Fast nur lange Texte in dieser Ausgabe, dafür gibt es ein paar Links weniger. Vorweg gleich ein Longread zur mit Abstand häufigsten Phrase in dieser Kolumne, nämlich zu “Es ist kompliziert”. In der brandeins geht es recht ausführlich um die Frage, ob alles kompliziert ist, ob wir nur kompliziert denken oder ob wir einfach nicht die richtige Haltung gegenüber der ach so komplexen Welt haben. Der Text fängt an mit “Wir haben es nicht leicht”, da kann kann erst einmal kollektiv mitseufzen und sich dann etwas warmdenken.

Passend dazu eine Buchrezension, in der es um Bürokratie geht. Der Text braucht ein wenig, endet aber dort, wo wir gedanklich häufig sind, nämlich beim Gemeinwohl.

Und beim Denken und bei Komplikationen bleiben wir dann gleich noch, mit einem etwas seltsamen Text aus der Zeit. Da geht es um Generationen, wobei man ja bei dem Stichwort schon stöhnen könnte, weil es so abgenudelt ist. Es ist aber dennoch interessant, weil der Text so aggressiv ist, dass es schon wieder Bände spricht. Ein Babyboomer kontert den Artikel eines Generation-Y-Journalisten (der andere Text ist dort verlinkt). Er wirft ihm da u.a. mangelnde empirische Evidenz vor, nur um dann exakt so zurückzuschlagen, es ist wirklich merkwürdig. Aber man kann das natürlich dennoch unverbindlich auf sich beziehen und sich fragen, was davon im eigenen – natürlich auch nicht repräsentativen – Umfeld stimmen mag und was nicht. Und sich dann vielleicht auch zu fragen, warum die Diskussion eigentlich im Jammern steckenbleibt und nicht zu Lösungsvorschlägen findet. Sind unsere Generationsbeziehungen denn tatsächlich so kompliziert – oder schreiben wir sie nur gerade dahin?

Wobei an den Schwierigkeiten etwas dran sein muss, wenn man den Tonfall der Journalisten als Indikator nimmt. Auch in der SZ wird man beim Stichwort Generation sofort polemisch. Unterhaltsam, aber polemisch, man fragt sich fast, ob man zu dem Thema nicht anders schreiben kann? Oder ist das die Generation Polemik, die da schreibt?

Man redet natürlich immer auch über Geschichte, wenn man über Generationen redet, das geht gar nicht anders. Eine Generation wird Geschichte und sieht mit Staunen, dass es andere Generationen gibt, worin vermutlich schon die erste Beleidigung liegt, sie werden eben unsere Plätze einnehmen, es ist wirklich unverschämt. Aber das Stichwort Geschichte leitet auch zu anderen Themen über, zu anderen Ungerechtigkeiten, nicht zwischen Generationen, sondern z.B. zwischen Regionen. “Unsere Gesellschaften werden sich […] verändern. Sie werden wohl ärmer werden. Was nicht unbedingt schlecht ist; wir haben viel zu viel.” Das sagt der Historiker Philipp Blom im Tagesspiegel in einem erfreulich langen Interview. Da kann man auch noch einmal an diesen Artikel in der taz zum  Anthropozän, Kapitalozän, was auch immer, erinnern.

Und wie bringen wir die Themen Generationen und Kapitalismus jetzt zusammen? Da fragen wir Paul Mason, laut der Zeit mit der charmanten Berusbezeichnung “Denker des Postkapitalismus” versehen. Der kommt in diesem Interview zu einem vielleicht überraschenden Ende – man beachte das Wort Generation im letzten Satz. (Und auch in den Kommentaren erkennt man übrigens deutlich Altersdifferenzen der Diskutierenden.)

Dann gibt es für den Freundeskreis Fahrrad ganz zum Schluss auch noch so ein Generationsding, so einen Paradigmenwechsel, dabei geht es um Dienstfahrräder. Dabei hätte man noch vor einigen Jahren nur an PostzustellerInnen gedacht, nicht wahr? Heute nicht mehr.

GLS Bank mit Sinn

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