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Woanders – Der Wirtschaftsteil

Wir wollen in dieser Folge etwas mehr auf die soziale Seite der Arbeit sehen, auch auf die Umbüche im Arbeitsleben, die sich natürlich nicht nur durch erfreuliche Entwicklungen in Richtung Grün, Bio, Regio etc. ergeben.

Der Begriff “konzertierte Aktion” klingt irgendwie nach den Neunzigern, da gab es so etwas dauernd, dann hat man es länger gar nicht mehr gelesen, die Phrase hatte wohl Schonzeit. Jetzt fällt sie wieder auf, etwa hier in einem Artikel über intelligente Fabriken, Industrie 4.0 und das Internet der Dinge. Das klingt vielleicht nicht umwerfend spannend, aber der Artikel ist ganz gut geeignet, um die Begriffe zuordnen zu können und eine Ahnung von der Dimension zu bekommen. Und doch, es betrifft uns schon alle. Früher oder später. Wir leben in einem Industrieland, die Industrie ändert sich hier also nicht folgenlos.

Was uns auch betrifft: Big Data hat einen Einfluss auf die Preise, die wir zahlen, im Supermarkt und anderswo. Dazu ein ziemlich faszinierender Text in der Zeit.

“Die Branche der Informationstechnologie gilt mittlerweile als zweitgrößter industrieller Arbeitgeber Deutschlands.” Das ist einem gar nicht unbedingt bewusst, aber so ist es und das hat auch etwas mit Arbeitsrecht zu tun, wenn man drüber nachdenkt.

Nun ist Arbeitsrecht natürlich so ein Gähnkrampfalarmthema und die Meldungen dazu oft nicht wirkliche Hingucker. Manchmal aber doch, so wie hier, und dann stehen sie vielleicht stellvertretend für breite Entwicklungen. Und sie müssen einem auch nicht gefallen, diese Entwicklungen. In Blogs und in den sozialen Medien spielt das Thema Arbeitsrecht aber eher keine Rolle, es sei denn, man kann sich kollektiv über den Streik der Lokführer oder der Piloten echauffieren. Der Müllabfuhr und anderen würde es vermutlich nicht anders ergehen; Sympathien bringt man noch am ehesten streikenden Amazon-Beschäftigten entgegen. Es ist interessant, ab welchem Punkt  man einem Streik auch bei anderen Branchen wieder mit Verständnis begegnet. Vielleicht bei den Erzieherinnen? Wobei es auch dazu nicht gerade viel zu lesen gab. Aber etwas dann doch.

Und vom Gehalt der Erzieherinnen kommen wir zur Gentrification oder allgemeiner zur Entwicklung der Städte. Die findet nämlich zusehends ohne Erzieherinnen statt, das regelt sich ganz von selbst, einfach durch das Verhältnis Gehalt/Miete. Eine nicht ausgesprochene, nicht verordnete, vielleicht nicht einmal gewollte Ausgrenzung – aber es ist eine Ausgrenzung.  Und Ausgrenzung ist immer wieder ein Thema, wenn es um Arbeit und Arbeitsrecht geht, das betrifft übrigens auch die Branchen, mit denen wir uns hier sehr oft beschäftigen. Da kann man sich etwa fragen: “Warum ist die Energiewende eigentlich so männlich?

Ausgegrenzt sind auch die Empfängerinnen geringer Renten und andere Menschen mit sehr wenig Geld, und es ist bezeichnend, dass zu diesem Thema satirische Meldungen erscheinen, bei denen man sich irgendwie überhaupt nicht wundern würde, wenn sie wahr wären. Kein Einzelfall übrigens, diese Pointe bietet sich wohl gerade an – und das sagt doch auf jeden Fall etwas aus.

Zum Schluß ein Link, der Technik und Innovation mit Kultur verbindet, ob gelungen oder nicht, das wird sich noch zeigen. Charmant ist die Idee des Verlages Voland & Quist aber allemal, Kurzgeschichten einfach per Abo und per App zu verkaufen. Dazu ein Text im Börsenblatt.

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Woanders – diesmal mit Schiefertafeln, beweglichen Kindern, Vögeln und anderem

Schule: Herr Larbig denkt über “Bring your own device” in Schulen nach. Das hat was, was er da zusammenträgt, aber der Vergleich mit den Heften und Schiefertafeln, den er im Text bringt – ich weiß ja nicht.  Es gibt in der Elternschaft so eine massive antimoderne Strömung, vermutlich würden sie reihenweise Schiefertafeln begeistert begrüßen. Zumindest in Hamburg.

Hamburg:  Natürlich klagen die Anwohner in Harvestehude gegen  das neue Flüchtlingsheim. “Insbesondere Kinder mit ihrem Bewegungsdrang werden zu einer erheblichen Unruhe führen.“ Natürlich.  Außerdem werden sich die einquartierten Menschen dort evtl. auch außerhalb des Gebäudes aufhalten. Muss man sich mal vorstellen. Ts. Dazu ein Text von Oliver Driesen, der alles aufgeschrieben hat, was mir so oder ähnlich auch durch den Sinn ging.

Feuilleton: Ich bin nicht gerade der leidenschaftlichste Naturfreund, ich gehe ja nicht einmal gerne raus, aber diese Rezension zu einem Buch über Vögel klingt so, als würde es auch mir gefallen. Man beachte den Spaß mit den Seitenzahlen – sehr schöne Idee.

Feuilleton: Wie der Herr Gutenberg aussah.

Feuilleton: Ein beeindruckender Text über Holly Johnson. Doch, den kennen sie.

