Algorithmen werden in den Medien gerne in tendenziell unheilvollen Meldungen thematisiert, was vermutlich auch wegen einer kollektiv tief verwurzelten Aversion gegen die Mathematik gut läuft. Wir listen dennoch einige Meldungen zu Algorithmen und moderner Technik, vielleicht ist auch für Mathe-Allergiker etwas dabei.

Peter Glaser denkt z.B. grundsätzlich darüber nach, ob der Mensch algorithmisiert werden kann. Da fallen schon einige Namen und historische Beispiele, wenn man das noch etwas vertiefen möchte, kann man hier etwas zu Ada Lovelace nachlesen, das gehört unbedingt zum Thema und müsste heute wohl allgemeines Schulwissensein sein, wenn es mit rechten Dingen zugeht. Apropos Schulwissen – da gibt es auch eine aktuelle Diskussion, die zum Thema passt, dazu hier ein paar vertiefende Gedanken.

Weil in den Artikeln vorhin anklang, dass Algorithmen den Menschen entlasten können, muss man übrigens zwischendurch auch dem Zweifel daran eine Chance geben. Und wenn man schon zweifelt, landet man vielleicht auch noch bei der Sinnfrage, die beim Thema Algorithmen völlig angemessen ist. Und da geht es durchaus nicht nur um den Sinn der Algorithmen, es geht auch um unsere Sinnfindung. “Die Krise der Arbeit als Chance sehen”, so heißt das bei Sascha Lobo, der über die alte Arbeiterpartei und die Arbeit an sich nachdenkt. Man beachte die Formulierung von der Arbeit als Ersatzreligion, auch nicht uninteressant.

Wer sein aktuelles Wissen zum Thema Algorithmen weiter ausbauen möchte, findet auf der Seite Algorithmwatch.org regelmäßig interessante Updates zum Thema. Das lohnt sich, denn, wie in der SZ erläutert wird, fehlt es oft an Tiefe und an Diskussionskultur, wenn wir über die digitale Zukunft reden oder über das, was wir für die Zukunft halten wollen.

Im Spiegel findet man noch einen Hinweis auf ein nicht gerade allgemein bekanntes Thema, nämlich auf die digitale Diskriminierung. Das dort dargestellte Beispiel mit Israel in der Suchmaschine ist ziemlich einleuchtend und genau solche Sachverhalte sind ein weiterer Grund, sich mit dem Thema Algorithmen zu befassen. Es geht nicht darum, sich vor dem Thema zu fürchten, es geht darum, das Thema zu verstehen und dann auch gestalten zu können.

Und wenn das alles jetzt doch viel zu technisch war, zu digital, dann wird es vielleicht Zeit, einfach mal ein Kissen zu besticken. Das passt schon und ist auch sinnvoll, gar keine Frage.

GLS Bank mit Sinn

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