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Woanders – diesmal mit dem Gymnasium, Isa, Flattr und anderem

Nico Lumma über die fatale G8-G9-Diskussion in Hamburg.

Isa hat zu unserem Projekt “Was machen die da” ein Radiointerview gegeben.

Ein vielleicht etwas überraschender Text zu den Flattr-Buttons auf den Seiten der taz.

Ein Artikel über Kempowskis “Plankton”, also über das Sammeln von Erinnerungen.

Ein langer und sehr erhellender Artikel über das bekannteste Buch, das es nicht gibt, das Necronomicon.

Geschichten findet man bei Paulus Müller vom Deutschlandradio. Da lohnt es sich, mal reinzuhören, das ist wirklich gut gemacht, und das sind wirklich gute Geschichten.

Der Spiegel über Alexander Posch und seinen Roman “Sie nennen es Nichtstun”. Der Herr tritt in dieser Woche bei unserer Lesung auf und liest aus der “matt schimmernden Ästhetik des Scheiterns”. Man möchte sich irgendwie vorstellen, dass der Rezensent sich nach dieser Formulierung langsam eine Pfeife angezündet und zufrieden die Spiegelung seines Umrisses in der Terrassentür betrachtet hat.

Ein Artikel über die Ungleichheit in Hamburg. Es geht zum Beispiel um Kinder- und Hausärzte in ärmeren Stadtteilen, man könnte das aber noch wesentlich weiter ausführen, bis hin zur Pflege der öffentlichen Grünstreifen. Das fand ich bei meinen Wanderungen durch Hamburg ungeahnt beeindruckend, wie sehr das Stadtbild hier mit den Einkommen korreliert, auch da, wo es also gar nicht um Privateinkommen geht, sondern um den Einsatz von Steuergeldern. Man könnte das auch sehr schön an U-Bahn-Haltestellen aufzeigen, wie egal der Stadt gewisse Gegenden sind.

 

Woanders – Der Wirtschaftsteil

Wir verlinken hier dauernd auf viele verschiedene Quellen, mal originell, mal weniger originell. Artikel von Verlagen, Medien, Bloggern, man findet hier meist eine bunte Mischung. Ab und zu muss man sich da auch einmal ansehen, woraus diese Mischung eigentlich besteht. Dann merkt man nämlich, dass es vielleicht zweckdienlich ist, genauer hinzusehen. Das sind so Umstände, die sollte man im Sinn behalten, wenn man sich informiert.

 Skeptisch bleiben und Fehlinformationen und Missverständnisse immer für möglich halten, so muss man wohl vorgehen. Es kann so vieles falsch sein. Oder andersherum, es kann auch etwas fehlen, was vielleicht richtig ist. Besser man denkt gründlich nach. Ein wenig Wissen über Kommunikationsmuster schadet natürlich auch nicht, gerade bei Quellen aus dem Ausland. Der Artikel bezieht sich auf Verhandlungen, aber er passt auch auf andere Kommunikationsformen.

Es ist immer interessant, wenn jemand das hinterfragt, was in den Medien steht, was als Stereotyp herumgeistert, was als gegeben angenommen wird. Interessant und erhellend, wie hier bei diesem Beispiel im Nachbarland.Oder wenn jemand viel zu selten gehörte Argumente noch einmal in die Diskussion bringt.

Oder wenn jemand mal etwas nachrechnet, das ist auch gerne genommen. Die Leser des Wirtschaftsteils können es auch sicher ab, wenn in einem Artikel einmal ein paar Zahlen mehr vorkommen. Wenn es denn der Wahrheitsfindung dient, dann darf man auch Nachkommastellen erwähnen, nicht wahr?

Wobei man das im letzten Beispiel vielleicht sogar noch achselzuckend und mehr oder weniger resigniert zur Kenntnis nimmt, das liest man doch so oft, bei dem Thema rechnet man eh schon mit falschen Zahlen und Fakten  - aber es gibt auch Themen, von denen man seltener liest und bei denen unbekannte Zahlen einen vielleicht mehr erschüttern..

Und manchmal sind es auch erst die Kommentare der Leserinnen, die dem Inhalt eines Artikels noch einen gewissen Dreh geben – oder ihn ins rechte Licht rücken. Ganz gut zu erkennen bei diesem Beispiel, es geht um Biobaumwolle. Und, wie überraschend, es ist kompliziert.

Wenden wir uns den guten Nachrichten zu. Hier gibt es zum Beispiel ein neues Produkt, es ist, so sagt der Hersteller, rekordverdächtig. Ach nee, Moment, das ist gar keine gute Nachricht. Pardon.

