Vorweg eine Premiere auf dieser Seite, ein Hinweis auf eine gute Sache und eine Möglichkeit, sinnvoll zu spenden. Das kleine Bahnhofsviertel, über das ich hier dauernd schreibe, ist von der aktuellen Situation ganz besonders betroffen, die durchreisenden Menschen auf der Flucht kommen durch unseren Bahnhof.  Dort wird ihnen in privater Initiative geholfen, von Menschen aus Hamburg und aus dem Viertel. Sie werden verpflegt und evtl. auch mit dringend notwendigen Dingen, wie etwa festem Schuhwerk versehen, Übernachtungen werden organisiert, Reisepläne werden erstellt usw. Hinter dem Bahnhof das Viertel, in dem sich immer mehr Hilfstruppen organisieren und Aufgaben übernehmen. Es wimmelt in Sachen Hilfe, die Gruppen vernetzen sich, organisieren sich. Die befreundeten Eltern etwa kochen in dem kleinen Haus auf dem Spielplatz vor unserer Haustür jeden Tag Suppe. Das ist so eine Sache, die ganz einfach klingt. Aber es ist sehr, sehr viel Suppe, am Hauptbahnhof werden mehr als zweihundert Liter pro Tag ausgegeben.

Schon zum Kochen dieser Suppe gehört viel. Viel an Ausstattung und Küchengerät, viel an Arbeitszeit, viel an gespendeten Lebensmitteln, die erbeten, geholt und zubereitet werden müssen, dazu gehört auch die Abstimmung mit den umliegenden Hotels, die ebenfalls zuliefern. Man versteht das Ausmaß solcher noch klein wirkenden Aktionen erst, wenn man das einmal direkt mitbekommt. Die Kirchen und Moscheen hier nehmen Menschen für eine Nacht auf, bereiten Frühstück, versorgen Babys, da stehen Helferinnen in freiwilligen Nachtschichten und schmieren Brote, am Bahnhof werden Menschen auch medizinisch versorgt, es gibt sehr, sehr viel zu tun.

Es gibt jetzt die Seite “Sankt Georg hilft”, dort kann man für all diese Bemühungen spenden – mit Spendenbescheinigung. Die Spenden werden auf die Initiativen im Stadtteil verteilt, zuständig dafür sind die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde – und die Herzdame. Die hatte übrigens gerade eine Woche bezahlten Sonderurlaub, um hier um die Ecke am Bahnhof und anderswo zu helfen, dafür großen Dank an ihren Arbeitgeber. Vielen Dank auch an jeden, der ein wenig Geld spenden mag! Wenn wir es schaffen, werden wir in nächster Zeit über die Projekte noch mehr berichten und vielleicht auch einige der Helferinnen vorstellen. Das Geld kommt  u.a. direkt im Suppentopf  und auf jeden Fall bei den Geflüchteten an. Spenden kann man hier auch direkt über Paypal:




Deutschland: In der brandeins geht es lang und interessant um Wanderungsbewegungen, Hunnen und Immobilien. Und um Stadtentwicklung: “Bewegung ist normal”. Der Text liest sich vielleicht zwischendurch so, als ginge er am Thema hier vorbei, ruhig dennoch dranbleiben. Da passt schon vieles und um Immobilien geht es im Zusammenhang mit den Geflüchteten gerade in jeder zweiten Meldung.

Deutschland: Auf N-TV wird Deutschland jetzt in arabischer Sprache erklärt.

Berlin:  Und noch ein Artikel zu Lageso, zum immer wiederkehrenden “Ich verstehe es nicht” derjenigen, die gedacht haben, dieser Staat können etwas organisieren. Ich erlebe es nicht in Berlin, sondern in Hamburg, und hier ist die Lage mittlerweile geklärt – der Staat kann gar nichts. Aktuell ist die Unterbringung einiger Menschen aus den Messehallen in einem Gebäude in Bergedorf so grandios schiefgegangen, dass man daraus ein Lehrstück über organisatorisches Versagen machen könnte.

Berlin: Und weil der Staat nichts kann, springen die Bürger ein. “Schatz, die Flüchtlinge kommen” ist ein Text über ungewohnte Gäste.

Hamburg: Die Hilfe am Hauptbahnhof ist für manche Helferinnen auch ein Déjà-vu (Film).

Deutschland: Zum Sprachgebrauch beim Thema Flucht gab es schon einige Artikel, hier erzählt ein Syrer, warum er nicht Flüchtling genannt werden möchte. Und bevor man wieder eine Überdosis Political Correctness vermutet, ich sehe es auch so, dass der Begriff eine gewisse Schwäche suggeriert. Betroffenen kann das nicht recht sein.

Deutschland: Einer der eher seltenen Artikel, die darauf hinweisen, dass die aktuelle Situation nicht überraschend kam. Nicht! Man muss das ab und zu betonen, es gerät sonst ganz fix in Vergessenheit, zumal Politiker gerne behaupten, man hätte ja nix wissen können. Doch.

Deutschland: Nicht überraschend ist auch, dass manche Menschen ein Geschäft mit der Not anderer Menschen machen.

Deutschland: Christian Fischer erklärt Spannungen in Flüchtlingsheimen – die übrigens wirklich verblüffend wenig Menschen verstehen, das ist ganz erstaunlich. Eine glatte Verleugnung aller Lebenserfahrung.

Deutschland: In der FR geht es um Roma und um die Ökonomie der Armut, mit ein paar Zusammenhängen, die sonst in den Medien eher zu kurz kommen, in der Forschung aber wohl allgemein akzeptiert sind. Wie überhaupt Migrationsforscher und andere Experten gerade verblüffend wenig zu melden haben. Also sie haben natürlich schon, es dringt nur nicht durch.

Deutschland: Bevor man sich zu sehr auf Sachsen konzentriert, auch mal diese Liste der taz durchsehen.

Deutschland: Nicht ganz zufällig in diesem Zusammenhang eine Meldung aus der Welt, die den wirklich sensationell dummen Begriff “robuste Begrüßung” enthält. Wie überhaupt der ganze Text sich als inhaltlich faul erweist, wenn man etwas genauer hinsieht. Wenn man Zeit hätte, man könnte Satz für Satz zerlegen und aufzeigen, wie die rechte Position an den Fakten vorbei in den Inhalt rutscht. Ein Text sozusagen, den man robust durchkorrigieren müsste. Allein diese kleine, aber durch und durch perfide Nebenerwähnung der “florierenden Helferindustrie”.

Europa: Einige Porträts von reisenden Menschen.

Deutschland: Fotos von den Freedom Skaters.

Hamburg: Porträts junger Helfer am Hauptbahnhof. Bitte auch die Texte unter den Bildern lesen, in denen sie erklären, warum sie da helfen.

Europa: “Humans of New York”, ohnehin eine der besten Seiten im Internet, bringt im Moment Bilder von Menschen auf der Flucht, Bilder von Menschen, die in Europa ankommen oder umherirren. Mit kurzen Texten, die einen umhauen, wenn man denn überhaupt noch etwas fühlt bei dem Thema.

Europa: Wo die Kinder schlafen. Noch mehr Bilder. Eltern zerlegt es das Herz, anderen womöglich auch.

Syrien: Nils Minkmar über die aktuellen Entwicklungen im Spiel der Großmächte um Syrien – “Wer noch kein Tagebuch führt, sollte damit anfangen.”

Neuseeland: Und den ersten anerkannten Klimaflüchtling gibt es übrigens doch noch nicht. Aber womöglich gibt es bald, zumindest in Deutschland, eine Liste “klimatisch sicherer Herkunftsländer”? Ja, so wird es kommen.

 

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