Lübeck: Ja, Lübeck. Meine Heimatstadt. Da hat jemand von der AfD sich in Wort und Meinung vergriffen, das kam nur an die Öffentlichkeit, weil die LN, die Lübecker Nachrichten darüber geschrieben haben. Das ist eine Zeitung, die ich schon mein ganzes Leben lang kenne, das ist eine Zeitung, für die ich auch zu schreiben die Ehre habe. Diese Zeitung wird von der AfD jetzt als “linkes Kampfblatt” bezeichnet, weil sie das aufgedeckt hat. Und mein innerer Achtzehnjähriger, der liebend gerne für linke Kampfblätter geschrieben hätte, er jubelt und seufzt: “Das ich das noch erleben darf!” Manchmal dauert es eben länger. Es ist so schön.  Hier die taz zu der Story und hier die Original-Meldung in den Lübecker Nachrichten.

Irgendwasmitmedien: Bei Borrowfield wird der Onlinekauf einer Zeit durchgespielt. Fast.

Irgendwasmitsozialenmedien: Falk erklärt, warum er seine Kontakte nicht kategorisieren kann. Nur eine Frage der Zeit, bis jeder sich diese Frage einmal gestellt hat oder weiterhin dauert stellt.

Mode: Eine Bloggerin näht das Kleid, das die Herzdame neulich bei den Double Choc Muffins getragen hat, einfach mal nach. Das muss toll sein, so etwas zu können.  Wäre der Artikel mit dem Kleid bei mir bezahlte Werbung gewesen, ich würde ihn als den Erfolg schlechthin feiern, da mittlerweile doch etliche Leserinnen dieses oder andere Kleider des Herstellers gekauft haben und das Thema sich immer noch in den Timelines hält. Es war aber gar keine bezahlte Werbung, ich habe mit der Firma nicht einmal jemals Kontakt gehabt. Und wer weiß, hätte “Werbung” drüber gestanden, das wäre so vielleicht gar nicht eingetreten. Es ist wirklich kompliziert.

Fotografie: “Fifty Shrinks” – man denkt, es sind Kinokulissen, aber die Praxisräume von Therapeuten in New York scheinen wirklich so auszusehen.

Fotografie: Menschen hinter Busscheiben. So einfach, so großartig. Gefunden via Kwerfeldein.

 

 

Woanders – Der Wirtschaftsteil

Die Textilwirtschaft ging wieder durch die Medien. Nicht mit Mode, nein, mit einem Nein. Nein, wir können nicht, nein, wir wollen nicht, nein, wir mögen lieber nicht – etwas für die Textilarbeiterinnen in Bangladesch und anderen Staaten verbessern. Passt gerade nicht, das muss man verstehen. Bei einigen passt es dann aber doch, Vaude z.B. ist mit an Bord, aber die sind auch sonst etwas anders. Man würde gerne noch mehr und noch größere Beispiele finden. Im erstverlinkten Text findet man auch eine Liste der teilnehmenden Hersteller.

Der Textilkonsum bei den Billiganbietern, das massenhafte Kaufen von immer neuen Stücken, es wirkt übrigens nach dem Kauf wieder zurück in schwächer entwickelte Länder, etwa wenn die abgelegte Kleidung von uns auf Märkten in Afrika landet. Es ist kompliziert, die Kausalketten des Konsums enden bei Kleidung keineswegs in der Einkaufstüte.

Ein Textilbündnis geht den Konzernen also schon zu weit, gegen TTIP haben viele Unternehmer aber nichts. Nur hin und wieder liest man Meldungen, in denen es um Widerstand gegen TTIP aus der Wirtschaft heraus geht – etwa hier beim Buchhandel.

Ein großer Name in der Geschichte der Konzerne und großen Firmen ist sicherlich John D. Rockefeller. Ein Mann, der heute aus dem Ölgeschäft aussteigen würde – das behaupten zumindest seine Erben und wenden sich erneuerbaren Energien zu. In diesem Zusammenhang ist auch Desmond Tutu interessant, an den man sich vielleicht noch aus ganz anderen Zusammenhängen erinnert. Auch er denkt über Öl nach.

Da passt ein neuer Smalltalk-Begriff, den wir schnell einbauen: Die Positiv-Maut. Da ist keine orwellsche Wortverdrehung aus Bayern, wie man zunächst annehmen könnte, das ist ein verkehrspolitisches Experiment aus einer Kleinstadt in Norwegen. Und wenn wir schon bei Vokabeln sind, werfen wir gleich noch ein neues Wort aus dem Englischen hinterher – to copenhagenize. Man ahnt es gleich, da geht es um Radwege und die Stadt, aus der das kommt, ist Pittsburgh (englischer Text) .

Über Verkehr denkt auch der Herr Dueck nach, einer der Menschen, die beruflich unentwegt über Wirtschaftsthemen grübeln. Er schreibt einen lesenswerten Rant gegen das Lachen über Google – das klingt zwar nicht so, aber da geht es um Autos und Verkehr. Aber auch um den ganzen Rest. Um den ganzen Rest im Management, der disruptive Innovation nicht versteht (wer den Begriff nicht kennt: bitte kurz hier entlang) und deswegen vielleicht mit seiner Firma, seinem Produkt, seiner Marke grandios an der Gegenwart scheitert.

Diesen Scheiternden kann man immerhin einen wertvollen Tipp mitgeben. Sie sollten sich in Kürze nach Berlin begeben, weil Berlin “so eine großartige Scheiter-Infrastruktur hat”. Das sagen nicht wir, das sagt Regine Heidorn, die das Barcamp des Scheiterns erfunden hat, eine ganz wunderbare Idee. Hier ein kleines Interview mit ihr, das Barcamp findet schon in wenigen Tagen statt – natürlich in Berlin.

Zum Schluss auch einmal etwas Nettes zu einem Thema, das hier immer wieder vorkommt. “Wie kann ich helfen?” ist ein Blog, das Hilfsangebote und unterstützende Projekte für Flüchtlinge in ganz Deutschland listet und wenn man da so runterscrollt, ist das doch etwas erfreulicher, als immer wieder die Nachrichten zur anwachsenden Fremdenfeindlichkeit, zu nicht vorhandenen Unterkünften und zu schlechter Behandlung zu lesen.

