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Woanders – Der Wirtschaftsteil

Wir fangen mit einem ernsten Problem an, es steht vor Ihnen, in dem Becher da. Ihr Kaffee. Kaffeeprobleme hatten wir natürlich schon öfter, in dieser Meldung wird es aber etwas drastischer – und ganz nebenbei stellen wir fest, dass sich Meldungen zum Klimawandel plötzlich wirklich stark häufen.Und es ordnet uns schon einer Gruppe zu, dass wir das überhaupt zur Kenntnis nehmen können. Auch die Meldungen zum Ende der fossilen Brennstoffe, sie werden eindeutig mehr, manchmal klingen sie sogar ganz idyllisch.

Dummerweise fehlt uns ohne den eingangs erwähnten Kaffee womöglich der Antrieb, überhaupt noch weitere Meldungen über Kaffee und Klima zu lesen, es ist fatal. Kaffee treibt unseren Motor an, Kaffee ist der Sprit für unseren Einsatz – bei der brandeins kann man sich diese Sache mit dem Einsatz, dem Fleiß, gerade noch einmal klarmachen. Warum machen wir wieviel? Und nicht weniger? Ist Faulheit sinnvoll? Oder werden wir nur faul, wenn wir keinen Sinn sehen, wie es in diesem Artikel heißt?

An dieser Stelle muss man auch bedenken, wie man arbeitet, wie lange und wie oft. Denn das Modell ist in Bewegung und manches verschiebt sich, ohne dass man es recht bemerkt, die freie Zeit löst sich womöglich gerade auf. Oder, wie es in der Zeit heißt: “Der Kapitalismus kriecht in alle Ritzen.” Die Lage ist allerdings seltsam unklar, in einigen Meldungen heißt es, wir arbeiten bald alle weniger, in anderen, wir arbeiten tendenziell immer mehr. Und der Spiegel fragt Väter, was man sie immer wieder fragen muss: Vielleicht doch mal Teilzeit probieren?

Womöglich brauchen wir ja Hilfe. Vielleicht brauchen wir es, in Richtung klimaschonender Maßnahmen geschubst zu werden. Oder zu weniger Kaffee, weniger Fleisch, Alkohol, Arbeit und Stress geschubst zu werden, in die Hängematte geschubst zu werden. Oder zum Sinn. Wo immer er gerade sein mag. Da bietet sich für den Smalltalk das Wort Nudging an.

Manche Menschen wollen das Klima retten, manche wollen Dörfer retten. Da gibt es ein Berufsbild, das man so auch noch nicht auf der Rechnung hat, da gibt es nämlich Menschen, die schrumpfende Ortschaften ganz weit draußen beraten.

Für den Freundeskreis Fahrrad haben wir in dieser Woche leider nichts gefunden, vermutlich sind alle radliebenden Menschen auf ihren Rädern draußen unterwegs, statt über Radfragen zu schreiben. Auch recht! Dann enden wir in dieser Woche einmal etwas ernster als sonst und weisen auf ein lesenswertes und erschütterndes Blog hin, das über die Lage der Flüchtlinge auf Lesbos berichtet. Es gibt, siehe die aktuelle Nachrichtenlage, Grund genug für diesen Link. Bitte hier entlang.

Und um nicht ganz trostlos zu enden, hier noch der Hinweis auf ein Projekt, in dem es sich um die Arbeitsvermittlung speziell für Flüchtlinge in Deutschland dreht. Da geht doch was.

GLS Bank mit Sinn

Woanders – diesmal mit Island, Italien, einem Interview und anderem

Feuilleton: Beim Deutschlandradio Kultur geht es um die Kultur in Island.

Feuilleton: Ein Interview mit Gerhard Polt: “Langeweile ist mir als Empfindung so fremd wie Hunger. Ich habe höchstens Appetit.”

Hamburg: Ein Interview mit Isabella David von HH-Mittendrin.  Sie haben den Goldschatz noch nicht gefunden, das überrascht selbstverständlich nicht, alles andere wäre auch ein Wunder. Aber schön, dass sie es ohne jedes Geschwurbel sagt.

Hamburg: In der Stadt werden wieder Zäune gegen Obdachlose errichtet. So meint man hier nämlich, soziale Probleme lösen zu können.

Hamburg: Patricia war im Miniaturwunderland und wirkt einigermaßen begeistert. Nachvollziehbar.

