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Woanders – diesmal mit der Straßenfotografie, Manfred Maurenbrecher, Banksy und anderem

Fotografie: Mario Sixtus mit einem langen Text über Straßenfotografie. Dem Denkanstoß im Schlusssatz schließe ich mich an. Diese Rechtslage ist ein ungeheuer nervtötendes Thema.

Hamburg: Ein Kiosk verkauft keine Bildzeitung mehr.

Feuilleton: Der Tagesspiegel über die neue CD von Manfred Maurenbrecher, dessen Auftritte ich sehr empfehle. Wenn Sie den live sehen können – unbedingt machen. CD-Kauf natürlich auch fein.

Feuilleton: Höchst befremdliche Street-Art-Zerstörung in Hamburg. Oder ist es am Ende wieder Kunst? Und in 10 Jahren streitet man sich hier übrigens über die Echtheit von Oz-Tags, fragt sich, wem sie gehören und wer damit was machen oder wer sie verkaufen darf. Man möchte es jetzt schon wetten.

Feuilleton: Tillman Rammstedt über das frühe Aufstehen. Der lustigste Text der letzten Woche, und zwar mit Abstand.

Feuilleton: In der schier endlosen Folge von Tweets, die zum Tode von Leonard Nimoy durch die Timeline rauschten, fand ich den Link zu diesem Film – Leonard Nimoy spricht Jiddisch.

 

Woanders – Der Wirtschaftsteil

In der letzten Woche ging es u.a. um die Flüchtlinge, die man unbedingt von Europa fernhalten möchte, während man gleichzeitig hier in den Betrieben diskutiert, dass “Diversity” Abteilungen kreativer macht. Da ergänzen wir noch etwas. Während nämlich einerseits Flüchtlinge, die trotz aller Hindernisse in Deutschland ankommen, oft nicht arbeiten dürfen, suchen Arbeitgeber wieder Personal im Ausland. Man landet schon wieder bei Kempowski und murmelt dauernd “Wie isses nun bloß möglich” vor sich hin. Dazu übrigens auch ein interessanter Text bei den Krautreportern: “Ein Herzchirurg sucht Asyl”.

Aber der Link der Woche widmet sich einem ganz anderen Thema, es geht um die deutsche Mittelschicht, also womöglich um Sie. Da gab es nämlich einen Text in der Zeit, einen ziemlich langen Text sogar. Der reißt etliche Themen an, der ist sehr klar formuliert und lädt zum Mitdenken ein – und er wurde in den sozialen Netzwerken wieder und wieder geteilt. Er hat wohl etwas getroffen. Die Frage, was man als Mittelschichtangehöriger nun eigentlich ist, Depp der Nation oder doch eher Profiteur der Gegebenheiten, sie scheint so manchen umzutreiben.

Die Deutschen haben es ja mit der Mitte, wir zählen uns alle zur Mittelschicht, wir denken auch oft über das Mittelmaß nach. Das tut Herr Gutjahr auch gerade. Und wo wir schon dabei sind – wenn wir aus der Mittelschicht auch noch alle im Mittelstand arbeiten, dann sind wir bald was? Abgehängt? Dafür scheint tatsächlich einiges zu sprechen.

Wenn man als Familie aus dem Mittelmaß fällt und z.B. ein, zwei Kinder mehr als der Durchschnitt hat, ergeben sich spezielle Probleme, etwa beim Stichwort Vereinbarkeit. Achten Sie bitte mal auf die Überschrift dieses Artikels gerade. Und dann auf diese hier. Wenn da der Verdacht aufkommt, man könnte womöglich noch mehr finden – ja. Und zwar gleich reihenweise. Positive Meldungen dazu sind wesentlich schwerer aufzutreiben. Wir können aber dieses Thema ganz unerwartet mit dem ersten Absatz verbinden, denn im Ausland sucht man nicht nur Pflegepersonal, sondern auch Pädagogen für Kindergärten. Und Vereinbarkeit ohne Kindergärten wird nicht klappen können.

Die Sache mit der Vereinbarkeit läuft also nicht, die Eltern wissen nicht, wo ihnen der Kopf steht, und Bastelkisten kriegt der Nachwuchs vielleicht bald auch nicht mehr. Das ist keineswegs als Witz gemeint, das ist ernst, das ist eine Wirtschaftsmeldung, und sogar eine interessante.

