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Woanders – Der Wirtschaftsteil

Kümmern wir uns einmal auch um die Wirtschaftsgeschichte, auch da kann man nämlich das in Frage stellen, was als selbstverständlich gilt. Was wir einmal gelernt haben, es muss nicht immer noch stimmen. Die Deutsche Welle zur Frage: Gab es vielleicht gar keine Trümmerfrauen? Alles nur ein moderner Mythos?

Nach den Trümmerfrauen kam das Wirtschaftswunder. Auf dessen Höhepunkt wird man sich vermutlich nicht vorgestellt haben, dass Altersarmut hier einmal ein großes Thema sein wird. Das ist sie aber, denn immer mehr alte Menschen sind von Armut bedroht. Etwa in Hamburg, der “Hauptstadt der Altersarmut”. Sagt jedenfalls die taz. Die Zeit schlagzeilt ganz anders: Die ewige Mär von der Altersarmut. Nanu!

Wobei man natürlich nicht alt sein muss, um arm zu sein. Das geht in jedem Alter und alleinerziehende Frauen sind sehr oft betroffen, da ist ein Blogartikel auch einmal erhellender als ein Text in einer Wirtschaftszeitung.

Aber bleiben wir noch kurz bei der Geschichte, diesmal bei der Geschichte eines speziellen Berufs und werfen wir auch einen Blick auf dessen Gegenwart – es geht um Vertreter. Sieh an, es gibt noch ein Leben neben dem Onlinehandel. Der Handel neben dem Onlinehandel ist aber bekanntermaßen schwer angeschlagen, man denke nur an Karstadt.

In Iserlohn hat jetzt die Stadt das Warenhaus gekauft, um keine riesige Ruine in bester Lage zu haben. Da macht also die Stadt wieder die Stadt, nicht private Investoren. Der Anfang eines Trends?

Der Online-Handel bedroht den Offline-Handel, die Suffizienz-Bewegung bedroht beide. Falls Sie den Begriff nicht kannten, da haben wir gleich wieder etwas für den Smalltalk gelernt, das ist immer gut. Bei der NZZ weiß man noch mehr.

Und da sind wir dann also schon wieder bei den Folgen unseres Handelns und unseres Handels, da landen wir ja fast immer im Laufe der Kolumne. Bei Blogoli geht man der Frage der moralischen Verbraucherentscheidung nach – Henne oder Ei?

Noch viel mehr zu dieser und ähnlichen Fragen und mit geradezu erstaunlich verwandter Schlussfolgerung textet Wolfgang Uchatius in der Zeit – “Soll ich wählen oder shoppen” – über die Macht der Verbraucher und die Rolle des Staates. Das ist ein langer Text, aber der lohnt sich, ruhig durchhalten.

Währenddessen reißt da draußen auch die Eröffnung eines neuen Primarks keinen mehr vom Hocker, woran sich die FAZ wieder abarbeitet, das wird bei denen allmählich schon zur Obsession. Aber bleiben die Kunden aus, weil sie lieber fair hergestellte Ware kaufen möchten? Da sind Zweifel wohl angebracht. Obwohl faire, biologische, nachhaltig angebaute, regional vertriebene, ökologisch wertvolle Produkte natürlich auch längst ein ergiebiger Markt sind. Und was macht man in solchen Märkten? Man ringt um Vorteile und Anteile. Warum sollte es da auch anders sein, als in der herkömmlichen Handelswelt. Siehe dazu übrigens auch die Entwicklung in den USA.

Und apropos bio und regio – bei Biorama denkt man noch etwas intensiver darüber nach, mit einem Exkurs zur Logistik im Regionalen. Es ist vielleicht noch komplizierter, als man zunächst denkt.

Ganz zum Schluss ein entspannter Blick auf hübsche Teppiche. Aus Müll. Warum auch nicht.