Sehen wir uns also lieber ein Filmchen an, hier geht es um das Kartoffelkombinat, und das wird da auch fein erklärt, wass das ist. Das ist eine gute Sache. Und haben Sie es gemerkt? Das wird mit den gleichen filmischen Mitteln erzählt, die man auch bei einem Imagefilm von Monsanto erwarten würde. Das ist einfach ein weiterer Werbefilm mit melodramatische  Effekten. Ist da jetzt mehr Skepsis als eh schon angebracht? Oder gerade nicht, denn das sind ja doch tatsächlich die Guten? Tja. Kann man mal drüber nachdenken. Ist die Wahrheitsfindung irgendwo da draußen oder in unseren Köpfen?

Vielleicht machen wir lieber einfach Disko. Das ist doch was Reelles! Und danach dann noch ein beherzter Griff in die Muttererde. Zum Runterkommen. Man kann ja nicht immer nur über Informationen nachdenken – man muss auch mal leben. Und das war dann auch schon der Kulturteil, nanu.

Wir wünschen fröhliche Ostern!

GLS Bank mit Sinn

 

 

 

Woanders – diesmal mit Fabian, Siri, Dieter Meier und anderem

Erich Kästners Roman Fabian erscheint endlich in der Originalfassung und das liest sich in der Besprechung so, als müsste man das gleich mal kaufen.

Siri in der Partnerschaft. Faszinierend.  Gleich ausprobiert, da ist es natürlich praktisch, wenn einen die Kollegen eh schon lange für meschugge halten. Das macht es viel einfacher.

Dieter Meier hat ein Soloalbum, klingt interessant.

Isa hat Thomas Pletzinger und Tobias Schnettler zur Übersetzung von Graphic Novels interviewt.

Bilder: Frauen mit Haaren an Stellen, wo heute üblicherweise bei Frauen keine Haare mehr sind. Interessant, wie absurd einem das mittlerweile erscheint, dort behaart zu sein. In meiner Kindheit liefen noch alle so herum, das war ganz normal. Das muss aber schon sehr, sehr lange her sein. Keine Angst, das sind keine pornösen Bilder.

 

Woanders – Der Wirtschaftsteil

Während wir hier in den meisten Ausgaben zumindest ein wenig Hoffnung verbreiten, gibt es natürlich auch Fälle wirtschaftlichen Scheiterns, an denen es nichts zu deuten gibt. Und manchmal werden die so aufgeschrieben, dass es geradezu gruselig schön zu lesen ist. Etwa die Geschichte von dem Autoren hier, der sein Honorar nicht bekam. Es lohnt, den Artikel bis zum Ende zu lesen, auch wenn man nach den ersten Absätzen zu wissen meint, was kommt. Es kommt dann doch noch mehr, und es ist sehr kompliziert.

Der eine kommt nicht an sein Geld, anderen nimmt man es recht raffiniert weg. Auch das ist gruselig.

Das waren lange Texte, da reichen wir gleich noch einen ganz kurzen über wirtschaftliches Scheitern nach. Bitte, wirklich sehr knapp. Und in diesem Text geht es nicht um wirtschaftliches Scheitern, sondern um ein argumentatives, aber manchmal liegt das ja eng beieinander.

Und manchmal schreiben Journalisten über ein Scheitern und scheitern dann selbst dabei, da kann man sich zurücklehnen und Popcorn holen, wenn auf SPON etwas steht, was dann in einem Blog dann zerlegt wird.

Gescheitert ist auch eine Klage gegen Media Markt, da kann man sogar etwas länger drüber nachdenken, als es der Artikel hergibt, nehme ich an.

Na, und beim Scheitern denken wir natürlich auch an den Ökostrom, Grund gibt es allemal. Aber zum Scheitern fallen einem natürlich ohnehin genug Meldungen auf, sogar Meldungen, bei denen man gar nicht recht weiß, ob da etwas scheitert oder nicht. Lassen wir das lieber. Wobei das Scheitern, nur diese eine Anmerkung noch, nicht nur bei uns systemimmanent ist, das können andere Systeme auch. Wir verweisen schnell noch auf dieses beeindruckende Filmdokument aus einem, nun ja, blühenden Staat. Ob das ein Dokument des Scheiterns ist, das kann jeder selbst entscheiden.

