Die Herzdame testet: den Swopper (Werbung)

Ein Test Text von Maret Buddenbohm, auch bekannt als die Herzdame, nicht mehr ganz so jung, von Rückenschmerzen geplagt

Wie Ihr wisst, gibt es gelegentlich Reklame hier im Blog, die entsprechend gekennzeichnet werden muss, das hier ist so ein Fall.

Herzdame an Swopper

Das Letzte, was ich jemals in meinem Leben wollte, ist schreiben. Ich kann nämlich nicht schreiben. Ich brauche Stunden für einen geraden Satz, der mich dann auch noch zufrieden stellt. Außerdem denke ich immer, das interessiert sowie niemanden. Deshalb schreibe ich manchmal tagelang nichts bei Facebook oder Twitter. Und seit neuestem poste ich nur noch Instagrambilder von meinen Yogi-Tee-Sprüchen, damit nicht auffällt, dass ich eigentlich nichts zu sagen habe.

Blöd also, dass ich ganz laut „hier“ gerufen habe, als der Gatte fragte, ob wir einen Swopper testen wollen. Jetzt habe ich die Chose und Schuld ist mein Rückenleiden.  Im Frühjahr habe ich mir einen Lendenwirbel ausgerenkt. Der kam nach ein paar Wochen wieder ins Lot, als ich nachts beim Befüllen einer Wärmflasche in der Küche bewusstlos wurde und mit dem Kopf auf den Fußboden geknallt bin, dabei habe ich ihn wieder eingerenkt. Eine seltsame Methode, so etwas zu kurieren, aber es hat funktioniert. Bis jetzt habe ich aber immer noch mit den Folgen zu tun. Die Gehirnerschütterung war Gott sei Dank nach einer Woche wieder gut. Auch bei den Jungs wirkt der Vorfall noch nach, die haben mich nämlich auf dem Fußboden gefunden. Und immer, wenn jetzt etwas in der Wohnung klingt wie ein umgefallener Kartoffelsack, kommen alle aufgeregt angerannt, um nach mir zu sehen. Sweet, oder?

Natürlich habe ich Krankengymnastik gemacht und zwinge mich auch regelmäßig auf die Turnmatte, aber ganz weg ist es noch immer nicht.

Ich weiß auch schon länger, dass mein geerbter Arbeitsstuhl nicht so ganz optimal ist…

Erbsessel

Aber schön ist er! Das kann man nicht anders sagen, finde ich.

Deshalb habe ich seinerzeit ein bisschen recherchiert und bin da schon mehrfach auf den Swopper gestoßen. Ich fand ihn aber mit durchschnittlich 500€ bis 600€ nicht gerade günstig und hatte schon drüber nachgedacht, ein Konkurrenzprodukt für einen kleineren Preis zu kaufen. Schwierige Entscheidung! Aber manchmal hilft ja auch einfach aussitzen (übrigens eine Strategie, die die restliche Familie hier perfekt beherrscht) und so kam der Aktiv-Stuhl, wie er auch so schön genannt wird, dann doch noch zu mir.

Ursprünglich bin ich davon ausgegangen, dass dieser Produkttest wie immer im Hause Buddenbohm gehandhabt wird und wie das auch die Söhne machen: Vaddern diktieren, wie sie das Produkt finden. Der macht das schon.

Aber dann war der Swopper im Haus und der Ehemann fing an nachzukobern, (ein Wort, das ich übrigens vom Gatten gelernt habe): Wenn ich den Stuhl will, muss ich auch darüber schreiben.

Jetzt zum eigentlichen Produkttest:

Es gibt unzählige Varianten, Farben und Bezüge für den Swopper. Mit Rollen oder Gleitern. Wenn man mag, kann man ihn auch mit Lehne bestellen. Es gibt 2 Federn zur Auswahl, die sich nach dem Gewicht richten. Wenn ich richtig gesehen habe, gibt es sogar einen extra Kinderstuhl.

Ich durfte mir den Swopper selbst konfigurieren und habe mich für einen klassischen in schwarz mit Mikrofaser-Sitzbezug und Rollen entschieden. Eigentlich wollte ich auch eine Rückenlehne, weil ich mehrfach gelesen habe, dass man zwischendurch auch immer wieder den Rücken entlasten soll. Da aber angeblich die meisten Swopper-Mitarbeiter im Büro dort ebenfalls ohne Lehne arbeiten, habe ich mich überzeugen lassen, es erst einmal so zu probieren.

Ich will hier gar nicht alles runterbeten, was der Stuhl Tolles kann, das findet man auch beim Hersteller:

https://www.swopper-shop.de
http://www.aeris.de/3d-ergonomie/

Das Wichtigste ist, er wackelt in alle Richtungen, horizontal, vertikal, so dass man sich wirklich viel beim Sitzen bewegt. Außerdem ist der Sitz so geformt, dass man deutlich aufrechter sitzt als bei einem normalen Stuhl.  Je nachdem, wie viel man beim Sitzen zappeln mag, kann man den Swopper mit wenigen Handgriffen einstellen.

Zur Einstimmung habe ich mir die Youtube-Videos des Herstellers angeschaut, die den Stuhl als Wunderwaffe für Rücken, Herzkreislauf und Kalorienverbrennung preisen.

Man kann sich sogar eine App runterladen, das mache ich mal, wenn ich ganz viel Zeit habe (also nie). Eigentlich wollte ich nur weniger Rückenschmerzen, aber wenn ich jetzt auch noch durchs Sitzen schlank werde – perfekt! Vielleicht klappt es dann doch noch mit der Modelkarriere.

Der Hersteller schreibt, dass es anfangs ungewohnt ist, so zu sitzen und empfiehlt, den Aktiv-Stuhl erstmal nur kurz zu benutzen und langsam zu steigern. Und er hat vollkommen Recht.