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Woanders – diesmal mit einem Laufrad, einem Butzel, einer Suppe und anderem

Familie: Patricia über das Leben im Laufrad, also über unser aller Problem. Nachdem es meinen ganzen Bekanntenkreis zu betreffen scheint, nahezu sämtliche Kollegen und alle Eltern ringsum, darf man das vielleicht einfach mal hochrechnen. Zumindest doch wohl auf alle Menschen, die Kinder haben.

Schule: Die Zeit über die desaströse Lage beim Thema “Computer in der Schule” – in Deutschland, versteht sich. Anderswo sieht das besser aus.

Feuilleton: Ich habe schon lange nicht mehr auf das Blog “Das geheime ABC” hingewiesen, das ich sehr gerne lese. Da geht es um den Brockhaus von 1952 und was mit den Begriffen heute noch anzufangen ist – ein sehr faszinierendes Projekt.  Und immerhin schon bei K wie Kothurn. Kann man gleich was lernen und rückwärtsblättern macht dort übrigens auch viel Spaß. So ein Brockhaus ist ja etwas dicker.

Ökobioregio: Ich hatte gerade geschäftlich mit einem Onlineshop zu tun, der sich auf nachhaltige Produkte spezialisiert hat. Ich habe mir das Sortiment dort angesehen und stieß auf die Rubrik “Sex” – und da fand ich das Sortiment von WaldMichlsHoldi. Vermutlich war das einer der lustigsten Momente in der letzten Woche, als ich bei denen die Produktnamen und Beschreibungen las. Der Butzel! Die Waldfee! Umwerfend, die müssen unter dem Tisch gelegen haben, als sie sich die Namen ausgedacht haben. Das ist ganz großes Kino, was die da machen und wenn man etwas darüber nachdenkt, ist es auch noch sinnvoll. Natürlich doch, im wahrsten Sinne des Wortes. WaldMichlsHoldi. Für nachhaltigen Sex in der Region.

Küche: Wirsing-Parmesan-Suppe gekocht, Rezept hier. Gute Suppe, das ist ja im November ganz wichtig. Nicht nachwuchskompatibel, aber man kann sich ja nicht um alles kümmern.

 

Woanders – Der Wirtschaftsteil

Über Ernährung hatten wir in der letzten Folge genug, es gibt noch so viele andere spannende Themen in der Wirtschaft, teils werden sie auch in Blogs behandelt. Antje Schrupp z.B. denkt über Hartz IV nach. Das tun andere auch, hier etwa Herr Butterwege im Deutschlandradio, zu einem positiven Urteil kommt er auch nicht. Kommt das überhaupt jemand? Liest man das irgendwo?

Hartz IV, da geht es um Armut, wie man es auch dreht und wendet. Im Migazin, ohnehin oft einen Blick wert, geht es um Bildung, die Migranten nicht vor Armut bewahrt – zumindest in Deutschland nicht.

In der SZ gab es vor einigen Wochen eine interessante Aufstellung über die Länder, aus denen Flüchtlinge zu uns kommen. Da sind wir bei einem Thema, das meist nicht mit guten Nachrichten assoziiert wird, da kann man immerhin ein klein wenig gegensteuern. Etwa mit einem zweiten Blick auf das Migazin, da geht es um Onsabrück, um eine Stadt, die mit Flüchtlingen etwas anders umgeht, als man es sonst aus den Medien mitbekommt. Oder wir schalten kurz nach Lübeck, auch dort geht etwas, was anscheinend nicht überall geht. Warum auch immer.

Die Krautreporter recherchieren derweil absurde Details zum Thema Flüchtlinge, man darf annehmen, dass die wenigsten schon etwas von forensischer Phonetik gehört haben?

