Sommerlektüre

Es wird wohl doch wieder Sommer, zumindest fühlt es sich heute einmal so an. Es geht sogar schon auf die Urlaubszeit zu. Ich habe in wenigen Wochen ein paar Wochen Urlaub, ich fahre erst in die Berge, dann ins platte Binnenland, dann ans Meer. Eine ausgefeilte Planung, man macht sich keinen Begriff. Und auf meinem Stapel ungelesener Bücher liegt bei näherer Betrachtung gar nicht genug geeignete Ferienlektüre, ich bin da ja ein wenig jahreszeitenempfindlich. Da liegt leider eher Herbst und Winter, da liegt Regen und Nebel und Dunkelheit und Sofakuscheln und hochseriös. Ich brauche aber Sommer und Licht und Reise und Hollywoodschaukel – gibt es überhaupt noch Hollywoodschaukeln? –  und warm und lässig.

Vorzugweise Erzählungen, zur Not auch Romane. Vorzugsweise aus Europa, sehr gerne aus den kleineren Staaten, sehr gerne nicht komplett trostlos, aber auch keine reine Comedy. Gerne aktuell, das muss aber nicht sein. Wenn jemand Empfehlungen hat – ich freue mich, vielen Dank. E-Book oder Print ist vollkommen egal, Hauptsache Buchstaben.

 

36 comments

  1. Dod

    Norman Liebold – Navigator

    Eine Sammlung von Erzählungen und Novellen, liebe- und humorvoll geschrieben, da vergeht die Zeit auf der Hollywoodschaukel wie im Fluge!

    Und natürlich meine aktuelle Lieblings-Buchreihe: Tommy Krappweis – Mara und der Feuerbringer

    Ist aber auch so kurzweilig, dass du die drei Bücher wohl nach kurzer Zeit durch hast. Lohnt sich aber!

  2. Judith

    Ich finde ja, dass John Irving zum Sommer passt. Witwe für ein Jahr hab ich selbst im Sommer gelesen und hatte Dauerdurst auf Sundowner.

  3. Chriskrams

    Du bist Reisenostalgiker und hast ein Faible für Bahnhöfe und Züge? Du wolltest außerdem schon immer einmal mehr über die italienische Seele wissen? Du magst vieleicht sogar Tim Parks? Dann könnten seine Pendlerbeobachtungen „Italian Ways“ etwas für Dich sein. Auf Deutsch ist „Italien in vollen Zügen“ in der Übersetzung von Ulrike Becker bei Kunstmann erschienen. Großartiges Buch!

  4. Jessica

    Judith Hermann ALLER LIEBE ANFANG. Da ist es warm, man spürt den Sommer, es liest sich ganz fantastisch, habe es auf der Terrasse und bei geöffneter Balkontür gelesen, passte hervorragend. Eher eine nachdenkliche, längere Erzählung als ein dicker Wälzer, absolut hollywoodschaukelgeeignet.

  5. Iris

    Nun ja, bei dieser Fragestellung drängt sich „Das Sommerbuch“ von Tove Jansson auf (nicht mehr Erzählung, wohl noch kein Roman).

  6. stefanie

    Rückhaltlos kann ich da fast alles von Franz Hohler empfehlen. Ich weiss ja nicht, wo die Berge liegen, aber er kann seine schweizer Heimat mitsamt ihren Bewohnern sehr treffend schildern. Und klein wäre das Land auch: „Der neue Berg“, nicht mehr ganz neu, wäre meine Empfehlung.

  7. Sonya

    für am Meer:
    Inselstolz, Zwischen Strandkorb und Sturmflut 25 Leben in der Nordsee
    Schönen Urlaub!

  8. SteffiFi

    „Sommerdiebe“ von Truman Capote.
    Und eigentlich „Der große Gatsby“ natürlich auch.

    Und ich finde aktuell „Willkommen im Meer “ auch sehr schön sommerlich, zumindest liest es sich hervorragend in der Sonne.

  9. Bettina

    Nicht aktuell, aber immer wieder schön: Fruttero & Lucentini, „Der Liebhaber ohne festen Wohnsitz“

  10. Jupa

    Auf jeden Fall Kate Chopin „Vor dem Sturm“, kleine feine Short Stories aus dem amerikanischen Süden des 19. Jahrhunderts, beim Lesen spürt man die feuchte Wärme des Deltas auf der Haut…

  11. Gundel

    Bin noch mittendrin, amüsiere mich aber köstlich bei Thomas Meyer: „Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse“ (Diogenes 24280).

    Auch Ihr Blog genieße ich seit Jahren, weil Sie so fein, frisch und humorvoll schreiben, mir so viele Anregungen liefern und Sie so liebevoll von Ihren großartigen Buben erzählen.

