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Woanders – Der Wirtschaftsteil

Es gibt Themen, an die man sich nicht gerne erinnert, bei denen man vielleicht hofft, dass es in letzter Zeit irgendwie besser geworden ist,  wodurch auch immer.  Etwa die Herstellungsbedingungen in Bangladesch. Aber nein, die sind nicht besser geworden.

Ein Modekonzern, der in den Medien manchmal auch mit den Zuständen in der Textilwirtschaft dort in Verbindung gebracht wird, wurde gerade gleich doppelt wegen seiner aktuellen Werbung an den Pranger gestellt, zum einen aus feministischer Sicht, zum anderen auch wegen des Umgangs mit etwas größeren Größen, die so groß gar nicht sind.

Man muss aber bei dem erwähnten Konzern nicht stehenbleiben, man kann ruhig andere Werbekampagnen vor diesen Hintergründen noch einmal ansehen und sich fragen, welches Bild da eigentlich wem und wozu vermittelt werden soll. Immer interessant, wenn man so durch die Stadt geht. Und während wir noch Texte über die Arbeitsbedingungen in Textilfabriken in armen Ländern verlinken, ist dort auch die Arbeit an sich mittlerweile bedroht – der Text ist übrigens trotz der vollkommen absurden Überschrift (geht’s noch?) interessant. Aber da geht es um die Zukunft. In der Gegenwart lohnt vielleicht eher die Beschäftigung mit fairem Handel, in diesem Artikel etwa geht es im letzten Absatz um die Auswirkungen eines faireren Lohns auf den Endpreis, der Prozentsatz wird vielleicht doch überraschen.

In der taz wird das noch etwas näher erläutert, es geht tatsächlich um eine Summe von z.B. 14 Cent pro T-Shirt. Mehr nicht.

Zwischendurch kann man sich aber auch erinnern, dass man tatsächlich etwas tun kann, dass man gar nicht zwingend zu einem Konsum mit fatalen Folgen beitragen muss. Man kann zumindest ein wenig vom Durchschnittskonsum abweichen, das ist nicht schwer, das klingt auch zumutbar. Noch etwas mehr dazu bei jetzt.de: Hört auf mit dem Gejammer.” Und bi Sina Trinkwalder heißt das: “Lieblingsstück statt Wegwerfmode”.

Bevor wir zu nachhaltiger Mode kommen, kurz der Kulturteil – heute mit der Geschichte des Herrenanzuges.

In einigen Bundesländern sind schon fast wieder Herbstferien, wen es da in die Natur verschlägt, der greift zur Outdoormode. Und die gibt es mittlerweile auch in ökologisch vertretbarer Form.

Wobei man wie immer über vertretbare Formen auch debattieren kann. Die einen streben z.B, an, Merinowolle nachhaltig in Deutschland zu produzieren,  die anderen haben etwas gegen Merinowolle an sich und wollen sie ersetzen, es ist kompliziert und jeder muss selbst definieren, was er richtig findet. Und landet dann vielleicht bei weiteren Ersatzprodukten, die auch nur auf den ersten Blick seltsam wirken. Schuhe aus Tee? Na, wenn es doch funktioniert.

Ganz zum Schluss noch ein Blick in ein Schaufenster auf einen Schuh. Er ist schon etwas älter, und über die Herstellungsbedingungen ist nichts bekannt, Chemie enthält er aber sicher nicht. Und er wirkt überraschend tragbar. Auch noch nach 2000 Jahren.

GLS Bank mit Sinn

Woanders – Mit den Peanuts, unwitzigen Tweets, Werbung und anderem

Wie Franklin zu den Peanuts kam.

André Spiegel hat eine neue Ausgabe von “Keiner davon ist witzig”. Immer lesenswert.

Ich freue mich übrigens sehr, wenn hier noch ein paar für mich abstimmen – oder für eine der Damen natürlich. Es ist wie bei allen Wahlen, so etwas lebt vom Mitmachen.