Flüchtlingen fliehen aus Staaten, die ihnen Heimat waren und im Herzen vielleicht Heimat bleiben, aber nicht immer gibt es eine Chance auf Rückkehr. Ob und wie Flüchtlinge bei uns eine Heimat finden können, das scheint gerade wieder vermehrt diskutiert zu werden, und, die Beispiele oben zeigen es, manchmal sogar überraschend positiv. Währenddessen entdecken andere Staaten die Zugehörigkeit zu ihnen als Ware, zumindest virtuell. Das hört sich zunächst seltsam an, ist es aber gar nicht. Wobei sich auch die deutsche Heimat Stück für Stück in den virtuellen Raum übertragen lässt, auch so ein unterschätztes Thema.

Und auch Deutsche können übrigens ihre Heimat verlieren, mitten in Deutschland. Wie das zugeht, steht hier bei Greenpeace.

Wir haben noch keinen Nahverkehr erwähnt, wir haben das ganze Thema Verkehr noch gar nicht erwähnt! So geht es ja nicht, aber tatsächlich soll es einmal nicht um Fahrräder gehen, sondern um Kutschen. Kutschen im Wirtschaftsteil? Aber doch, das ist schon richtig so. Das freut auch das das Controlling, wenn die Kutschen wieder rollen.Und ganz zum Schluss darf die erste Street-Pong-Ampel in Deutschland natürlich nicht fehlen, eine Neuerung, die Wartezeiten an Ampeln revolutionieren könnte. Man stelle sich vor, wie man da spielend am Straßenrand steht, während die Kutsche der Müllabfuhr langsam vorbeirollt… am Ende wird gar nicht alles schlechter, wer weiß.

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Woanders – diesmal mit Flüchtlingen, einer Filmrezension, einer Fahrradstraße und anderem

Schule: Ein Artikel über Schulunterricht für junge Flüchtlinge.

Schule: Zwölfjährige auf einer etwas anderen Klassenfahrt. Na, sagen wir ruhig ganz, ganz anders.

Hamburg: Eine neue Fahrradstraße in der Stadt – und was ADAC, CDU und andere seltsame Gruppierungen davon halten.

Feuilleton: Erdmöbel, eine von mir sehr geschätzte Band, über Spotify und warum sie da nicht mehr vertreten sind. Und es geht auch allgemeiner um die wirtschaftliche Situation von Musikern.

Familie/Feuilleton: Ich mag es sehr, wenn im Kinderfimblog etwas verrissen wird. Man beachte in dieser wunderbaren Rezension den letzten Satz von meinem gelegentlichen Gastblogger Rochus Wolff – da weiß man doch, woran man ist.

Gesellschaft: Perils of perception ist ein Fragespiel zum Thema Vorurteile und Wahrnehmung gesellschaftlicher Zustände. Der Link führt zu einer Seite von Ipsos, das ist der Konzern, für dessen deutsche Firma ich arbeite; der Link hat mit meiner Arbeit allerdings rein gar nichts zu tun.

Küche: Das hier gegessen, mit Spinat statt Mangold, aber das ist ja egal. Schmeckt gut und macht nicht viel Arbeit. Abgesehen davon, dass man für evtl. anwesende Kinder noch Brote schmieren muss, da sie das hier eh nicht anrühren.

 

Woanders – Der Wirtschaftsteil

Es gibt seit einigen Woche eine neue Quelle in Deutschland, das Projekt der Krautreporter ist gestartet. Das ist erfreulich für die beteiligten Journalisten, das ist erfreulich für uns, denn dort gibt es auch Texte, die in den Wirtschaftsteil passen. Etwa wenn es um Milchwirtschaft geht, um die immer noch optimierbare Leistungsfähigkeit der Milchkühe, wobei “Optimieren” dabei wohl schon lange kein passender Begriff mehr ist, pardon. Man beachte die rot markierte Zahl am Ende des Textes. Hätten Sie das gedacht? So wenig?

Im Text klingt der Preisdruck bei der Milch an, ausgeübt durch Discounter wie Lidl oder Aldi. Die SZ ergänzt da eine etwas andere Sichtweise und schiebt den Schwarzen Peter doch wieder den Bauern zu.