Fotografie: Der Herr Gommel sucht etwas, und ich hoffe sehr für ihn, dass er etwas findet.

Reportage: Hier geht es um das Leben nach Utøya, um das Weiterleben und Gedenken. Schweres Thema , ein Text, der einen mitnimmt, Vorsicht.

Reise: Ein sehr beeindruckender Reisebericht: Going North von Oliver Kucharski. Mit wahnsinnig tollen Bildern, bei denen man dann doch dezent neidisch wird. Man beachte die besten Vögel der Welt!

Woanders – Der Wirtschaftsteil

Es gibt Themen, da helfen Reportagen viel mehr als die Nachrichtenlage auf den topaktuellen Seiten, da helfen lange, ruhige Texte mehr als all die Ticker und Eilmeldungen. Das ist vermutlich auch beim Thema Griechenland so. Zumindest kann man darauf kommen, wenn man diese Reportage liest.

Man kann das auch noch an einem anderen Thema verdeutlichen, noch einmal bei der Zeit, was natürlich auch kein Zufall ist, Ehre, wem Ehre gebührt. Lampedusa kennt man aus der Tagesschau als Schlagwort, man kennt die Insel etwas besser, wenn man diese Reportage gelesen hat.

Und wenn wir schon dabei sind, dann machen wir noch ein wenig mit längeren Stücken weiter. Und auch mit dem Ausland. Etwa mit dem Aralsee (englischer Text), man könnte allerdings auch von der Aralwüste reden, das passt genau so gut. Der Mensch und die Folgen, das war dort Kapitel 1, die Wüste und die Folgen, das ist nun Kapitel 2.

Noch weiter östlich gibt es auch etwas zu berichten. Das Ausland bringt uns hier also zu den Umweltthemen.

In der oben erwähnten Wüste ist es heiß und heiß ist es hier auch im Sommer. Manchmal. Immer öfter. Oder nicht? Jetzt gerade? Ist das eigentlich noch Wetter oder ist das schon der Klimawandel? Und wenn es Klimawandel ist, wie schlimm ist das denn nun wirklich? “Die Bedrohung durch den Klimawandel entspricht der Bedrohung durch einen Atomkrieg”. Welche hysterische Öko-Truppe hat das wohl wieder von sich gegeben? Ein britisches Ministerium (englischer Text). Sieh mal an.

Da wird die Wortwahl also deutlicher, da geht es zur Sache. Die Zeichen werden immer deutlicher – umso mehr muss man übrigens aufpassen, wer was warum berichtet.

Das betrifft selbstverständlich nicht nur das Klima und die Energiepolitik. Es gibt so viele Themen, bei denen Informationen untergehen, nicht recht gewürdigt werden, im alltäglichen Nachrichtenstrom nur maximal eine halbe Stunde lang aufflackern. 430.000 Europäer sterben jährlich an Feinstaub. Das ist nur eine Meldung nebenbei. Die Umweltthemen sind unerfreulich wie eh und je, man mag es gar nicht mehr zur Kenntnis nehmen. Das soll einfach weggehen – es geht aber nicht weg.

In unseren Gewässern, in den bayerischen Seen und Flüssen z.B., mitten im Binnenland, treiben Plastikteile. Und im Norden ist auch was im Wasser, wenn auch etwas anders. Weltweit gesehen ist es nicht nur das Wasser, das ein kleines Problem hat, auch der Boden, der ganz normale Boden, ist am Limit.

Luft, Wasser, Boden. Klingt ziemlich komplett, hm? Umweltschutz bleibt ein wichtiges Thema. Man merkt es an den eben verlinkten Meldungen. Und womöglich merkt man es natürlich auch am Wettter.

Zum Schluss wie fast immer der Link für den Freundeskreis Fahrrad, diesmal mit einer guten Nachricht besonders für den Raum München – es geht um Radschnellwege, da mag man ja schon das Wort.

GLS Bank mit Sinn

Woanders – Der Wirtschaftsteil

In dieser Kolumne geht es oft um den Sinn, wenn es aber um Reisen geht, dann stellt sich die Sinnfrage irgendwie nicht. Reisen will man, reisen muss man, Reisen finden alle sinnvoll. Die Reise hat den Sinn in sich, da ist sich das reisewütige Volk vollkommen einig. Da fragt man dann eher nach der Authentizität. In dem Text der Zeit geht es auch um das Sharing und um den Kein-Tourismus-Tourismus, von dem es gar nicht weit ist zum hier öfter vorkommenden Kein-Konsum-Konsum. Massentouristen und Massenkonsumenten, das sind immer die anderen. Authentisch ist richtig – und bewusster und klüger und sinnvoller und besser und individueller. Oder so.

