Deutsch von Andrea Kluitmann.

Wenn man eines nicht sein möchte, dann Romanfigur bei Gerbrand Bakker. Was nicht gegen das Buch spricht, ich mag seine Bücher alle sehr. Aber man weiß, es wird in der Regel nicht gut gehen, man weiß, da wird wieder jemand in bemerkenswert klarer Sprache gen Untergang geführt, wie auch immer der genau aussehen wird. Griechische Tragödienkonstellationen im Alltag der Neuzeit, nein, das kann nicht gut ausgehen. Aber man kann vielleicht etwas lernen, dazu sind Dramen ja da. Na, zumindest im früheren Theater. Es geht um den Umgang mit Schicksalsschlägen, die Mutter verschwindet, der Vater hat mit den Söhnen einen selbstverschuldeten Autounfall, der nicht ohne fatale Folgen bleibt. Das ist harte Kost in einem ganz schmalen Band. Ich finde Bakkers Themen ganz furchtbar und sein Schreiben so gut, dass ich kein Buch von ihm auslassen kann.

Und, das ist auch bemerkenswert, ich habe erst nach der Lektüre mitbekommen, dass das ein Jugendbuch sein soll. Weder ist mir das ausgefallen, noch wäre ich je darauf gekommen. Ich finde es jetzt immer noch eher abwegig, aber das spricht am Ende auch für das Buch. Wirklich ein gutes und hartes Buch. Jugendbuch hin oder her. Und als Wartezimmerlektüre beim Kinderarzt vollkommen ungeeignet, by the way. Sohn I saß neben mir und las ein Lustiges Taschenbuch mit den Erlebnissen von Donald Duck, das war für Stimmung klar besser. Vorsicht bei der Buchauswahl!

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