Der Schlusslink ist wie fast immer für den Freundeskreis Fahrrad. Wir enden da in diesem Fall mit einer glatten Vier. Und wie schon damals in der Schule gilt: Das ist nicht befriedigend. Es geht, man kann es sich fast schon denken, um Radwege in Deutschland.

GLS Bank mit Sinn

Woanders – diesmal mit einem Date, Malbüchern, den Peanuts und anderem

Familie: Ein großer Sohn hat ein Valentinsdate.

Familie:  Malbücher sind jetzt eher etwas für Erwachsene.

Familie: Frau Gminggmangg über Fragen nach Trennungen.

Hamburg: In der FAZ ein langer Artikel über das rote und das weiße Hamburg und über die Elbphilharmonie.

Hamburg: In der Zeit geht es um die Gefühlskälte in der Stadt, und der Text klingt so, als bestünde Hamburg zu 80% aus Reedern, Maklern und Bankern. Das ist ein klein wenig abwegig. Davon abgesehen ist die Stadt tatsächlich kalt, gar kein Zweifel. Wer hier menschliche Wärme sucht, der braucht einen Trick, also etwa einen Hund, ein Blog, einen Foodtruck  oder auch ein Kind. Mit diesen Hilfsmitteln kommt man recht schnell in vergleichsweise kontaktfreundliche Szenen und darf hin und wieder Leute kennenlernen. Man kann ja immer noch abhauen, wenn man dabei versehentlich auf Makler, Reeder oder Banker  stößt.

Hamburg: Hier geht es um die Elbinsel Wilhelmsburg, Die dort erwähnte Deichdiele wird von einem ehemaligen Mitbewohner der Herzdame betrieben, ein empfehlenswerter Laden. Auch deswegen, weil man sich da reinsetzen und der Gentrifizierung live und in Farbe zusehen kann. Man kann sich das Treiben da stundenlang ansehen und als Sankt Georger denken: Haha, ich weiß genau, was hier noch kommt. Aber man will ja auch nicht spoilern, also sitzt man da und sagt nichts.

Hamburg/Familie: Neues von den Kitas und dem Betreuungsschlüssel. Bzw. nichts Neues.

Feuilleton: Ein Limerick.

Feuilleton: Ein langer und faszinierender Artikel über Franklin von den Peanuts. Gefunden via Kiki.

Woanders – Der Wirtschaftsteil

Wir starten wieder mit einem Nachtrag, es gibt neue Informationen zum Plastik im Meer. Und nein, es sind keine guten Nachrichten, aber die hat bei dem Thema wohl auch niemand erwartet. “Forscher wollen zu den Strudeln reisen” steht da – es klingt fast nach Jules Verne. Aber auch nur fast.

In dieser Kolumne gibt es oft wilde Themenschlenker, wir kommen jetzt vom Plastik im Meer mal eben zu Instagram, warum auch nicht. Kann es da einen Zusammenhang geben? Ja, kann es. Auch auf Instagram geht es natürlich nicht nur um Klickibunti. Wer da noch mehr finden möchte, der kann sich auch einmal den Stream von National Geographic ansehen, da geht es neben selbstverständlich großartigen Tierbildern oft auch um Umweltschutz und andere Themen, die hier interessieren. Oder folgen Sie einfach Noor Images, einer Fotoagentur aus Amsterdam, bei der es hauptsächlich um weltweite soziale Themen geht.  Und mit sozialen Themen machen wir jetzt auch weiter.

Den Namen Fabrice Leggeri wird kaum jemand kennen, der Artikel in der Zeit neulich über ihn hat nicht so hohe Wellen geschlagen, dass sein Name nun in aller Munde wäre. Dabei lohnt es sich, etwas über ihn nachzudenken. Über ihn und seinen Job. In etwas weiterem Kontext findet man in der taz noch ein kleines Zahlenspielchen. Es ist eben nicht immer sinnvoll, wenn Bürokraten eine Lösung basteln und abarbeiten.

