Ganz kleine Randbemerkung zur Elektromobilität

Ich komme gerade aus dem Lachen nicht mehr raus, weil ich ein bestimmtes Bild einfach nicht mehr loswerde, es ist ein wirklich grandioses Zukunftsbild, ich finde es so dermaßen erheiternd, es amüsiert mich sogar nachdrücklich trotz des verblüffend umfassenden Brexit-Elends, das will etwas heißen. Und damit andere auch etwas Erheiterung in schweren Zeiten haben, teile ich das Bild natürlich gerne, es ist ein Zukunftsbild der besonderen Art.

Wozu wir uns bitte einmal kurz etwas vorstellen, was so unwahrscheinlich und undenkbar gar nicht mehr ist, dass es nämlich gar keine Verbrennungsmotoren mehr gibt. Es ist auf unseren Straßen alles nur noch Elektro, Pedale, Solar, Wasserstoff, Atom, Gott bewahre, was auch immer, jedenfalls brennt und knattert da nichts mehr. Kann man sich vorstellen, ja? Einfach kurz mal geistig ins Jahr 2025, viel weiter muss man da wohl gar nicht.

Und dann! Und dann! Und dann stellen wir uns bitte die Hamburger Harley-Days 2026 vor – wie sich da so ein gestandener Altmöchtegernrocker in Rabaukenlederoutfit betont lässig auf seinen wilden, wilden Hobel schwingt, das Visier des Helms runterklappt, den Schlüssel dreht – und es macht ganz dezent: “summmmmmm”. Und dann gleitet er nahezu geräuschlos in den Sonnenuntergang, wozu er sich vergnügt “Born to be wild” pfeift.  

Ist das nicht zu und zu schön? Ich kann es gar nicht erwarten. Die Zukunft kann schon auch lustig werden, so ist es ja nicht.

9 comments

  1. Kirsten

    Meine Vermutung zu diesem Thema:
    Da die Gefahr besteht, dass Fußgänger die lautlosen Elektromobile nicht hören und dadurch die Unfallgefahr enorm steigt, wird behördlich festgelegt, dass jedes Gefährt einen bestimmten Geräuschpegel ausstoßen MUSS. Und damit geht das Klingeltonelend dann auf einer ganz neuen Ebene weiter!

  2. Anne

    @Kirsten: Mein rein elektrischer Renault Zoe hat ein Soundmodul, was sich bis 30 km/h automatisch einschaltet; bei Bedarf kann ich es per Knopfdruck abschalten. Klingt ein bisschen spacig, aber nicht unangenehm. Viel schöner wären natürlich live-Geräusche wie hier https://vimeo.com/79415763 😉
    Die ganz coolen Biker fahren in 2026 nicht E-Harley, sondern J1 http://www.johammer.com

  3. Naemi Reymann (@naemirey)

    Lieber Maximilian Buddenbohm,

    ein feines Szenario. Eine Chance für alle, sich mehr wieder feinem, hausgemachten »Sounddesign« zu widmen, Melodien pfeifen oder singen zu können. Es gäbe dem aktuell wenig geschätzten Musikunterricht an unseren Schulen einen Schub und würde Projekte wie JeKi (Jedem Kind ein Instrument, bei dem auch gesungen wird)/JeKits langfristig sichern. Allerdings: In selbstfahrenden Autos könnte jeder sein Instrument in Ruhe spielen oder auch üben (was für eine Chance: Fahrende mobile Musikübungskabinen – in einem ganzen Tourbus würde auch kein Fahrer/in gestört…)

    Dann wären die Wege wieder lauter, das »Cruisen« in solchen Mobiltätsgerätschaften wäre mit geöffneter Fahrzeugscheibe etwas eigenes – mobile »Haus«-Musik statt »Mucke aus der Konserve«. Wer weiß, welche Talente auf unseren Wegen auf diese Art entdeckt würden?

    Trost/Alternative für alle die, die nicht singen können oder wollen: Zumindest für alle mit Rad/E-Rad ausgestattteten gäbe es z.B. das »Trotify« als Gadget (eine Zusatzausrüstung aus nachwachsenden Rohstoffen für ein Kokosnuss-Schalengeklappper à la Monty Pythons)…

    In Düsseldorf sah ich bereits am Rhein bei einem Fahrradtag eine Gruppe von Bikern auf Fahrrädern… in einer Art »Kluft« mit Vereinsjacken und aufgestylten Fahrrädern (Bananensattel, im Stil amerikanischer Kultmotorräder mit eigener Ausgestaltung, ganz »born to be wild«)…

    herzliche Grüße und vielleicht auf ein Wiedersehen bei einem #rumsblog oder ähnlichem, Naemi Reymann

    ps1 Ich stelle das Szenario gerne mal z.B. im Umweltministerium vor! :-)
    ps2 Der »kleine Hey« als Sprach- und Stimmtraining wird angepasst mit dem entsprechenden Kapitel »Mobilitätsgeräusche« (brömm, brumm, dengdeng usw.)

  4. r.th

    Da es hoffentlich auch im Jahr 2025 noch Kinder, Katzen, Fußgänger, Sehbehinderte und Betrunkene auf den Straßen gibt, geh ich davon aus, das weiterhin ein gut geöltes Rad das leiseste Straßenverkehrsmittel sein wird…

  5. Ping: Kurz vor Mitternacht auf dem Burger King-Parkplatz | nullenundeinsenschubser
  6. paulacolumnaPaula

    Ich glaube, das würde den Steuerberatern, Ärzten, Rentnern und sonstigen Harleyfahrern gar nicht gefallen, sie würden sich mit den Treckerfahrern verbünden und trotzig weiter über Land knattern, in Oldtimer-Ralleys.

Kommentar verfassen