Es geht um Gesellschaft und Soziales und um Ungleichheit, bzw. Ungerechtigkeit. Wir können auch bei diesem Thema einmal ganz weit vorne anfangen. Nämlich in der Steinzeit. Und das ist sogar wörtlich gemeint, denn hier geht es um Jägerinnen und Sammler, vielleicht aber doch eher um Sammlerinnen und Jäger, wie auch immer, es geht um die herumwimmelnde Frühmenschheit, jedenfalls geht es um ein Bild, das vielleicht geradegerückt werden könnte. Eines jener Bilder, die sehr viel über unser Zusammenleben aussagen und die sich auswirken bis zur Gesellschaft unserer Tage, man lese etwa einmal hier. Der Faustkeil im Bild und die Steinzeit in der Überschrift passen nur zufällig, der Rest hat schon Bezug, das sind eben die Folgen der Rollenverteilung, wir werden sie so leicht nicht los. Es ist ein weiterer Zufall, dass es gerade noch einen langen Artikel zur Steinzeit gibt, ein Interview mit dem Paläoanthropologen Friedemann Schenk. Ein empfehlenswerter Text. Man könnte vielleicht zunächst denken, er passt gar nicht hierher, aber dem ist nicht so. Es gibt bemerkenswert viele Anknüpfungspunkte zu unseren üblichen Inhalten, von der Paläo-Diät bis zur Migration und zur Ressourcennutzung.

Von der Steinzeit leiten wir zwanglos direkt über zu einem Artikel über Führungspositonen, die mit Frauen besetzt sind. Was hat sich da in den letzten zehn Jahren geändert? Kurzfassung: nichts. Quelle surprise! Na, in der Langfassung findet man dann doch ein paar Änderungen.

Aber das ist natürlich nur eine der markanten Ungleichheiten in dieser Gesellschaft. Eine andere ist die zwischen den Armen und den Reichen, dazu kann man auch viele Fragen stellen. Etwa die, warum es in unserem vergleichsweise reichen Land eigentlich noch Obdachlose gibt. Die brandeins sieht sich das genauer an.

Zum Thema Armut war gerade die Meldung mit dem Reichtum der 62 reichsten Menschen, deren Besitz, wie war es noch, dem der Hälfte der Menschheit entspricht, in allen Medien. In einigen Artikeln wurde akribisch nachgerechnet, was daran nun wie genau stimmt – als ob es darauf ankäme. Eine beeindruckende Meldung war es in jedem Fall, man kann nur vielleicht nicht viel damit anfangen. Was heißt denn das genau für uns? Hat das eigentlich etwas mit uns zu tun? Die Zeit liefert sechs Gründe, sich zu empören, darüber kann man einmal nachdenken. Aber etwas näher gehen uns vielleicht doch Meldungen wie diese – jedes fünfte Kind in Deutschland lebt in Armut. Und überhaupt geht es auch hier etwas seltsam zu, was die Verteilung angeht (man beachte das leichte Gähnen zwischen den Zeilen bei der Formulierung: “Schon erklingt der Ruf nach einer Vermögenssteuer wieder”). Eine einigermaßen originelle Schlagzeile zum Thema lautet “Reich sein lohnt sich”, in diesem Text reicht der Elan immerhin noch für etwas mehr Argumentation zur bzw. gegen die Vermögenssteuer. Im Vergleich zu der Meldung mit den Multimillionären lösten diese Meldungen zur drastischen Ungleichheit in Deutschland allerdings so gar keine allgemeine Welle aus. Seltsam eigentlich.

Ungleichheit berührt auch andere hier häufiger vorkommende Themen, etwa diesen ganzen 2.0-Zauber und auch die Zukunft der Arbeit. Mehr über diese Zusammenhänge bei SPON. Und die FAZ verbindet dann noch die “Ungleichheit des Vertrauens” mit der ökonomischen Ungleichheit. In dem Text sind gleich ein paar Stellen ziemlich interessant. Etwa die Skepsis gegenüber Innovationen: “Der allgemeinen Bevölkerung ist das Innovationstempo ganz eindeutig zu hoch geworden.” Was heißt das für alternative Wirtschaftsmodelle?

By the way – zu den Superreichen dieser Welt gibt es ab und zu Listen, wer da nun auf welchem Platz ist, wer in den Top Ten ist und wer nicht mehr und wer am aller-, allerreichsten ist, wer den größten Dagobert-Duck-Faktor hat. Wir verweisen hier lieber auf eine andere Liste, es ist die der einflussreichsten Sozialunternehmer. Deren Projekte sind im Artikel jeweils verlinkt, es lohnt sich, da einmal durchzuklicken.

Zum Schluß aber wie fast immer noch der Link für den Freundeskreis Fahrrad, da geht es diesmal um Radwege. Aus Holz. Um noch einmal auf die Ungleichheit der Vermögen zurückzukommen – in gewissen Vierteln müsste es die dann wohl in edler Wurzelholzoptik geben.

GLS Bank mit Sinn

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