Es gibt seit einigen Woche eine neue Quelle in Deutschland, das Projekt der Krautreporter ist gestartet. Das ist erfreulich für die beteiligten Journalisten, das ist erfreulich für uns, denn dort gibt es auch Texte, die in den Wirtschaftsteil passen. Etwa wenn es um Milchwirtschaft geht, um die immer noch optimierbare Leistungsfähigkeit der Milchkühe, wobei “Optimieren” dabei wohl schon lange kein passender Begriff mehr ist, pardon. Man beachte die rot markierte Zahl am Ende des Textes. Hätten Sie das gedacht? So wenig?

Im Text klingt der Preisdruck bei der Milch an, ausgeübt durch Discounter wie Lidl oder Aldi. Die SZ ergänzt da eine etwas andere Sichtweise und schiebt den Schwarzen Peter doch wieder den Bauern zu.

Falls das schon zu viel Text zum Thema Milch wird, das gibt es alles mit noch mehr Inhalt auch bequem als Film (sorry, Link kaputt), bitte sehr, das ist hier ja eine serviceorientierte Veranstaltung.

Genug von der Milch, wenden wir uns wieder der Wirtschaft 2.0 und ihren großartigen Schlagworten zu. Oder nein, verbinden wir das doch einfach mit den ersten Links – und lesen etwas über Crowdbutchering. Doch, das ist ernst gemeint.

Und das hat natürlich seinen Preis, die so geteilte Kuh ist teurer als die abgepackte im Supermarkt, das versteht sich. Ob diese Preisdifferenz Folgen für die Gesellschaft und die Gesundheit hat, das ist auch eine der Fragen, die uns hier immer wieder umtreiben. Ist gesundes Essen teuer? Alle paar Monate gibt es eine andere Antwort, im Moment steht sie gerade wieder bei: Ja.

Ein guter Moment, um nach Osnabrück zu sehen. Da steht ein Kühlschrank im Garten, und womöglich ist das gut so. In Berlin ist alles größer, eh klar, da sind es gleich 21 Kühlschränke.  Und wer noch etwas Motivation braucht, über Lebensmittelverschwendung nachzudenken, bitte sehr, hier noch ein paar Zahlen. Es ist ja nicht so, dass man das alles nicht messen könnte. Wir können auf einem Kometen landen, wir können auch die verspeisten Innereien pro Einwohner in Gramm ermitteln.

Wobei das alles nicht so einfach ist, das mit der Lebensmittelverteilung und -rettung, nicht einmal bei altem Brot. Wenn die Behörden nicht mitspielen, wird alles sehr, sehr kompliziert. Dabei kann man aus diesen Lebensmitteln noch so viel machen, bis hin zu Restaurantessen mit moralisch-ethischer Nebenwirkung.

Kompliziert ist auch, was hinter einer kleinen Schale Tomaten steckt, die man ohne großes Nachdenken in den Einkaufswagen legt. Und damit zum Schluß noch einmal zurück zu den Krautreportern, dort wird die Sache mit den Tomaten aus Marokko, der Westsahara und der Terrorbekämpfung einmal gründlich aufgedröselt. Da schmeckt der Insalata Caprese doch gleich viel spannender.

Aber kann das der Schluss gewesen sein? Eine ganze Folge ohne Fahrräder? Natürlich nicht. Noch ein Filmbeitrag, allerdings kein entspannender. Eher einer, bei dem man als Opfer deutscher Verkehrsplaner wieder einmal grün vor Neid werden kann: Bicycle anecdotes from Amsterdam. Man muss es sich immer wieder klar machen, was man da sieht: Das ist kein Sieg einer schrägen Subkultur. Das ist normales Leben in einer normalen Großstadt, das ist ereichbar.

GLS Bank mit Sinn

 

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