  12. Carom

    Jasper Fforde, die „Thursday Next“-Reihe, angefangen mit „Der Fall Jane Eyre“. Jedes Buch macht Spass, viel englischer Humor, gesetzt in einem alternativen England, in dem (englische) Literatur eine zentrale Rolle spielt, mit Plots, die in ihrer Skurrilität und Verschrobenheit eine tiefe Liebe zu allen berührten Sujets spüren lässt.
    Zahllose Verweise auf Eigenarten der englischen Literatur bilden einen der roten Fäden, ich habe nebenbei vieles über die Angelsachsen und ihre Autoren gelernt. Deutsche Literatur nur in Spurenelementen (im dritten Band ein Hinweis auf den Schadenersatzprozess „Hans Guck in die Luft ./. Stadtverwaltung Frankfurt“); die deutschen Übersetzungen sind gelungen, als Fan lese ich nur im noch empfehlenswerteren Original.

  13. Kiki

    Schon etwas älter, aber trotzdem schön und für mich ein Sommerbuch: Bill Brysons „Reif für die Insel“. Unerwartet aktuell auch, wie er mit jeder Menge Schwarzem Humor den Abbau des Journalismus in England der 80er schildert – man meint, es wäre heute Morgen passiert.

  14. joriste

    mir fiel sofort Peter Stamm ein. Nacht ist der Tag ist sein neuestes, nicht düster, dafür aber nicht das beste von ihm. Alex Capus auch klare Empfehlung!
    eine schöne Urlaubszeit für alle!

  15. Sebastian

    „Picknick auf dem Eis“ und danach „Pinguine frieren nicht“. Klingt winterlich, ist es aber nicht.

  16. kati

    Zsuzsa Bank – Die hellen Tage.

    da bin ich in deiner leseliste noch nicht druebergestolpert,das waere mir auffefallen.grandios gut geschrieben,die saetze zergehen auf der zunge beim lesen.die geschichte ist stimmig und ueberaschend und es reicht fuer mindestens zwei ferientage.und es ist definitiv was fuer helle tage und abende,leicht aber mit substanz;abgruendig,im abgang optimistisch. :)

  17. Chris Kurbjuhn

    Ich schieb noch „600 Stunden aus Edwards Leben“ nach (nur bei amazon). Ein wunderbares kleines, großes Buch. Ebenso anrührend wie komisch. (Die Fortsetzung ist fast genauso gut.)

  18. Clara

    Ich finde, zu Urlaub und Reisen passt gut ‚Berlin – Moskau‘ von Wolfgang Büscher, der die Strecke 2002 zu Fuß gegangen ist und darüber berichtet.

  19. Annette

    Gerade lese ich „Arbeit und Struktur“ von Herrndorf.

    Nicht echt ein Sommerbuch aber empfehlenswert.

  20. Ines

    Aus Finnland, mit Humor ohne Comedy zu sein und um Reisen geht es auch irgendwie: Tuomas Kyrö – Bettler und Hase

    Sehr gut ebenfalls und eben mal kein Roman: Janne Teller – Nichts (was im Leben wichtig ist)

    Viel Spaß beim Lesen und ich freue mich auf die Rezensionen!

  21. Eva

    Hallo,
    ich schließe mich Kati mit Zsuzsa Bank an, da gibt es sogar, wenn es Ihnen sehr gut gefallen sollte, „Der Schwimmer“.
    Außerdem hat Kati sehr schön beschrieben, wie ich es auch empfunden habe,
    viele Grüße,
    Eva
    PS: Bei 12von12 habe ich Sie doch glatt um den tollen Park beneidet. Ideale Verhältnisse und so große Kinder, dass man nicht mehr ständig an der Rutsche stehen und helfen muss. Klasse. Gar nicht schlimm sozusagen!

  22. Annette

    Die Kurzgeschichten von Somerset Maugham und als Roman „Auf Messers Schneide“ von ihm, ach eigentlich das Gesamtwerk Maughams. Für heisse Sommertage auf dem Land empfiehlt sich Eduard von Keyserling „Schwüle Tage“ und auch da am besten das Gesamtwerk.

  23. Mia

    Eduard von Keyserling – Wellen
    oder
    Hanns-Josef Ortheil – Die große Liebe
    oder
    Arto Paasilinna – Der Sommer der lachenden Kühe

  24. Tanja

    Ich würde Ihnen gerne Bernard MacLaverty ans Herz legen. Ein nordirischer Autor, der sowohl Kurzgeschichten als auch (knackig-kurze) Romane geschrieben hat.
    Klare Sprache, guter Beobachter, jahreszeitenunabhängige Qualität, dennoch absolut schaukeltauglich.

    Haben Sie einen schönen Sommer!
    Tanja

  25. Gundel

    Danke zurück! Es war mir ein Bedürfnis – auch als Mutter zweier Buben. Der eine heißt übrigens auch noch Maximilian. Und damals war der Name noch nicht in Mode…

  26. Elke

    Etwas verspätet zwar, aber trotzdem gern empfohlen:
    Die Glücklichen (von Kristine Bilkau), fand ich sehr beeindruckend, spielt in Hamburg, aber nicht nur deswegen…

  27. Aurora

    Fruttero & Lucentini: Der Palio der toten Reiter
    Katerina Hagena: Der Geschmack von Apfelkernen
    Yann Martel: Life of Pi

  28. fujolan

    Dana Stabenow
    Die Beschreibung „Krimis aus Alaska“ wird ihr sowas von nicht gerecht.
    Einfach unglaublich gute Geschichten, die sich in einer Serie wundervoll aufeinander beziehen.

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