen. Einfach so, zur Entspannung. Er war ein sehr, sehr intelligenter Mensch, womöglich einer der schlauesten, die ich je getroffen habe. Ein Typ,  der auf einen Din A 3-Ausdruck voller Excel-Zahlen sehen konnte und dann nach zwei Sekunden befand, dass die eine Zahl da unten links, in der vierten Spalte, Zeile 212,  nicht richtig sein konnte. Es war ein wenig unheimlich. Sein Gehirn brauchte immer eine Aufgabe, auch wenn es keine Aufgaben hatte. Kein Zufall übrigens, dass dieser Mann später im Kloster landete, aber das ist eine andere Geschichte. Er hätte jedenfalls seine Freude an diesem Haus auf Rädern gehabt.

Und weil es tatsächlich eine Nachfrage danach gab – hier findet man die Buddenbohm-Weihnachts-Playlist auf Spotify.

Und dann sogar noch ein Link in eigener Sache. Ich wiederhole hier normalerweise keine Texte, was einmal geschrieben ist, das rutscht nach hinten und ins Off, das ist eben Blogtextschicksal. An einen möchte ich doch noch einmal erinnern, weil es gerade noch November ist, weil es dunkel ist, weil der Text sich auch nach einem Jahr noch richtig anfühlt und die Schlussfolgerung auch immer noch stimmt: Dunkeltuten.

 

Woanders – Der Wirtschaftsteil

Kümmern wir uns einmal auch um die Wirtschaftsgeschichte, auch da kann man nämlich das in Frage stellen, was als selbstverständlich gilt. Was wir einmal gelernt haben, es muss nicht immer noch stimmen. Die Deutsche Welle zur Frage: Gab es vielleicht gar keine Trümmerfrauen? Alles nur ein moderner Mythos?

Nach den Trümmerfrauen kam das Wirtschaftswunder. Auf dessen Höhepunkt wird man sich vermutlich nicht vorgestellt haben, dass Altersarmut hier einmal ein großes Thema sein wird. Das ist sie aber, denn immer mehr alte Menschen sind von Armut bedroht. Etwa in Hamburg, der “Hauptstadt der Altersarmut”. Sagt jedenfalls die taz. Die Zeit schlagzeilt ganz anders: Die ewige Mär von der Altersarmut. Nanu!

Wobei man natürlich nicht alt sein muss, um arm zu sein. Das geht in jedem Alter und alleinerziehende Frauen sind sehr oft betroffen, da ist ein Blogartikel auch einmal erhellender als ein Text in einer Wirtschaftszeitung.

Aber bleiben wir noch kurz bei der Geschichte, diesmal bei der Geschichte eines speziellen Berufs und werfen wir auch einen Blick auf dessen Gegenwart – es geht um Vertreter. Sieh an, es gibt noch ein Leben neben dem Onlinehandel. Der Handel neben dem Onlinehandel ist aber bekanntermaßen schwer angeschlagen, man denke nur an Karstadt.

In Iserlohn hat jetzt die Stadt das Warenhaus gekauft, um keine riesige Ruine in bester Lage zu haben. Da macht also die Stadt wieder die Stadt, nicht private Investoren. Der Anfang eines Trends?

Der Online-Handel bedroht den Offline-Handel, die Suffizienz-Bewegung bedroht beide. Falls Sie den Begriff nicht kannten, da haben wir gleich wieder etwas für den Smalltalk gelernt, das ist immer gut. Bei der NZZ weiß man noch mehr.

Und da sind wir dann also schon wieder bei den Folgen unseres Handelns und unseres Handels, da landen wir ja fast immer im Laufe der Kolumne. Bei Blogoli geht man der Frage der moralischen Verbraucherentscheidung nach – Henne oder Ei?

Noch viel mehr zu dieser und ähnlichen Fragen und mit geradezu erstaunlich verwandter Schlussfolgerung textet Wolfgang Uchatius in der Zeit – “Soll ich wählen oder shoppen” – über die Macht der Verbraucher und die Rolle des Staates. Das ist ein langer Text, aber der lohnt sich, ruhig durchhalten.

