Wir fangen mit einem Text an, der dem Titel dieser Kolumne geradezu mustergültig gerecht wird. Es geht um Wirtschaft, um Wirtschaft pur. Es geht auch etwas um Süß- und Salzwasser, und es geht um das Versprechen von immer mehr von allem. Es ist ein langer Text in der Zeit, und lassen Sie sich bitte von der volkswirtschaftlichen Deko des Artikels nicht abschrecken. Das ist schon interessant und es betrifft uns tatsächlich alle. Und es erklärt auch nebenbei so einiges der aktuellen Nachrichtenlage: “Mehr ist nicht”.

Sibylle Berg wird man vermutlich nicht als Wirtschaftsexpertin auf dem Zettel haben, es ist dennoch sinnvoll, direkt nach dem Text aus der Zeit diesen Text beim Spiegel zu lesen. Passt schon.

Und dann, wir basteln an einem seltsamen Dreiklang, noch ein Artikel aus dem Handelsblatt, und bevor Sie den lesen, müssen Sie eigentlich im Kopf die Titelmelodie von “Dallas” abspielen, die Älteren erinnern sich. Da geht es nämlich um den Ölpreis, da geht es auch wieder um das Ende vom Mehr und um alten Geld- und Industrieadel. Und um den Wechsel zu etwas ganz anderem. Wenn man sich die im Artikel geschilderten Wechselwirkungen lebhaft genug vorstellt, kann man sich vermutlich ein halbes Wirtschaftslehrbuch sparen. Und apropos Öl, da gibt es noch einen kleinen Nachtrag zur letzten Woche, als es um fossile Brennstoffe und den Klimawandel ging. Für LKW gibt es da nämlich auch eine science-fictionmäßige neue Idee.

Mehr von allem, mehr Geld, mehr Gewinn, auch mehr Sinn? Wenn wir schon dabei sind, dann geht es gleich so ernsthaft weiter. Um das mit dem Sinn geht es nämlich bei Christoph Koch. Er hat darüber geschrieben, wohin wir uns mit der Suche nach dem Sinn im Beruf bringen können. Und in der brandeins fragt sich ein Autor, der aus guten Gründen nicht unter seinem richtigen Namen schreibt, was er beruflich kann. Und was er eigentlich falsch gemacht hat.

Wenn man etwas kann und auch einen Beruf hat, dann spielt man mit, dann ist man aber womöglich auch gleich Mittäter des Systems – und das System ist neoliberal, ob es einem passt oder nicht. Darum geht es in einem langen Interview in der SZ. Interessant darin besonders der Absatz über Kreative in der neoliberalen Ordnung, das ist alles sehr deutlich formuliert. Da mal drüber nachdenken, wie Kempowski gesagt hätte.

Im nächsten Artikel gibt es einen Begriff, den man vermutlich auch im Hinterkopf haben sollte, wenn man an seinen Job und an seine Leistung und überhaupt an sein Leben denkt: Negativity Bias. Wir neigen dazu, Dinge zu schlecht zu sehen, weil das evolutionär einmal Sinn gemacht hat. Oder immer noch macht? Der Artikel heißt aber verheißungsvoll: “Alles wird gut”. Ist das die Meldung, die uns hier immer gefehlt hat? Oder ist das nur ein weiteres, programmgemäß einsortiertes Versatzstück aus dem neuerdings so beliebten Baukasten “Constructive News”? Denn eventuell ist auch die positive Meldung nur Ausdruck des wirtschaftlichen Kalküls einer Medienfirma. Es ist so dermaßen kompliziert – und war Meinungsbildung eigentlich einmal einfacher?

Für den Freundeskreis Fahrrad gibt es in dieser Woche leider nichts, dafür aber etwas für alle Menschen, die ab und zu auch ihre Füße als Verkehrsmittel einsetzen. In Wien gibt es eine Fußverkehrsbeauftragte, da ist schon die Berufsbezeichnung so nett, das muss man doch unbedingt verlinken. Und zu der Fußverkehrsbeauftragten passt noch ein anderer Begriff aus folgendem Text, da geht es um die bespielbare Stadt. Und so enden wir mit positiven Nachrichten und schönen Bezeichnungen, das ist auch einmal erholsam.

GLS Bank mit Sinn

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