Falls das schon zu viel Text zum Thema Milch wird, das gibt es alles mit noch mehr Inhalt auch bequem als Film, bitte sehr, das ist hier ja eine serviceorientierte Veranstaltung.

Genug von der Milch, wenden wir uns wieder der Wirtschaft 2.0 und ihren großartigen Schlagworten zu. Oder nein, verbinden wir das doch einfach mit den ersten Links – und lesen etwas über Crowdbutchering. Doch, das ist ernst gemeint.

Und das hat natürlich seinen Preis, die so geteilte Kuh ist teurer als die abgepackte im Supermarkt, das versteht sich. Ob diese Preisdifferenz Folgen für die Gesellschaft und die Gesundheit hat, das ist auch eine der Fragen, die uns hier immer wieder umtreiben. Ist gesundes Essen teuer? Alle paar Monate gibt es eine andere Antwort, im Moment steht sie gerade wieder bei: Ja.

Ein guter Moment, um nach Osnabrück zu sehen. Da steht ein Kühlschrank im Garten, und womöglich ist das gut so. In Berlin ist alles größer, eh klar, da sind es gleich 21 Kühlschränke.  Und wer noch etwas Motivation braucht, über Lebensmittelverschwendung nachzudenken, bitte sehr, hier noch ein paar Zahlen. Es ist ja nicht so, dass man das alles nicht messen könnte. Wir können auf einem Kometen landen, wir können auch die verspeisten Innereien pro Einwohner in Gramm ermitteln.

Wobei das alles nicht so einfach ist, das mit der Lebensmittelverteilung und -rettung, nicht einmal bei altem Brot. Wenn die Behörden nicht mitspielen, wird alles sehr, sehr kompliziert. Dabei kann man aus diesen Lebensmitteln noch so viel machen, bis hin zu Restaurantessen mit moralisch-ethischer Nebenwirkung.

Kompliziert ist auch, was hinter einer kleinen Schale Tomaten steckt, die man ohne großes Nachdenken in den Einkaufswagen legt. Und damit zum Schluß noch einmal zurück zu den Krautreportern, dort wird die Sache mit den Tomaten aus Marokko, der Westsahara und der Terrorbekämpfung einmal gründlich aufgedröselt. Da schmeckt der Insalata Caprese doch gleich viel spannender.

Aber kann das der Schluss gewesen sein? Eine ganze Folge ohne Fahrräder? Natürlich nicht. Noch ein Filmbeitrag, allerdings kein entspannender. Eher einer, bei dem man als Opfer deutscher Verkehrsplaner wieder einmal grün vor Neid werden kann: Bicycle anecdotes from Amsterdam. Man muss es sich immer wieder klar machen, was man da sieht: Das ist kein Sieg einer schrägen Subkultur. Das ist normales Leben in einer normalen Großstadt, das ist ereichbar.

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Woanders – diesmal mit Albanien, Adelhaid, ausgewählten Kindern und anderem

Fotografie: Schwarzweißbilder aus Albanien, und man kann sich zu jedem Bild einen Roman von Ismail Kadare denken. Oder einen nachlesen, da muss man vermutlich gar nicht lange suchen, bis eine Szene passt.

Fotografie: Katrin Scheib verweist auf einen Artikel bzw. auf eine Bilderreihe zu zwei russischen Tantchen.

