Woanders – diesmal mit Landkarten, Reisen, Amrum und einem Taxi. Und Iron Maiden

Stories & Places – ein schönes, neues Projekt für Blogger. Eine Landkarte, auf der Geschichten zu Orten verlinkt werden. Angenehm schlicht und funktional, eine Fundgrube. Vollkommen naheliegend, die Idee, wieso gibt es das eigentlich nicht seit Jahren? Da sitzt man dann vor dem Bildschirm und wundert sich.Und wenn man sich gerade einmal langweilt, kann man sein ganzes Blogarchiv da drin verlinken, eine ruhige und besinnliche Arbeit, wie Stricken vor dem Kamin. Im Heimatdorf ist zum Beispiel noch gar nichts, das geht ja nicht, das wird demnächst gteändert.Man kann aber natürlich auch all die Gegenden abgrasen, an denen man gewohnt oder gearbeitet hat, oder die man auf Reisen besucht hat, und überall nachlesen, was andere da oder darüber geschrieben haben.

Hier ein Zwischenbericht von einem der Macher zur Entstehungsgeschichte und den ersten Tagen.

Auf Stories & Places findet man Texte wie diesen hier, ganz kurz über Amrum, nur ein paar Zeilen, aber da möchte man sofort ins Auto und losfahren. Zumindest bis man sich informiert hat, was die Fähre kostet.

Plattformen wie Stories & Places sind übrigens ein geeignetes Mittel, um dem Aktualitätsdruck der Blogwelt zu entkommen, da das zeitliche Kriterium der Veröffentlichung hier endlich gar nicht mehr interessiert. Ein Text hängt an einem Ort, und das reicht, selbst wenn er zehn Jahre alt ist. Da findet man auch Sachen wieder, die man schon einmal gerne gelesen hat, vielleicht vor Jahren, etwa die Geschichte mit dem wunderschönen und romantauglichen Titel “Onkel Arnold kam über die Felder”, drüben bei der Wiesenraute.

Schließlich noch, man kann da gar nicht aufhören herumzusuchen, eine Reise mit Glamourdick nach Polen, in die familiären Abgründe.

Und, wo wir schon im Nordosten  herumfahren: durch einen Hinweis von Giardino habe ich noch einen Text aus dem Jahr 2005 gefunden, einen wundervollen Abgesang auf Schwerin. Hier beim Kutter. Ich habe, als ich damals auf dem Land wohnte und noch die gute Butter und die dicken Kartoffeln aß, wohl  tausendmal in einem Zug gesessen, der nach Schwerin fuhr, und bin nie bis dahin gefahren. Immer gedacht, man könnte ja mal sitzenbleiben und  nachsehen, was Schwerin eigentlich ist, und bin dann aber immer doch noch rechtzeitig ausgestiegen, lange vor der Endstation. Komisch eigentlich. Heute sitze ich jeden Morgen in einer S-Bahn nach Buxtehude, da war ich auch noch nie. Klingt aber heimelig, Buxtehude. Es muss doch schön sein, in Buxtehude? Dörfer mit solchen Namen können unmöglich häßlich sein. Bux-te-hu-de. Toll.

Der Herr Dueck, sowieso immer lesenswert, doziert glänzend über die Frage, warum alles so billig und schlecht ist.

Dieser junge Mann spielt Iron Maiden auf einer Harfe. Warum auch nicht.

Noch ein neues Projekt für Schreibende: Krautreporter. Crowdsourcing für journalistische Projekte in Deutschland. Etwa für Viktors Kopf, das kann man sich hier einmal ansehen. Man kann Beträge zusagen, und wenn genug Zusagen beisammen sind, geht es los. Es dürfte interessant sein, was da alles vorgestellt werden wird und was dann auch tatsächlich von den Lesern getragen wird.

Im European noch eine Kolumne zum Crowdsourcing. allerdings geht es hier um öffentliche Projekte. Schwierig, schwierig. Ich käme da auch auf Gegenargumente, aber interessant ist es allemal.

Nessy fährt Taxi.

Der Hausdrachen kümmert sich um Rituale. Pädagogisch äußerst wertvoll, versteht sich.

MC Winkel hat Straßenkunst gefunden, die ich bitte auch in Hamburg haben möchte. Am besten an jeder Ecke.

Arbeiterkind. Ein bewegender Text in der Zeit über unser Schulsystem, das Kinder aus bildungsfernen Schichten nach wie vor krass benachteiligt, ich möchte am liebsten jede Woche auf den Umstand hinweisen, so sehr ärgert mich das.

Ich war mit Isa im Literaturhaus bei Nora Gomringer und Isa hat zuerst darüber gebloggt. Wenn Sie irgendwo die Anküdigung eines Auftritts von Nora sehen – unbedingt hingehen, das reißt einen mit.

In Frankreich gab es einen Deal zwischen Google und den Verlegern, die Diskussion um das Leistungsschutzrecht wurde dort wohl ähnlich wie hier geführt. Warum dieser Deal für Blogger nicht ganz so harmlos ist, steht hier.

Und zum Schluß wie immer das beste  Essen der letzten sieben Tage, das war ein Shiitake-Risotto mit Mangold, gefunden bei den Rezepten vom Gut Wulksfelde, das einen guten Teil der Hamburger Blogmafia mit Biogemüse versorgt.


12 Kommentare

  1. annika

    Ich war mal in Buxtehude, mehr aus Versehen. Eigentlich wollte ich das Alte Land besuchen, hatte aber nicht gemerkt, dass mein geplanter Bus sonntags gar nicht fährt; so bin ich nur bis Buxtehude gekommen. Dort ist es aber wirklich sehr hübsch und gutes Essen gibt es auch.
    Außerdem war es schön, hinterher alten Freunden zu erzählen, dass ich in Buxtehude war, denn dann fangen alle an zu kichern, da Buxtehude in anderen Teilen Deutschlands ein Synonym für einen ganz unwahrscheinlichen, irrealen Ort ist… Kann das jemand bestätigen?

  2. Dorothee

    @annika: Jawoll, das ist so – Buxtehude ist nämlich der Ort, an den der große, böse Zauberer Petrosilius Zwackelmann mit seinem Teppich fliegt. Deswegen ähnlich mythisch wie Timbuktu oder der Eiermarkt in Honolulu.

  3. Sibylle

    Hey, Herr Buddenbohm!
    Kennen Sie denn so gar nicht die Geschichte vom Hasen und dem Igel (Grimm) ?- Ick bün all dor!
    Der Brunnen dazu steht vor dem Bauamt in Buxtehude. Der Ort hat übrigens ein sehr schönes Jugendstil-Rathaus. ….Und bei St.petri haben schon immer “Die Hunte mit dem Schwanz gebellt”.
    LG Sibylle G. aus HH-We.

  4. Lily

    In Buxtehude hab ich anno schnuck (Anfang/Mitte der Neunziger) mal einen wunderbaren kleinen Laden gefunden, in dem man Meißner Porzellan kaufen konnte- das gab es damals wirklich nicht an jeder Ecke.
    Als ich ein Kind war, löste aber schon der Name (wegen “Bux”) ganze Lachsalven aus. Trug nicht unwesentlich dazu bei, dass der Ort in mythische Gefilde zu wandern begann.

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  7. Andrea0966

    Buxtehude, das ist da, wo die Hunde mit dem Schwanz bellen. So kenne ich das seit frühester Kindheit. Ich war noch nie dort, aber meine Oma stammt daher. Muss ich unbedingt mal hinfahren.

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