Bookweeten Jan hinnerk

 

Weiter in dieser Reihe.

Heute ein ganz einfaches Gericht, wirklich simpel, sehr schnell zubereitet. Bookweeten Jan Hinnerk, das haben mit einiger Sicherheit 99% der Leserschaft noch nie gehört – und ich kannte das bis heute auch nicht. Pfannkuchen mit Buchweizenmehl, das ich dafür zum ersten Mal im Leben gekauft habe, dieses Kochbuch treibt mich wirklich von einer interessanten Premiere zur nächsten. Das Buchweizenmehl steht im Bioladen, wo diese ungesund aussehenden Menschen mit dem fatalen Zeitlupensyndrom arbeiten, direkt neben dem Dinkelmehl, das schreckt natürlich ein wenig ab, aber da muss man durch.

Buchweizenmehl, ich stand dann eine Weile mit der Packung in der Hand in der Küche und reflektierte kurz, was ich alles über Buchweizen wusste. Das ging sehr schnell, das war nämlich nichts. Keine Ahnung, was das ist, wie das aussieht, wie das schmeckt – null. An der ersten Frage gescheitert, in einer Quizshow wäre es das schon gewesen. So lebt man herum und kennt die normalsten Lebensmittel nicht, schlimm! Buchweizen ist das hier, falls Sie genau so ahnungslos sind wie ich. Man nennt das Zeug auch Schwarzes Welschkorn, ist das nicht hübsch? Schwarzes Welschkorn. Toll. “Kommt Kinder, es gibt Puffer aus schwarzem Welschkorn!” Klingt ein wenig gefährlich, aber doch interessant.

Bookweeten Jan Hinnerk, das sind also Pfannkuchen mit Buchweizenmehl und zwei anderen, vielleicht etwas überraschenden Zutaten, nämlich Zwiebel und Fenchelsaat. Und das geht so: 200 Gramm Mehl mit 175 Gramm Buchweizenmehl, 1 TL Backpulver, ½ TL Fenchelsaat und etwas Salz vermischen. 400 ml Milch ein wenig anwärmen. 2 Eier hineinschlagen und die Eiermilch mit 3 EL Zuckerrübensirup glattrühren.

Eine Zwiebel klein hacken – klein im Sinne von richtig, richtig klein – und goldig anbraten. Alles zusammenkippen, sehr gut verrühren und 10 Minuten quellen lassen. 10 Minuten, in denen man zum Beispiel googeln kann, warum die Herzdame den Zuckerrübensirup eigentlich “Zapp” nennt. Anscheinend ist das eine plattdeutsche Bezeichnung für den Sirup aus der Gegend um Hille, das ist nicht weit von ihrem Heimatdorf, wieder etwas gelernt. Sie ist mit dem Sirup und dieser Bezeichnung großgeworden, ich kannte das als Kind gar nicht, so weit ich mich erinnere. Ich finde das aber ab und zu auf Brot ganz lecker.

Nach zehn Minuten je zwei Esslöffel Teig in einer Pfanne anbraten, da braucht man pro Seite nur etwa zwei Minuten. Währenddessen den Ofen auf 80 Grad heizen, um die Puffer warmzuhalten, die nicht schnell genug gegessen werden.

Bookweeten Jan Hinnerk mit Zuckerrübensirup

 

Mit Heidehonig servieren. Natürlich kann man die Puffer auch mit Apfelmus, Zapp (im Bild) oder Gott weiß was essen. Tatsächlich ist Honig aber eine exzellente Wahl dazu, gar keine Frage. Ich hatte hier vier Jungs zu bekochen, dazu ein befreundetes Elternpaar. Die Puffer fanden alle gut, die gingen sehr gut weg. Tatsächlich gingen sie sogar bei allen Kindern gleich gut weg, ein wirklich seltenes Ergebnis, ich möchte fast sagen: spektakulär. Kein Gemotze über die Zwiebelkrümel oder die Fenchelsaat, die man ab und zu überraschend deutlich durchschmeckt , nein, große Zufriedenheit überall. Außer bei der Herzdame, die aber nicht möchte, dass ich näher darauf eingehe, dass sie schon bei der Erwähnung des Wortes Buchweizen äußerst skeptisch guckte. Und ich darf auch keine Scherze über Menschen mehr machen, die nicht essen, was sie nicht kennen, ich füge das hier nur ganz zufällig ein und meine keineswegs die Herzdame, versteht sich.

Wir halten fest: Sieben zufriedene Esser, eine Herzdame.

Tendenziell machen Puffer mit Buchweizen anscheinend übrigens mehr satt, als man denkt, das möchte man vielleicht bei der Wahl der Menge bedenken. Ich habe die Zutatenangaben oben für die acht Personen hier einfach verdoppelt, das war deutlich zu viel. Rechnen Sie also ruhig komplizierter um. Alles mal 1,75 oder so, das kann man ja beim Wiegen im Kopf überschlagen, nicht wahr.

Bookweeten Jan Hinnerk gibt es hier künftig sicherlich öfter. Wenn die Herzdame Ausgang hat.

 

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