In Hamburg soll es auch einen Unverpackt-Laden geben. Finde ich gut.

Über Werbung in Blogs. Es bleibt kompliziert. In diesem Blog wird Werbung weiterhin ab und zu stattfinden, wobei mich bei Testaktionen die Produkte schon ausdrücklich interessieren müssen – oder ein anderes Familienmitglied.  Davon abgesehen ist das hier natürlich quasi eine Dauerwerbesendung für die GLS Bank, und dazu kann ich nach wie vor mit Begeisterung stehen.

Zur Büchernot blinder oder schwer sehbehinderter Menschen.

Ein Interview mit dem Autor Peter Härtling.

Das hier gekocht, was überraschenderweise wirklich saugut schmeckte. Das klingt vielleicht gar nicht so, wenn man die Überschrift liest – aber das lohnt sich.

Auch sehr schön: Peter Kümmel über Matthias Brandt über Sautet und Piccoli/Schneider. Es gab ja tatsächlich eine Zeit, der Herr Brandt ist nur ein paar Jahre älter als ich, da haben wir damals als jugendliche und vollverpickelte Möchtegernintellektuelle diese französischen Filme gesehen und gedacht, dass wir auch einmal so werden, bald sogar, dass wir genau diese Art Erwachsene sein werden: mit der unvermeidlichen Zigarette im Mund und dem Glas in der Hand  abends geistreich mit Freunden über Liebe redend, beruflich womit auch immer ungeheuer erfolgreich und stets neben einer berauschend schönen Frau, deren Tiefe und Geheimnis man nie ganz auf die Spur kommt, aber das macht dann nichts, das ist dann eben die eigentliche Geschichte, das ist dieses gewisse schmerzhafte Element, ohne dass alles zu leicht und zu flach ist, wir sind ja nicht in Hollywood, es darf schon etwas geistreicher sein. So ging das doch, diese Vorstellung. Und das mit den Zigaretten und dem Alkohol, das hat eine Weile auch ganz gut geklappt, das war sogar ziemlich einfach. Mit dem Rest war es dann deutlich komplizierter.

Menschen, die begeistert traurige Musik hören, sind einfühlsamer, schöner, intelligenter, eloquenter und auch einfach netter als andere, sie können außerdem wesentlich besser kochen, tanzen und vermutlich auch angeben. (der Schreiber dieser Zeilen dreht entschlossen Element of Crime lauter)

Und für alle, die sich momentan etwas hängenlassen:

Wer noch nicht ganz so tief unten ist und dennoch etwas Herzeleid pflegt: Dem Wetterbericht nach zu urteilen ist heute vermutlich der perfekte Tag für dieses Lied:

Und die Herzdame und ich hatten gestern den immerhin zwölften Hochzeitstag, wozu Bernd Begemann, mit seinen Songs ein Begleiter unserer Beziehung vom ersten Tag an, das Ständchen mit dem passenden Text bringt. Zwölf Jahre verheiratet, sechzehn Jahre zusammen. Wir kommentieren das liebestrunken in norddeutscher Begeisterung: “Läuft.”

Woanders – Der Wirtschaftsteil

Eine Ausgabe für alle, die irgendwo wohnen. Oder irgendwo anders wohnen möchten, das soll ja auch erstens weit verbreitet und zweitens mit gewissen Schwierigkeiten verbunden sein. Da sieht die Schlagzeile “Zwei Millionen Wohnungen in Deutschland stehen leer” auf den ersten Blick seltsam aus. Bis einem wieder einfällt, dass jemand, der im Prenzlauer Berg oder in Eimsbüttel oder im Westend etwas sucht, sich kaum über ein günstiges Angebot aus dem Vogtlandkreis freuen wird. Obwohl man da sicher nicht lange suchen müsste, obwohl es da wirklich günstige Angebote gibt, obwohl da MaklerInnen womöglich ungeahnt freundlich auftreten. Für den Smalltalk zum Thema kann man sich die Begriffe “Schwarmstädte” oder Ankerstädte” merken, da werden dann immerhin auch Städte wie Kiel oder Darmstadt plötzlich interessant.