Schule: In der FAZ ein langer Artikel über Gymnasien. Enthält im Grunde nichts, was man nicht schon weiß, aber den Satz „Aufs Gymnasium gehören die geeigneten Kinder – und die eigenen“ fand ich schön. Der entspricht exakt dem, was alle Eltern zu denken scheinen, eine wirklich schöne Zusammenfassung. Ich würde mit erheblichem Abstand zur eigenen Schulzeit heute übrigens die Lateinvokabeln als außerordentlich nützlich einordnen, von denen habe ich tatsächlich immer noch etwas. Während ich das komplette Bio-Chemie-Physik-Mathewissen quasi mit dem Aushändigen des Abiturzeugnisses komplett verdrängt habe, was mich erst viel, viel später geärgert hat. Ich habe da als Schüler nichts interessant, schön oder unterhaltsam finden können, heute wäre das etwas anders. Na egal, ich gucke mir die Sachkundeblätter von Sohn I genau an und nutze die zweite Chance.

Gesellschaft: Zum Mitfreuen – Adelhaid hat geheiratet. Wer vielleicht schon vergessen hat, was das ausmachen kann – bitte hier nachlesen.

Hamburg/Irgendwasmitmedien: Der Printjournalismus stirbt so vor sich hin, aber in Hamburg-Harburg leistet einer Widerstand. Und wie.

Irgendwasmitmedien: Felix Schwenzel mit einem netten Detail zur Huffington Post Deutschland.

Reise: Ein Elternpaar aus unserem kleinen Bahnhofsviertel macht ein Reisejahr und tourt mit den Kindern etwas herum, es gibt also tatsächlich noch Menschen, die Zeit haben. Wie isses nun bloß möglich! Gerade sind sie mit Venedig durch, wo sie ein paar Wochen waren, die Erfahrungen mit der Stadt haben sie hier in ein paar nützlichen Reisetipps für Familien gebündelt.

Hamburg: Dicke Luft. War da nicht was mit Umweltstadt? Egal.

Österreich: Da gibt es jetzt eine Stammtisch-App, um dem gängigen Schwachsinn im tieffliegenden Smalltalk mit Fakten zu begegnen. Kann gerne auch für Deutschland entwickelt werden, würde ich kaufen.

Woanders – Der Wirtschaftsteil

In dieser Kolumne geht es oft um den Nahverkehr, der allzu oft in den Medien kein Thema ist oder nur ganz, ganz weit am Rand vorkommt. Zur Zeit ist er aber doch überall ein Thema, das kommt allerdings nicht durch spontan gestiegenes Interesse an Umweltthemen, das kommt durch den Streik der GDL. Den haben wir schon in der letzten Woche kurz erwähnt, als typischen Streik, den niemand sympathisch findet. Aber wie immer gilt, wenn alle in die gleiche Richtung denken, sollte man umso mehr auch auf andere Meinungen hören, es könnte doch etwas dran sein. Die GDL-Versteher vom Dienst findet man im Moment bei den Nachdenkseiten. Es ist kompliziert, wer konnte damit rechnen.

Und wir ergänzen gleich noch etwas Positives zum Nahverkehr, denn die Bahn wird bekanntlich entweder durch Streiks oder durch umgestürzte Bäume auf der Oberleitung aufgehalten. Und wenn sie nun auch ohne Oberleitungen fahren könnte?

Das Thema Nahverkehr geht natürlich nicht ohne Fahrräder, das hat hier Tradition, und da haben wir noch etwas Nettes. Wie sieht es aus, wenn Radfahrer so viel Platz wie Autos in Anspruch nehmen? Nebenbei kann man sich kurz fragen, wie auf diese Art wohl die Critical-Mass-Aktionen in deutschen Großstädten aussehen würden, ein immerhin amüsanter Gedanke. Dazu schön passend noch ein paar Gedanken über Steuergerechtigkeit im Straßenverkehr.

Und damit schwenken wir zu einem der Kernbegriffe, zu denen wir hier immer wieder zurückkommen. Wir hören einer Dame zu, die man wohl ohne großen Widerspruch große Dame nennen kann, sie spricht über Sustainability, also Nachhaltigkeit (englischsprachiger Film): Jane Goodall.