Währenddessen reißt da draußen auch die Eröffnung eines neuen Primarks keinen mehr vom Hocker, woran sich die FAZ wieder abarbeitet, das wird bei denen allmählich schon zur Obsession. Aber bleiben die Kunden aus, weil sie lieber fair hergestellte Ware kaufen möchten? Da sind Zweifel wohl angebracht. Obwohl faire, biologische, nachhaltig angebaute, regional vertriebene, ökologisch wertvolle Produkte natürlich auch längst ein ergiebiger Markt sind. Und was macht man in solchen Märkten? Man ringt um Vorteile und Anteile. Warum sollte es da auch anders sein, als in der herkömmlichen Handelswelt. Siehe dazu übrigens auch die Entwicklung in den USA.

Und apropos bio und regio – bei Biorama denkt man noch etwas intensiver darüber nach, mit einem Exkurs zur Logistik im Regionalen. Es ist vielleicht noch komplizierter, als man zunächst denkt.

Ganz zum Schluss ein entspannter Blick auf hübsche Teppiche. Aus Müll. Warum auch nicht.

GLS Bank mit Sinn

Woanders – diesmal mit einem Laufrad, einem Butzel, einer Suppe und anderem

Familie: Patricia über das Leben im Laufrad, also über unser aller Problem. Nachdem es meinen ganzen Bekanntenkreis zu betreffen scheint, nahezu sämtliche Kollegen und alle Eltern ringsum, darf man das vielleicht einfach mal hochrechnen. Zumindest doch wohl auf alle Menschen, die Kinder haben.

Schule: Die Zeit über die desaströse Lage beim Thema “Computer in der Schule” – in Deutschland, versteht sich. Anderswo sieht das besser aus.

Feuilleton: Ich habe schon lange nicht mehr auf das Blog “Das geheime ABC” hingewiesen, das ich sehr gerne lese. Da geht es um den Brockhaus von 1952 und was mit den Begriffen heute noch anzufangen ist – ein sehr faszinierendes Projekt.  Und immerhin schon bei K wie Kothurn. Kann man gleich was lernen und rückwärtsblättern macht dort übrigens auch viel Spaß. So ein Brockhaus ist ja etwas dicker.

Ökobioregio: Ich hatte gerade geschäftlich mit einem Onlineshop zu tun, der sich auf nachhaltige Produkte spezialisiert hat. Ich habe mir das Sortiment dort angesehen und stieß auf die Rubrik “Sex” – und da fand ich das Sortiment von WaldMichlsHoldi. Vermutlich war das einer der lustigsten Momente in der letzten Woche, als ich bei denen die Produktnamen und Beschreibungen las. Der Butzel! Die Waldfee! Umwerfend, die müssen unter dem Tisch gelegen haben, als sie sich die Namen ausgedacht haben. Das ist ganz großes Kino, was die da machen und wenn man etwas darüber nachdenkt, ist es auch noch sinnvoll. Natürlich doch, im wahrsten Sinne des Wortes. WaldMichlsHoldi. Für nachhaltigen Sex in der Region.

Küche: Wirsing-Parmesan-Suppe gekocht, Rezept hier. Gute Suppe, das ist ja im November ganz wichtig. Nicht nachwuchskompatibel, aber man kann sich ja nicht um alles kümmern.

 

Woanders – Der Wirtschaftsteil

Über Ernährung hatten wir in der letzten Folge genug, es gibt noch so viele andere spannende Themen in der Wirtschaft, teils werden sie auch in Blogs behandelt. Antje Schrupp z.B. denkt über Hartz IV nach. Das tun andere auch, hier etwa Herr Butterwege im Deutschlandradio, zu einem positiven Urteil kommt er auch nicht. Kommt das überhaupt jemand? Liest man das irgendwo?

Hartz IV, da geht es um Armut, wie man es auch dreht und wendet. Im Migazin, ohnehin oft einen Blick wert, geht es um Bildung, die Migranten nicht vor Armut bewahrt – zumindest in Deutschland nicht.