Weia, wir brauchen hier dringend eine gute Nachricht. Und die finden wir bei den ach so bösen Konzernen, guck an. “Das Internet erlebt seine Energiewende” steht da, dann wird also doch noch etwas gewendet, wie schön. Aber nette Geschichten gibt es natürlich auch bei kleinen Firmen, selbstverständlich. Und immer gibt es auch einzelne Menschen, die in Projekten gegen “Fehler im System” arbeiten. Irgendwas geht ja immer

Auch wenn es uns manchmal overfordert. Und nein, das war gar kein Tippfehler. Das war der Kulturteil.

GLS Bank mit Sinn

Mal eben ans Meer

Da waren also wieder die üblichen zwei Tage im Jahr, die wir ohne Kinder verbringen. Also tatsächlich die einzigen beiden Tage im Jahr komplett ohne Kinder, in die muss dann sehr viel Erholung passen. Weswegen wir immer wieder an den selben Ort fahren, nach Kühlungsborn. Kühlungsborn ist in Wahreit so toll nun auch wieder nicht, aber da ist der Ablauf geregelt, da geht alles immer genau den Gang, den wir vorgesehen haben, und Überraschungen braucht man nicht, wenn man zwei bis drei Nickerchen pro Tag machen möchte. Mindestens.

Deswegen schaffen wir es, nach Ablauf eines Jahres zu nahezu identischer Uhrzeit wie im Vorjahr im selben Café auf den üblichen Plätzen die gleiche Torte wie im Vorjahr zu bestellen. Womöglich sind wir ein klein wenig schrullig, okay. Jedem seine Abgründe. Wir ziehen aber immerhin in Erwägung, nächstes Jahr doch einmal woanders hinzufahren. Die Torte hat nicht geschmeckt, da bin ich eigen, so etwas muss Folgen haben.

Wir sind in Hamburg bei bestem Wetter losgefahren, das Wetter war sogar so schön, dass ich keine Jacke mitgenmommen habe. Das fiel mir aber erst abends in Nordostwestfalen auf. Wenn wir nach Kühlungsborn wollen, dann müssen wir erst nach Nordostwestfalen, um die Kinder zu den Großeltern zu bringen, das ist ein dezenter Umweg, wie die kartenkundigen Leserinnen ahnen können. Da stand ich dann im Abendhauch frierend am Rand des Nachbarackers und mir fiel gerade noch rechtzeitig ein, dass Schwiegermutter gerne meine abgelegten Outdoorjacken aufträgt, um sich auf Hundetrainingsplätzen damit angemessen zu kleiden. Ich habe also so eine dieser Jacken von ihr zurückgeliehen, es war schon dunkel, ich habe mir die Jacke nicht näher angesehen.

#kuehlungsborn #baltic

In Kühlungsborn war es bei unserer Ankunft nicht mehr frühlingshaft, sondern kühl und grau, wir standen etwas verblüfft am Strand. Genau genommen war es so kühl, dass man es auch kalt nennen konnte, wenn nicht sogar saukalt. Es wehte ein ganz ordentlicher Wind, der Himmel hing tief und die See roch aufgewühlt. Dieser Geruch an der Küste, wenn die Wolken so nah sind, dass alles komprimiert wird und intensiver wird, wenn man meint, jeden Halm Tang riechen zu können, jede einzelne brechende Welle, jedes nasse Stück Holz am Steg. Es war grau, sehr grau um uns herum und die wenigen Spaziergänger hatten diesen forsch bemühten “Das ist aber jetzt trotzdem schön!”-Schritt, mit dem sie die Strandpromenade einmal auf- und abgingen, um sich ihren Nachmittagskaffee zu verdienen oder die Hunde zu bewegen. Das war so ein Grau, dem man ansieht, dass es nicht weggeht, heute nicht und auch nicht morgen und übermorgen nur vielleicht. So ein festsitzendes Strandgrau. Wir sahen aufs Meer, wir sahen auf den leeren Strand, die Luft war wie im November. Oder wie im März? Im Januar? Die Luft war nicht wie im Frühling, Sommer, Herbst oder Winter, die Luft war wie graues Wetter an der Ostsee, das ist eine fast ganzjährige Möglichkeit, eine regionale Sonderform, und wenn man aus der Zeit gefallen plötzlich am Strand stünde, man wüsste unmöglich, in welchem Viertel des Kalenders man gerade ist. Irgendwo im kühlen Grau eben. Outdoorjackengrau.