Bei solchen Themen kann es hilfreich sein, sich das Extrem anzusehen. Den Inbegriff des Nichtauthentischen, bei dem es nur noch um Plastik und Geld geht. Das funktioniert nämlich wirtschaftlich auch, und sehr gut sogar. Das ist dann wohl authentisch künstlich. Auf Facebook gab es zu dem Artikel eine spannende und ausführliche Diskussion – ist dieser Text also arrogant, vermessen, herablassend? Werden da andere Menschen verurteilt? Oder ist das einfach nur beobachtend und humorig? Was unterscheidet die beschriebene Plastikwelt denn eigentlich von den anderen Plastikwelten, in denen man dauernd lebt, vermutlich doch auch in der FAZ-Redaktion? In der taz gibt es dazu noch eine lesenswerte Gegenkolumne. Verblüffend, wenn das Thema Reisen plötzlich so emotional wird, als ginge es um vegane Ernährung oder um die Pflicht zur Masernimpfung. Der Wunsch, etwas richtig oder wenigstens peergroupkompatibel zu machen, damit man bloß nicht zu den falschen Leuten gehört, er treibt uns eben bei jedem Thema um – und vielleicht mehr, als wir denken. Und dazu gehört auch, dass andere etwas falsch machen. Oder nicht? Weiterlesen

Woanders – diesmal mit dem Freifunk, dem Denkmalschutz, der Hammaburg und anderem

Norddeutschland: Neues vom Freifunkprojekt auf Helgoland – es scheint zu klappen. Eigentlich schon Grund genug, wieder hinzufahren.

Hamburg: Die Zeit mit einer Kritik am Weltkulturerbestatus der Speicherstadt.

Hamburg: Die Ausstellung “Mythos Hammaburg” des Archäologischen Museums Hamburg kann man jetzt auch online besuchen. Mal eben so, das ist ziemlich toll.

Irgendwasmitmedien: In der FAZ geht es um Mehrheitsmeinungen in sozialen Netzwerken, ein abgründiges Thema, wenn man sich etwas länger hineindenkt.

Feuilleton: Pia Ziefle über die Bedeutung der Erzählungen, über Geschichten und Geschichte. Und übr Srebrenica.

Feuilleton: Die Zeit über ein deutsches Vorbild, den Herrn Wagenbach.

Feuilleton: Hier ein feines Blog über alte Landkarten.

Gesellschaft: Oh, Donna Clara – eine Reportage über das aktuelle Projekt von Rainer Schumann (Fury in the Slaughterhouse).

 

Woanders – Der Wirtschaftsteil

Vorweg gleich eine gute Nachricht, wenn auch vermutlich erst für die Eltern der kommenden Jahre – Lego sucht nach einem anderen, nachhaltigeren Material. Lego ist natürlich nicht irgendeine Firma, das kann durchaus Signalwirkung haben, da kann man sich ja ganz vorsichtig etwas freuen.

Und wenn wir schon dabei sind, dann versuchen wir doch mal wieder eine Woche der guten Nachrichten, das tut ab und zu auch mal gut. Branchenschwerpunkt egal, es soll nur nett sein. Ein hängemattenkompatibler und sommerlicher Wirtschaftsteil sozusagen, passend zum Sommerwetter der letzten Woche. Und da passt sicher auch ein Kaltgetränk. Die Briten wenden sich vom Industriebier ab, an jeder Ecke wird wieder gebraut, ein Handwerk feiert Wiederauferstehung. Und in Deutschland? Da auch! Na, geht doch. Und das ist auch gar kein Nebenthema, das mit dem Bier, da kann man einiges ableiten, da kann man einiges herausdeuten, wie es hier etwa bei der Zeit geschieht.”Exzesse der Achtsamkeit”, das klingt schon wieder irgendwie, als sei man auf dem falschen Weg. Andererseits könnte man sich auch schlimmere Vorwürfe denken.