In der SZ gab es vor einigen Wochen eine interessante Aufstellung über die Länder, aus denen Flüchtlinge zu uns kommen. Da sind wir bei einem Thema, das meist nicht mit guten Nachrichten assoziiert wird, da kann man immerhin ein klein wenig gegensteuern. Etwa mit einem zweiten Blick auf das Migazin, da geht es um Onsabrück, um eine Stadt, die mit Flüchtlingen etwas anders umgeht, als man es sonst aus den Medien mitbekommt. Oder wir schalten kurz nach Lübeck, auch dort geht etwas, was anscheinend nicht überall geht. Warum auch immer.

Die Krautreporter recherchieren derweil absurde Details zum Thema Flüchtlinge, man darf annehmen, dass die wenigsten schon etwas von forensischer Phonetik gehört haben?

Flüchtlingen fliehen aus Staaten, die ihnen Heimat waren und im Herzen vielleicht Heimat bleiben, aber nicht immer gibt es eine Chance auf Rückkehr. Ob und wie Flüchtlinge bei uns eine Heimat finden können, das scheint gerade wieder vermehrt diskutiert zu werden, und, die Beispiele oben zeigen es, manchmal sogar überraschend positiv. Währenddessen entdecken andere Staaten die Zugehörigkeit zu ihnen als Ware, zumindest virtuell. Das hört sich zunächst seltsam an, ist es aber gar nicht. Wobei sich auch die deutsche Heimat Stück für Stück in den virtuellen Raum übertragen lässt, auch so ein unterschätztes Thema.

Und auch Deutsche können übrigens ihre Heimat verlieren, mitten in Deutschland. Wie das zugeht, steht hier bei Greenpeace.

Wir haben noch keinen Nahverkehr erwähnt, wir haben das ganze Thema Verkehr noch gar nicht erwähnt! So geht es ja nicht, aber tatsächlich soll es einmal nicht um Fahrräder gehen, sondern um Kutschen. Kutschen im Wirtschaftsteil? Aber doch, das ist schon richtig so. Das freut auch das das Controlling, wenn die Kutschen wieder rollen.Und ganz zum Schluss darf die erste Street-Pong-Ampel in Deutschland natürlich nicht fehlen, eine Neuerung, die Wartezeiten an Ampeln revolutionieren könnte. Man stelle sich vor, wie man da spielend am Straßenrand steht, während die Kutsche der Müllabfuhr langsam vorbeirollt… am Ende wird gar nicht alles schlechter, wer weiß.

GLS Bank mit Sinn

Woanders – diesmal mit Flüchtlingen, einer Filmrezension, einer Fahrradstraße und anderem

Schule: Ein Artikel über Schulunterricht für junge Flüchtlinge.

Schule: Zwölfjährige auf einer etwas anderen Klassenfahrt. Na, sagen wir ruhig ganz, ganz anders.

Hamburg: Eine neue Fahrradstraße in der Stadt – und was ADAC, CDU und andere seltsame Gruppierungen davon halten.

Feuilleton: Erdmöbel, eine von mir sehr geschätzte Band, über Spotify und warum sie da nicht mehr vertreten sind. Und es geht auch allgemeiner um die wirtschaftliche Situation von Musikern.

Familie/Feuilleton: Ich mag es sehr, wenn im Kinderfimblog etwas verrissen wird. Man beachte in dieser wunderbaren Rezension den letzten Satz von meinem gelegentlichen Gastblogger Rochus Wolff – da weiß man doch, woran man ist.

Gesellschaft: Perils of perception ist ein Fragespiel zum Thema Vorurteile und Wahrnehmung gesellschaftlicher Zustände. Der Link führt zu einer Seite von Ipsos, das ist der Konzern, für dessen deutsche Firma ich arbeite; der Link hat mit meiner Arbeit allerdings rein gar nichts zu tun.