#kuehlungsborn

Dieses kühle Grau, das mich früher so gekränkt hat. Ich könnte Bücher darüber schreiben, wenn ich es nicht schon getan hätte. Dieses Grau,in dem ich heute noch unweigerlich geisterhaft Hilde am Strand sehe, auch wenn ich gar nicht in Travemünde bin. Eine betrunkene Hilde, wie sie schwankend und Obszönitäten in den Wind brüllend Steine in die Brandung der Ostsee wirft, mit offener Pelzjacke und derangierter Frisur, der Pudel wie immer mit indigniertem Blick starr daneben. Wie sie mir zuwinkt und lacht, wild lacht, vulgär lacht. Ich sehe heute noch Stefan, Sarah und mich über den Strand gehen, planlos und lustlos, Miesmuscheln zertretend, von Nord nach Süd und wieder zurück. “Was machen wir jetzt?” Weit vom Sommer, diese Strandspaziergänge, sehr weit sogar. Ich sehe heute noch den alten Hugo aus dem Kioskfenster zur Fahrrinne starren. Ausdruckslos, geduldig und grau wie die See. “Pommes für euch?”

Die geliehene Jacke hat der Familienkatze jahrelang als Schlafplatz gedient und ist so haarig, wie man es bei glatten Outdoortextilien gar nicht für möglich hält. Ich schüttele sie herum, ich zupfe an den Haaren, das ist alles völlig sinnlos. Sie war einmal schwarz, jetzt ist sie altkatzensilbergrau. Ich trage eine Katzenhaarjacke und sehe aus, als sei das ein neuer Hipster-Spleen. Ich gehe mit der Herzdame Hand in Hand, aber sie hält einen Meter Abstand, sie will keine Haare abbekommen. Meine Fingerspitzen an ihren Handschuhen. Wir gehen durch das kühle Grau und es ist alles in Ordnung. Das Grau ist fotogen, Handyfotos von schlechter Sicht am Meer werten die Szenerie dann doch etwas auf. Als ich jung war, da gab es kein Instagram, wir hatten ja nichts.

Es ist kalt und grau und es macht nichts. Wir wollen sowieso ins Bett, wir können da auch gleich bleiben, da ist schlechtes Wetter sogar praktisch. Ich habe eine Herzdame an der Hand und ich nehme sie mit. Wir haben zwei Kinder und Sarah hat zwei Kinder und Stefan hat ein Kind und wir schreiben uns ab und zu auf Facebook oder auf Twitter. Das Grau hier vor mir ist jetzt völlig okay, so ist es gekommen. Es riecht fischig und es riecht gut, soll das Wetter doch so bleiben. Schön ruhig hier, man könnte eigentlich auch öfter ans Meer fahren.

Hinten im Yachthafen schaukelt ein Schiff mehr als die anderen, man hört Musik herüberwehen. “Alle die mit uns auf Kaperfahrt fahren, müssen Männer mit Bärten sein…” und die Herzdame muss stehen bleiben, weil es sie so rührt, dass da jemand im Grau auf einem ziemlich kleinen Boot sitzt und feiert und etwas von wilder Kaperfahrt singt. Die jungen Männer mit dünnen Bärten, die da an Bord sitzen und das Lied mitgrölen, die würden wahrscheinlich nicht wollen, dass ihre Party irgendwelche Herzdamen rührt, aber was soll man machen, so ist das mit der Jugend. Man wird nicht verstanden.

Wir gehen ins Bett und im Wald hinterm klopft ein Specht und schreit ein Käuzchen und vor dem Hotel rufen die Möwen über der Ostsee und der Regen trommelt leise an unser Fenster und wir ziehen die Decke hoch.

Zwei Tage an der Ostsee. Auch mal schön.

#kuehlungsborn

#kuehlungsborn

#kuehlungsborn

#kuehlungsborn

#kuehlungsborn

#kuehlungsborn

#kuehlungsborn

Woanders – Der Wirtschaftsteil

Nachdem die Welt laut der Meldungen in der letzten Woche bald untergeht, freuen wir uns natürlich auch einmal über Meldungen, die einiges relativieren. Etwa das mit der Überbevölkerung. Da liest man erstaunliche Fakten, etwa die zum Sudan, achten Sie mal darauf. Wenn es denn Fakten sind, wer will das beurteilen, die wenigsten werden Ahnung haben.

Man muss es wohl einfach so hinnehmen, dass es anders gehen könnte. Und warum auch nicht, es ist ja ein netter Gedanke, damit lebt es sich gewiss besser als mit der Endzeitvision.  Man muss Schlagwörter lernen, wie etwa das von der Suffizienz und sich auch auf Diskussionen dazu einlassen, damit man nach vorne denken kann.

Man muss Studien misstrauen und sich eine eigene Meinung auch mal ganz ohne statistische Unterfütterung bilden. Und den Medien sollte man fragend begegnen, versteht sich. Und der Regierung, eh klar.