(Exkurs – wenn Sie kein Bier trinken, lassen Sie den nächsten Link einfach aus. Wenn Sie Bier trinken, wird es Ihnen aber Spaß machen, hier etwas über Regeln und Innovationen am Beispiel des heiligen deutschen Reinheitsgebots nachzudenken. Das hat sehr viel mit Wirtschaft zu tun.)

Nach Bier kommt Urin, da haben wir doch einmal eine überzeugende Überleitung. Denn aus menschlichem Urin kann man Dünger gewinnen.

In Deutschland zeichnet sich ein Unbehagen am Kapitalismus ab”, das können wir als bequeme sommerliche Hängemattenrevoluzzer auch einfach mal als gute Nachricht werten, so viel Aufruhr darf sein. Zumal man sich mit den im Artikel gelisteten Punkten vermutlich ganz gut anfreunden kann.

Wobei man über Hängematten gar keine Witze machen sollte, immerhin ist es schwer genug, darin nichts zu tun, wie überhaupt das Nichtstun ziemlich schwer ist, das kann man hier nachlesen. Das ist zwar nicht direkt eine gute Nachricht, aber Nachdenken über Müßiggang – das lassen wir in dieser Woche durchgehen. Nachdenken über die Arbeit passt aber auch, wenn es nicht gerade um Horrorvisionen geht, sondern um etwas überraschende Einblicke in Statistiken und um das, was vielleicht ganz nett werden kann.

“Glück schlägt Geld”, das ist eine Phrase aus dem nächsten Artikel, da geht es um Werteverschiebungen bei jungen Menschen. Klingt irgendwie auch wie eine gute Nachricht, es sei denn, man glaubt noch an den allein selig machenden Besitz.

Im Tagesspiegel, wenn wir schon bei Werten sind,  gab es neulich einen Kommentar zur “Öko-Enzyklika” des Papstes, die im letzten Monat durch die etwas verblüfften Medien ging. Da geht es um Hoffnung in Bezug auf “Global Commons”, das ist dann erstens eine feine Smalltalk-Vokabel und zweitens auch ein, nun ja, erbaulicher Inhalt.

Und wenn wir das alles einmal zusammenwerfen, dann landen wir vielleicht bei dem Beruf, den man, wenn die Entwicklungen so weitergehen, glatt den Kindern empfehlen kann, dann landen wir nämlich beim Hippie-Ingenieur. Auf die Visitenkarten kann man sich jetzt schon freuen.

Und den Freundeskreis Fahrrad versorgen wir in dieser Woche selbstverständlich auch noch, wenn auch nur indirekt. Es geht nicht um Fahrräder, es geht um LKW. Aber wenn man die aus den Innenstädten wirft, haben Radfahrer ganz sicher etwas davon. Und dazu haben wir noch eine nette Idee.

GLS Bank mit Sinn

Woanders – diesmal mit Schließmuskeln, Nachrichten, der Syltifizierung und anderem

Liebesleben: Candy Bukowski über die Arbeit im Sexshop.

Feuilleton: Ein Interview mit Stephan Porombka über Bücher und Nichtbücher und Texte. “Eventisierung klingt ja schon wieder so schlimm. Es ist aber nicht schlimm.” Genau.

Irgendwasmitmedien: Sehr zufrieden bin ich übrigens mit der App Niuws. Das ist eine täglich oder öfter aktualisierte Sammlung von Nachrichten und Texten zu unterschiedlichen Themen, die man sich nach eigenem Geschmack und Bedarf zusammenstellen kann. Themenfelder sind z.B. Literatur, Digitaler Wandel im Handel, Fotografie & Film, Food Culture, Futurismus – ziemlich bunt gemischt. Zu jedem Themenfeld wählt ein Kurator pro Tag ein paar – nicht zu viele – Artikel aus und postet sie in die App, die einen dann benachrichtigt. Und das klappt ganz hervorragend, da kommen mir jetzt tatsächlich Texte aus Quellen unter, die ich vorher nicht auf dem Radar hatte, obwohl ich mir nicht wenig Mühe gebe, sehr viel auf dem Radar zu haben. Aber das ist irgendwie auch schön, dieses Gefühl, dass man immer noch mehr finden kann, ich finde das weder stressig noch erschlagend, eher bereichernd. Unter den Auswählenden sind auch netzbekannte Menschen wie etwa Felix Schwenzel, der für die thematisch nicht weiter präzisierten Longreads zuständig ist. Kuratierte Nachrichten finde ich super. Könnte natürlich auch daran liegen, dass ich so etwas mit dem Wirtschaftsteil und der Woanders-Rubrik auch wöchentlich mache und fast täglich daran arbeite. Der Chef von Niuws ist Peter Hogenkamp, früherer Digitalchef der NZZ.

