In dieser Kolumne geht es oft um den Sinn, um die Suche nach dem Sinn. Im ersten Artikel geht es heute um eine Branche auf der Suche nach dem Sinn. Es ist die Branche, die versucht mit Quantified-Self-Daten zu Geld zu bekommen, also mit Fitnesstrackern und Wearables aller Art. Und da haben wir den schönen Fall, dass sowohl Firmen als auch Anwender noch vor der Frage stehen – warum machen wir das eigentlich?

Die eben genannte Branche erfindet sich gerade erst durch die Möglichkeiten der vernetzten Welt selbst, andere Branchen werden dadurch mehr oder weniger gründlich durchgeschüttelt. Da kann man ja ab und zu mal hinsehen, was z.B. Social Media mit den Branchen macht, die einem nicht sofort dazu einfallen. Etwa mit der Landwirtschaft.

Oder wir sehen auf eine Sonderform des Wirtschaftens, auf das Gemeinnützige, auf Hilfsorganisationen. Haben die etwas von den aktuellen Veränderungen?  Geht dadurch irgendwo mehr? Es geht zumindest mehr auf dem Handy. Geld spenden per Klick, eine Mahlzeit nebenbei ausgeben, ganz einfach per App. So kann eine neue Dimension der Wohltätigkeit aussehen. Ob die Spenden dadurch mehr werden, das muss man noch sehen. Aber 40 Cent klingen wohl machbar.

Die vorhin erwähnte Landwirtschaft wird uns mit ihren Social-Media-Bemühungen vielleicht nicht unmittelbar betreffen, beim Handel sieht das schon anders aus, mit dem haben wir alle fast jeden Tag zu tun. Ganz direkt. Da ist es wohl sinnvoll, sich einmal mit dem Begriff Beacon auseinanderzusetzen. Nie gehört? Sollte man aber. Und während der Handel Informationen über die Kunden haben will, sammeln die Kunden Informationen über den Handel, es ist doch irgendwie eine seltsame Welt.

Aber was geht uns die Entwicklung der Technik, was geht uns die Digitalisierung, die Vernetzung abseits von interessanten Artikeln eigentlich an? “42 Prozent der Erwerbstätigen hierzulande arbeiten in Berufen mit hoher Automatisierungswahrscheinlichkeit.” Oh, das ist ja mal eine Zahl! Die wird in diesem Artikel zwar tatsächlich genannt, aber auch gleich wieder deutlich relativiert. Dennoch scheint klar zu sein, dass sich der Arbeitsmarkt stärker, viel stärker – und wohl auch schneller – verändern wird, als die Mehrheit es noch annimmt.

Der gleiche Autor hat noch einen weiteren Artikel parat, zur ebenfalls spannenden Frage, wer eigentlich profitiert – etwa vom Internet der Dinge. Und da wird wirklich wild mit Zahlen herumgeworfen, aber die Zahlen sind auch gar nicht das Interessanteste an dem Artikel. Spannender als die Zahlen sind all die aufgezählten Entwicklungen und Themenfelder. Es betrifft einen irgendwo, kein Zweifel. Auch wenn man vielleicht noch etwas fremdelt, wie es für ganz Deutschland hier in der brandeins festgestellt wird. Das ist ein ziemlich langer Text, der sich aber zu den grundlegenden Problemen durchkämpft, das lohnt sich. Auch wenn der Text vielleicht zu lang für die kleine Pause im Büro ist. Denksport für später, warum auch nicht.

Nebenbei kann man sich bei all dem Automatisierungsdruck und bei all dem vielleicht erschreckenden Wandel auch fragen, ob man nicht sowieso ganz anders über Arbeit denken sollte. Könnte ja sein.

Genug Abstraktion, jetzt wird es konkret. In Spanien gibt es eine kleine Stadt mit einem Social-Media-Experiment, da testet die Verwaltung wie es läuft, wenn alles über Twitter läuft (englischer Text). Es scheint bisher das einzige Beispiel weltweit zu sein. Noch?

Zum Schluss wie fast immer noch der Link für den Freundeskreis Fahrrad, der in dieser Woche selbstverständlich auch sehr modern ausfällt. Denn auch Fahrräder können sich vernetzen. Klar doch.

GLS Bank mit Sinn

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