Das hat alles etwas mit dem sozialen Europa zu tun, also auch mit dem sozialen Deutschland. Das ist eben, wie es zur Zeit läuft. Und so läuft es übrigens, während die Wirtschaftszeitungen gleichzeitig über Diversity Management schreiben – es ist wohl kompliziert. Nebenbei bemerkt, wenn wir schon bei Diversity sind: Jede dritte Familie in Deutschland hat ausländische Wurzeln.

Weiter mit sozialen Themen, in der FAZ geht es um die Unsichtbaren im Berufsleben, um das Heer der Geringverdiener, der Hilfsjobber, Kurierfahrer, um jene, die mit einiger Wahrscheinlichkeit auch Ihren Schreibtisch reinigen oder Ihnen die Pakete bringen. Ein Text mit einem besonders bitteren Ende. Vom Lesen der Kommentare unter dem Artikel muss man verschärft abraten, da tagt der Stammtisch der Selbstschuldfraktion.

So bitter wollen wir natürlich die Kolumne nicht beenden, da muss noch ein anderer Link her. Wir gehen also ein paar Schritte zurück, denken noch einmal an die Bürokraten und ihre Lösungen und fragen uns, ob man nicht wenigstens manchmal einfach nur über sie lachen darf. Und nehmen mal an: Ja, das darf man.

Zum Schluss wie fast immer noch etwas für die Radfahrgemeinde. Diesmal geht es aber nicht um Radwege, sondern um die Räder selbst und wo man sie anbaut. Nanu!

GLS Bank mit Sinn

Woanders – diesmal mit einem Witz, einer Zeitschrift, Noten und anderem

Familie: Ein Kind erzählt einen Witz. Das ist, wie alle Eltern wissen, hochkompliziert.

Familie: Anmerkungen aus Vatersicht zur neuen Version der “Eltern”-Zeitschrift.

Familie: Die Tollabox hat ein kleines Finanzproblem. Ein Grund mehr, gleich eine zu bestellen. Feines Unternehmen, nette Leute, großartige Pakete, wir haben das getestet. Wenn Sie die Tollabox nicht kennen – nur zu. Jetzt erst recht.

Schule: Ein Lehrer über die Reaktionen auf normale Noten. Wir haben damals eine Drei ja noch wild gefeiert. Aber wir hatten auch nichts. Jedenfalls keine Einsen.

Irgendwasmitmedien: Ich mag übrigens das gute alte Tagebuchbloggen. Wie etwa hier bei Liisa.

Irgendwasmitmedien: Wie die Empfehlungen bei Spotify zustande kommen. Das ist für Eltern allerdings nicht relevant, denn wenn die Kinder auch über den Papa-Account mithören, dann bekommt man natürlich höchst seltsames Zeug empfohlen. Gerade nachgesehen – möchte ich “Conni und der Dinoknochen” hören? Eher nicht.

 

Woanders – der Wirtschaftsteil

Volkswirtschaft haben wir hier eher selten, das kann aber auch einmal interessant und unterhaltsam sein, besonders wenn es um die Querschläger dieser Wissenschaft geht.

In diesem Interview geht es unter anderem auch um Monopoly, also um das Spiel, das so aufdringlich einige wichtige Aspekte unseres Systems spiegelt. So aufdringlich, dass man die Symbolik immer noch weiter denken kann, bis hin zu Monopoly Planet Earth.

Monopoly ist ein Spiel der Ungleichheit, der radikalen Gewinne und Verluste. Radikale Gewinner gibt es, das muss man sich ab und zu klarmachen, nicht nur im Spiel. Und was Verluste im wirklichen Leben ausmachen können, das liest man in dieser Meldung zu Griechenland, in der es einmal nicht um das Outfit und das Charisma des Regierungspersonals geht. Sondern um eine Zahl, die auf grauenvolle Weise ausdrückt, was in diesem Land los ist: die Selbstmordquote. Wobei man nicht nur an Griechenland denken muss, versteht sich.

Um Gewinner und Verlierer geht es auch im Text über Yuval Harari. Ein Mann mit der durchaus eleganten Berufsbezeichnung Universalhistoriker und es geht tatsächlich noch einmal um quasi alles.

Nach solchen Texten tut es immer gut, zu praktischen Problemen zurückzukehren, denn wir können nun einmal nicht in die Zukunft sehen, wir können auch das Gesamte vermutlich nicht verstehen. Wir können aber konkrete Fragen klären, etwa “Wie baut man ein Atomkraftwerk ab?” Da ist man dann wieder im Bereich des Handelns, da geht wieder was.

