Warten, warten

Es wird eine Zeit kommen, wer weiß wann, da werde ich wieder leichter meine Wege gehen, unbeschwerter. Schneller auch, ja, schneller und etwas froher womöglich und vielleicht sogar wieder mit einem leicht hüpfenden Gang, wie damals auf dem Heimweg nach der Schule, als ich zum Strand eher flog als ging. Ich werde endlich das Gefühl haben, um Tonnen erleichtert zu sein, ich werde mich vollkommen ungehindert bewegen und nur noch manchmal seufzend zurückdenken an die lange Zeit der Mühsal und Beschwernis. Es dauert noch etwas, ich weiß, ich muss Geduld haben, das habe ich verstanden. Ich füge mich ja auch. Monate, vielleicht auch Jahre muss ich warten, ich warte, ich warte, oh, wie ich warte. Und doch weiß ich ganz sicher , dass es irgendwann soweit sein wird. Irgendwann – vielleicht sogar bald! – werden die Söhne doch noch endgültig aus dem Alter raus sein, bei jedem zweiten Stein am Wegesrand zu rufen: „Wow, so ein toller Stein! Da, noch einer – und da! Ganz viele! Papa, steckst du die für uns ein? Bitte?“

Doch, das wird schön.

 

11 comments

  1. Franziska

    Bei uns hat Tochter 1 eine ziemlich lange Zeit sämtliche Stühle der Außengastronomien auf der Langen Reihe neu ausgerichtet. Der Weg zum Supermarkt dauerte (gefühlt) Stunden.

  2. Cornelia

    Es ist schön!! Und schön wird’s wieder werden. Hat was mit Badezimmerbesetzungen, Vom-Smart-Phone-Hochschauen und freiwilligen Küssen zu tun. Seufz.

  3. Christine

    Und da gehen wir am Strand entlang und die dreijährige Tochter sammelt Steinchen, Muscheln… bleibt stehen, zeigt ihre gefüllten Händchen und bittet: Mama hilf, die drängeln so!

  4. Elke T.

    Oh ja, diese Zeit kommt ganz bestimmt! Und dann wirst du wehmütig seufzen: „Ach, war das schön, damals, als unsere Söhne bei fast jedem Stein stehengeblieben sind…“

  5. Marion

    Und es wird eine Zeit kommen, lieber Herr Buddenbohm, da werden Sie mit Wehmut an diese Zeit zurück denken, wo man diesen kleinen Dingen, die das Leben so interessant machen, Aufmerksamkeit geschenkt hat…… 😉
    Nur einfach von A nach B gehen ist laaaangweilig…

    Ich benötige mit meinem kleine Sohn für ca. 500,00 m teilweise 30 min., weil ALLES, wirklich ALLES, so interessant ist….

    LG

  6. Anke

    Hach, und ich habe gedacht, hier ist die Rede von Wickeltasche, Wechselklamotten (für Eltern und Kind), Buggy, Proviant und Trinkflasche. Ich hatte ja keine Ahnung, was da noch auf mich zukommt!

  7. Tanja Fründ

    Ach ja, die Wehmut bei diesen Worten! Warte mal ab, bis Du Opa bist und sich Deine Kinder (dann selbst Eltern) darüber ärgern, dass sie zusätzlich zu den Steinen, die schon in den Hosentaschen der Kindeskinder stecken auch noch die aufbewahren müssen, die Opa wehmütig und fröhlich noch dazugesteckt hat. 😉 Du kannst Dir gar nicht vorstellen, was für tolle Steine Großeltern finden können. Die Taschen meiner Kinder und unsere Fensterbänke sind voll davon. Glaub mir: Steine sammelst Du für den Rest Deines Lebens. Herzliche Grüße

  8. Lesetiger

    Das kann noch dauern… Meine Töchter, 11 und 13 Jahre alt, sammeln immer noch Steine. Bin jetzt dazu übergegangen die Blumentöpfe damit zu bevölkern.

  9. kinderdok

    Es kommt die Zeit, wenn die Kinder merken, dass Steine nass in der Natur schöner aussehen als trocken zuhause auf dem Tisch liegend.

  10. Chemser

    Sind gerade aus dem Urlaub an griechischen Stränden zurück. Am letzten Tag haben der Junior (6 Jahre) und ich gemeinsam die gesammelten Steine begutachtet und die trocken doch nicht mehr so schön aussehenden Exemplare wieder ins Meer geworfen.

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