Verschiedentlich las man in der letzten Zeit von der Rückbewegung aufs Land, das ist etwas verwirrend, was stimmt denn nun? Alle rein, alle raus? Beim Spiegel liest sich dieses “Raus aufs Land” eher so, als ginge es um eine Erweiterung der Metropolregion, um das Haus am Waldrand mit S-Bahn-Anschluss. Das ist dann aber nicht Land, das ist Suburbia. Das Dorf, das Land, das ist eher bei Lüchow, um mal ein Beispiel mit sehr viel Engagement zu nennen.

In Berlin, Hamburg und so weiter, in den Städten also, in die es gerade alle zieht, fällt die Wohnungssuche wörtlich ins Wasser, da ist man dann beim Hausboot. Und wenn man wissen will, wie das weitergeht, dann sollte man in dem Artikel bis zur Passage über London lesen, das sämtlichen deutschen Städten in Fragen der Gentrifizierung dezent voraus ist. Wenn man eher an Gemeinwohl, sozialverträglicher Stadtentwicklung und verwandten Themen interessiert ist, wird man vermutlich eher an dieser Liste von Möglichkeiten im Freitag Gefallen finden. Eine weitere Idee kann man in der Sächsischen Zeitung nachlesen, da verbindet sich das Thema Wohnen mit dem Thema Flucht, es geht um ein Haus, das von den künftigen BewohnerInnen zumindest teilweise selbst vollendet wird.

Tiny Houses, die vom Freundeskreis Minimalismus gerne als Lösung für das Wohnproblem gesehen werden, verspottet die NZZ hier. Auf den naheliegenden Gedanken, dass so ein Tiny House vielleicht gut zu bestimmten Lebensphasen passt und gar keine Dauerlösung sein muss, kommt man in dem Text allerdings nicht.Wesentlich mehr Verständnis bringt da die FAZ auf. Ob man mit klaustrophobischer Beklemmung oder mit minimalistischer Freude reagiert, es hängt eben sehr von der Lebenssituation der Betrachter ab. Nebenbei registrieren wir übrigens, dass neue Ikeakataloge keineswegs nur in Deutschland für längere Abhandlungen in den Medien gut sind. In der Zeit wurde, viele werden es gesehen haben, die Multikulti-Ausprägung des Katalogs bemängelt, hier geht es um die Enge der Möbel-Arrangements. Die einen sehen all das beim Durchblättern, die anderen nicht.

Aber egal, wie man das mit den kleinen und kleinsten Häusern sieht – es ist immerhin ein Thema, bei dem man noch auf Ideen kommen kann, das ist doch so schlecht nicht.

Und manchmal, das sollte man auch und gerade im beginnenden Herbst nicht vergessen, ist sehr wenig Platz wohl immer noch besser als gar kein Platz. Besonders in kalten Nächten.
GLS Bank mit Sinn

Woanders – Mit der Onleihe, Toni Erdmann, Buchcovern und anderem

Sven schreibt über die Online-Ausleihe der Hamburger Bücherhallen und erweist sich als einigermaßen leidensfähig. Meinetwegen könnte er übrigens gerne hauptberuflich über Technikkram schreiben, ich mag das sehr.

Pia Ziefle über Bildungskosten. Eine winzige Ergänzung dazu: Dass man hier am Anfang des Schuljahres 25 Euro in die Klassenkasse zu zahlen hat, das fand ich z.B. auch recht flott und ich habe mir das “Wir hatten ja nichts, nicht einmal eine Klassenkasse” nur knapp verkniffen.

Ich war mit Isa im Kino und sie hat drüber geschrieben. Das ist schön, wenn man mit BloggerInnen befreundet ist, manchmal muss man dann nicht einmal mehr selber bloggen. Im Zusammenhang mit dem Film noch dieser Link, es geht um europäische Kostüme, die bei der Geister- oder Wintervertreibung eingesetzt werden, eines davon kommt im Film vor.  

