Mal wieder ein paar Anmerkungen zu Suchbegriffen, mit denen Menschen via Google etc. in den letzten Wochen auf diese Seite kamen.

“Früher war alles besser”

Damit landet man nun also bei diesem kleinen Fachblog für nostalgische Verklärung, ist das nicht schön? Nun. Kleiner Scherz. Früher war sehr wenig wirklich besser. Aber tatsächlich fand ich die Gesellschaft um mich herum “früher” (sagen wir: bis Herbst 2015) erträglicher, als der tägliche, routinierte Hass noch nicht ganz so offensichtlich aus der Büchse der Pandora entwichen war. Und damit meine ich nicht nur die Kommentare im Internet, ich meine auch den Hass, die Verachtung und das hemmungslose Ausleben von Vorurteilen im Real-Life-Alltag, denn all dies scheint sich überdeutlich immer mehr auszubreiten. Ich habe neulich zwei Autofahrer gesehen, die sich hier um die Ecke beim Einparken in die Quere kamen. Die stiegen nach dem ersten Hupen beide aus und haben sofort angefangen, sich zu prügeln, wie in einem Bud-Spencer-Film. Keine Diskussion, kein Gepöbel, kein Geschubse, gleich zack, richtig auf’s Maul. Und die sahen beide ganz normal und bürgerlich und zurechnungsfähig aus, die waren auch beide älter als achtzehn Jahre. Das ist seltsam, so ein Verhalten, das war doch sonst nicht so, nicht wahr, aber es passt irgendwie ins Bild dieses Jahres. Als hätte ein gelangweilter Gott den Aggressionsregler hochgedreht, um mal zu sehen, was dann passiert. 

“Trauma Einschulung”

Ich zum Beispiel musste bei der Einschulung eine kratzende und auch noch karierte Hose tragen, darüber habe ich sogar schon einmal geschrieben, so sehr beschäftigt mich das noch, da kann man mal sehen. Mit der Spätfolge, dass ich immer noch alles hasse, was kariert ist und insgeheim alle Menschen für Psychopathen halte, die freiwillig karierte Kleidung, insbesondere aber karierte Hosen tragen. Auf dem Weg zur Arbeit komme ich täglich an einem Fachgeschäft für Golfzubehör und – bekleidung vorbei, das finde ich sehr herausfordernd. Schlimm. Die Söhne allerdings fanden ihre Einschulung beide super, soweit mir bekannt.

“Schwangerschaftsmanager”

Siehe Parkraum-Manager? Siehe Gebäude-Manager? Alle bekloppt. Alleine das Wort schon! Schwangerschaftsmanager. Du meine Güte! Früher, als alles noch besser war – ach nee.

“Wo Schafe am Deich sich begatten”

Da will ich hin, genau, da ist es nämlich auch abgesehen von den Schafen schön und eine größere Dosis Nordfriesland wäre im Moment genau richtig für mich, oh ja. Ergänzend könnte man zum Begatten erwähnen, dass der Schafbock dabei in der Regel eine Art Stempelgerät trägt, damit der Landwirt erkennen kann, welche Schafe ihm schon, haha, untergekommen sind. Das lädt natürlich noch zu vielen weiteren Witzen ein, die ich aber alle nicht mache. So geht Selbstbeherrschung, meine Damen und Herren.

“Lobpreisung eines Hundes”

Gewiss nicht in diesem Blog. Oder zumindest nicht, solange ich in der Stadt wohne. Ich habe einen erheblichen Teil meines Lebens mit Hunden verbracht und sie alle sehr geliebt, seit ich aber da wohne, wo mir Hunde dauernd vor die Tür und auf den Spielplatz der Söhne kacken, ist unser Verhältnis deutlich abgekühlt. Theoretisch ist man in Hamburg gehalten, die Kacke seines Hundes aufzusammeln und zu entsorgen. Ich habe finsterste Gefühle für Menschen, die sich an diese Regel nicht halten, möchte aber auch auf gar keinen Fall einer von denen sein, die das tun. Denn das ist doch tatsächlich ein Fall von: Wenn mir jetzt ein Außerirdischer zuguckt, wie ich frische und noch körperwarme Kacke liebevoll einbeutele … nein. Einfach nein.

“Kochbuch Helgoland”

Ist mir noch nicht begegnet. Wenn auf Helgoland, dann unbedingt hier sehr gut oder hier völlig in Ordnung essen, alles andere ist auf der Insel eventuell etwas heikel, wir haben da Erfahrung.

“Das Bedeut fangen”

Das ist so schön, das hänge ich mir über den Schreibtisch, als ständige Mahnung beim Schreiben. Fang das Bedeut! Fang es noch heut!

“Mi beim Fangen”

Das Mi beim Fangen heißt Klipp, alles andere ist albern. Insbesondere die Variante Klippo ist gerade unerträglich falsch und tut im Ohr weh.

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