Bevor wir von Nordostwestfalen nach Eiderstedt weitergefahren sind, waren wir ein paar Tage in Hamburg. Das ist immer riskant, weil man natürlich in Versuchung kommt, doch wie gewohnt zu arbeiten, sich in der Wohnung festzuwühlen oder sonstwie im Alltag zu versumpfen, aber wir haben die Gefahren recht souverän umschifft. Allmählich lernt man doch aus den Vorjahren.

Weil Ferien sind, konnte mich Sohn I bei meiner mehr oder weniger gejoggten Alsterrunde begleiten, wobei er allerdings nicht gelaufen, sondern auf dem Fahrrad gefahren ist. Mit kritischem Blick auf den keuchenden Vater, mal etwas voraus fahrend, mal etwas zurückbleibend, mal in Achten um mich herum, man kennt das von jungen Hunden. Nach einem Kilometer wollte er wissen, ob mich beim Joggen schon einmal Igel überholt hätten, es ist nicht immer ganz einfach mit Kindern.

Zwischendurch turnte er ausgiebig auf den Fitnessgeräten und Parkbänken am Alsterufer herum. Er hatte genug Zeit, es war ganz einfach, mich immer wieder einzuholen. Irgendwann sah er auf und über die Alster, turnte dann wieder weiter. Sah dann doch noch einmal hoch und etwas länger hin, als würde ihn etwas irritieren. Und stellte dann etwas fest, was vielen Menschen an der Alster ganz offensichtlich vorkommt – wofür man aber anscheinend erst einmal etwa sechs, sieben Jahre alt werden muss, um überhaupt einen Sinn dafür zu entwickeln: “Papa, das ist schön hier.”

Sohn I vor Alster

Das war sicher eine gute Stelle, um sich erstmalig von einem Landschaftsblick hinreißen zu lassen, gar keine Frage. Wie spannend aber, wo er jetzt zum ersten Mal etwas ausdrücklich hässlich finden wird. Er muss mich doch wieder einmal im Büro besuchen und sich Hammerbrook ansehen. Dann merke ich vermutlich, ob sich das Kind geschmacklich vernünftig entwickelt.

%d Bloggern gefällt das: