Das mit den Aufgabenzettelchen, die in unserem familiären Kanban-Raster jetzt auf “Machen” und “Gemacht” verteilt werden, das ist übrigens gar nicht so einfach. Denn es ist ja ein Familiending, also muss auch alles allen verständlich sein. Sonst würden die Kinder sicher nicht allzu lange mitspielen. Die Erwachsenen können da also nicht mit abstrakten Begriffen um sich werfen, so etwas wie “Urlaubsvorbereitung” oder “Umzug planen” kommt eben nicht in Frage (nein, wir ziehen nicht um, wir tauschen nur Zimmer). Wir brauchen ganz konkrete Aufgaben. Auch etwas wie “Wohnung auf Zack bringen” ist schon zu wolkig, aber “Staubsaugen” geht, da kann man einen Staubsauger malen und jeder weiß genau, was gemeint ist. Man muss alles zum konkreten Handeln runterbrechen.

So entstanden unsere ersten Zettelchen, die Großaufgaben wurden in Kleinaufgaben zerlegt, die bildlich darstellbar waren. Boden wischen, Toast kaufen, Kleingeld sortieren, Bücher aufräumen, das bekommt man alles hin. Und dann kam der Moment, wo mich die Söhne fragend ansahen, weil ich nebenbei erwähnt habe, dass ich an dem Tag noch ein paar Stunden arbeiten musste. Und in ihren Augen stand ein deutliches: “Was macht der da eigentlich?” Und wie passt das denn bloß auf einen Zettel? In der Situation wollte ich als nächstes gerade einen Blogeintrag über genau diese Situation schreiben, das überforderte uns dann zeichnerisch aber leider alle vollkommen, das kann hier kein Mensch abbilden, da würden vermutlich auch Comiczeichner erst einmal einen Moment nachdenken.

Was also mache ich eigentlich, wenn ich vorgebe zu arbeiten? Mein indianischer Name wäre Tippeditipp, ich sitze am Schreibtisch und bearbeite die Tasten, warum auch immer und offensichtlich zu jeder Tageszeit. Ich kann die Arbeit im Sinne dieser Familienaktion leider schlecht in Einzelteile zerlegen, weil etwas wie “Kolumne für X” schreiben” zumindest Sohn II noch nicht genug sagt und das auch als Bild nicht recht in Frage kommt. Weswegen mir Sohn I nach etwas Nachdenken kurzentschlossen einfach einen Computer gezeichnet hat, der da jetzt bei mir unter “Machen” an der Wand klebt.Dem Bild entnehme ich übrigens, dass mir hier wohl unterstellt wird, ich würde pausenslos lustige Zeichentrickfilme am Computer gucken. Schlimm.

Kinderzeichnung Computer

Aber da es sich bei der Sache mit dem Computer um eine Arbeit handelt, die prinzipiell niemals fertig ist, könnte man den Zettel da auch in die Wand dübeln, der kann natürlich niemals in den Bereich “Gemacht” wechseln. Das haben die Söhne dann auch verstanden und mich ein wenig mitleidig angesehen, weil bei ihnen unter “Gemacht” schon viel mehr Zettelchen als bei mir zu finden sind.

Sohn I: “Wir können den Zettel mit dem Computer ja ab und zu nach unten zu “Gemacht” hängen, damit das für dich mal gut aussieht. Dann kommst du kurz gucken, freust dich, und dann, was weiß ich, nach zehn Minuten oder so, hängen wir ihn gleich wieder hoch. Sonst machste ja nicht weiter.”

So ein mitfühlendes Kind, ist das nicht wunderbar? Ich freue mich jetzt jedenfalls sehr auf meine zehn Minuten Pause, die mir hier irgendwann in hoffentlich absehbarer Zeit zustehen werden.

 

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