Woanders – Die neunte Sonderausgabe Flucht und Fremdenfeindlichkeit

Deutschland: Dieser Link muss vorne stehen, wer nur Zeit für einen Text hat, der nimmt bitte diesen, macht sich einen Kaffee und liest. Es dauert etwas länger, aber das ist bei Herrn Fischer schon in Ordnung. Der Herr denkt noch selbst, das ist keine gedankliche Massenware, das gehört so.

Deutschland: Auch ungemein wichtig und bisher kaum thematisiert, ist das Thema Trauma. Bei Spektrum.de dazu ein langer Artikel, wirklich aufschlussreich und besonders interessant sicher für Helferinnen und Helfer, die sich dazu bisher keine Gedanken gemacht haben.

Deutschland mit Ausblick nach Schweden: Gesa fährt Zug.

Deutschland: Im Sprachlog geht es um Komposita mit -kultur “Dabei bekommt man fast den Eindruck, einziger Inhalt der Willkommenskultur sollte eigentlich das Nichtanzünden von Flüchtlingsheimen sein.”

Deutschland: Geflüchtete erzählen, was ihnen an und in Deutschland auffällt.

Familie: Das Buch werden viele kennen, ich habe auch schon einmal darüber geschrieben, dennoch ein weiterer Hinweis darauf, weil es wirklich gut ist und man Kindern viel damit erklären kann: eine kleine Rezension zu “Akim rennt”. Auch für Kinder: 5 Kinder erzählen von der Flucht (Trickfilme für die Klassen 3 bis 7).

Deutschland: Eine Richtigstellung, die kanadische Reisewarnung vor Ostdeutschland gibt es gar nicht. Qualitätspresse, doo.

Deutschland/Mecklenburg-Vorpommern: Mit Richtigstellungen kann man bald eine ganze Ausgabe dieser Linksammlungen füllen, hier geht es um die Flüchtlingskriminalität in Mecklenburg-Vorpommern. Und für die Richtigstellungen der Aussagen des Bundesinnenministers kann man auch bald eine eigene Rubrik einführen. Man muss gerade dabei aber auch beachten, wie sehr die Medien wieder mitspielen und nichts korrigieren, obwohl man genau das eigentlich von ihnen erwartet. Korrigieren kann man übrigens auch immer wieder und wieder einige falsche Vorstellungen von Zahlen, wenn es um Migration geht.

Deutschland: Carolin Emcke über liberalen Rassismus und die modernen Islamgegner.

Brandenburg: Nachrichten, die einen irgendwie gar nicht mehr wundern. Und die doch vor gar nicht langer Zeit noch Schlagzeilen in der überregionalen Presse gemacht hätte. Womöglich sogar tagelang.

Deutschland: Hier geht es um verharmlosende Sprache, es sind Fragen, die vermutlich immer noch nicht laut genug gestellt werden.

Hamburg: Die taz ist angesichts der Lage bei der Unterbringung der Geflüchteten einigermaßen fassungslos. Und hat einen Verdacht, den vermutlich mittlerweile die halbe Stadt hat.

Hamburg: Man redet in dieser Stadt währenddessen an jeder Ecke über die Beschlagnahmung von Immobilien. Soll das so, kann das so, darf das so? Da entsteht so leicht gar keine Meinung, denn das Wegnehmen von Besitz ist zwar, da sind sich so ziemlich alle einig, völlig unmöglich, aber den Leerstand z.B. in den Bürovierteln kann andererseits auch niemand übersehen, der ab und zu seine Wohnung verlässt. Die Gespräche kommen nicht zum Punkt, es gibt keine Lösung. Jan Freitag erinnert bei HH-Mittendrin an den Allgemeinwohlgedanken. Und auch in der Zeit hat man Verständnis für das Gesetz: “Es geht darum, dass Menschen nicht erfrieren.”

Sachsen: Komplett fassungslos ist man auch beim MDR, weil der Job der Journalisten immer gefährlicher wird. Aber ob jemand wirklich durch diese Entwicklung überrascht wurde?

Deutschland: Denn in der Herberge war eben doch Platz für sie … Nur ein kurzer Hinweis darauf, dass auch die Jugendherbergen sich beteiligen. Es dauert also nur noch ein paar Wochen und alle Medien machen Wortspiele mit der Weihnachtsgeschichte und der Herberge und reisenden Paaren, inklusive Babyfotos und mariengleichen Frauenbildern. Aber vermutlich doch ohne Stroh, Ochs und Esel. Einen Stern am Himmel über dem Dach dagegen werden sie je nach Wetter schon hinbekommen, die Pressefotografen, auf einige Titelbilder im Dezember könnte ich jetzt tatsächlich schon Wetten abgeben.

Europa: Henning Mankell hat kurz vor seinem Tod noch in einem Interview mit der FAZ etwas über die Situation der Geflüchteten gesagt. “Ich glaube, dass es in Europa viel Heuchelei in der Art gibt, wie gezählt wird. Auf fünfhundert Einwohner kommt hier vielleicht ein Flüchtling, das ist sehr wenig. “

Österreich: Es zeichet sich erwartungsgemäß ab, dass etliche freiwilligen Helfer nicht mehr können, ganz egal, ob man nach Wien, Hamburg oder sonstwohin guckt. Hier ein beispielhafter Artikel über eine Helferin in Wien, die Lage wird überall ähnlich sein.

Deutschland:Bei SPON geht es um die Unterbringung von Geflüchteten in Privatwohnungen.

Syrien: Marc Pitzke kommentiert, was sonst kaum noch jemandem auffällt: Das Versagen der Uno am Beispiel Syriens.

 

 

4 comments

  1. Micha

    Danke für den Link zu Herrn Fischer in der Zeit – selten einen bissigeren Scharfdenker gelesen, der *tabulos* seinem Geist freien Raum läßt. Super!

  2. jojo

    Danke! Danke für diesen Artikel mit dem wirklich grandiosen ersten Link, für diese Reihe und für den ganzen Blog sowieso.
    Die Zeiten werden rau, Gräben, nein, Gletscherspalten, Canyons tun sich auf und ich muss gestehen, was mich mich mit den besorgten Bürgern verbindet, ist die Angst, nur dass ich etwas anderes fürchte, nämlich meine Mitbürger. Ich bin entsetzt, dass das, was ich für einen aus der Vergangenheit gelernten, unumstösslichen Konsens unserer Gesellschaft gehalten habe, sich plötzlich nur als dünner Lack erweist, als etwas, dass eine gewaltige Zahl von Bürgern ihr Leben lang nur als Maske getragen hat. Und mit welchem Jubel diese Masken nun endlich fallengelassen werden! Was hat sich überhaupt verändert seit 1933? Die gesellschaftlichen Eliten, die den Staat lenken? Wenn man in Bayern lebt – anscheinend nicht einmal das.
    Nicht erst seit dem Artikel der MDR-Journalistin wird es immer vorstellbarer, dass es auch wieder deutsche Flüchtlinge geben könnte.

  3. iris

    herr fischer ist wunderbar in seiner aufgebrachtheit. ein zorniger buddha.
    vielleicht ist in diesem kontext auch die geschichte von nujeen mustafa interessant: http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/nujeen-mustafa-syrerin-dankt-seifenoper-stars-a-1056090.html
    ich sehe in ihr eine art anne frank der flüchtlinge. in ihrem rollstuhl, ohne kopftuch, mit ihrer blitzenden intelligenz sieht sie wahrlich nicht bedrohlich aus. auf sie können alle ihre positiven emotionen richten. ob ihr wohl bewusst ist, dass sie von den medien instrumentalisiert wird?

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