Nur ein paar Meter von uns entfernt, von vielen Vorbeigehenden noch nie wahrgenommen. Das KIDS, eine wichtige Sache, die zu verschwinden droht. Aber es wird wirklich gebraucht.

Johanna kommt ins Heim, einfach ist das nicht.

Buchcover und Länder. Mit sinniger Ergänzung hier.

Auf Youtube gibt es – wieso habe ich das denn nicht gekannt? – eine Originlaufnahme der Astern von Benn, gesprochen von ihm selbst. Nanu.

Hier verreißt jemand einen ersten Satz. Ich finde den zwar auch nicht gut, halte den Kult um erste Sätze aber ansonsten für stark übertrieben. Man kann auch einfach mit einem okayen Satz anfangen, wenn der erste Absatz genug hergibt. Oder die erste Seite. Ich lege beim Lesen eines neuen Buches jedenfalls nicht das Buch nach dem vorsichtig schlürfend genossenen ersten Satz wieder aus der Hand und schmecke darauf herum wie ein Kenner bei der Weinprobe, Stirn in Falten, verträumter Blick, irgendwas im Abgang suchend, Anklänge von Tannenzapfen und Brombeeren, was weiß ich. Neben mir liegt zufällig gerade Yasmin Reza, “Glücklich die Glücklichen”,, das fängt an mit “Wir waren bei den Wochenendeinkäufen im Supermarkt.” Das finde ich vollkommen in Ordnung.

Damals. Mit Erwähnung dieses unsäglichen Artikels über den Ikea-Katalog, der eigentlich gar nicht satisfaktionsfähig ist.

Bei den Krautreportern geht es um Trollringe. Klingt so nett nach Tolkien, ist aber nicht nett, ist grauenvoll.

Und dann noch etwas zu Bautzen, aus etwas anderer Perspektive.

Ich habe mit Sohn I etwas über das Programmieren diskutiert, die Arbeit am Wirtschaftsteil wirkt sich eben auf das Familienleben aus. Und ich finde, das passt auch bei Neunjährigen. Ich habe das etwas mit diesem Spiel untermauert. Das kann man gut machen, fanden wir, das ist einleuchtend aufgebaut und um überhaupt verständlich zu machen, wie logisch und unberbittlich geradeaus ein Programm nach Befehlen vorgeht, wie Schleifen funktionieren etc., dafür ist das gut geeignet. Wir sind noch am Anfang, aber damit machen wir weiter, es geht nur um elf Befehle, das ist angenehm übersichtlich. Anweisungslogik und Loops kann man aber auch lässig nebenbei erklären, etwa im Bad – der Vater sagt so oft “Jetzt Zähneputzen”, bis beide Söhne es getan haben. Ein ganz einfaches Programm, mäßig effektiv, aber immer wieder eingesetzt und seit -zig Elterngenerationen aufwärtskompatibel, ganz egal, wie oft “Kind” upgedatet wird. Und da kann man eigentlich auch gleich Prozessentwicklung anschließen und mit den Kindern gemeinsam überlegen: Kann man das Programm vielleicht irgendwie verkürzen? Kann man etwas streichen, ersetzen, optimieren? Und was sind in diesem Fall eigentlich die variablen Werte im Programmablauf? Na, und so weiter.

Und dann noch etwas Musik. Nick Lowe, auch interessant. War mit der Tochter von Johnny und June verheiratet, guck an. Die Sache mit Welt/Dorf gibt es also auch in den Playlists.

Woanders – Der Wirtschaftsteil

Algorithmen werden in den Medien gerne in tendenziell unheilvollen Meldungen thematisiert, was vermutlich auch wegen einer kollektiv tief verwurzelten Aversion gegen die Mathematik gut läuft. Wir listen dennoch einige Meldungen zu Algorithmen und moderner Technik, vielleicht ist auch für Mathe-Allergiker etwas dabei.

