Oh!

Ich erwarte nach dieser dpa-Schlagzeile ja eine ganz neue Welle der Aufmerksamkeit für mein Buch „Es fehlt mir nicht, am Meer zu sein“, das in diesem Küstenkaff spielt. Orte, die es nicht mehr gibt, sind ja oft besonders interessant.

 

Mit Dank an Giardino, der die Schlagzeile gefunden hat.

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Der doppelte Carver

Wenn Sie Raymond Carver kennen und die Geschichte der Neuveröffentlichung seiner Geschichten verfolgt haben – gehen Sie bitte weiter, es gibt nichts zu sehen. Wenn Sie ihn entweder nicht kennen oder nicht wissen, was da neu veröffentlicht wurde, dann erzähle ich Ihnen das kurz, das ist nämlich eine faszinierende Geschichte.

Raymond Carver (1938 bis 1988) ist der amerikanische Großmeister der Story, ein Geschichtengott, ein literarisches Monument. Er hat ganze Heerscharen von Autoren beeinflusst, der Stil seiner kurzen Erzählungen wurde wieder und wieder aufgegriffen, er zog eine enorm breite Spur durch die Literaturgeschichte. Als ich anfing zu schreiben, fragte mich ein älterer Universitätsprofessor der Hamburger Universität: „Hast Du denn auch Carver gelesen?“ Und er fragte es in einem Tonfall, als wäre jegliches Schreiben ohne Kenntnis des Carvers vollkommen sinnlos, und er meinte es ernst, versteht sich. Er gehörte zu der Generation, die ein Schreiben, das nicht in der Nachfolge Carvers geschah, nicht nachvollziehen konnte – man sollte meinen, viel höher kann ein Autor gar nicht steigen. (mehr …)