Es geht um Aspekte der Ungleichheit, wir fangen mit einem Text an, der in den letzten Wochen schon weit herumgereicht wurde. Weil es nach wie vor beim Thema Hartz IV um etwas geht, das Ungleichheit manifestiert und evtl. die Gesellschaft vergiftet. Zu hart formuliert? Vielleicht nicht. Der Artikel enthält auch Verweise auf das bedingungslose Grundeinkommen, und von dieser argumentativen Seite haben es vielleicht noch nicht alle gesehen. Aber warum sollte man ethische Argumente übersehen? Und, ein kurzer Schlenker ins Politische bietet sich hier wirklich an, wenn diese Art der Ungleichheit offenkundig dem Rechtspopulismus Auftrieb gibt, was ist denn eigentlich mit dem Linkspopulismus, der doch die gleiche Zielgruppe hat? Eine berechtigte Frage, auch wenn man jede Form des Populismus ausdrücklich ablehnt.

Die Zielgruppe, um die es dem Populismus da geht, wird oft als sozial schwach bezeichnet – bei den Krautreportern regt man sich begründet darüber auf (ein Teil dieses Textes liegt hinter einer Paywall, der Teil davor ist aber lesenswert genug, um ihn dennoch hier zu verlinken). Oder geht es um den kleinen Mann? Auch dazu gibt es einen Artikel. Mit einem letzten Absatz, auf den man gesondert hinweisen muss, so bemerkenswert ist er. Und am anderen Ende des Spektrums, wo etwas oder sehr viel mehr Geld ist – da ist übrigens keiner. Oder zumindest glauben die meisten nicht, dass sie da hingehören.

In der NZZ wird auf die Schwangerschaft als Urgrund der sozialen Ungleichheit verwiesen, ein sicher heikles und enorm kompliziertes Thema. Zumal es hier nur auf den Arbeitsmarkt ausgerichtet ist, als sei er der Gipfel der menschlichen Erkenntnis und Sinnfindung. Das kann man sicher anders sehen, aber dennoch, man findet im Text Aspekte, über die man etwas nachdenken kann.

Ein anderer Artikel, der in den letzten Tagen ziemlich viel Aufmerksamkeit fand, ist die Meldung über die fast ausschließlich männlichen Chefredaktionen deutscher Lokalzeitungen. Und in der Tat ist die Zahlenlage beeindruckend und man wird wenig Argumente zur Verteidigung dieses Ungleichgewichts finden – und dass die Frauen einfach nicht wollen, das klingt nun wirklich nicht sehr wahrscheinlich. Was würde es wohl am Journalismus ändern, wenn die Verhältnisse anders wären? Überhaupt etwas? Dass nur ein Geschlecht über die Nachrichtenlage dominiert – kann das denn folgenlos sein? Und kann es richtig sein? Noch im Zusammenhang mit der schwachen Frauenquote in Führungspositionen: Eine Anregung zur Männerquote. Warum auch nicht.

Es gibt auch Buchneuerscheinungen zum Thema, etwa von Anthony Atkinson – mit Rezepten, die einem seltsam vertraut vorkommen. War da nicht einmal etwas mit sozialer Marktwirtschaft? Man müsste wohl in den Geschichtsbüchern nachsehen.

Und wer im Smalltalk zum Thema jetzt noch ein paar flott aufbereitete Zahlen braucht – bitte sehr, die haben wir auch.

“Das wesentliche Rekrutierungsprinzip der Elite ist Rekrutierung nach Ähnlichkeit. In der Wirtschaft sieht man das sehr gut am Geschlecht.” Das ist ein Satz aus einem Interview mit dem Eliteforscher – auch eine schöne Berufsbezeichnung – Michael Hartmann. In Bezug auf unser Thema Ungleichheit ein recht ergiebiges Gespräch. Noch mehr dazu in der Zeit, und hier kann man dann auch noch einmal einen Bogen zur frühkindlichen Betreuung schlagen, die im Artikel zur Schwangerschaft schon angesprochen wurde.

Zum Schluss aber wie fast immer noch ein schöner Link für den Freundeskreis Fahrrad, nämlich diesen blau leuchtenden Radweg. Etwas gespenstisch sieht der vielleicht aus, aber das passt ja zum Herbst.

GLS Bank mit Sinn

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