Norddeutschland: Die Syltifizierung der Nordseeinseln, ein äußerst interessantes Thema. Wenn ich jetzt gerade Soziologie studieren würde, auf dieses Thema würde ich mich stürzen. Auf Inseln ist alles klarer, präziser, gedrängter – und auch dramatischer.

Norddeutschland: Andererseits ändert sich nicht nur auf den Inseln etwas, sondern auch um sie herum. Und wie.

 

Woanders – Der Wirtschaftsteil

In dieser Kolumne geht es oft um den Sinn, um die Suche nach dem Sinn. Im ersten Artikel geht es heute um eine Branche auf der Suche nach dem Sinn. Es ist die Branche, die versucht mit Quantified-Self-Daten zu Geld zu bekommen, also mit Fitnesstrackern und Wearables aller Art. Und da haben wir den schönen Fall, dass sowohl Firmen als auch Anwender noch vor der Frage stehen – warum machen wir das eigentlich?

Die eben genannte Branche erfindet sich gerade erst durch die Möglichkeiten der vernetzten Welt selbst, andere Branchen werden dadurch mehr oder weniger gründlich durchgeschüttelt. Da kann man ja ab und zu mal hinsehen, was z.B. Social Media mit den Branchen macht, die einem nicht sofort dazu einfallen. Etwa mit der Landwirtschaft.

Oder wir sehen auf eine Sonderform des Wirtschaftens, auf das Gemeinnützige, auf Hilfsorganisationen. Haben die etwas von den aktuellen Veränderungen?  Geht dadurch irgendwo mehr? Es geht zumindest mehr auf dem Handy. Geld spenden per Klick, eine Mahlzeit nebenbei ausgeben, ganz einfach per App. So kann eine neue Dimension der Wohltätigkeit aussehen. Ob die Spenden dadurch mehr werden, das muss man noch sehen. Aber 40 Cent klingen wohl machbar.

Die vorhin erwähnte Landwirtschaft wird uns mit ihren Social-Media-Bemühungen vielleicht nicht unmittelbar betreffen, beim Handel sieht das schon anders aus, mit dem haben wir alle fast jeden Tag zu tun. Ganz direkt. Da ist es wohl sinnvoll, sich einmal mit dem Begriff Beacon auseinanderzusetzen. Nie gehört? Sollte man aber. Und während der Handel Informationen über die Kunden haben will, sammeln die Kunden Informationen über den Handel, es ist doch irgendwie eine seltsame Welt.

Aber was geht uns die Entwicklung der Technik, was geht uns die Digitalisierung, die Vernetzung abseits von interessanten Artikeln eigentlich an? “42 Prozent der Erwerbstätigen hierzulande arbeiten in Berufen mit hoher Automatisierungswahrscheinlichkeit.” Oh, das ist ja mal eine Zahl! Die wird in diesem Artikel zwar tatsächlich genannt, aber auch gleich wieder deutlich relativiert. Dennoch scheint klar zu sein, dass sich der Arbeitsmarkt stärker, viel stärker – und wohl auch schneller – verändern wird, als die Mehrheit es noch annimmt.

Der gleiche Autor hat noch einen weiteren Artikel parat, zur ebenfalls spannenden Frage, wer eigentlich profitiert – etwa vom Internet der Dinge. Und da wird wirklich wild mit Zahlen herumgeworfen, aber die Zahlen sind auch gar nicht das Interessanteste an dem Artikel. Spannender als die Zahlen sind all die aufgezählten Entwicklungen und Themenfelder. Es betrifft einen irgendwo, kein Zweifel. Auch wenn man vielleicht noch etwas fremdelt, wie es für ganz Deutschland hier in der brandeins festgestellt wird. Das ist ein ziemlich langer Text, der sich aber zu den grundlegenden Problemen durchkämpft, das lohnt sich. Auch wenn der Text vielleicht zu lang für die kleine Pause im Büro ist. Denksport für später, warum auch nicht.

