Die Textilwirtschaft ging wieder durch die Medien. Nicht mit Mode, nein, mit einem Nein. Nein, wir können nicht, nein, wir wollen nicht, nein, wir mögen lieber nicht – etwas für die Textilarbeiterinnen in Bangladesch und anderen Staaten verbessern. Passt gerade nicht, das muss man verstehen. Bei einigen passt es dann aber doch, Vaude z.B. ist mit an Bord, aber die sind auch sonst etwas anders. Man würde gerne noch mehr und noch größere Beispiele finden. Im erstverlinkten Text findet man auch eine Liste der teilnehmenden Hersteller.

Der Textilkonsum bei den Billiganbietern, das massenhafte Kaufen von immer neuen Stücken, es wirkt übrigens nach dem Kauf wieder zurück in schwächer entwickelte Länder, etwa wenn die abgelegte Kleidung von uns auf Märkten in Afrika landet. Es ist kompliziert, die Kausalketten des Konsums enden bei Kleidung keineswegs in der Einkaufstüte.

Ein Textilbündnis geht den Konzernen also schon zu weit, gegen TTIP haben viele Unternehmer aber nichts. Nur hin und wieder liest man Meldungen, in denen es um Widerstand gegen TTIP aus der Wirtschaft heraus geht – etwa hier beim Buchhandel.

Ein großer Name in der Geschichte der Konzerne und großen Firmen ist sicherlich John D. Rockefeller. Ein Mann, der heute aus dem Ölgeschäft aussteigen würde – das behaupten zumindest seine Erben und wenden sich erneuerbaren Energien zu. In diesem Zusammenhang ist auch Desmond Tutu interessant, an den man sich vielleicht noch aus ganz anderen Zusammenhängen erinnert. Auch er denkt über Öl nach.

Da passt ein neuer Smalltalk-Begriff, den wir schnell einbauen: Die Positiv-Maut. Da ist keine orwellsche Wortverdrehung aus Bayern, wie man zunächst annehmen könnte, das ist ein verkehrspolitisches Experiment aus einer Kleinstadt in Norwegen. Und wenn wir schon bei Vokabeln sind, werfen wir gleich noch ein neues Wort aus dem Englischen hinterher – to copenhagenize. Man ahnt es gleich, da geht es um Radwege und die Stadt, aus der das kommt, ist Pittsburgh (englischer Text) .

Über Verkehr denkt auch der Herr Dueck nach, einer der Menschen, die beruflich unentwegt über Wirtschaftsthemen grübeln. Er schreibt einen lesenswerten Rant gegen das Lachen über Google – das klingt zwar nicht so, aber da geht es um Autos und Verkehr. Aber auch um den ganzen Rest. Um den ganzen Rest im Management, der disruptive Innovation nicht versteht (wer den Begriff nicht kennt: bitte kurz hier entlang) und deswegen vielleicht mit seiner Firma, seinem Produkt, seiner Marke grandios an der Gegenwart scheitert.

Diesen Scheiternden kann man immerhin einen wertvollen Tipp mitgeben. Sie sollten sich in Kürze nach Berlin begeben, weil Berlin “so eine großartige Scheiter-Infrastruktur hat”. Das sagen nicht wir, das sagt Regine Heidorn, die das Barcamp des Scheiterns erfunden hat, eine ganz wunderbare Idee. Hier ein kleines Interview mit ihr, das Barcamp findet schon in wenigen Tagen statt – natürlich in Berlin.

Zum Schluss auch einmal etwas Nettes zu einem Thema, das hier immer wieder vorkommt. “Wie kann ich helfen?” ist ein Blog, das Hilfsangebote und unterstützende Projekte für Flüchtlinge in ganz Deutschland listet und wenn man da so runterscrollt, ist das doch etwas erfreulicher, als immer wieder die Nachrichten zur anwachsenden Fremdenfeindlichkeit, zu nicht vorhandenen Unterkünften und zu schlechter Behandlung zu lesen.

GLS Bank mit Sinn

 

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