Woanders – Die vierundzwanzigste Sonderausgabe Flucht und Fremdenfeindlichkeit

Österreich: Die Zeit über eine ganz einfache Wahrheit, die erstaunlich viele Menschen problemlos ausblenden können – “Wer Obergrenze sagt, der muss auch Tränengas sagen.” Wir können beim Thema Obergrenze auch kurz an Anne Frank denken, das passt schon. Ich hatte übrigens einmal die Ehre, mit einer Frau zu reden, die genau wie Anne – und sogar zur gleichen Zeit und in der gleichen Stadt wie Anne – die Besatzungszeit in einem Versteck auf einem Dachboden zugebracht hat.  Solche Gespräche beeinflussen die Einstellung zum Thema Flucht und Asyl und Migrationsmöglichkeit erheblich. Die Dame lebt schon länger nicht mehr, vielleicht würde sie, wie etwa Fritz Stern, die Zeitläufte mittlerweile doch etwas bitter bilanzieren.

Deutschland: Noch in diesem Zusammenhang  “Wir haben uns entschlossen, Grenzen zu schützen und nicht Menschen.” Und hier noch ein paar Bilder von ungenutzten Grenzstationen in Europa. Wer weiß, wie die bald aussehen.

Spanien/Marokko: Noch einmal die Zeit über das “Grenzmanagement” vor Melilla. Da hat man ein anschauliches Beispiel für eine Obergrenze.

Deutschland: “Erst über Jahrzehnte eine Ellenbogengesellschaft heranziehen und sich dann wundern, wenn größere Teile der Bevölkerung sich genau so verhalten.” Da ist etwas dran.

Niger: Ein Artikel über Migranten als Ware und über die Situation an der Grenze zwischen Schwarzafrika und Nordafrika.

Europa:  “Manchmal habe ich das Gefühl, dass in Europa gerade ein schlechter Zweiter-Weltkriegs-Film gedreht wird.” Ein Interview mit einer Philosophin. Man beachte auch die Anmerkungen zu Ungarn.

Deutschland: Im Sprachlog kann man die Laudatio zum Anglizismus des Jahres nachlesen: “Refugeees welcome”.

Deutschland: Höchst erstaunliche Vorgänge um “Passersatzbeschaffungsmaßnahmen”. Es gibt immer noch Abgründe des Themas Migration, auf die man so leicht gar nicht kommt.

Deutschland: Und manche Nachrichten sind auf den ersten Blick so absurd, dass man dreimal nachsieht, ob sie nicht vom Postillon kommen: Spätaussiedlerkinder sollen keinen Kontakt mit Flüchtlingskindern haben.

Deutschland: Patrick Gensing über den Populismus als Perpetuum Mobile.

Europa: Eine absolut grauenvolle Meldung – der Guardian über in Europa verschwundene Kinder auf der Flucht.

Kommentar verfassen