Besonders interessant im Beitrag vielleicht die Passage, in der sie den ersten Teil des gefälligen Satzes “Think globally – act locally” kritisiert. Wenn man locally schon nicht handelt, aber doch zumindest nachdenkt, dann landet man ganz schnell wieder beim Essen, denn spätestens beim Einkauf handelt man eben doch, sogar unweigerlich. Bei der FR denkt man über die Ökobilanz von Lebensmitteln nach. Und da kommt sie wieder, die Empfehlung der regionalen Lebensmittel. Und schon hebt ein anderes Medium mahnend den Zeigefinger: Vorsicht.

Aber tatsächlich hat das Argument von Frau Goodall etwas – es ist wohl tatsächlich entmutigend, global zu denken. Es ist einfach zu kompliziert, die Dinge müssen viel einfacher sein, um für uns halbwegs klar zu sein. Vielleicht sollte man daher die Versuche der Medien begrüßen, komplexe Themen herunterzubrechen, so dass man noch mitkommen kann. Etwa beim aktuellen Bericht des Weltklimarates – hier in einige wenige und nachvollziebare Aussagen geteilt.

Und auch ganz zum Schluss noch einmal zu Frau Goodall, zurück zu der Biodiversität, die sie da angesprochen hat. In diesem Zusammenhang der Hinweis auf ein skurriles, aber auch nützliches  Projekt, das so vermutlich nur aus Großbritannien kommen kann. Ob es das auch jemals in Deutschland geben wird? Das Shazam for birds? Toll klingt es schon.

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Woanders – diesmal mit Steinzeit-Blogs, Foursquare, dem Mauerfall und anderem

Gesellschaft: Sven liest Steinzeit-Blogs bei Penny. Wirklich rührend.

Irgendwasmitsozialenmedien: Ein Artikel über den Niedergang von Foursquare und man muss sich schon sehr zusammenreißen, um den Text nicht mit einem vollkommen angemessenen “Nänänä” zu kommentieren.

Irgendwasmitmedien: Rolando versteht die Argumente für ein Abo nicht. Und hat keine Zeit. Ich kenne das.

Carola war beim Mauerfall zwölf Jahre alt und veröffentlich ihr Tagebuch aus der Zeit. Hier auch schon Teil 2. Beim Mauerfall war ich 23, studierte Bibliothekswesen, arbeitete im Antiquariat und hatte gerade die weibliche Hauptfigur aus meinem letzten Buch kennengelernt. Der Rest der Welt war mir vollkommen egal. Gäbe es ein Tagebuch, es gehörte verbrannt. Und zwar dringend.

Feuilleton: Ein neu entdecktes Blog über “Textile Geschichten” und doch, das ist im Feuilleton schon ganz richtig, da geht es um Kulturgeschichte und das ist sehr hübsch und interessant und da kann man sich auch ganz ohne Interesse für Handarbeit oder Mode glatt ein wenig festlesen oder festgucken. Gefunden via Ringelmiez.

Feuilleton: Lisa macht beim National Writing Month mit, und zwar öffentlich. Hervorragende Idee.

Fotografie/Kunst: Das sieht auf den ersten Blick nach Postkartenkitsch aus, lohnt aber einen zweiten Blick und vor allem ist das Video ganz unten interessant. Und macht mich irgendwie nervös.

Reise: Tillmann schreibt einen Urlaubsbericht, wie ich ihn noch nicht gesehen habe – komplett bebildert mit Aufnahmen einer Webcam, komplett bebildert mit Mitteln der Überwachung also. Das kann man so sehen, doch, doch. Vielleicht muss man es auch so sehen. Und hier kann man prüfen, wie es jetzt gerade dort aussieht, wenn man schon dabei ist. Außerdem fordert Tillmann mehr Blogeinträge. Da mal drüber nachdenken!

Gesellschaft: Personenschaden.

