Die Söhne standen auf Lanzarote am Atlantik, mit Kescher und Eimerchen in der Hand, was Kinder eben so machen, wenn sie am Meer sind. Der eiskalte Atlantik umspülte träge ihre Knöchel, an der Ostseite dieser Insel findet Brandung quasi nicht statt. Das Meer liegt da einfach herum und hält still. Hätten die Söhne allerdings gewusst, wie groß die Krebse zwischen den Lavagesteinsbrocken dort im flachen Wasser werden können, sie hätten nicht ganz so entspannt da gestanden, aber das haben wir erst am Ende des Urlaubs herausgefunden.

Sie standen da also und zeigten immer wieder auf winzige Fische, die durch das klare Wasser schossen, die waren so schnell und so klein, man konnte sie kaum erkennen. Graue Fische mit schwarzen Streifen, kaum kinderkleinfingergroß. Diese Fische hätten sie so gerne gefangen, um sie näher anzusehen. Und genau so erging es noch zwei anderen Jungs, die waren im etwa gleichen Alter wie die Söhne. Sie sahen japanisch aus, sprachen aber englisch. Die wollten auch ganz dringend so einen Fisch, so einen kleinen und schnellen, so einen “very fast fish”, wie sie sagten. Und die Söhne rannten dann gemeinsam mit den anderen beiden Kindern über den Strand und fanden die Bezeichnung fast fish ganz logisch, die haben sie auch gleich übernommen und sich gegenseitig zugerufen, wo gerade ein fast fish zu sehen war und wo man also mit dem Kescher hinrennen musste. Denn das waren ja, wie sie mir später erklärten, Fische, die man immer nur fast hatte. Tatsächlich blieb der Kescher aber immer wieder leer. Und ob nun fast fish oder Fastfisch – am Ende hat man nichts, das passt schon.

Es ist eine alte Regel in der Kommunikation: wenn die Botschaft verstanden wird, dann waren die sprachlichen Mittel schon recht.

Unbenannt

 

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