Woanders – Der Wirtschaftsteil

Es soll in dieser Woche wieder einmal um Lebensmittel gehen, um die Bedingungen, unter denen sie hergestellt werden. Fangen wir gleich bei dem an, was vermutlich auch bei Ihnen gerade ganz nahe liegt, beim Kaffee. In der Zeit geht es da um den Zusammenhang zwischen Qualität und Fairtrade – und es ist natürlich kompliziert. Das merkt man spätestens, wenn man die Kommentare liest.

Wenn auf dem Kantinenplan heute irgendwas mit Fisch steht – hier noch eine schnell verdauliche Infografik dazu. Kann man auch prima an die Wand hängen.

Kaffee, Shrimps, die kommen von weit her, da legen wir noch schnell Bananen an, zu denen gibt es auch Neuigkeiten. Und keine Angst, man kann sie auch nach Lektüre des Artikels noch essen.

Und nun nähern wir uns allmählich dem heimischen Markt, werfen vorher aber noch einen Blick auf Bioprodukte, die gar nicht mehr von hier kommen, auch wenn man das oft annimmt.

Und damit aber wirklich zur heimischen Scholle, nein, zur Forschung darauf. Da gibt es eine Neuigkeit aus Bochum, die wiederum auch in anderen Teilen der Welt enorm sinnvoll sein kann. Das kann man sich ruhig ab und zu klarmachen, dass Landwirtschaft heute eine Wissenschaft ist, in der es auch um Gadgets geht, da helfen solche Artikel womöglich.

Aber wie man überhaupt Wissen über moderne Landwirtschaft vermitteln kann, es scheint eine enorm schwierige Rätselfrage zu sein, zumindest nach diesem Artikel. Salopp formuliert kommt dabei heraus, dass Menschen in Städten wenig über Landwirtschaft wissen, das auch nicht ändern wollen, aber dem Thema dennoch einen ungemein hohen Stellenwert zuschreiben. Ein Fest für PR-Strategen!

Und wenn man sich dann als vielleicht doch interessierter Stadtbürger fleißig informiert hat und sich alles rund um Feld und Hof nur noch als High-Tech-Zone denken kann, dann liest man zur Entspannung doch wieder ein Blog über vier Hühner. Und über ihre Eier, versteht sich.

Auch der Zugang der Gesellschaft zur Landwirtschaft wird immer moderner, es gibt bekanntlich immer mehr neue Vertriebsformen, der Zugang zu den Produkten ändert sich ebenfalls. Das gilt auch bei der Forstwirtschaft. “Waldbestand in Bürgerhand”, das ist doch mal eine griffige Formulierung, geradezu demotauglich.

Von Forstwirtschaft kommen wir ganz zwanglos weiter zur Jagd und damit zur naheliegenden Frage – warum eigentlich? Und wissen Sie übrigens noch, wie die Fuchsjagd in England verboten wurde, was für einen Aufstand das damals gab? Was wurde denn eigentlich daraus – ach guck. Oh.

Da denken wir doch lieber wieder an den Markt für vegetarische Lebensmittel oder, wie es in der Zeitung heißt, an die Kaufkraft der Flexitarier. Die Speerspitze der Bewegung, eh klar, ist schon weiter. Viel weiter.

Zum Schluss noch zwei Interviews zum Thema. “Man ist, was man nicht isst”, das ist ein interessanter Satz aus einem Interview mit einer Gesundheitspsychologin, das passt hier bestens hin. Und noch wesentlich mehr zum Thema Ernährung findet man in einem langen Interview mit David L. Katz, der das Thema nicht komplizierter, sondern viel einfacher machen möchte. Da ist man ja auch einmal dankbar.

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2 comments

  1. Kiki

    Schöner Vergleich zwischen den Jagdthemen: Beide stellen sich auf Seiten der Jagdgegner. Aber während der Fuchsjagdartikel bei aller Hetze (pun intended) halbwegs kohärent die Fakten zu präsentieren sucht, suhlt sich der taz-Artikel in Klischees und halbseidenen Spekulationen.
    Jagd ist Naturschutz, daß Jagd in erster Linie aus Hege und Pflege besteht und das kontrollierte Schiessen des Wilds den kleinsten Teil der Arbeit eines Jägers ausmacht, interessiert keinen. Die unstreitig vorhandenen schwarzen Schafe mit unlauterer Motivation sind natürlich geiler für die Auflage aber ändern nichts daran: Jagd tut not und Jäger sind die Ökos der ersten Stunde.

  2. frau siebensachen

    ein erlebnis zu den aussereuropäischen kartoffeln: eines tages im biosupermarkt standen neben mir zwei freundinnen bei den kartoffeln und studierten das etikett: „guck mal, da steht „ägyptische nicola“. kommen die aus ägypten???“ „nee, das ist die sorte: ägyptische nicola.“ – ich hab ihnen leider ihre illusionen geraubt, daß es in deutschland im mai noch keine bio-frühkartofflen gibt. tja.

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