Woanders – Der Wirtschaftsteil

Wir wollen in dieser Folge etwas mehr auf die soziale Seite der Arbeit sehen, auch auf die Umbüche im Arbeitsleben, die sich natürlich nicht nur durch erfreuliche Entwicklungen in Richtung Grün, Bio, Regio etc. ergeben.

Der Begriff “konzertierte Aktion” klingt irgendwie nach den Neunzigern, da gab es so etwas dauernd, dann hat man es länger gar nicht mehr gelesen, die Phrase hatte wohl Schonzeit. Jetzt fällt sie wieder auf, etwa hier in einem Artikel über intelligente Fabriken, Industrie 4.0 und das Internet der Dinge. Das klingt vielleicht nicht umwerfend spannend, aber der Artikel ist ganz gut geeignet, um die Begriffe zuordnen zu können und eine Ahnung von der Dimension zu bekommen. Und doch, es betrifft uns schon alle. Früher oder später. Wir leben in einem Industrieland, die Industrie ändert sich hier also nicht folgenlos.

Was uns auch betrifft: Big Data hat einen Einfluss auf die Preise, die wir zahlen, im Supermarkt und anderswo. Dazu ein ziemlich faszinierender Text in der Zeit.

“Die Branche der Informationstechnologie gilt mittlerweile als zweitgrößter industrieller Arbeitgeber Deutschlands.” Das ist einem gar nicht unbedingt bewusst, aber so ist es und das hat auch etwas mit Arbeitsrecht zu tun, wenn man drüber nachdenkt.

Nun ist Arbeitsrecht natürlich so ein Gähnkrampfalarmthema und die Meldungen dazu oft nicht wirkliche Hingucker. Manchmal aber doch, so wie hier, und dann stehen sie vielleicht stellvertretend für breite Entwicklungen. Und sie müssen einem auch nicht gefallen, diese Entwicklungen. In Blogs und in den sozialen Medien spielt das Thema Arbeitsrecht aber eher keine Rolle, es sei denn, man kann sich kollektiv über den Streik der Lokführer oder der Piloten echauffieren. Der Müllabfuhr und anderen würde es vermutlich nicht anders ergehen; Sympathien bringt man noch am ehesten streikenden Amazon-Beschäftigten entgegen. Es ist interessant, ab welchem Punkt  man einem Streik auch bei anderen Branchen wieder mit Verständnis begegnet. Vielleicht bei den Erzieherinnen? Wobei es auch dazu nicht gerade viel zu lesen gab. Aber etwas dann doch.

Und vom Gehalt der Erzieherinnen kommen wir zur Gentrification oder allgemeiner zur Entwicklung der Städte. Die findet nämlich zusehends ohne Erzieherinnen statt, das regelt sich ganz von selbst, einfach durch das Verhältnis Gehalt/Miete. Eine nicht ausgesprochene, nicht verordnete, vielleicht nicht einmal gewollte Ausgrenzung – aber es ist eine Ausgrenzung.  Und Ausgrenzung ist immer wieder ein Thema, wenn es um Arbeit und Arbeitsrecht geht, das betrifft übrigens auch die Branchen, mit denen wir uns hier sehr oft beschäftigen. Da kann man sich etwa fragen: “Warum ist die Energiewende eigentlich so männlich?

Ausgegrenzt sind auch die Empfängerinnen geringer Renten und andere Menschen mit sehr wenig Geld, und es ist bezeichnend, dass zu diesem Thema satirische Meldungen erscheinen, bei denen man sich irgendwie überhaupt nicht wundern würde, wenn sie wahr wären. Kein Einzelfall übrigens, diese Pointe bietet sich wohl gerade an – und das sagt doch auf jeden Fall etwas aus.

Zum Schluß ein Link, der Technik und Innovation mit Kultur verbindet, ob gelungen oder nicht, das wird sich noch zeigen. Charmant ist die Idee des Verlages Voland & Quist aber allemal, Kurzgeschichten einfach per Abo und per App zu verkaufen. Dazu ein Text im Börsenblatt.