Peter Glaser denkt z.B. grundsätzlich darüber nach, ob der Mensch algorithmisiert werden kann. Da fallen schon einige Namen und historische Beispiele, wenn man das noch etwas vertiefen möchte, kann man hier etwas zu Ada Lovelace nachlesen, das gehört unbedingt zum Thema und müsste heute wohl allgemeines Schulwissensein sein, wenn es mit rechten Dingen zugeht. Apropos Schulwissen – da gibt es auch eine aktuelle Diskussion, die zum Thema passt, dazu hier ein paar vertiefende Gedanken.

Weil in den Artikeln vorhin anklang, dass Algorithmen den Menschen entlasten können, muss man übrigens zwischendurch auch dem Zweifel daran eine Chance geben. Und wenn man schon zweifelt, landet man vielleicht auch noch bei der Sinnfrage, die beim Thema Algorithmen völlig angemessen ist. Und da geht es durchaus nicht nur um den Sinn der Algorithmen, es geht auch um unsere Sinnfindung. “Die Krise der Arbeit als Chance sehen”, so heißt das bei Sascha Lobo, der über die alte Arbeiterpartei und die Arbeit an sich nachdenkt. Man beachte die Formulierung von der Arbeit als Ersatzreligion, auch nicht uninteressant.

Wer sein aktuelles Wissen zum Thema Algorithmen weiter ausbauen möchte, findet auf der Seite Algorithmwatch.org regelmäßig interessante Updates zum Thema. Das lohnt sich, denn, wie in der SZ erläutert wird, fehlt es oft an Tiefe und an Diskussionskultur, wenn wir über die digitale Zukunft reden oder über das, was wir für die Zukunft halten wollen.

Im Spiegel findet man noch einen Hinweis auf ein nicht gerade allgemein bekanntes Thema, nämlich auf die digitale Diskriminierung. Das dort dargestellte Beispiel mit Israel in der Suchmaschine ist ziemlich einleuchtend und genau solche Sachverhalte sind ein weiterer Grund, sich mit dem Thema Algorithmen zu befassen. Es geht nicht darum, sich vor dem Thema zu fürchten, es geht darum, das Thema zu verstehen und dann auch gestalten zu können.

Und wenn das alles jetzt doch viel zu technisch war, zu digital, dann wird es vielleicht Zeit, einfach mal ein Kissen zu besticken. Das passt schon und ist auch sinnvoll, gar keine Frage.

GLS Bank mit Sinn

Woanders – Mit Bädern, Demokratien, Telefonen und anderem

Ich hatte bei keiner einzigen der zahllosen Analysen nach der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern ein wirkliches Aha-Gefühl, ich habe bei keinem Kommentar gedacht: Jawoll, genau so ist es, auf den Punkt. Und ich habe auch bei keiner der mehr oder weniger freundlich formulierten Handlungsempfehlungen für PolitikerInnen der etablierteren Parteien begeistert zustimmend gejubelt, ja, macht mal, genau so wird bestimmt alles wieder gut – ich denke seit Tagen, dass es alles noch komplizierter ist, dass man bei den Gründen irgendwo noch weiter vorne anfangen muss, vermutlich in der Nähe der Agenda-Politik, und dass ich als handlungspflichtiger Politiker weit davon entfernt wäre, bei irgendwelchen Maßnahmen ganz sicher zu sein. Aber ich würde dabei bleiben wollen, das Politik nicht die Bewirtschaftung von Launen sein kann, wer hatte das gesagt, Scheel? Jedenfalls, was wollte ich nun sagen, ich verlinke also keinen Text zur aktuellen Lage des nordöstlichen Teiles der Nation, aber etwas Geschichtswissen schadet ja nie. Und übrigens stammen auch Teile meiner Familie aus Mecklenburg, nein, sogar aus Vorpommern, von Usedom. Noch schlimmer, würden einige jetzt wohl sagen. Ich sage das nicht, ich kenne nette Menschen da.

Ansonsten haben wir (bzw. die Bayern) Horst, Norwegen hat Harald. Sei wie Harald, nicht wie Horst. Manchmal ist es ja einfach.