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Woanders – diesmal mit Trakl, Kafka, Selfies und anderem

Schule: Nico Lumma bei 140 Sekunden über seine Elternabendtweets. Ich twittere bei Elternabenden übrigens eher nicht, weil mich mittlerweile doch ein paar mehr Leute in unserem Stadtteildorf lesen und richtig böse Scherze hier sicher gleich die Runde machen würden. Das Internet ist als Lästerecke nur noch bedingt brauchbar, finde ich.

Schule: Ein Artikel in der Zeit über das komplexe Thema Hamburger Stadtteilschulen. Mir kommt es ein wenig so vor, als hätte mehr und mehr Eltern Angst, ihre Kinder könnten durch falsche Beschulung womöglich entgegen aller Wahrscheinlichkeit doch nur normale Menschen werden, keine Ausnahmetalente, Leuchtraketen, Wundertäter.

Familie: Das Nuf über Mama-Leaks. Es gibt vermutlich keine Mutter und keinen Vater, die dazu nicht Geschichten beitragen können. Und die meisten werden tatsächlich mehr oder weniger schmerzhaft gelernt haben, mit einer Sicherheitslücke in Metergröße umzugehen.

Gesellschaft: Ich mag es ja sehr, wenn Frau Novemberregen telefoniert.

Gesellschaft: “In zehn Jahren sind hier alle tot oder weg.” Eine Reportage aus Brandenburg.

Feuilleton: In der NZZ geht es um Kafkas frühe Jahre. Ich habe ja eine schwere Kafkaunverträglichkeit, bewundere ihn aber dennoch. Doch, das geht.

Feuilleton: Beim österreichischen Datum reist man Grodek hinterher, also dem Trakl, dem “Am Abend tönen die herbstlichen Wälder…” Sie kennen das sicher, wer kennt das nicht. Kommt das heute noch in jedem Lesebuch vor? Schreiben Schüler heute noch Trakl-Parodien mit einer schier unerträglichen Überdosis Herbst und Glanz und Gold und Dämmer und der bebenden Magd im Hain? Wahrscheinlich doch. Ist auch richtig so, finde ich. Er war eben ein ganz Großer.

Fotografie: Ein ganz wunderbarer Rant über die Selfie-Seuche. Ganz meine Meinung. Aber bitte, es ist ein freies Land, hier kann jeder machen, was er will. Im Rahmen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung, versteht sich.

Fotografie: Zehn Meisterwerke der zeitgenössischen Bahnfotografie.

Hamburg: In der Zeit ein Bericht, warum die Kurden in Hamburg zu den Waffen greifen. Wobei da sicher keineswegs nur Kurden zu den Waffen gegriffen haben, um Irritationen gleich zu vermeiden. Die erwähnten Krawalle fanden jedenfalls nur wenige hundert Meter von meinem Schreibtisch entfernt statt; ich hatte einige Mühe, Sohn I am nächsten Tag beim Passieren der einsatzbereiten Wasserwerfer in den Nebenstraßen zu erklären, dass hier kein Krieg ausgebrochen ist. Und ich war auch nur mäßig erfolgreich. Aus Kindersicht verschwimmen die Konflikte in der Ukraine, in Syrien, im Irak, in Palästina, in Nigeria usw. gerade zu einem großen Um-uns-herum-Krieg, der sich gar nicht mehr so weit weg anfühlt.

Nordostwestfalen: Der OWL-Namensgenerator. Und immer bedenken – sie heißen da wirklich so.

Küche: Italien am Abend. Währenddessen warten hier neben mir neue Kochbücher. Schlimm.

 

Woanders – Der Wirtschaftsteil

Zwei Milliarden Menschen sind mangelernährt, das rauschte so nebenbei durch die Medien. Man kann man hier noch einmal genauer nachlesen, was das heißt. Da ist es natürlich leicht, mit irren Gegensätzen zu spielen, etwa wenn wir uns direkt danach ansehen, was bei verschiedenen Kindern weltweit zum Frühstück auf den Tisch kommt. So etwas ist doch immer wieder beeindruckend.

Bei uns dagegen veröffentlichen die Medien Faustregeln, wie man aus der unvorstellbaren Fülle denn das Richtige, das Gesunde und Gute auszuwählen hat. Weil es für viele offensichtlich zu kompliziert geworden ist oder aber weil sie überhaupt nicht mehr über Ernährung nachdenken, wer weiß. Wobei all die Regeln, etwa bei uns kein oder weniger Fleisch zu essen, auch einen Bezug zur Welternährung haben, das kommt auch in diesem Artikel bei Wiwo-Green vor, in dem es darum geht, alle Menschen mit Nahrung zu versorgen.

Seltener findet man Artikel, in denen es um andere Produkte geht, mit denen auch arme und sehr arme Menschen versorgt werden müssen, obwohl das als Wirtschaftsthema natürlich interessant ist. Hier geht es etwa um Prothesen, die für Märkte in Afrika z.B. anders gefertigt werden müssen als für Europa, das bedingt auch technologische Unterschiede. Und apropos technologische Unterschiede, die führen gerade auch zu Fußballplätzen, die Strom erzeugen. Ja, Fußballplätze.

In Europa haben die Märkte und Branchen ganz andere Probleme, wir hatten in den letzten Wochen bereits einige Artikel über Uber und die Sharing-Economy und die Frage, wer dabei der Gute und wer der Böse ist. In Erinnerung an die Grundlagen unserer Bildung, also an Kinderbücher, ist es nämlich immer nützlich, das möglichst genau zu wissen.

Capital stellt jetzt fest: Die Sharing-Economy gibt es gar nicht und tatsächlich konnte man diesen Gedanken schon mehrfach lesen. Und auch für kreative Umbenennungen gab es schon einige Vorschläge. Aber wie auch immer man die Entwicklungen benennt, der große Dreh ins Digitale wird viele und umwälzende Folgen haben. Nicht alle haben wir schon parat und man muss dabei gar nicht immer sterbende Branchen vor Augen haben, wenn man an diese Folgen denkt. Veränderungen fangen schon bei Markennamen an, denn auch die ändern sich durch die neue Onlinewelt.

In deutschen Zeitungen dominiert im Moment eher kritisches Nachdenken, wenn es um diesen Wandel geht, das ist ein ganz deutlicher Trend. “Die Cheerleader der Sharing-Ökonomie sind erstaunlich talentierte Märchenerzähler, die in puncto PR den Vergleich mit Steve Jobs nicht zu scheuen brauchen.“ Das ist ein Zitat aus der FAZ, aus einem lesenswerten Artikel mit weiteren höchst interessanten Formulierungen, der sich zum Ende noch überraschend steigert. Der Autor des Textes ist niemand aus der FAZ-Redaktion, sondern dieser Herr.

Veränderungen finden natürlich nicht nur digital statt, auch auf den Straßen tut sich etwas, ganz sichtbar, wir haben hier oft genug Artikel zum Thema Nahverkehr und Rad – und manchmal wird die Veränderung durch Crowdfunding online ermöglicht. Hier z.B. ein längerer Bericht über eine Perspektive für Lastenfahrräder in Berlin.

Und im abschließenden Kulturteil singen wir, das passt dann noch einmal zum ersten Absatz, ein Lied auf die fleischlose Ernährung. Oder auch gleich zehn Lieder, warum denn nicht. Es gibt ja genug.

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Woanders – diesmal mit G9, Noten, Honoraren und anderem

Schule: In Hamburg ist die G9-Initiative gescheitert. “Politiker aller Parteien erleichtert” schlagzeilen die Medien und man kann es sogar einmal verstehen, ja, man möchte das Gefühl sogar teilen. Und das passiert nun wirklich nicht allzu oft.

Schule: Ein Artikel über die Fairness und Sinnhaftigkeit von Schulnoten, hier bei Spektrum, also ganz wissenschaftlich. Prima Text, eine glatte 1.

Schule: Malala hat den Friedensnobelpreis gewonnen, das werden die meisten mitbekommen haben,. Das hat viel mit Schule zu tun und wenn man sich dieses Interview (engl.) mit ihr ansieht, versteht man das besser.

Kinder: Ein Film über das Flüchtligsheim in Berlin, das dadurch bekannt wurde, dass die deutschen Nachbarn der Einrichtung die ausländischen Kinder nicht auf ihren Spielplatz lassen wollten. Die Kinder spielen jetzt dennoch. Gefunden via Sven.

Kinder: Bei Lego gibt es künftig keine Shell-Tankstellen mehr. Ich glaube, die Verbindung Shell und Lego erinnere ich sogar noch aus meiner Kindheit.

Feuilleton: Tom Hillenbrand mit einem Text über Texthonorare, Fairness und Größenwahn.

Feuilleton/Wirtschaft: Der Wahnsinn der unterschiedlichen Steuersätze für Bücher und E-Books.

Und ohne jeden Zusammenhang gibt es hier noch ein frisches Bild aus der Hafencity. Warum auch nicht.

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Woanders – Der Wirtschaftsteil

Die Nachrichten sind voll von Flüchtlingen und in Deutschland haben wieder verblüffend viele etwas gegen Asylanten, dabei werden gerne auch wirtschaftliche Argumente aufgeführt. Wir haben ja nix! Flüchtlinge und Asylanten sind allerdings nicht unbedingt gleichbedeutend. Da gehen die Themen eher wild durcheinander und wenn man dann noch den Begriff Wirtschaftsflüchtling dazu nennt, wird jede Diskussion sofort sinnlos, weil jeder etwas anderes meint. Da ist es Zeit, ein wenig Klarheit zu schaffen. Klarheit bei den Begriffen, Klarheit bei ein paar Zahlen. Das macht hier z.B. Volker König.

Und wie man mit Zahlen ein wenig schummelt, so dass die Ergebnisse harmonisch ins eigene Weltbild passen, das kann man hier im Bildblog nachlesen, auch dort geht es um Asylanten. Oder um Flüchtlinge? Hm.

Migranten, noch so ein Begriff. Und wenn es um Migranten geht, kann man ebenfalls etwas richtigstellen, das schadet ja nicht. Und Fachkräftemangel, noch ein weiteres wichtiges Wort in dem Kontext. Dazu gibt es sogar positive Texte, wie hier bei der Tagesschau.

Das Thema Flucht und Wanderung ist mittlerweile auch in Medien präsent, in denen man es gar nicht unbedingt vermutet. Etwa in der Brigitte – einfach so, im Rezepteteil, warum auch nicht. Und bei Munchies begegnet einem die Kombination Flucht und Essen schon wieder.

Bei uns dagegen beschäftigt man sich exzessiv mit dem modernen Kult des veganen Essens, im Tagesspiegel wird das zumindest mit diesen Bezeichnungen kommentiert. Der Text enthält den bemerkenswerten Begriff “Ich-Prothetik”, den kann man ganz wunderbar im Smalltalk gegen völlig beliebige Ideologien verwenden, das passt schon.

Manchmal liest man so quer durch die Schlagzeilen, klickt weiter und weiter, klickt noch einmal kurz zurück – und wenn man dann die richtigen Artikel nebeneinander legt, lösen sich manche Probleme zufällig wie von selbst. So ist es zwar einerseits richtig, dass sich das Artensterben in gruseligster Weise beschleunigt – aber das Gegenmittel ist quasi schon gefunden. Wir müssen nur mehr von den Tieren essen, die gerade knapp werden. That was easy!