Und man kann sich auch handelnd um die Zukunft kümmern, versteht sich. Etwa mit Themen wie Cradle-To-Cradle. Etwas mehr dazu noch hier. Und wer noch Motivation braucht, sich mit solchen Themen zu beschäftigen, der erinnert sich am besten kurz mal an das Plastikproblem, das wir als Gesellschaft so großartig verdrängen. Wobei man sich immer noch entscheiden kann, ob man solche Meldungen frustrierend oder doch eher motivierend findet.

Zum Schluss wieder der übliche Link für Radfahrer. Da geht es um die Frage, was eine Stadt braucht, um radfreundlicher zu werden, um in der Verkehrsplanung neue Ideen zuzulassen. Die Antwort ist wohl einfach, aber im Einzelfall evtl. ziemlich schwer umzusetzen: Man braucht einen Bürgermeister, der gerne Rad fährt. Wie in London.

GLS Bank mit Sinn

Woanders – Der Wirtschaftsteil

Wir fangen mit einem kleinen Nachtrag zur letzten Folge an. Da ging es mit dem aufsehenerregenden Text von Bauer Willi los, der für viele Diskussionen und schier endlose Kommentare unter dem Originalpost gesorgt hat (wer es nicht gesehen hat – das war hier). Bei “enorm” kommt der Bauer in einem Interview jetzt noch einmal mit einigen Ergänzungen zu Wort.

Es bleibt also kompliziert in der Landwirtschaft, auch wenn die aktuellen Appelle an die Verbraucher oft ganz einfach klingen. Etwa der von Christian Hiss, dem Gründer der Freiburger Regionalwert AG. Bewusster einkaufen also, regionaler einkaufen. Mit dem Geld anders umgehen. Mit mehr Kenntnis und Interesse einkaufen womöglich, da helfen manchmal auch Geschichten weiter. Vor dem nächsten Sauerteigbrot etwa vielleicht einfach mal das hier lesen, da wird das Brot gleich viel spannender, und man möchte gar kein Industriebrot mehr.

Und damit genug von Landwirtschaft und Lebensmitteln, es gibt auch noch andere Branchen, Industrien und Themen, wir wollen einmal etwas origineller sein. Es soll nicht immer nur um das Essen und seine Produktion gehen, auch wenn man dazu endlos viele interessante Links findet. Andere Produkte sind ebenfalls spannend – und die kann man sogar auch mit dem Präfix “regio-” anteasern, das geht öfter, als man denkt. Regiorohstoffe wie Stahl, Aluminium, Kupfer zum Beispiel? Doch, die haben wir in Deutschland. Für den Smalltalk merken wir uns die Vokabel “Urban Mining”.

Finden wir noch mehr ganz andere Themen als sonst? Aber ja. Faire Kondome, die hatten wir hier auch noch nicht. Die gibt es auch noch gar nicht, aber vielleicht ja in Kürze.

Beim Thema “Sharing” denken wir meistens an Autos, vielleicht auch einmal an Ferienwohnungen oder an kleine Geräte wie Bohrmaschinen. Aber an Hunde?

Wenn wir an Stadtplanung denken, geht es hier meist um Verkehr, also schon wieder um Autos, vielleicht auch einmal um Fahrräder. Ein Stadtplaner sagt, es sollte eher um Kinder und Senioren gehen. Übrigens ein Text mit wunderbaren Detailinformationen – ohne Fahrradträger am Auto gibt es in Kopenhagen keine Taxilizenz. Guck an!

Wenn wir an Bücher denken, dann denken wir “toll!”, denn das Buch an sich ist gut, das Buch ist Kultur und Bildung. Man kauft vielleicht ein gedrucktes Buch in der guten alten Buchhandlung, und denkt sich, man macht damit etwas richtig. Man überlegt, ob nun Buch oder Ebook besser, vernünftiger, richtiger ist, das wird schnell sehr kompliziert, wie alle Fragen des Konsums. Das gedruckte Buch an sich ist gut, ja. Sein Rohmaterial ist es allerdings nicht unbedingt.

Eine Nachricht, bei der man auch zuerst “toll!” denkt: Eine Stadt zahlt Schadensersatz für fehlende Kita-Plätze Aber ist das wirklich so toll? Antje Schrupp denkt weiter. Auch die Kommentare unter dem Text sind lesenswert.

Zum Schluß wieder etwas für die Freunde des Fahrrads – bei Lego gibt es Design-Entwürfe für Hipster-Figuren. Und Hipster, eh klar, fahren Fahrrad. Und zwar nicht irgendein Fahrrad, sondern ein Fixie. Falls Sie nicht hip genug sind, um den Begriff Fixies zu kennen, falls Sie also so altmodisch sind wie ich, das sind Eingangräder, sagt die Wikipedia. Wieder was gelernt!

GLS Bank mit Sinn

Woanders – diesmal mit Nichtschule, digitaler Unfreiheit, Tablets und anderem

Schule: Die Reicherts schreiben über Reisen und leben davon. Ihre Kinder gehen nicht zur Schule. In diesem Interview ist ganz am Ende wiederum ein Interview mit dem ältesten Sohn verlinkt, der in Deutschland externes Abitur gemacht hat.  Eine ganz erstaunliche Angelegenheit.

Schule: Ein Hamburger Lehrer berichtet über das Lernen mit Tablets im Unterricht.  Völlig überraschend erweisen sich die Geräte als nützlich.

Familie: In der Wirtschaftswoche geht es um die digitale Unfreiheit der Kinder, deren Eltern sie mit modernsten Methoden fürsorglich belagern. Es graut einem.

Gesellschaft: Erzählungen über die Flucht aus Syrien. Langer Text, kaum vorstellbare Schicksale.

Feuilleton/Foto: Spaß mit Buchcovern.

Feuilleton: Der Fuchs sagt: “Tach!” – vom Kleinen Prinzen erscheinen gleich mehrere Neuübersetzungen und auch neue Hörfassungen.

 

Woanders – Der Wirtschaftsteil

Da wurde doch gerade hinter den Kulissen dieser Kolumne ein Rekord gebrochen. Das hatten wir nämlich noch nie, dass wir am Text herumbasteln und währenddessen gleich drei Mails kommen, in denen uns fast textgleich der Aufhänger von freundlichen Leserinnen empfohlen wird. Der Text von “Bauer Willi” nämlich, der sich an die Verbraucher richtet, beziehungsweise ihnen den Marsch bläst, sie aufrüttelt, sie in jedem Fall sehr direkt anspricht. Kann man ja mal drüber nachdenken! Beim Denken helfen in dem Fall vielleicht sogar die Kommentare unter dem Artikel weiter, da wird munter von weit entfernten Standpunkten aus diskutiert, und das sogar vergleichsweise zivilsiert. Ein Blick auf die Lage der Bauern, der hilft natürlich ebenfalls weiter bei diesem Thema. Und man sollte wohl nicht vergessen, dass Bauern und Verbraucher sich sowieso nicht immer freundlich begegnen.

Der Text von Bauer Willi richtet sich an den Durchschnittsverbraucher, an Otto Normalverbraucher hätte ich fast geschrieben. Was es mit dem auf sich hat, das kann man sich übrigens auch einmal ansehen, das ist schon interessant, denn der ist ein ausgesprochen mangelgeprägtes Wesen. Geschichtlich gesehen wird sein Einkaufsverhalten wohl von der Haltung “Hauptsache satt” bestimmt.

Der Verbraucher will, so Bauer Willi, vor allem billige Ware, die aber ungespritzt und bio und regio und überhaupt, da stellt man dann fest, dass die Forderung nach dem einfachsten Produkt vielleicht doch die Forderung nach Luxus ist. Denn auch Luxus wird natürlich dauernd umdefiniert, in jeder Branche. Auch da muss man vielleicht ab und zu sein Weltbild justieren und sich fragen, welchen Luxus man sich eigentlich gönnen möchte.