Und wenn man schon bei Geschichtswissen ist, dann passt das noch gut dahinter – ein Interview zur Frage, warum so wenige muslimische Länder demokratisch sind. Und was das eventuell auch mit der Politik in unserem Land, in Europa zu tun hat.

Sascha Lobo sehr aufschlussreich über die neue Form des Telefonierens, die hier im Haushalt auch von den Söhnen so durchgeführt wird, als hätte man es nie anders gemacht, als hätten wir Eltern es jemals so vorgeführt, was mir aber tatsächlich peinlich wäre.. Man fühlt sich alt, wenn man das sieht und noch an die Telefonhörer von früher denkt. Na, wir sind eben anders großgeworden, Generation Ringelkabel, siehe frühes Beweisfoto. Davon abgesehen ist das ein Fall von: Ach guck, da hat jemand aber viel gründlicher nachgedacht als ich. Denn ich finde die Schlussfolgerungen im Text richtig, wäre aber nicht darauf gekommen. Das ist immer mal lehrreich, finde ich. Weil man vermutlich ziemlich oft nicht genug nachdenkt.

Der Autor als Kind am Telefon

 

Und dann noch ein Blindtextgenerator ohne das ewige lorem ipsum, dafür mit deutschen Klassikern. Schönes Spielzeug.

Woanders – Der Wirtschaftsteil

Einige Meldungen zum Thema Ernährung, jenem Thema, bei dem wir fast alle irgendwie als stets bemüht durchgehen. Wir überlegen dauernd, was wir warum wie oft und wo kaufen, bei ein paar Produkten sind wir sogar ziemlich sicher, dass sie gesund und richtig sind, etwa bei Avocados. Und was ist? Es ist kompliziert.

Kräuter sind auch gesund, und die kann man vor Ort anpflanzen, wobei vor Ort auch heißen kann: direkt neben dem Einkaufswagen. Auf den ersten Blick eine seltsame Vorstellung, sehr technisch, aber warum nicht, die Technik kommt all unseren Lebensmitteln immer näher. Und die Kräuter aus dem Supermarkt sind auf jeden Fall regionale Produkte, keine Frage, auch wenn das Wort bisher irgendwie anders gemeint war. Vielleicht gibt es im Supermarkt ein paar Meter weiter an der Frischetheke dann ja auch eine vegane Metzgerei? In der dann vermutlich auch Soja verarbeitet wird, worüber man auch ab und zu mal nachdenken kann, immerhin ist das ein spannender Markt geworden.

Auch beim klassischen Metzgerhandwerk gibt es Neuigkeiten, etwa dank Hendrik Haase, den die FAZ als Partisanen im Kampf um den Verbraucher bezeichnet. In diesem Zusammenhang ein wenig zum aktuellen Trend in den USA, das passt schon. Wobei es langweilig ist, immer nur auf die USA zu achten, Trends gibt es auch in anderen Staaten, etwa in Albanien.

Und wenn wir bei Trends sind, dann kann ein Blick auf die Psychologie der Ernährung nicht schaden. Hier ein Interview dazu, man beachte am Ende das Stichwort “Schlabbernahrung” – mit diesem Wort im Hinterkopf kann man ja noch einmal genauer hinsehen, was die KollegInnen so alles zwischendurch essen.

Da kamen eben auch kurz Superfoods vor, eine gute Gelegenheit noch einmal auf die Kompikationen bei Quinoa hinzuweisen, geradezu ein Lehrbeispiel für unübersichtliche Zusammenhänge und ungewollte Folgen. In diesem Zusammenhang lohnt auch ein Gedanke an die Drei-Phasen-Theorie, es macht auch den Einkauf etwas spannender, wenn man sie im Kopf hat und nsich bei den Shampoos umsieht.

Zum Schluss ein Link ins völlig Abwegige (vielleicht nicht für engagierte Minimalisten), denn das ist auch das Schöne beim Thema Ernährung: Egal, was man isst, es gibt immer noch Typen, die sich seltsamer ernähren. Ganz gewiss.