Easy ist es sicher auch, auf bestimmte Geräte zu verzichten, die der Umwelt nicht zuträglich sind. So sind etwa Laubbläser nicht nur nervtötend laut, nein, sie sind auch sonst durchaus nachteilig. In einigen österreichischen Städten sind die Dinger jetzt deswegen verboten, die meisten dort werden es mit Freude vernommen haben. In Deutschland sind sie wohl noch überall legal, aber die ersten Petitionen für eine gesetzliche Regelung liefen schon, etwa in Berlin.

Und apropos Verbote, zum Schluss noch ein kleiner Nachtrag zu vorigen Folgen – es gibt ein Update zum Thema Plastiktütenverbot, diesmal aus Kalifornien (englischer Text). Wo mag es bei diesen Tüten wohl die nächste Verbotszone geben? In NRW? In Deutschland? In der EU? Es bleibt spannend.

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Woanders – diesmal mit dem Krieg, der Brotdosennorm, Ello und anderem

Schule: Frau Novemberregen mit einem prima Aufregerthema, der Brotdosennorm. Ich halte mich da allerdings raus, bei manchen Themen ist es mir einfach zu anstrengend, mir eine Meinung zu bilden. Mir ist es völlig wurscht, ob die Grundschule hier eine Regel vorgibt oder nicht (sie tut es). Ich muss mir nur kurz die endlosen und aggressiv bis hysterisch geführten Diskussionsverläufe in Eltern-Foren dazu vorstellen, ob Zucker in die Tupperdose gehört oder nicht, und mir wird ganz anders, da möchte ich einfach nicht dabei sein. Da möchte ich eher den Streithähnen und -hühnern aus den verfeindeten Lagern den Kopf tätscheln und leise etwas brummen wie “Na kommt , jetzt gebt ihr euch die Hände und vertragt euch, ihr kleinen Rabauken.” Das ist vielleicht auch einer der Vorzüge des etwas reiferen Alters, man kann es irgendwann ganz prima aushalten, einfach mal keine Meinung zu haben.

Schule: Wie kann man in den Klassen 9/10 das Thema Überwachung im Internet angehen, wie kann man über die Werte Freiheit und Sicherheit reden? Hier ein Beispiel für Medienerziehung, das kommt mir gelungen vor.

Schule: Bei “Papas Wort” geht es noch einmal um den Ganztag – und um eine Petition dagegen. Man wundert sich über gar nichts mehr.

Schule: In einer Hamburger Schule konnte man die Kinder aus Hartz-IV-Haushalten an den Essensmarken erkennen. Es ist nicht zu fassen.

Familie: Auch den Kindern entgeht der Krieg nicht, nicht der in der Ukraine, nicht der in Israel, nicht der in Syrien usw. Im Blog “Kinderohren” wird das Buch “Akim rennt” von Claude K. Dubois vorgestellt, da geht es um ein Kind auf der Flucht. Für Kinder, die fragen, ab etwa sechs Jahren.

Irgendwasmitmedien: Bei Sinnundverstand gibt es einen sinnigen Artikel zum neuen Social Network Ello. Sehr sinnig und sehr lang, mehr muss man dazu gar nicht lesen.

Feuilleton: Ein Haiku.

 

Woanders – Der Wirtschaftsteil

Als wir diese Kolumne konzipiert haben, wollten wir öfter Blogartikel verlinken, als wir es im Moment tun. Aber es ist doch noch schwieriger als gedacht, geeignete Blogartikel zu finden, die Bezug zu Wirtschaftsthemen haben. Wir haben oft Artikel einiger großer deutscher Medien, die uns thematisch entgegenkommen, daran ist nie Mangel. Da findet man immer Texte, die interessieren oder, noch viel besser, verblüffen. Es bleibt aber dennoch spannend für uns, immer wieder auch nach anderen Quellen zu suchen und sie herauszustellen. Deswegen ziehen wir in dieser Ausgabe die Bloglinks der Woche einmal mal vor, lassen uns von den Themen dort leiten und gucken, was in den anderen Medien dazu passt. Was finden wir denn in den Blogs?

Bei Michael Bukowski etwa geht es um Adrenalin und Verkehr, es geht um Radfahrer und um Critical Mass. Und um einen erstaunlichen Vorfall. Äußerst passend dazu die Wirtschaftswoche: “Der neue Straßenkampf”. Und laut der taz bekommt die Critical Mass zumindest im Süden von Hamburg wohl juristische Probleme.

Bei Frau Novemberregen geht es um Büro-Organisation und Management-Regeln. Ganz einfach, was sie da erklärt. Bei Tree-Hugger gibt es einen eher extravaganten Vorschlag zur Büro-Organisation. Das Gerät hätte allerdings wohl den Nachteil, dass man nach einer Woche die Witze darüber nicht mehr hören könnte. Schade eigentlich.

Stevan Paul verweist auf ein kostenloses eBook zur Insektenküche. Und wenn Herr Paul das Buch “wirklich informativ” nennt, dann wird es das auch sein. Wobei Insekten natürlich Lebewesen sind, und den Verzehr von Lebewesen finden etliche Menschen in aller Deutlichkeit nicht mehr lustig.

Beim Gemeinschaftsblog Kleinerdrei geht es um solidarische Landwirtschaft und um Arbeit auf dem Acker – ein Erfahrungsbericht. Und der liest sich umso interessanter, je mehr man sich bewusst macht, auf welch falschem Weg die industrialisierte Landwirtschaft ist. Dazu hier wieder mehr in der Zeit. Und wer sich übrigens für die Zukunft der Ernährung und Themen wie Urban Farming interessiert, der möchte vielleicht zwei Veranstaltungen in Berlin verfolgen, auf die bei den Speiseräumen hingewiesen wird.