Nebenbei kann man sich bei all dem Automatisierungsdruck und bei all dem vielleicht erschreckenden Wandel auch fragen, ob man nicht sowieso ganz anders über Arbeit denken sollte. Könnte ja sein.

Genug Abstraktion, jetzt wird es konkret. In Spanien gibt es eine kleine Stadt mit einem Social-Media-Experiment, da testet die Verwaltung wie es läuft, wenn alles über Twitter läuft (englischer Text). Es scheint bisher das einzige Beispiel weltweit zu sein. Noch?

Zum Schluss wie fast immer noch der Link für den Freundeskreis Fahrrad, der in dieser Woche selbstverständlich auch sehr modern ausfällt. Denn auch Fahrräder können sich vernetzen. Klar doch.

GLS Bank mit Sinn

Woanders – diesmal mit den Krautreportern, einem Wolf, WLAN und anderem

Irgendwasmitmedien: Felix Schwenzel über seine Gründe, das Krauteporter-Abo zu verlängern. Sehe ich auch so. Und hänge noch einen Grund dran: ich finde bei den Krautreportern regelmäßiger als bei mancher anderen Quelle Artikel für den Wirtschaftsteil. Und das ist für mich ein sehr guter Grund, die weiter zu unterstützen. Während mir übrigens das, was sie da dauernd von Community oder von App und Meetings usw. erzählen, vollkommen egal ist. Isch möschte in gar keine Community. Ich möchte gute Texte, und diese möglichst per Full-Text-Feed, dann bin ich schon zufrieden. Dafür hätte man meinetwegen nicht einmal etwas programmieren müssen. Schreibt einfach. Passt schon.

Feuilleton: Die Bilder von diesem Kunstwerk aus Holz habe ich versehentlich den Söhnen gezeigt, sie sammeln jetzt noch mehr Holz als immer schon. Schlimm. Aber das Kunstwerk ist toll.

Feuilleton: Textile Hoaxes. Sohn I ist sieben Jahre alt und weiß schon: “Aber ob ein Bild echt ist, das kann man ja nie wissen.” Zeigt Kindern Bildbearbeitung!

Schule: Fünf Tipps, um WLAN an Schulen zu verhindern. Klingt alles total plausibel.

Schule: Die FAZ über Ungleichheiten und Ungereimtheiten bei den Abiturprüfungen im föderalen Wunderland der Schulpolitik.

Familie: Praxiserprobte Tipps für Eltern von Kita- und Schulkindern. Das mit den Korkplatten, das ist durch und durch richtig. Wir haben die nämlich nicht, wir hängen neue Zettel immer mit Magneten an den Kühlschrank, der deswegen gar nicht wie ein Kühlschrank aussieht, sondern eher wie ein seltsamer Buckel im Altpapier. Schöner Wohnen geht anders.

Schule: Katrin Scheib mit einem Text über eine 5. Klasse der deutschen Schule in Moskau. Welche Fragen dort zum Thema Internet und soziale Medien gestellt werden. Ich hätte nicht alle beantworten können.

Küche: Stevan Paul demnächst mit neuem Kochbuch, hier auch der Trailer.

Gesellschaft: Andreas Wolf über den ganz gewöhnlichen Rassismus und das allmähliche Verzweifeln. Jo.

Hamburg: Ein Kommentar zur Hamburger Luft. Ein Thema, das noch für richtig Spaß sorgen wird, weil unpopuläre Maßnahmen, na, sagen wir es ruhig, alternativlos sein werden. Als Innenstadtbewohner kann man nur hoffen, dass es bald losgeht.

In eigener Sache: Ich habe es schon überall begeistert verkündet, nur hier im Blog noch nicht: die kleine Interviewreihe “Was machen die da” von Isa und mir gibt es jetzt auch in gedruckter Version.

Nido

 

Die Zeitschrift Nido hat uns gebeten, ein paar Folgen zum Thema “Kultur für Kinder” zu erstellen, das geht in der aktuellen Ausgabe los. Wir haben uns mit Martin Paas unterhalten, dem Puppenspieler von Ernie aus der Sesamstraße. In den nächsten Heften geht die Reihe dann weiter.

Nido

 

Und in der aktuellen Ausgabe der Szene-Hamburg habe ich einen Artikel über den Sommer mit Familie in der eigenen Stadt geschrieben.

