Helgoland

Man besucht Helgoland wegen des Meeres, wegen der Vögel, wegen der Robben und Seehunde, wegen der Ruhe, wegen der Luft. Man fährt vermutlich eher nicht wegen der Architektur hin, dabei ist das für Menschen mit Interesse an Kulturgeschichte und Städtebau absolut zu empfehlen.

Helgoland

Helgoland

Man sieht es beim ersten Besuch vielleicht gar nicht, weil man eben dauernd auf das Meer guckt, auf die Vögel, auf die Robben und Seehunde, in die Luft. Oder, wenn man es doch sieht, fällt es einem vielleicht gar nicht auf. Man übersieht es so leicht, dass man da durch eine Art Zeitkapsel geht, dass man auf einmal mitten in den 50er Jahren steht, in der Wiederaufbauphase der alten Bundesrepublik. Dass fast jedes Gebäude noch aus dieser Zeit kommt, weil die ganze – komplettt verwüstete – Insel damals in einem Gesamtverfahren neu bebaut wurde, dass es sich dabei um eine bis in jede Farbschattierung durchdachte Angelegenheit handelte (durchdacht übrigens von Georg Wellhausen). Eine Mustersiedlung nach historischem Straßenplan, fast ohne jeden Autoverkehr, ohne große Erweiterungsmöglichkeiten, mit ziemlicher spezieller Versorgung, unter extremer Windbelastung. Und das alles auch noch als sozialer Wohnungsbau – was für eine faszinierende Aufgabe.

Helgoland

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Wenn man öfter auf der Insel ist, sieht man das bei jedem Besuch besser. Man sieht, was gemeint war, was daraus geworden ist, was geblieben ist. Wenn man Zeit hat, sollte man auch einmal abseits der Haupteinkaufsstraße durch die Gassen gehen und dem Plan ein wenig nachspüren. Das geht auch sehr gut bei schlechtem Wetter.

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Hier ein alter Film aus den 60ern (übrigens voller deutscher Kopftuchfrauen), das ist schon beeindruckend, wie viele Häuser und Ansichten sich nahezu unverändert erhalten haben. Dank an Friedemann für den Fund.

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