Bei Frau Nessy geht es ganz banal um das Finden einer Reinigungskraft. Der Text wird durch die Kommentare bestätigt und vielleicht geht es dabei auch um mehr, vielleicht machen wir es uns tatsächlich viel zu schwer, uns gegenseitig fair und legal zu beschäftigen? Und weil wir alle online sind und weil es so gut passt, hängen wir hier einen Artikel aus der SZ dran, da geht es um Putzdienste im Internet. Da wird das Problem gleich noch etwas deutlicher. Im Grunde hängen an solchen banalen Fragestellungen immer ganz viele Überlegungen – wie wir Geschäfte machen, wie Angebot und Nachfrage überhaupt zusammenfinden, wie das Internet Jobs und Märkte verändert.

Na, und wenn wir schon wieder bei so vielen Fragen sind, dann können wir auch gleich alles in Frage stellen. Das System, die Ideologie, den Neoliberalismus – etwa hier mit dem Guardian: Neoliberalism has brought out the worst in us.

Zum Schluss komprimieren wir zur Entspannung einfach mal den Müll auf eine ganz neue Art. Und zwar so klein, dass er schon wieder fotogen wird.

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Woanders – diesmal mit Tatu und Patu, Alarmismus, Aufklärung und anderem

Familie:  Bei Planet Hibbel werden die Bücher aus der Reihe “Tatu und Patu” von Aino Havukainen und Sami Toivonen emfohlen, die bei den Söhnen hier auch sehr gut angekommen sind. Der Empfehlung schließe ich mich an.

Familie: Die Zeit über den Alarmismus in Familienfragen. Dauert sicher nur Tage, bis irgendwo ein paar sehr aufgeregte Antworten erscheinen. Weil es nicht okay ist, wenn etwas okay ist. Alte Regel.

Schule: Katrin Seddig über Aufklärung in Schulen und merkbefreite Politikerinnen.

Schule: Schlagzeilen, mit denen man auch nicht gerade rechnet – Schule errichtet Bannmeile für Elterntaxis. Ich bin ja froh, dass an unserer Schule das Bringen mit dem Auto eher unüblich ist.

Schule: Noch im Kontext all der Leselerndiskussionstexte aus der letzten Woche regt sich Herr Wolf weiter auf, lang und lesenswert, er hat da gelegentlich eine faszinierende Gründlichkeit, ich mag das.

Eine Geschichte: Frau Fragmente besucht ihren Vater im Pflegeheim.

Feuilleton: Skizzen von Hopper zu “Nighthawks”.  Ganz wunderbar. Gefunden via Kiki.

Feuilleton: Die Zeit über den Fernsehsender arte.

Feuilleton: Die NZZ hat mit Hans Magnus Enzensberger gesprochen. Er sortiert seine Bücher genau wie ich,wie außerordentlich symptahisch.

Fotografie: Eine Fotoreportage über Erdmenschen in Ulan Bator. Gefunden via Kwerfeldein.

Hamburg: OZ starb sozusagen bei einem Berufsunfall, vielleicht auch an einer Art von Wahnsinn, wer weiß. Wenn man die Kommentare unter den Nachrufen in den Onlinemedien liest, verliert man jeden Glauben an die Menschheit, aber man liest ja keine Kommentare, oh nein. In der taz ein lesenswerter Nachruf auf einen seltsamen Menschen.

 

Woanders – der Wirtschaftsteil

In der letzten Woche hatten wir den verpackungsfreien Supermarkt in Berlin, in dieser Woche haben wir tatsächlich eine deutsche Stadt ohne Plastiktüten, es geht voran. Eine Stadt am Meer fängt damit an, das ist natürlich überaus sinnig. Man beachte in dem Artikel auch die Information in einem Nebensatz – Plastiktüten sind in China und Indien verboten. Guck an. Stimmt das denn tatsächlich? Da sieht man lieber noch einmal in einer anderen Quelle nach, wenn es auch nur die Wikipedia ist. Und da findet dann noch mehr interessante Informationen zum Umgang anderer Staaten mit Plastiktüten – hier mit langer Länderliste und ganz verschiedenen Ansätzen. Noch mehr zum Plastik im Meer kann man hier lesen, auch mit Zahlenmaterial, das ist leider ein Thema, bei dem einem mit jedem Artikel elender wird.

Nur auf den ersten Blick unpassend wechseln wir hier fix zu Fragen der Wirtschaftsethik an Universitäten. Wobei, wir hatten das Thema auch schon in der letzten Woche, die Moralfragen noch lange nicht geklärt sind, wenn man sich einmal für eine wirtschaftliche Ausrichtung entschieden hat. Auch dann nicht, wenn man sich und sein Unternehmen biologisch-ethisch-regional-ökologisch-fair ausrichtet. Nein, es bleibt auch dann spannend.

Und auf der Seite der Konsumenten kann man sich fragen, ob wir unsere Einkäufe womöglich nach moralischen Kriterien entscheiden, wenn wir in einen Bioladen gehen – oder ob wir dabei schon zu denen gehören, die “ihren Besitzstand kuratieren”. Eine Formulierung, die in der letzten Woche in den sozialen Netzwerken so oft zitiert wurde, das hat wohl bei vielen in der Leserschaft etwas getroffen.

Aber von diesen schwindelnden Höhen des Konsums geht es gleich wieder hinunter, ganz weit hinunter, bis dahin, wo es gar nichts mehr kostet, bis zum Mundraub und zum Fallobst.

Dazwischen liegt viel, also zwischen denen, die ihren Besitzstand kuratieren und denen, die herrenloses Obst sammeln – oder sind es teilweise dieselben Leute? Es gibt Themen, da weiß man gar nicht mehr, ob es noch um einen Trend oder schon um Notwendigkeiten geht. Wenn man zu nah herangeht, verliert man da auch den Überblick. Da tritt man lieber zurück und sieht sich etwa die Sache mit der Gerechtigkeit aus der Distanz an, damit mehr ins Bild passt. Etwa ganz Europa.

Für Deutschland wird die Frage der Vermögensgerechtigkeit übrigens gerade in der SZ noch näher erläutert. Lernwillige merken sich bei der Lektüre den Begriff “Gini-Koeffizient”. Die Übereifrigen lesen das natürlich eh gleich hier in der Wikipedia nach, bitte sehr, gleich mit Formel dabei.