Szene Hamburg

 

Woanders – Der Wirtschaftsteil

In der letzten Ausgabe dieser Kolumne gab es gar keinen Fahrradlink, das ist natürlich ungeheuerlich. Dann wollen wir uns dem Thema Rad und Verkehr in dieser Woche doch einmal etwas gründlicher widmen. Es ist nämlich auch so, dass zur Zeit ganz ungewöhnlich viele Artikel zum Thema Verkehr und Radverkehr in Deutschland und auch weltweit erscheinen, man könnte fast meinen, in das Thema kommt endlich Schwung und Bewegung.

Und dass da etwas in Bewegung ist, das bringt man natürlich nur allzu gerne mit “Peak Car” in Beziehung, wenn nicht sogar mit “Carmageddon” oder der “Carpocalypse.” Im Guardian denkt man detailreich über die Verkehrswende nach (englischer Text).

In Deutschland kommen die Trends angeblich aus Berlin. Dort werden die Autos zwar nicht gerade abgeschafft, aber man hofft doch immerhin, einen Großteil zu elektrifizieren, das ist ja auch etwas.

Die Elektroautos werden also mehr, die Fahrräder werden auch mehr, und wie. Man sehe sich etwa die Zahlen für Hamburg an, also für eine Stadt, die bisher keineswegs jemals durch eine fahrradfreundliche Politik aufgefallen ist, im Gegenteil. Vielleicht sind da Menschen auf Rädern unterwegs, die die Sache mit der effektiven Geschwindigkeit verstanden haben. Noch überraschender klingen übrigens Zahlen aus Wien, dort möchte man den Anteil des Autoverkehrs am Gesamtaufkommen auf 15% senken, das ist doch einmal ein sportliches Ziel.

Aus deutscher Sicht wirkt das vielleicht nicht locker erreichbar, Niederländer dürften das sicher schon anders sehen. In Amsterdam fahren immerhin so viele Bewohner jeden Tag mit dem Rad, dass es dort schon ein eklatantes Fahrradparkplatzproblem gibt.

Die Zeichen sind ziemlich klar, dem Fahrrad gehört die Zukunft, zumindest in den Großstädten. Wobei – würde man Enschede, Almelo und Nijverdal als Metropolen bezeichnen? Eine Radschnellstraße wird es zwischen denen dennoch geben. Auch abseits der Großstädte geht etwas.

Und es bewegt sich überall auf der Welt in der Verkehrspolitik, nur der Autoverkehr, der bewegt sich oft gar nicht, der steht herum. Weswegen Städte auf kreative Maßnahmen kommen, denn eines ist klar, so wie in der Vergangenheit geht es einfach nicht weiter. Hier ein Beispiel aus China (englischer Text). Oder hier, ein Beispiel aus der deutschen Heimat, aus Münster.

Und auf Bewegung muss man selbstverständlich nicht nur warten, die kann man auch einfordern, etwa als Radl-Guerilla.

Ein Punkt, der in amerikanischen Medien immer wieder betont wird und in deutschen Medien bisher eher keine oder eine nur untergeordnete Rolle spielt, ist das Interesse des Einzelhandels. Weniger Autos, mehr Geschäft, das wird hier in kommunalen Diskussionen noch ziemlich oft bestritten und angezweifelt. Am Ende des folgenden Artikels kann man sich einen Ted-Talk von Janette Sadik-Khan ansehen, sie war eine Weile für den Verkehr in New York zuständig und hat in diesem Zusammenhang interessante Erfahrungen gemacht: “More people on foot, more business.” Was machen währenddessen die, die für den Verkehr in Deutschland zuständig sind? Seltsame Kampagnen.

Und es geht auch nicht alles fröhlich vorwärts, manche Meldungen wirken auch wie ein Rückschlag. Grundschüler können weniger radfahren? Bitte? Also doch noch kein Grund, sich entspannt über alle Entwicklungen zu freuen, man muss schon noch mitmachen, Und z.B. die eigenen Kinder aufs Rad setzen. Statt ins Auto.

Zum Schluss zur Entspannung ein paar Filmminuten mit einer ziemlich speziellen Radtour – auf der höchsten befahrbaren Straße der Welt. Holen Sie sich einen Kaffee und sehen Sie den beiden einfach sieben Minuten lang zu. Es ist großartig.

GLS Bank mit Sinn