Allem misstrauen – und dennoch Spaß haben und kreativ sein, das ist doch ein Weg. Selber denken, das soll ja auch Spaß machen und manchmal zu Erkenntnissen führen. Oder Ideen haben und sie auch umsetzen. Weil der Mensch sich helfen kann, das zeichnet ihn aus. Wir sind und bleiben wohl auch erfinderische Wesen. Und weil man eben doch etwas ändern kann, und sei es nur dadurch, dass man vorweg radelt. Oder indem man das macht, was Sie auch gerade machen: am Computer sitzen und vor sich hin denken. Manchmal sogar mit Ergebnis,denn natürlich kann man auch am Schreibtisch die Welt verändern.

“Der Nutzer sucht den Nutzen”, ein schönes Zitat aus diesem Text hier, da geht es auch um das Umdenken am Schreibtisch. Bedarf daran gibt es fraglos, es geht schließlich nicht alles in die richtige Richtung.

Im Kulturteil erinnern wir kurz an einen sehr berühmten Erfinder, nachdem wir hier so viele Neuerungen erwähnt haben, das hat er sich verdient. Seinen Standardsatz “Muss noch dran gearbeitet werden” kann man gar nicht oft genug vor sich hinmurmeln. Und die Erkenntnis, dass man ab und zu ein Helferlein braucht, die ist natürlich auch wichtig.

GLS Bank mit Sinn

Woanders – diesmal mit der Elternzeit, den Kammerspielen, Instagram und anderem

Notizen aus der Elternzeit. Der Zettel hätte hier so auch hängen können. Textgleich.

Ein nicht ganz so bekannter Aspekt der Hamburger Kammerspiele.

Darf man Essen im Restaurant fotografieren? Siehe dazu auch hier.

Pia Ziefle über Online-Banking.

Isa mit dem Service für Suchende.

Studenten und Rechtschreibung. Früher war alles besser. Wir bekamen ja bei einer Sechs im Diktat noch eine gelangt! Ach nee, war auch doof.

In Hamburg gründet sich die Regionalwert AG und sucht einen Laden. Sehr feine Sache, ich komme sicherlich noch darauf zurück.

Bilder: japanische Gullydeckel.

Bilder: Kinder in syrischen Flüchtlingscamps – keine Angst, keine Horrobilder. Oder doch, wie sollte es anders sein. Aber anders, als man zunächst denken könnte.

Woanders – Der Wirtschaftsteil

Während wir hier jede Woche Meldungen zur allmählichen Verfertigung einer besseren Welt in die Öffentlichkeit streuen, hauen einem andere von hinten ganz andere Erkenntnisse in die Knie: es hat eh alles keinen Sinn. Da kann man ja mal drüber nachdenken. Vielleicht kommt man dann auch zu der Schlussfolgerung dieses Artikels und kümmert sich erst einmal um das Naheliegende. Das kann man ganz ähnlich natürlich auch in Büchern nachlesen, wie sollte es anders sein.

Vielleicht wird man erst später verstehen, ob Entwicklungen wie etwa die Gamification der Arbeit ein korrekter Zug in die richtige Richtung waren – oder doch ein modernes Pendant zur spätrömischen Dekadenz, ein Signal kurz vor dem Untergang. Wir denken über so abgedrehte Fragen wie die der Gamification ganz selbstverständlich nach, geben uns souverän und entwickeln vermeintliche Lösungen, dabei müssten wir immer noch viel mehr Energie in elementarere Fragen stecken. Etwa die, wie wir in einer Gesellschaft künftig arbeiten, in der Frauen und Männer Kinder und Jobs wollen. Wobei man über die Arbeit an sich und was sie mit uns macht sowieso mehr nachdenken sollte. Und manchmal findet man Artikel, die helfen dabei.

Da fiel eben das Wort Taktung, in dem letztverlinkten Artikel, da können wir zwanglos überleiten zu einem faszinierenden Artikel über Hochgeschwindigkeitszüge. Der Artikel ist lang, er ist sogar, da gibt es nichts, außerordentlich lang. Aber auch außerordentlich interessant, bleiben Sie ruhig dran. Zu Taktung schnell noch ein anderes Wort hinterhergeworfen, weil es sich so schön anschließt: Zeitwohlstand.