Hoffnungsfroher ist es, über die Abkehr vom Erdöl zu lesen, etwa hier in der Wirtschaftswoche. Dabei lohnt übrigens auch ein Blick speziell auf die USA.

Zum Schluss aber wieder zu den Basisfakten des Wirtschaftens, diesmal zur Währung, zum Geld und zur berechtigten Frage: Warum zahlen die Deutschen eigentlich so wahnsinnig gerne bar? (Englischer Text). Wer lieber deutsche Texte liest – bitte sehr, geht auch, passend zum Thema hier im Bankstil-Blog.

GLS Bank mit Sinn

 

Woanders – diesmal mit dem Schulsystem, dem Streaming, der Ilias und anderem

Schule: In der Zeit wird das deutsche Schulsystem grafisch und quasi stark vereinfacht, haha, dargestellt. Der Scherz erschließt sich nach dem Klick.

Schule/Hamburg: Noch einmal die Zeit, diesmal zum Hamburger Endlosthema G8/G9. Ich kann das Wort Reform beim Thema Schule allmählich nicht mehr hören.

Schule: Noch ein wunderbarer Artikel über die Rechtschreibung, mit historisch-fundiertem Anlauf bei Herrn Wolf. Ohnehin immer lesenswert, das Blog, abonnieren Sie das ruhig gleich.

Familie: Stock-Fotos von glücklicher Elternschaft, sehr ansprechend kommentiert. Sieht quasi aus wie bei uns allen, nehme ich stark an. It’s like they know us.

Irgendwasmitmedien: Bei Herrn Mierau geht es um Streaming und warum das kaputt ist.

Feuilleton: Der oben bereits erwähnte Herr Wolf hat die Ilias gelesen.

Feuilleton: Liisa hat Pia Ziefles neues Buch “Länger als sonst ist nicht für immer” gelesen, das ich auch gerade angefangen habe. Vermutlich bin ich hinterher genau so begeistert. Doch, ich bin ziemlich sicher. Ich komme nur schon wieder nicht zum Lesen und das finde ich wirklich furchtbar. Da stimmt doch was nicht.

Feuilleton: Die Deutsche Welle über “Poem” - Leonard Cohen von deutschen Sängern interpretiert. Bei der Liste der Künstler wird einem ganz mulmig, teilweise auch zurecht. Es gibt aber Überraschungen, so ist etwa dem ollen Mey seine Version vom “Famous blue raincoat” verblüffend gut gelungen. Aber Maffay mit “First we take Manhatten?” Oh wei, um das in angemessener Länge zu kommentieren.

Lisa kauft Blumen.

 

Woanders – Der Wirtschaftsteil

Eigentlich erwähnen wir hier keine Meldungen, die schon in allen Medien waren, diesmal müssen wir aber. Denn wenn wir uns schon lauthals beschweren, dass es zu wenig erfolgreiche Projekte in Richtung anderer Wirtschaft in Deutschland gibt, dann muss man auch die Erfolgsmeldung aufgreifen, die gerade durchs Land zieht. Der Supermarkt ohne Verpackungen hat tatsächlich eröffnet, wir hatten sogar irgendwann die Meldung von der Idee hier verlinkt. Jetzt ist es also Wirklichkeit.

Das Geschäft passt in dieser Ausprägung ganz gut zu der bereits in der letzten Woche erwähnten Degrowth-Konferenz, in der es auch um sinnvolleres Wirtschaften geht. Bei Wiwo-Green hat man das Thema der Konferenz noch einmal leserfreundlich auf zehn Punkte eingedampft. Erhellend ist aber auch dieses Interview mit Verena Winiwarter, einer Umwelthistorikerin: ”Wir brauchen eine ökologische Ökonomie.” Wobei wir sie natürlich auch schon haben. In Teilbranchen, in Teilmärkten, dazu findet man immer wieder etwas. Zu Menschen, die Konzepte ganz neu denken und umsetzen. Etwa hier bei der bioveganen Landwirtschaft. Und man findet auch schöne Aktionen, die zum Umdenken anregen wollen und ganz auf das Positive setzen. Das geht manchmal mit einfachen Mitteln, etwa indem man einfach ein paar Quadratmeter Rasen ausrollt. Man muss es nur an der richtigen Stelle machen.

Wir erinnern noch an eine Meldung, die in den großen Medien eher kümmerlich gewürdigt wurde, auch wenn man ganz deutlich die Aufregung der Wissenschaftler herauslesen kann: “Die Westantarktis überschreitet den Kipppunkt.”

Aber wir bleiben heute tendenziell positiv und bringen noch weitere Beispiele für anderes Wirtschaften, etwa im Bereich der Drogeriemärkte. Die sind zwar sicher alle als ganz normale Marktteilnehmer zu betrachten, aber zumindest zwei davon sind etwas netter als andere, to say the least. Wie gehen die eigentlich miteinander um?

Es gibt “nette” Unternehmen, von denen man bestimme Meldungen auch erwartet, das überrascht dann keinen. Aber es gibt auch ganz klassische Unternehmen, die plötzlich in den Kontext dieser Kolumne rücken, da sieht man vielleicht zweimal hin, wenn man die Artikel überfliegt. Rügenwalder setzt auf vegetarische Wurst? Wie bitte!? Fängt so die Zeitenwende an? Na, zumindest wird ein Trend so noch deutlicher.

Zum Schluss werfen wir einen schnellen Blick auf die Keimzelle allen Handels, auf den Laden, auf den Verkaufsstand. Hier ein paar sehr kleine Beispiele aus aller Welt.

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Woanders – diesmal mit Meta, Mathe, Maschinen und anderem

Meta: Felix Schwenzel über Linklisten. Kann ich alles unterschreiben.

Schule: Bei Claus Ast geht der Mathematik-Unterricht weiter.