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Woanders – diesmal mit Schiefertafeln, beweglichen Kindern, Vögeln und anderem

Schule: Herr Larbig denkt über “Bring your own device” in Schulen nach. Das hat was, was er da zusammenträgt, aber der Vergleich mit den Heften und Schiefertafeln, den er im Text bringt – ich weiß ja nicht.  Es gibt in der Elternschaft so eine massive antimoderne Strömung, vermutlich würden sie reihenweise Schiefertafeln begeistert begrüßen. Zumindest in Hamburg.

Hamburg:  Natürlich klagen die Anwohner in Harvestehude gegen  das neue Flüchtlingsheim. “Insbesondere Kinder mit ihrem Bewegungsdrang werden zu einer erheblichen Unruhe führen.“ Natürlich.  Außerdem werden sich die einquartierten Menschen dort evtl. auch außerhalb des Gebäudes aufhalten. Muss man sich mal vorstellen. Ts. Dazu ein Text von Oliver Driesen, der alles aufgeschrieben hat, was mir so oder ähnlich auch durch den Sinn ging.

Feuilleton: Ich bin nicht gerade der leidenschaftlichste Naturfreund, ich gehe ja nicht einmal gerne raus, aber diese Rezension zu einem Buch über Vögel klingt so, als würde es auch mir gefallen. Man beachte den Spaß mit den Seitenzahlen – sehr schöne Idee.

Feuilleton: Wie der Herr Gutenberg aussah.

Feuilleton: Ein beeindruckender Text über Holly Johnson. Doch, den kennen sie.

Lübeck: Ja, Lübeck. Meine Heimatstadt. Da hat jemand von der AfD sich in Wort und Meinung vergriffen, das kam nur an die Öffentlichkeit, weil die LN, die Lübecker Nachrichten darüber geschrieben haben. Das ist eine Zeitung, die ich schon mein ganzes Leben lang kenne, das ist eine Zeitung, für die ich auch zu schreiben die Ehre habe. Diese Zeitung wird von der AfD jetzt als “linkes Kampfblatt” bezeichnet, weil sie das aufgedeckt hat. Und mein innerer Achtzehnjähriger, der liebend gerne für linke Kampfblätter geschrieben hätte, er jubelt und seufzt: “Das ich das noch erleben darf!” Manchmal dauert es eben länger. Es ist so schön.  Hier die taz zu der Story und hier die Original-Meldung in den Lübecker Nachrichten.

Irgendwasmitmedien: Bei Borrowfield wird der Onlinekauf einer Zeit durchgespielt. Fast.

Irgendwasmitsozialenmedien: Falk erklärt, warum er seine Kontakte nicht kategorisieren kann. Nur eine Frage der Zeit, bis jeder sich diese Frage einmal gestellt hat oder weiterhin dauert stellt.

Mode: Eine Bloggerin näht das Kleid, das die Herzdame neulich bei den Double Choc Muffins getragen hat, einfach mal nach. Das muss toll sein, so etwas zu können.  Wäre der Artikel mit dem Kleid bei mir bezahlte Werbung gewesen, ich würde ihn als den Erfolg schlechthin feiern, da mittlerweile doch etliche Leserinnen dieses oder andere Kleider des Herstellers gekauft haben und das Thema sich immer noch in den Timelines hält. Es war aber gar keine bezahlte Werbung, ich habe mit der Firma nicht einmal jemals Kontakt gehabt. Und wer weiß, hätte “Werbung” drüber gestanden, das wäre so vielleicht gar nicht eingetreten. Es ist wirklich kompliziert.

Fotografie: “Fifty Shrinks” – man denkt, es sind Kinokulissen, aber die Praxisräume von Therapeuten in New York scheinen wirklich so auszusehen.

Fotografie: Menschen hinter Busscheiben. So einfach, so großartig. Gefunden via Kwerfeldein.