Es geht um Wachstum, es geht also um das, was auch in Ihrer Firma vielleicht gerade gepredigt wird. Mehr, schneller, besser, öfter, proftabler usw. Um das Wachstum zu messen, braucht man erst einmal Indizes, Benchmarks, Messlatten. Und es ist immer wieder sinnvoll,über diese Zahlen nachzudenken, die tatsächlich oder vermeintlich etwas über unseren Erfolg aussagen. Etwa über das BIP, um mal mit einer großen Zahl für uns alle anzufangen, wie hier in einem sehr aufschlussreichen Interview. Da sind ganz einfache Sätze mit enormer Auswirkung drin, man beachte etwa: “Wir haben im Westen einfach keinen großen Nachholbedarf mehr”. Das muss man eben auch verstehen, wenn man über Wachstum spricht.

So weit die Zahl und das Prinzip – sicher helfen solche Zahlen aber mittlerweile nur noch weiter, wenn man sie mit einigen globalen Randbedingungen in Verbindung bringt. Denn wir haben da bekanntlich erstens ein paar Probleme, und wir haben zweitens selbst Schuld. Und das Problem hat immer noch ein paar Seiten mehr, als man zunächst vielleicht denkt.

Ein paar große Wildtiere in Afrika oder Asien weniger, ein paar kleine in Deutschland mehr. Sehr kleine sogar. Das Umweltbundesamt zu den Folgen des Klimawandels, der Bericht enthält u.a. eine Warnung vor der Tigermücke. Auch wegen solcher Meldungen wird der Kampf gegen die Verwendung fossiler Energien immer heftiger, wir merken uns für den Smalltalk an dieser Stelle den Begriff Dekarbonisierung. In den Schulbüchern Ihrer Kinder wird er vielleicht schon vorkommen, man möchte fast darauf wetten.

Wobei man auch darauf kommen kann, dass es weiterhin Wachstum geben muss – nur eben “richtiges” Wachstum. Sollen wir also tatsächlich freiwillig schrumpfen oder sollen wir uns eher um Korrektheit bei allem bemühen? Dazu ein Streitgespräch in der Wiwo Green.

Als Konsument steht man eh einigermaßen ratlos vor den Problemen, was ist nun richtig? Sollen wir weniger konsumieren, anderes konsumieren, sollen wir sharen, was denn nun? Das wissen manchmal wohl nicht einmal die, die es wissen müssten.

Beim Thema “richtiger Konsum” wird es natürlich kompliziert, da reichen weder der erste Blick noch der erste Gedanke. Man versucht, sich sinnvoll zu benehmen, man versucht, sein Geld sinnvoll auszugeben. “Es scheint fast, dass die allgegenwärtige Sinnhuberei den Mangel an Zielen und Zwecken kaschieren soll.” Das ist ein interessantes Zitat aus der brandeins, aus einem Artikel über Ziele. Bezogen auf unser Leben und unseren Alltag heißt es da weiter: “Unser Problem ist, dass wir kaum noch Probleme haben.” Und das gilt dann vermutlich solange, bis die Probleme aus dem oberen Teil dieser Kolumne uns alle doch noch einholen. Und sei es nur in Gestalt eines sehr kleinen Wildtieres in Deutschland. Der Artikel endet mit dem “ethischen Imperativ”, der ein wenig Nachdenken allemal wert ist: “Handle stets so, dass die Anzahl der Wahlmöglichkeiten größer wird.“ Klingt vielleicht erstaunlich, wird aber nachvollziehbar begründet, Es lohnt sich wirklich, das nachzulesen, da sind viele interessante Gedanken drin.

GLS Bank mit Sinn

 

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