Frankreich: Anne erklärt den Verkehr im Nachbarland. Wer einmal da war, wird die Richtigkeit sofort bestätigen können.

Feuilleton: Ein kurzer Text von Peter Glaser mit faszinierender Schlussfolgerung.

Feuilleton: Eine nicht gerade euphorische Besprechung des neuen Albums von Leonard Cohen. Mit so schönen Sätzen wie: “Die Geige spielt ein Solo und klingt, als habe der Geiger zu viel Handcreme genommen.” Isa wies mich darauf hin, dass der Konjunktiv in diesem Satz falsch sei, womit sie völlig richtig liegt. Korrekt wäre natürlich “hätte” gewesen, korrekt hätte er hätte geschrieben. Konjunktiv II. Wenn man darüber nachdenkt, dann kommt man auch drauf. Das haben Sie beim Lesen eben aber nicht bemerkt, ich übrigens auch nicht, weil den Konjunktiv in seinen verwirrenden Varianten nämlich kein Schwein mehr richtig bilden kann. Tja. Say Goodbye to Konjunktiv II. Das hätte wieder eine Textzeile von Erdmöbel sein können.

Hamburg: Oliver Driesen über das Flüchtlingsheim in Harvestehude, dass es noch nicht gibt und warum es das nicht gibt.

Familie: Das Nuf zu den Loom-Dingern und zu Youtube-Tutorials.

Politik: Da die “Das Boot ist voll”-Mentalität in Deutschland so überaus gruselig im Aufwind ist und sich verblüffend viele Menschen einig sind, niemanden mehr aufnehmen zu wollen, ein kleiner Hinweis am Rande: Dieses Boot hier ist wirklich voll.

Politik: Bei Novemberregen ein kleiner Exkurs zum multikulturellen Shopping. Sozusagen. Türkisch zählen kann ich übrigens auch bald, denn in der Schule von Sohn I sind alle Treppenstufen zweisprachig betitelt. Toll, manchmal ist es ja einfach. Nebenbei bei einem Elternabend zum Schreibunterricht gelernt: Im Türkischen gibt es für jeden Laut einen Buchstaben, im Deutschen gibt es etwa 40 Laute, aber viel weniger Buchstaben. Guck an.

 

Woanders – Der Wirtschaftsteil

Wir können auch einmal etwas ernsthafter nachdenken, etwa mit Sascha Lobo, der bei Spiegel Online über die Sharing Economy schreibt und sich fragt, ob wir nicht vielleicht auf dem Weg in eine Dumpinghölle sind. Je nach Branche werden sich manche beim Lesen fragen, ob sie da nicht vielleicht schon sind. Und in der Zeit ist bei Günther Hack gerade die Rede vom Datenproletariat, es ist anscheinend die Woche der Grundsatzartikel. Wie bei Texten üblich, in denen Marx erwähnt wird, ist der Text von Hack nur bedingt fluffig zu lesen. Wer sich nicht mühen mag, lese einfach gleich den letzten Absatz.

Da stehen also wieder Rufer in der Wüste – und wir müssen entscheiden, ob im Neuen das Gute oder der Horror liegt. In der SZ dazu – passend oder nicht – ein Artikel über deutsche Bedenkenhaftigkeit. Haben wir Bedenken oder Fortschrittsangst?

In Leipzig gab es eine Degrowth-Konferenz, auch dabei kann man sich fragen, ob es um Bedenken oder um Pioniertaten geht – oder irgendwie um beides, versteht sich. In der FR schreibt Jörg Schindler passend dazu über “Stadt, Land, Überfluss.”

Wobei wir nach etlichen Ausgaben dieser Linksammlung feststellen konnten, dass es zwar sehr leicht ist, tiefschürfende Texte zu wirtschaftlichen Themen in deutscher Sprache zu finden, aber vergleichsweise doch schwer, Berichte über halbwegs spektakuläre Aktionen, Projekte, Programme aus Deutschland aufzutreiben. Wobei natürlich nichts dagegen spricht, erst einmal Ideen zu entwickeln, zu träumen, Visionen zu haben. Hier ein Beispiel aus Österreich, es geht um Stadtentwicklung der ganz besonderen Art. Das ist ansprechend und faszinierend, eine reizvolle Idee, keine Frage. Aber umgesetzte Projekte hätten vielleicht noch mehr Reiz. Oder zumindest angefangene Projekte, wie etwa in dem folgenden Beispiel, es geht um die Stadtplanung in New York und um die bekannte Forderung “Reclaim the city”. Und es geht um Badeschiffe. Mit irgendwas muss man ja anfangen.

In einem anderen Beispiel aus Holland geht es, wie schon im ersten Link, wieder um das Sharing, und es geht auch um die Probleme dabei (englischer Text). Und um die Frage, wer dabei eigentlich Geld verdient.

Wobei Sharing gar nicht nur etwas für Konsumenten ist, das Prinzip ist auch für Konzerne interessant, sogar ganz ohne jede  Konsumentenbeteiligung.

Zu TTIP haben wir natürlich auch noch etwas, wie könnte es anders sein, das Thema ist noch lange nicht durch. Diesmal einen Filmbeitrag bei 3Sat: “Gefährliche Geheimnisse”. Wer das Thema bisher ignoriert hat, kann das hier auch ganz gut als Einführung ins Thema betrachten, das passt. In aller Deutlichkeit kann man eine mögliche Folge der so harmlos klingenden Schiedsgerichte, um die es in dem Abkommen u.a. geht, auch in der taz nachlesen.

Zum Schluß ein Link, der uns aus dem Publikum geschickt wurde (vielen Dank!), ein wirklich wunderbarer Beweis, dass man aus jedem Dreck Geld machen kann. Ein Urprinzip der Wirtschaft sozusagen. Wie das funktionieren kann, das sieht man hier ganz gut.

GLS Bank mit Sinn