Woanders – Der Wirtschaftsteil

Kümmern wir uns einmal auch um die Wirtschaftsgeschichte, auch da kann man nämlich das in Frage stellen, was als selbstverständlich gilt. Was wir einmal gelernt haben, es muss nicht immer noch stimmen. Die Deutsche Welle zur Frage: Gab es vielleicht gar keine Trümmerfrauen? Alles nur ein moderner Mythos?

Nach den Trümmerfrauen kam das Wirtschaftswunder. Auf dessen Höhepunkt wird man sich vermutlich nicht vorgestellt haben, dass Altersarmut hier einmal ein großes Thema sein wird. Das ist sie aber, denn immer mehr alte Menschen sind von Armut bedroht. Etwa in Hamburg, der “Hauptstadt der Altersarmut”. Sagt jedenfalls die taz. Die Zeit schlagzeilt ganz anders: Die ewige Mär von der Altersarmut. Nanu!

Wobei man natürlich nicht alt sein muss, um arm zu sein. Das geht in jedem Alter und alleinerziehende Frauen sind sehr oft betroffen, da ist ein Blogartikel auch einmal erhellender als ein Text in einer Wirtschaftszeitung.

Aber bleiben wir noch kurz bei der Geschichte, diesmal bei der Geschichte eines speziellen Berufs und werfen wir auch einen Blick auf dessen Gegenwart – es geht um Vertreter. Sieh an, es gibt noch ein Leben neben dem Onlinehandel. Der Handel neben dem Onlinehandel ist aber bekanntermaßen schwer angeschlagen, man denke nur an Karstadt.

In Iserlohn hat jetzt die Stadt das Warenhaus gekauft, um keine riesige Ruine in bester Lage zu haben. Da macht also die Stadt wieder die Stadt, nicht private Investoren. Der Anfang eines Trends?

Der Online-Handel bedroht den Offline-Handel, die Suffizienz-Bewegung bedroht beide. Falls Sie den Begriff nicht kannten, da haben wir gleich wieder etwas für den Smalltalk gelernt, das ist immer gut. Bei der NZZ weiß man noch mehr.

Und da sind wir dann also schon wieder bei den Folgen unseres Handelns und unseres Handels, da landen wir ja fast immer im Laufe der Kolumne. Bei Blogoli geht man der Frage der moralischen Verbraucherentscheidung nach – Henne oder Ei?

Noch viel mehr zu dieser und ähnlichen Fragen und mit geradezu erstaunlich verwandter Schlussfolgerung textet Wolfgang Uchatius in der Zeit – “Soll ich wählen oder shoppen” – über die Macht der Verbraucher und die Rolle des Staates. Das ist ein langer Text, aber der lohnt sich, ruhig durchhalten.

Währenddessen reißt da draußen auch die Eröffnung eines neuen Primarks keinen mehr vom Hocker, woran sich die FAZ wieder abarbeitet, das wird bei denen allmählich schon zur Obsession. Aber bleiben die Kunden aus, weil sie lieber fair hergestellte Ware kaufen möchten? Da sind Zweifel wohl angebracht. Obwohl faire, biologische, nachhaltig angebaute, regional vertriebene, ökologisch wertvolle Produkte natürlich auch längst ein ergiebiger Markt sind. Und was macht man in solchen Märkten? Man ringt um Vorteile und Anteile. Warum sollte es da auch anders sein, als in der herkömmlichen Handelswelt. Siehe dazu übrigens auch die Entwicklung in den USA.

Und apropos bio und regio – bei Biorama denkt man noch etwas intensiver darüber nach, mit einem Exkurs zur Logistik im Regionalen. Es ist vielleicht noch komplizierter, als man zunächst denkt.

Ganz zum Schluss ein entspannter Blick auf hübsche Teppiche. Aus Müll. Warum auch nicht.

GLS Bank mit Sinn

2 comments

  1. Friederike

    Was mir bei dem hype ums Regionale immer noch ein Rätsel ist: Kunden fragen da nie nach den Hintergründen. Hauptsache regional. Dass hier bei uns das regionale Schweinefleisch aus der übelsten Massentierhaltung kommt : scheißegal. Ist doch regional, also automatisch gut.

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