Und selbstverständlich findet die Rettung der Welt auch weiterhin am eigenen Herd statt. Das ist übrigens ein Satz, den man ironisch verstehen kann oder nicht, er bleibt immer richtig. Katharina Seiser hat das schöne Projekt “Tierfreitag” initiiert, da geht es um Texte zu tierfreiem Essen aber auch zum Umgang mit den Tieren, die wir oder andere essen. Das ergibt eine große und lebendige Sammlung, die ständig aktualisiert wird, da findet man immer wieder interessante Anregungen für die Küche und fürs Hirn. Prädikat besonders wertvoll. Aus Gründen, wie man so schön sagt. Man findet aber noch mehr Gründe, es ist fast egal, wo man hinsieht. Man kann sich auch einfach an die Straße stellen und mal gucken. Wie hier etwa die Polizei in Oldenburg. Und übrigens finden das auch Metzger nicht mehr so toll, wie das alles läuft, das kann man etwa hier bei einem bloggenden Metzger nachlesen. Oder aber man lässt die Details, tritt ganz weit zurück und guckt auf die ganze Welt. Sieht aber auch nicht so toll aus.

Einen Nachtrag müssen wir noch schnell zur letzten Woche bringen, da ging es in dem einen Film um eine Favela in Spanien. So etwas gibt es aber auch in näher – etwa in Berlin.

Im Kulturteil verbinden wir den ersten Link einfach mit dem Thema Zeit und was haben wir dann? Ein langes Lied zum Ende. Ja, das dauert 13 Minuten. Ja, das muss so. Zum Ende ruhig nochmal Zeit nehmen! Sagt ja keiner, dass man in der Endzeit keine Kultur haben darf.

GLS Bank mit Sinn

Woanders – diesmal mit Monstern, Beppo, Thüringen und anderem

Wo die müden Monster wohnen.

Die zwei Geschwindigkeiten von Beppo.

Über eine Jugend in Thüringen.

Ein Vater, der nicht fegen kann.

Eine dörfliche Soundcollage.

Herr Kid denkt über Perlhühner nach.

G8/G9, ach wie scheun. Und hin und her und hopsassa, ist das Abi endlich da. So geht Schulpolitik in Deutschland, kurzgefasst. Hier steht die Langversion.

Wie unterschiedlich die Sternzeichen mit der Buchhaltung umgehen, habe ich für die Firma lexoffice hier erklärt.

Und hier noch ein äußerst interessanter Text zur Zombie-Apokalypse. Na, oder so ähnlich. Aber wirklich lesenswert.

Bilder: Palästina.

 

Woanders – Der Wirtschaftsteil

Fangen wir gleich mit der Wahrheitsfindung an – und mit einem grandiosen deutschen Wort, mit der “Lebensmittelbuchkommission”. Es geht um das, was auf Etiketten steht, auf den Etiketten von dem Zeug, was etwa bei Discountern so als Lebensmittel verkauft wird. Womit man dann natürlich ganz zwanglos zum Etikettenschwindel überleiten kann, den es nicht nur in der Lebensmittelindustrie gibt, nein,das können andere Branchen auch ganz gut.

Wobei natürlich gerade beim Thema Energie die Sachlage so dermaßen kompliziert ist, dass jeder mutmaßliche Experte jeden Verbraucher leicht an die Wand spielen kann. Ob es da hilft, wenn die großen Medien Beiträge zum Thema Energie in nett animierten Specials aufbereiten? Ist das nun die strahlende Zukunft des Journalismus – oder ist das nur eine unselige Kreuzung aus Powerpoint und Peter Lustig? Schwer zu sagen.

Wenn es beim Thema Energie um neue Technologien und Lösungen geht – was soll man da überhaupt glauben? Geht es um Risiken oder um Lösungen? Na, einige Neuheiten wirken zumindest so, als seien sie harmloser für die Umwelt als andere.

Es gibt, das liegt sicher ganz am Rande des Themas, passt aber doch noch irgendwie, auch in Europa übrigens Menschen, die für Strom gar nichts bezahlen. Weil sie in einer Gegend wohnen, in der Strom einfach illegal abgezapft wird. Aus Gründen, wie man so schön sagt.

In der Cañada Real leben auch Flüchtlinge. Eine soziale Gruppe, zu der man nicht oft gute Nachrichten findet, umso dringender müssen sie dann hier vorkommen. Das ist schön, nicht wahr, wenn die Menschen so aufeinander zugehen, das leuchtet unmittelbar ein, dass das wertvoll ist. Man kann auf viele Arten aufeinander zugehen, man kann dabei auch einfach mit Kimchi anfangen. Warum nicht?