GLS Bank mit Sinn

Woanders – Mit der Schule, der Liebe, Schaukeln und anderem

Ganz außerordentlich vernünftige Tipps zum Schulanfang.

Ein Interview mit einer Lehrerin für Kinder, die neu in diesem Land ankommen.

Bei Mama-Notes geht es um einen Kindergeburtstag. Das kommt mir aus den letzten Jahren ziemlich bekannt vor, besonders die Stelle mit dem Topfschlagen. Dieses Jahr ist es dennoch bei uns schon viel einfacher, sie werden größer und auch cooler, manchmal ist es ja hilfreich. Wenn man Bücher schenkt, etwa über Minecraft, setzen sie sich hin und lesen erst einmal eine halbe Stunde, wenn man Lego schenkt, bauen sie alles sofort auf, auch wenn es eine Stunde und mehr dauert. Doch, doch, es geht.  Trotzdem ist unser aktuelles Programm – zwei Geburtstage und eine Einschulung in sechs Tagen – etwas sportlich.

Ich mag den Begriff Guerilla-Schaukeln.

Frau Novemberregen im Schwimmbad.

Anke Gröner über die Liebe.

Die Frage, ob alle bekloppt sind, kann wohl endgültig bejaht werden. Dank Lidl.

In diesem Haushalt ist die CD “Unter meinem Bett” sehr beliebt, Kinderlieder von deutschen Liedermachern, wenn man das überhaupt noch so sagt, sind es am Ende Singer/Songwriter? PopmusikerInnen? Da gibt es im Oktober jedenfalls eine Fortsetzung und ich sehe gerade, wer dabei ist: Erdmöbel und die Höchste Eisenbahn! Die wird also gut.

Woanders – Der Wirtschaftsteil

Reden wir über ganz alte Geschichten, etwa über den Klimawandel. Der ist nämlich wesentlich älter, als man bisher angenommen hat, was uns Menschen allerdings nicht aus der Schuld entlässt, so alt ist er nun auch wieder nicht. Es liegt an uns, wenn durch den Klimawandel in nicht allzu weiter Zukunft nichts mehr geht.

Und wenn nichts mehr geht, kann man sich immer noch in den Humor retten – oder aber in ein trotziges “Dennoch!” Beim Klima hilft Humor vermutlich eher wenig (obwohl man gewisse Meldungen in der Richtung findet, so ist es nicht), über das Dennoch muss man unbedingt weiter nachdenken. Und zwar, wenn man gewissen Meldungen glaubt, nicht bevor es zu spät ist, sondern weil es zu spät ist und auch weil bereits Szenarien auftauchen, die man aus Science-Fiction-Filmen oder von James Bond zu kennen meint.

Da muss man sich doch zwischendurch kurz die Frage stellen, was denn nun stimmt, ist die Lage so schlecht oder haben wir noch entspannt Zeit, uns über Burkinis und Doping im Sport zu streiten? Der Guardian wird ungewöhnlich deutlich (englischer Text).

Nach anderen Meldungen zu urteilen, bleibt es auf jeden Fall sinnvoll, etwas zu machen, man muss dabei aber wissen, dass kein Sprint hilft, sondern nur ein Langstreckenlauf.

Und wie lang ist diese Langstrecke? Zum Beispiel erst einmal zehn Jahre. Wobei natürlich kein Mensch glaubt, dass das klappt, in dieser Zeit auf Öl zu verzichten, andere Meldungen reden von ganz anderen Zeiträumen. Dabei gibt es da übrigens nicht nur das Klima als Motivationsfaktor, hier findet man noch eine ganz andere Sichtweise. Und auch gegen Kohle kann man ganz abseits der Klima-Diskussion durchaus etwas haben.