Küche: Das hier gegessen, mit Spinat statt Mangold, aber das ist ja egal. Schmeckt gut und macht nicht viel Arbeit. Abgesehen davon, dass man für evtl. anwesende Kinder noch Brote schmieren muss, da sie das hier eh nicht anrühren.

 

Woanders – Der Wirtschaftsteil

Es gibt seit einigen Woche eine neue Quelle in Deutschland, das Projekt der Krautreporter ist gestartet. Das ist erfreulich für die beteiligten Journalisten, das ist erfreulich für uns, denn dort gibt es auch Texte, die in den Wirtschaftsteil passen. Etwa wenn es um Milchwirtschaft geht, um die immer noch optimierbare Leistungsfähigkeit der Milchkühe, wobei “Optimieren” dabei wohl schon lange kein passender Begriff mehr ist, pardon. Man beachte die rot markierte Zahl am Ende des Textes. Hätten Sie das gedacht? So wenig?

Im Text klingt der Preisdruck bei der Milch an, ausgeübt durch Discounter wie Lidl oder Aldi. Die SZ ergänzt da eine etwas andere Sichtweise und schiebt den Schwarzen Peter doch wieder den Bauern zu.

Falls das schon zu viel Text zum Thema Milch wird, das gibt es alles mit noch mehr Inhalt auch bequem als Film, bitte sehr, das ist hier ja eine serviceorientierte Veranstaltung.

Genug von der Milch, wenden wir uns wieder der Wirtschaft 2.0 und ihren großartigen Schlagworten zu. Oder nein, verbinden wir das doch einfach mit den ersten Links – und lesen etwas über Crowdbutchering. Doch, das ist ernst gemeint.

Und das hat natürlich seinen Preis, die so geteilte Kuh ist teurer als die abgepackte im Supermarkt, das versteht sich. Ob diese Preisdifferenz Folgen für die Gesellschaft und die Gesundheit hat, das ist auch eine der Fragen, die uns hier immer wieder umtreiben. Ist gesundes Essen teuer? Alle paar Monate gibt es eine andere Antwort, im Moment steht sie gerade wieder bei: Ja.

Ein guter Moment, um nach Osnabrück zu sehen. Da steht ein Kühlschrank im Garten, und womöglich ist das gut so. In Berlin ist alles größer, eh klar, da sind es gleich 21 Kühlschränke.  Und wer noch etwas Motivation braucht, über Lebensmittelverschwendung nachzudenken, bitte sehr, hier noch ein paar Zahlen. Es ist ja nicht so, dass man das alles nicht messen könnte. Wir können auf einem Kometen landen, wir können auch die verspeisten Innereien pro Einwohner in Gramm ermitteln.

Wobei das alles nicht so einfach ist, das mit der Lebensmittelverteilung und -rettung, nicht einmal bei altem Brot. Wenn die Behörden nicht mitspielen, wird alles sehr, sehr kompliziert. Dabei kann man aus diesen Lebensmitteln noch so viel machen, bis hin zu Restaurantessen mit moralisch-ethischer Nebenwirkung.

Kompliziert ist auch, was hinter einer kleinen Schale Tomaten steckt, die man ohne großes Nachdenken in den Einkaufswagen legt. Und damit zum Schluß noch einmal zurück zu den Krautreportern, dort wird die Sache mit den Tomaten aus Marokko, der Westsahara und der Terrorbekämpfung einmal gründlich aufgedröselt. Da schmeckt der Insalata Caprese doch gleich viel spannender.

Aber kann das der Schluss gewesen sein? Eine ganze Folge ohne Fahrräder? Natürlich nicht. Noch ein Filmbeitrag, allerdings kein entspannender. Eher einer, bei dem man als Opfer deutscher Verkehrsplaner wieder einmal grün vor Neid werden kann: Bicycle anecdotes from Amsterdam. Man muss es sich immer wieder klar machen, was man da sieht: Das ist kein Sieg einer schrägen Subkultur. Das ist normales Leben in einer normalen Großstadt, das ist ereichbar.

GLS Bank mit Sinn