Aber wir reiten immer wieder auf den selben Branchen herum, das muss aufhören. Wir wollen auch endlich auf andere Bereiche sehen, die sind bestimmt auch spannend. Andere Branchen z.B., in denen Deutschland noch prächtigen Erfolg hat. Und auch bei diesen Geschäften lohnt selbstverständlich ein Blick auf die Details.

Wobei unter uns sittlich bemühten Menschen der Waffenhandel natürlich sowieso kein Thema ist, was hat das schon mit unserer Lebenswirklichkeit zu tun? Nichts. Wenn wir etwas aus dem Holster ziehen, dann ist es sicher keine Pistole, sondern etwas ganz anderes. Eh klar.

Und in den Blogs? Dort denkt man derweil weiter über das Richtigmachen nach. Und zwar intensiv. Manche überkommt es plötzlich beim Backen, aber ganz egal wobei – es überkommt immer mehr. Mit immer anderen Ergebnissen. Und wenn man das Richtigmachen dann versucht, dann ist es manchmal gar nicht so einfach, wie es klingt. Kann man hier in der SZ nachlesen. Die Autorin, so liest man in ihrer Bio, hat eine Schwäche für Subkulturen. Da weiß man dann wieder, wo man hingehört, wenn man sich mit so schrägen Themen wie Foodsharing abgibt.

Im Kulturteil sehen wir uns schließlich noch das an, was wir uns im Job sowieso jeden Tag ansehen, sei es nun von außen oder von innen. Es wird hier nur etwas anschaulicher präsentiert. Das gute alte Hamsterrad.

GLS Bank mit Sinn

Woanders – diesmal kurz mit der U-Bahn, dem Mittagessen, Fred Astaire und anderem

Das hier ist eine vollkommen aberwitzige Fleißarbeit, eine ausführliche, wirklich wahnsinnig ausführliche Beschreibung des Hamburger U-Bahnnetzes mit allen Bahnhöfen. En detail. Da hat jemand seine Aufgabe gefunden.

Wer wissen will, wie es um die Mittagsessenkultur oin Deutschland bestellt ist, guckt hier beim Kantinenvergleich.

Herr Rau verweist auf Fernsehauftritte von Fred Astaire. Wie Sohn I mit Kennerblick sagte: “Der kann das ganz gut, das mit dem Tanzen, was?”

Bilder: Piano-Bars in Flugzeugen.

Wladimir Kaminer über die Krim.

 

Woanders – Der Wirtschaftsteil

Eine Meldung, die wunderbar die Komplikationen illustriert, die uns hier immer wieder umtreiben: Dinkel wird knapp. Und zwar nicht, weil die Hipster-Mütter alle Vorräte in Plätzchen verbacken, nein – sondern wegen Bio. Darauf muss man auch erst einmal kommen.

Und während hier Flächen für den Anbau von Biolebensmitteln mit immerhin legalen Methoden verloren gehen, geht das in Italien etwas krimineller zu. Man kann sich aus dem Stand eine Mafia-Serie dazu ausdenken.

Dafür kommt das Urban Gardening in China an, es ist – wie immer – nicht alles hoffnungslos. Nein, die Zukunft könnte interessant ausfallen – wir merken uns für den Smalltalk schnell den Begriff “kuratiertes Essen.” Und fragen uns nebenbei, wer sich denn für die Vielfalt auf dem Teller wirklich einsetzt. Ein wichtiges Thema, das ist übrigens auch in den Mainstream-Medien so etwas von angekommen. Beim Nachdenken über die Verwestlichung der Welt möchte man gleich auf etwas verzichten, weniger konsumieren, weniger zum Elend beitragen. Und sei es nur durch den Verzicht auf Verpackungen. Oder auf bestimmte Deo-Varianten? Oder die Welt verbessern, in dem man Reste isst? Guck mal an, die Schweizer.

Aber noch einmal kurz zurück zu China, also zumindest assoziativ, denn da fallen uns übrigens noch 7 Milliarden fehlende Arbeitsbienen ein. Das ist aber gar nicht metaphorisch gemeint, sondern ganz wörtlich und spaßfrei.

Apropos Arbeitsbienen: in Polen, Frankreich und Dänemark sind die Männer im Haushalt aktiver als bei uns. Vielleicht können die da einiges besser vereinbaren, heulen weniger und strengen sich mehr an? Nein, das war eine rhetorische Frage, schon klar. “Wo sich Deutschlands Schweine ballen” ist übrigens eine seltsam passende Überschrift nach dieser Meldung, dabei geht es um etwas ganz anders. Oops.

