Ich werde auf dem Gedanken der Instagram-Geschichten vermutlich noch etwas herumreiten, weil ich den Zusammenhang zwischen Bild und Text, der sich manchmal erst im Nachhinein erschließt, doch faszinierend finde und weil ich das an wenigstens zwei Beispielen noch etwas verdeutlichen möchte. Denn das, was man als Motiv wahrnimmt, könnte man sehr oft – wenn auch sicher nicht immer – auch als Textmotiv wahrnehmen, man muss im Kopf nur ein wenig umschalten. Man bleibt mit dem Blick und dem Interesse nicht ohne Grund irgendwo hängen, da ist noch mehr als nur das offensichtliche Motiv.

Ein schönes Beispiel ist dieser Vogel hier unten am Ende des Textes, wie man unschwer erkennt, ist es ein Kolibri. Davon gibt es erstaunlich viele im Stadtteil, in vielen Farben. Ich habe etliche davon fotografiert, manche auch öfter. Sie entstanden alle vor etlichen Jahren in bemerkenswert kurzer Zeit, da hat sich jemand nachts richtig ausgetobt und ein Haus nach dem anderen verziert. Das ist an sich schon eine Geschichte wert, denn warum macht das jemand? Ausgerechnet Kolibris in Sankt Georg? So viele? Dazu weiß ich allerdings nichts und spontan hatte ich auch erst einmal keine Story-Idee dazu.

Aber als Isa mich fragte, ob ich für die Insel-Anthologie etwas schreiben könne, fielen mir diese Vögel wieder ein und ich dachte etwas auf ihnen herum, weil sie zu diesem Zeitpunkt meine älteste Schreibideennotiz waren: “Was mit den Kolibris” stand da, gefühlt schon seit Ewigkeiten.

Kolibris sind exotisch, Kolibris kommen aus den Tropen, welchen Zusammenhang gibt es zwischen Hamburg und den Tropen, zwischen Norddeutschland und den Tropen? Gab es in meiner Jugend nicht mal ein, zwei Werbespots im Kino, in denen es um tropische Motive ging und die jeder kannte? Und war zu dieser Zeit nicht auch diese Sache mit der Insel in der Ostsee, die es heute nicht mehr gibt …

Daraus wurde dann schließlich “Im Jahr der Kolibris” und falls jemand dieses Buch liest – so sehen die Vögel hier im Stadtteil aus:

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