Woanders – diesmal mit der Emanzipation, Vätern, Kinderüberwachung und anderem

Ich verlege diese Rubrik jetzt auf den Sonntag, das ist viel praktischer und entspannter. Zumindest für mich. Vielleicht ja auch für Sie.

Das Stilhäschen hat ein kinderfreies Wochenende und macht Erfahrungen, die ich auch so kenne. “Kommen Sie denn zurecht?” Und auch Malte Welding denkt lange (wirklich lange) über die Kinderbetreuung nach und über die Fallen, in die fast alle Paare laufen.

Der Tagesanzeiger mit einer Meldung zur technischen Überwachung von Kleinkindern. Da wird im Text so scherzhaft auf PRISM angespielt. Ich möchte jedoch bitten, beim Lesen die scherzhafte Andeutung etwas zu steigern, denn es ist eine echte Spiegelung der großen Welt in der kleinen. Totale Überwachung, weil es geht. Mit bester Absicht, versteht sich, das muss man gar nicht anzweifeln, es geht natürlich um das Supergrundrecht der Kinder auf Sicherheit. Aber Eltern, die so anfangen – wie leicht werden die wohl ihr Kind später alleine zur Grundschule gehen lassen? Überhaupt jemals aus den Augen lassen? Ab wann werden sie ihrem Kind wohl zutrauen, irgendetwas ohne den prüfenden Blick und die Sicherheitschecks von Mama oder Papa zu machen? Als Sohn I hier mit 5 Jahren zum ersten Mal alleine zum Bäcker ging um morgens die Brötchen zu holen, haben uns nicht wenige Eltern hier für verrückt erklärt. Weil wir ihn dabei nicht gesehen haben. Ab wann dürfen die Kinder wohl etwas am Computer oder iPad oder an der Spielkonsole machen, ohne dass die Eltern hinterher nachsehen? Noch einmal: es ist eine Spiegelung. Es hängt zusammen. Zu Kindern und dem Internet schreibt auch Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach gerade etwas.

Jochen Wegner, der Onlinchef der Zeit, über seine Arbeit, paid content und hysterische Tickermeldungen. Wer sich für die Medienbranche interessiert, dürfte das Interview spannend finden.

Ein in Hamburg lebender Brite schreibt über die Operation Gomorrha, an die in der letzten Woche wegen des Jahrestages viel gedacht wurde. Via Papascott.

Im Standard ein langer Text über den erstaunlich lebendigen Gavrilo Princip. Den Namen kennen Sie doch noch aus dem Geschichtsbuch? Dachte ich mir.

Die liebe Nessy hat das Reisebuch von Meike Winnemuth gelesen und notiert 12 Städte, in die sie selbst gerne reisen würde. Mir fallen nicht einmal 12 Hamburger Stadtteile ein, in die ich gerne möchte. Hm.

Im Tagesanzeiger ist man schwerst genervt von Bono. und verweist zurecht darauf, dass wir nur Sunday Bloody Sunday hören wollen und keine Reden von ihm. So ist es.

Bilder: Porträts von Autorinnen, die das Zeug im Erotikregal schreiben. Mit Textbeispielen.

Film: Und wie binden Sie so Ihre Schuhe?

 

 

 

5 comments

  1. jule

    Genau SO binde ich seit 2012 meine Schuhe. Simpel und schnell.
    Anleitung: („Ian’s Shoelace Site – Bringing you the fun, fashion & science of shoelaces“ – eine Seite zum Thema Schnürsenkelbindetechniken zu pflegen, ist auch ein nettes Hobby.)

    Anlass zum Umlernen war ein Artikel von Meike Winnemuth über lebenslanges Lernen.
    Meine Schnürsenkel gingen zuvor nämlich auch öfter ungeplant auf. Eventuell lags an der beibringenden Person, meine Mutter war umerzogene Linkshänderin. Heute kann ich nur mühsam rekonstruieren, wie ich mir früher die Schuhe zuband, so sehr habe ich die neue Technik intus. Und das hat mich fast am meisten erstaunt – dass eine Technik, die ich über 30 Jahre täglich quasi automatisch ohne bewusste Denkarbeit anwandte, so schnell durch eine neue Version ersetzt wird, dass ich die alte fast vergesse.

  2. walküre

    Malte Weddings Überlegungen sind sehr lesenswert. Erschreckend ist für mich, dass sich in den vergangenen zwanzig Jahren offensichtlich kaum etwas positiv verändert hat.

  3. Ursula Diedrich

    für stilhäschen und andere
    Es ist das Himmelfahrtswochenende 1978. Lieblingsfrau (ich) bin, wie es die Tradition gebietet – da halten auch zwei Kinder nicht von ab – mit Freundin in Kopenhagen. Lieblingsmann hütet die Kinder. Kinderfreunde sind zu Besuch. Es klingelt, vor der Tür steht ein Vertreter der bekannten Staubsaugerfirma mit V.
    Lieblingsmann öffnet die Tür und der V-Staubsaugermann sieht folgendes: Mann, ein halbjähriges Kind (Sohn 2) auf dem Arm; 4 Orgelpfeifenkinder, 2×5, 1×3, 1×2 Jahre (Sohn 1). „Kann ich die Hausfrau sprechen?“ „der steht vor Ihnen“
    Staubsaugermann wird freundlich eingeladen, den Staubsauger im Wohnzimmer vorzuführen – er ist nie wiedergekommen.
    Das übliche Problem – kann der das, darf der das, will der das? – haben wir schon 1976 gelöst. Nach der Geburt von Sohn 1 arbeitete Lieblingsmann nur noch mit halber Stundenzahl im Beruf, den Rest des Tages war er Hausmann, damit Lieblingsfrau Karriere machen konnte.
    HAT MAN DENN IMMER NOCH NICHTS GELERNT?

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