Im Kulturteil geht es wieder um Design. Und zwar um Wassersparen, Schnecken und Toiletten. Doch, das passt schon. Und dann müssen wir an dieser Stelle noch geradezu zwingend auf AirPnP hinweisen. Geht gar nicht anders.

GLS Bank mit Sinn

Woanders – diesmal mit dem Maternal Gatekeeping, einer alten Geschichte, dem Beobachten und anderem

Das Nuf wichtig und richtig über “Maternal Gatekeeping”, ein Begriff, der mir bis heute völlig unbekannt war.

Don Dahlmann gräbt alte Geschichten aus. Find ich gut.

Bei Meike Winnemuth kann man lesen was passiert, wenn man beim Beobachten zu erfolgreich ist. Sozusagen.

Frau Gminggmangg fährt Bus.

Barbara klebt.

Eine gewisse Sportartikelfirma versucht gewisse Anhänger loszuwerden.

Schicke und besonders sinnige Lesezeichen.

Catalina kannte keinen Schnee.

Film: Ein langer Film über William Eggleston. Ich mag das, wie er aus dem Auto steigt und knipst und gleich wieder wegsieht. Der Film ist doppelt, erst kommt die englische Fassung und ab Minute 26 dann die deutsche.

 

Woanders – Der Wirtschaftsteil

Das hat zwar in den letzten Tage schon jeder verlinkt, es ist aber auch wirklich zu und zu toll. Wie Verkehrsplanung für Radfahrer anscheinend auch ausfallen kann, in einem fernen Märchenland. Na gut, zugegeben, das Land ist nicht gar fern und auch nicht märchenhaft, das ist bloß einer der Nachbarstaaten. Aber wieder treibt uns die nagende Frage um: Warum lesen wir solche spektakulären Nachrichten, also die mit dem Wow-Effekt, immer nur aus dem Ausland? Kann man so etwas nicht auch in Kaiserslautern bauen? In Schwerin, Magdeburg, Pirmasens?

Von Holland kann man offensichtlich eine Menge lernen, wenn es um Verkehrsplanung geht. Aber lernt denn jemand? Es ist ja nicht so, dass die Menschen hier nicht bereit wären, ihr Verhalten zu ändern. Da geht was, Verkehr kann sich ändern. Es spielen nur nicht alle Institutionen mit.

Wir können aber, bevor wir die Radfahrer verlassen, doch noch schnell den Smalltalkbegriff der Woche einführen, der diesmal kein Anglizismus ist, das ist auch einmal nett. Es geht um Haifischzähne, und was die mit Rädern im Straßenverkehr zu tun haben, das steht hier.

Für die Träumer unter uns verweisen wir noch schnell auf die Erfolge in Tallinn. Ach ja, es wäre so nett, nicht wahr. Wobei Erfolg natürlich relativ ist, manchmal ist es auch schon ein Riesenerfolg, überhaupt voran zu kommen und nein, wir reden gar nicht vom Stau. Sondern von dem, was ein Rad für einen Menschen ausmachen kann.

Wenn man vom Auto aufs Fahrrad wechselt, dann wird die Luft besser, das ist eine Maßnahme zur Säuberung der Stadt. Dazu können einem noch weitere Maßnahmen einfallen, um einmal wieder eine Überleitung erster Klasse anzuwenden. Man kann die Stadt z.B. auch von Werbung säubern. Das klingt erstaunlich, und so sieht es dann auch aus. Aber das ist schon wieder weit weg, in Brasilien. In Deutschland macht man sich eher Gedanken, wie man bisher verpasste Zielgruppen doch noch werbend erwischen kann.

Aus den für die Werbung relevanten Zielgruppen kann man nicht nur durch das Alter herausfallen, das geht auch anders. Und in diesem Zusammenhang muss man natürlich wieder den Leerstand erwähnen, zur Abwechslung einmal den in ganz Europa. 11 Millionen leere Häuser. Kann man kurz einwirken lassen, die Zahl. Noch etwas mehr unerfreuliche Statistik zu Europa? Man wird so leicht fündig.

Nun haben wir schon fast das Ende der Kolumne erreicht und kein einziges Nahrungsmittel erwähnt, kann man das so stehen lassen? Natürlich nicht. Wir brauchen noch den wöchentlichen Aufreger, den schnellen Skandal für zwischendurch, die geradezu wohlige Empörung.

Im abschließenden Kulturteil kann uns nach so viel Fahrrädern im Text natürlich nur ein Stück einfallen, der Klassiker schlechthin, also Kopfhörer auf und losgerast. Wer dazu noch den kulturgeschichtlichen Bildungshintergrund braucht: bitte sehr.

GLS Bank mit Sinn