Was gehört zum Dennoch? Strom vom Balkon vielleicht. Ziemlich andere Autos könnten auch dazugehören. Erfolge, ja, die gehören auch dazu, ohne die fehlt bald jede Motivation. Erfolge in der Umweltpolitik gibt es, die muss man auch anerkennen. Un dder Jugend zu erklären, wie man gesellschaftlich mitmacht, das ist vermutlich auch nicht gerade abweggig.

Zum Schluss noch ein Link für den Freundeskreis Fahrrad, da geht es auch um einen Erfolg, nämlich um eine Kreuzungsregelung, die von dem abweicht, was wir für ein geordnetes System halten. Geht auch, ist nur anders. Geht dennoch.

GLS Bank mit Sinn

Woanders – Mit Helgoland, Schule, Lesen und anderem

Auf Deutschlandradio etwas Geschichtsunterricht, auch für den Freundeskreis Insel – die Sache mit der Hymne und Helgoland. So en detail war mir das nicht bekannt.

Kerstin Brune über ihren Beruf. Im weiteren Zusammenhang, die Kamera kurz ins Publikum geschwenkt: Besorgte Mütter.

Sehr nett finde ich die Idee mit den Spaghetti all’Amatriciana, ich werde mich mal umsehen, ob hier ein Restaurant mitspielt und dann da natürlich auch hingehen.

In der NZZ geht es um das Lesen, und zwar doppelt und weniger. Immer eine schwierige Abwägung, diese Grübelei zwischen Neukauf und Klassikerlektüre , das kenne ich gut. Da kann man auch einmal kurz überlegen, welche Autoren man denn tatsächlich bisher in größerem Ausmaß mehrfach gelesen hat. Ich komme bei der Prosa auf: Theodor Fontane, Theodor Storm, Joseph Roth, Heinrich Mann, Eduard von Keyserling, Kurt Tucholsky, Guy de Maupassant, Italo Calvino (Winternacht!), George Simenon, Evelyn Waugh (Brideshead!), Herman Melville (Bartleby!), als Jugendlicher auch Hemingway, eh klar, das war damals eben so, Hemingway lesen, eine rauchen, ein Bier trinken, sich am nicht vorhandenen Bart kratzen, an die Schreibmaschine setzen – und dann ü-ber-haupt keine Idee haben. Mehr rauchen, mehr trinken, hat bei ihm ja auch geholfen. Dachte ich. Na, die Buchauswahl ist jedenfalls eine eher krause Mischung. Keine Russen dabei, das fällt auf, aber den Oblomov müsste ich doch noch einmal lesen, der ist es sicher wert, “Väter und Söhne” bestimmt auch. Ansonsten ist der Osten bei mir eine einzige Bildungslücke, groß wie das Zarenreich.

Ganz übersehen habe ich, dass es ein neues Album von La Caravane Passe gibt, die stehen hier im Haushalt für Gute-Laune-Musik, zu der jeder herumtänzelnd vor sich hin eskaliert, das klappt ja längst nicht mit jeder Band. Aber La Caravane Passe, die zünden. Ziemlich verlässlich.

Die Zuneigung zur Gruppe entstand vor Jahren wegen “T’as la touche manouche”, wozu es auch ein Video gibt, sogar inklusive Lindy-Hop-Moves, wie ich gerade eben erst bemerke:

Und da ich im letzten “Woanders” “Those were the days” erwähnte, habe ich auch das einmal auf Youtube nachgesehen. Das ist ja so ein Lied, mit dem man groß geworden ist, aber tatsächlich hätte ich ohne Google nicht gewusst, wer es gesungen hat – und schon gar nicht, wie unfassbar jung die Dame bei der Aufnahme war (das kann man hier nachlesen) und wie vergnügt sie dabei aussah. Und, äh – schickes Kleid auch. Man sieht es allerdings erst am Ende des Clips.

Zu der neulich hier im Blog verhandelten Frage der Tarte-Bezeichnung – Quiche oder was auch immer – gab es noch einen Kommentar unter dem Artikel, da muss ich dringend noch etwas anlegen, nämlich den Großmeister Hüsch zur Frage, was wie heißt und warum man da so sicher ist: