Ich habe zu dem Film “Ich, Daniel Blake”, den Trailer im Kino gesehen und habe große Lust, ihn mir anzusehen.

Diese Lust könnte sogar dazu führen, dass ich das tatsächlich mache, denn das sieht doch nach einem vernünftigen Umgang mit sozialen Themen aus – und wer würde soziale Themen zur Zeit nicht wichtig finden.  

Ich sah diesen Trailer in dem Werbeschwulst vor dem aktuellen Woody-Allen-Film, in dem ich in der letzten Woche mit der Herzdame war. Das war nach einer kleinen Kinderpause von nur neun Jahren das erste Mal, dass wir gemeinsam in einem Film für Erwachsene waren, wie wir etwas überrascht nachgerechnet haben. Das war dann wohl die Extended Version im Family-Style von “Man kommt zu nix”. Wir waren, das ist aber Zufall, kein seltsames Ritual, vor den Kindern zuletzt auch in einem Woody-Allen-Film, manchmal fügt es sich ja nett. Allerdings sind nicht nur wir älter geworden, Woody Allen ist es auch.

Der Film “Café Society” jedenfalls besteht aus hübscher Langeweile, in der man sich etwa alle zehn Minuten bei einem Satzfetzen wehmütig daran erinnert, dass Woody Allen früher mal Dialoge und Erzählung konnte, und wie er das konnte. Ansonsten ein Film mit seltsam unwirksamer Ausstattung, die überhaupt nicht überzeugt. Das soll in den Dreißigern des letzten Jahrhunderts spielen, aber nichts im Film fühlt sich danach an, nicht die Kulisse, nicht die Kostüme, nicht die Texte. Ganz merkwürdig. Ich lasse mich im Kino gerne auf Ausstattungszauber ein und bin etwas enttäuscht, wenn da nichts kommt. Die Handlung, wenig überraschend, lässt die Liebe wandern, das trifft einen als Zuschauer bei dem Regisseur nicht gerade unerwartet.

Die Herzdame fand auch das Ende vollkommen daneben, ich fand, das war das Beste am Film, genau der richtige Moment, mitten im fortgeschritten lakonisch und altersmilde betrachteten Bäumchen-Wechsel-Dich-Spielchen der orientierungslos Liebenden ein glatter Schnitt, das passte schon. Aber möchte man einen Film nur für ein gutes, wollte sagen immerhin passendes und halbwegs originelles Ende sehen? Wohl kaum.

Immerhin: Kristen Stewart. Wie die FAZ am Ende einer ansonsten eher mitleidigen Kritik schreibt: “Aber Kristen Stewart leuchtet.”

Ich rate dennoch eher ab.

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