Noch einmal zurück zum Bauern Willi und seiner vermutlich nachvollziehbaren Wut auf billige Lebensmittel. Lebensmittel können manchmal auch billiger werden und es ist doch ein tieferer Sinn in der Preisentwicklung, und zwar dann, wenn man sie damit vor dem Müll rettet. Herrlich kompliziert, das alles – andere Produkte müssen nämlich bekanntlich viel teurer werden, damit es alles sinnvoll bleibt oder wieder wird. Wie es sich anfühlt Lebensmittel einzusammeln, die bereits im Sinne des Handels entwertet, aber noch nicht im Müll sind, kann man hier nachlesen.

Hat man die Lebensmittel aber nicht rechtzeitig als kaufender Verbraucher oder sammelnder Foodsharer vor dem Müll gerettet, kann man sie immer noch aus dem selbigen retten. Damit sind wir dann beim “Containern”. Dazu ein kleines rechtliches Update – wann darf man eigentlich was aus dem Müll mitnehmen? Wie sehen Juristen das – wenn sie denn hinsehen müssen?

Juristen neigen natürlich zu Spitzfindigkeiten, das ist ihr Beruf. Beim Containern wie auch bei den anderen Themen hier sollte man aber das Wichtigste nicht vergessen – die Ressourcen sind wirklich knapp, wir müssen uns wirklich um Effizienz bemühen. Man spricht schon von “Peak-Alles.”

GLS Bank mit Sinn

Woanders – diesmal mit der Handschrift, Konsequenzen in der Erziehung, einem Chor und anderem

Schule: In der SZ geht es um die Handschrift in Finnland, wo man auf diese neuerdings verzichten möchte (Korrektur – die FAZ weiß es genauer). Ich habe, das hat mit dem verlinkten Text aber gar nichts zu tun, neulich zum ersten Mal seit ich weiß nicht wie vielen Jahren einen ganzen Text per Hand geschrieben, eine Kolumne für die Zeitung. Nicht aus irgendeinem retroaffinen Vorsatz, einfach nur weil ich schon im Bett lag und noch kurz vor dem Einschlafen eine Idee hatte. Und wenn ich noch einmal an den Computer gegangen wäre, dann hätte ich auch noch einmal in den Feedreader gesehen, kurz auf Facebook und auf Twitter und Instagram usw., und dazu hatte ich keine Lust. Also habe ich ein Notizbuch genommen und einen Kuli. Das ist anstrengend, mit der Hand zu schreiben, wenn man es jahrelang nicht mehr gemacht hat. Also abgesehen von Einkaufszetteln und dergleichen. Erstaunlich jedenfalls, ohne es überbewerten zu wollen, dass der Text am nächsten Morgen deutlich weniger Änderungsbedarf hatte, als ich es von meinen getippten Texten kenne. Daran werde ich noch ein wenig herumprobieren, interessante Sache. Man denkt wohl doch erheblich langsamer und strukturierter, wenn man mit der Hand schreibt.

Schule: Frau Novemberregen über die unsägliche Frau Steinbach und die Situation an Schulen in bestimmten Städten. Ich finde es gerade sehr reizvoll, dass die Kinder in der Grundschule von Sohn I angefangen haben Schimpfwörter auszutauschen, da kommen bei etwa fünf Nationen in seiner Klasse natürlich einige zusammen. Der Begriff der Woche war für mich Piskopat, das ist die türkische Vokabel für Psychopath. Toll, was? Das merke ich mir doch.

Familie: Kinder lernen aus den Konsequenzen der eigenen Handlungen. Nicht.

Reise: Bei Liisa gibt es in einem Artikel einen eingebetten Film, in dem es um das “Ja” in Nordschweden geht. Das führen wir hier natürlich auch sofort genau so ein.

Hamburg: In Hamburg gibt es einen Chor für alle und ich bin tatsächlich in Versuchung.

Hamburg: Im Archäologischen Museum Hamburg haben Flüchtlinge jetzt freien Eintritt. Man muss ja auch einmal die guten Nachrichten verlinken. Vielleicht vermehren sie sich?

Psychologie: Ein Text in der Zeit über Abschiede und Trennungen und was wir zurücklassen und was wir zusammen haben. Da kann man an vielen Stellen weiterdenken, wirklich schöner Text. Man beachte die Stelle mit dem transaktiven Gedächtnis.

Feuilleton: Stefan Mesch über das Buchprojekt 1000 Tode. In der neuen Version jetzt übrigens auch mit einem Text von mir, sagte ich das? Jetzt aber.