Herzdame an Swopper

Keine Ahnung, ob das Einbildung war, aber mindestens den Rücken betreffend hatte ich schon in den ersten Tagen den Eindruck, einen deutlichen Effekt zu verspüren und statt der gewohnten Rückenschmerzen zur Abwechslung mal Muskelkater zu haben. Aber Muskelkater ist ja auch immer ein schöner Schmerz, da weiß man, was man getan hat. Finde ich.

Ein weiteres Highlight des Stuhls ist die Funktion als Spielzeug für die Söhne. Ich kann zwar manchmal stundenlang nicht drauf, weil sie sich mit dem Bauch drauflegen, im Kreis drehen und ihr Gesicht an den wunderbar weichen Mikrofaser-Bezug schmiegen, aber dann kann ich es mir wenigstens mal wieder in meinem alten Lieblingsstuhl bequem machen, zuschauen und entspannen.

Nach zwei Wochen Swoppen merke ich jedenfalls, dass ich mir um die Sache mit dem Sitzen eigentlich nie wirklich viele Gedanken gemacht habe, bzw. sie komplett verdrängt habe. Im Prinzip weiß man, wie wichtig eine ergonomische Arbeitsumgebung ist, dass man gerade sitzen soll, Beine…, Arme…, blablabla, Ihr kennt das. Aber das kostet auch alles Geld, sieht meistens doof aus und viel Platz haben wir in unserer kleinen Dreizimmerdachwohnung auch nicht.

Wenn ich jetzt auf dem Swopper sitze, fällt mir nun viel schneller auf, wenn ich wieder in mich zusammenfalle. Man kann sich einfach nicht gut fläzen, denn das ist  auf dem Swopper unbequemer als gerade zu sitzen, aber das ist ja irgendwie auch der Sinn der Sache. Ich sitze jetzt also nicht mehr einfach so rum, sondern viel bewusster als vorher. Wie sich das langfristig auf meinen Rücken auswirkt, wird man dann sehen, aber meine vorläufige Erkenntnis ist erst einmal: Sitzen ist Arbeit.

Ein bisschen schwieriger wiederum ist die Erkenntnis, dass mein schöner alter Schulschreibtisch für den Swopper jetzt zu niedrig ist. Auch wenn der Hocker höhenverstellbar ist, niedrigere Tische eignen sich nicht gut. Das ist tatsächlich mal ein Nachteil. Also lieber erst messen, dann kaufen. Deshalb sitze ich zum Arbeiten neuerdings am höheren Esstisch, während der Schreibtisch als Papierablage und Lego-Werkbank verkommt. Weil aber hier niemand Lust hat, vor den Mahlzeiten erst aufzuräumen, quetschen wir uns nun beim Abendbrot zu viert an unseren sehr kleinen Küchentisch. So wird jetzt wenigstens wieder mehr gekuschelt in der Familie.

Auch Wäsche zusammenlegen ist jetzt viel schöner als vorher. Da rolle ich mir den Swopper an den Esstisch, drapiere die Wäschekörbe auf den Stühlen um mich herum, gucke Tatort und swoppe beim Wäsche machen so vor mich hin. Ich bin gespannt, welche Möglichkeiten des Swoppens ich noch so entdecke.

Swopper

Alles in allem kann ich sagen, ich gebe meinen Swopper bestimmt nicht mehr her und werde ihn auch gegen den Rest der Familie mit allen (fairen und unfairen) Mitteln verteidigen.

Was für ein Zufall ist es doch (echt jetzt), dass die Firma aeris gerade 20-jähriges Jubiläum hat und noch bis Ende September 20 Aktiv-Stühle verlost. Wenn Ihr mitmachen wollt, ich halte Euch die Daumen!

8 comments

  1. dasnuf

    Ich sag es nicht ich sag es nicht ich sag es TOLLES KLEID!
    Ne, im Ernst. Ich hab den Test sehr gerne, sehr interessiert gelesen, da ich ihn ja auch habe testen lassen. Bei uns blieb am Ende auch nur die Kritik, dass man sich nicht fläzen kann. Aber das ist – wie oben geschrieben – auch nicht wirklich gut für den Rücken.

  2. Uschi aus Aachen

    So nett – ich swoppere seit ein paar Jahren und habe inklusive Muskelkater dieselben Anfangserfahrungen gemacht. Und will ihn nicht mehr hergeben! Ach ja, was ich noch anmerken möchte: wirklich ein TOLLES KLEID. Punkt.

  3. Micha

    Volle das Schreibgen bei euch in der Familie! Gerne gelesen – auch ohne eigene Rückenproblematik! (schlimme Geschichte übrigens mit der plötzlichen Ohnmacht!)
    Wie das Kleid an dir wohl von vorne aussieht?

  4. Laura

    Liebe Herzdame, du sagst, du kannst nicht schreiben? Ich finde den Text sehr originell und schön, also bitte mehr davon. Und beim Gewinnspiel habe ich natürlich sofort mitgemacht. Herzlichen Dank, Laura

  5. paulacolumnaPaula

    Interessanter Beitrag, gute Idee. Mein Rücken hat auch was besseres verdient als meinen Kaffeehausstuhl vor dem Schreibtisch. Vielleicht gewinne ich ja so ein Teil.
    Das mit dem Schreiben habe ich auch mal gedacht, aber nach 8 Jahren Üben, finde ich, geht das doch jetzt schon viel flüssiger. Es muss ja nicht jede eine Schriftstellerin werden. „Blog like nobody’s watching“ sage ich mir immer.

  6. iris

    vielen dank für den bericht, habe auch schon mit dem swopper geliebäugelt. ansonsten bin ich mit laura einer meinung!

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