Woanders – der Wirtschaftsteil

Wir fangen spaßeshalber einmal so an wie ein ganz normaler Wirtschaftsteil.  Mit einer Meldung, die weder sexy noch seltsam noch interessant ist, eher staubtrocken, öde und grau. So etwas überliest man normalerweise, die Überschrift murmelt sich so weg, die Augen suchen nach dem nächsten Highlight, da kommt doch wohl noch mehr? Mehr als ausgerechnet “Sozialbeiträge steigen deutlich”? Ja, da kommt noch was, da kommt zum Beispiel ein Blogger, der das mal nachrechnet – und dann wird das schon interessanter. Und klingt gleich ganz anders. Hexhex! Und schon ist das gesunde Misstrauen wieder da.

Immer skeptisch und wachsam bleiben, nicht wahr. Sei es bei dem Wortzauber der Werbung, bei den Angaben von Firmen der Nahrungsmittelindustrie, bei den Zahlen der Strom-Konzerne, sei es bei Beratungen zur Geldanlage, sei es bei den Argumenten der Schweinezüchter, bei gewissen Formulierungen der Presse, beim eigenen Konsum, immer, immer gibt es noch mehr nachzudenken. Und warum wird eigentlich der Kollege befördert, nicht ich?

Fakten, Fakten, Fakten möchte man da fast murmeln und doch ganz andere Themen meinen, als der Herr damals in der Fernsehwerbung. Selber nachdenken, Schlüsse ziehen, neue Gedanken zulassen – und plötzlich schreibt man als ehemaliger Architektekturverleger ein Blog gegen das Bauen. Warum auch nicht.

Wenn man nicht nachdenkt, das wollen wir kurz einschieben, glaubt man sonst beim Lebensmitteleinkauf noch, dass in der Kiste, die mit “Wunderlinge” beschriftet ist, tatsächlich wundersame Produkte liegen. Und nicht etwa in den normalen Regalen daneben.

Und zwischendurch natürlich das Nichtdenken nicht vergessen, das ist anscheinend auch wichtig, vielleicht sogar viel wichtiger als wir denken und ja, das ist selbstverständlich auch eine Wirtschaftsnachricht, in Zeiten unentwegter Kommunikation.

Dazu passend empfehlen wir noch den Smalltalk-Link der Woche: die Auseinandersetzung mit dem Begriff “Sit-able City”, aber dafür suchen Sie sich vielleicht besser erst einmal einen Platz. Irgendwo da draußen.

Man sollte sowieso mal rausgehen, da ist Herbst, das sieht gut aus. Das sieht sogar so gut aus, dass lassen wir glatt als Designhighlight der Woche durchgehen. Falls Sie aber beim Anblick bunter Herbstbäume auch nur wieder auf neue Projekte kommen – okay. Da haben wir dann auch noch was. Jetzt aber raus mit Ihnen, draußen spielen.

GLS Bank mit Sinn

 

 

2 comments

  1. Tine

    Schön, die Sit-abel city. Aber nicht wirklich neu. Gute Stadtplaner wissen schon lange, dass es in einer Stadt um Fortbewegung u n d Aufenthalt geht.
    Aber natürlich gab es Zeiten (sind sie schon rum??) in denen die Einzelhändler alle Bänke abschaffen wollten, es könne sich ja „Gesindel“ dort herumtreiben und mit sowas wolle man nun nicht wirklich in Verbindung gebracht werden.

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