Woanders – diesmal mit Mathematik, Advent, Lebenslügen und Quasimodo

Sue Reindke über Schulmathematik und was die Erwachsenen dazu sagen. In ein paar Jahren sage ich dann auch etwas dazu.

 

Historische Farbaufnahmen aus Russland. Wirklich sehenswert.

 

Kid37 erzählt von den letzten Tagen, was eben so war. Der Text enthält sowohl Stefanie Hertel als auch Wittgenstein, Strickmode und Smartphones. Das nenne ich mal ein kontextuelles Benchmark.

 

Lukas Heinser feiert Advent. Mit allem, was so muss.

 

Wo die kleinen Kinder herkommen: Prima Aufklärungsseite.

 

Langer Text über die Lebenslügen der digitalen Avantgarde und die Krise der Zeitungen. Unaufgeregt und lesenswert. Richtet sich u.a. gegen die schier unerträgliche Besserwisserei aller Beteiligten beim Thema Web 2.0/Journalismus. Einer der besten aktuellen Artikel zum Thema, finde ich. Auch lesenswerte Kommentare.

 

Eimerchen über die Reaktionen von Personalern auf Brüche im Lebenslauf. Das stelle ich mich absolut furchtbar vor, solche Situationen. Ich kenne so etwas allerdings gar nicht, da ich mich noch nie irgendwo beworben habe. Auch ziemlich seltsam, vermutlich.

 

Haben Sie gewusst, wie das Computerprogramm heißt, das die Glocken von Notre Dame in Paris läutet? Der Name ist ganz naheliegend.

 

Journelle ist einfach mal dafür. Und ich bin dafür, dass man das liest. Der Text enthält das schöne Wort „momentglücklich“.

 

Richard C. Schneider von der ARD über seine Arbeit in Israel/Gaza. Ein langer und wichtiger Text über den Beruf, die unlösbare Aufgabe und die groteske Lage. Bei der ganzen sehr theoretischen und sehr gehässigen Mediendiskussion in Deutschland ist es doch gut, sich wieder zu erinnern, worum es beim Journalismus eigentlich geht. Da hilft dieser Text sehr.

 

Noch mehr Weiterbildung: Wichtige Informationen zur Rechtschreibung. Pardon, Recht Schreibung.

 

Bei Gminggmangg werden liebenswerte und nervtötende Bilderbuchprotagonisten vorgestellt, mit absolut nachvollziehbaren Begründungen. Bei allen, die ich kenne, kann ich das unterschreiben, was da steht. Der allernervigste Protagonist der Kinderwelt kommt leider nicht vor – das ist Leo Lausemaus. Ein Tierchen, bei dessen Nennung sich mir sofort die Nackenhaare aufstellen. Auf eine so altbackene Art kreuzbrav, lammfromm und streberhaft spießig, so aalglatt artig in des Wortes schlimmster 50er Jahre-Bedeutung, dass man als Vater nach seinem Auftritt sofort Motörhead oder die Sex Pistols auflegen möchte, ganz dringend Dosenbier braucht und spontan überlegt, mit dem Rauchen doch wieder anzufangen, und das passiert mir weiß Gott nicht eben oft. In jeder Folge begeht Leo Lausemaus eine winzige Verfehlung, in jeder Folge wird er dann von seiner omnipotenten, stets verständnisvollen aber doch moraltriefenden Mutter wieder höchst manipulativ auf den Pfad der Tugend geschubst und gelobt dann zerknirscht Besserung, die kleinen Pfoten wie zum Gebet gefaltet, den Blick gesenkt – Moment, ich geh eben Bier holen. Die Söhne haben striktes Verbot, Leo-Lausemaus-CDs während Autofahrten zu hören, ich kann sonst für meinen Fahrstil nicht mehr garantieren.

 

Fotos von Noell Oszvald aus Ungarn. Sie fotografiert erst seit einem Jahr, steht da.  Und alle so: Oh.

 

Vor zwanzig Jahren verlegte Gunter Demnig den ersten Stolperstein.

 

Die Künstlerin Katia Kelm ist von Hamburg nach Berlin gezogen. Aus nachvollziehbaren Gründen.

 

Und, falls Sie zufällig gerade 2 Stunden und 46 Minuten Zeit haben – die spektakuläre Carmen-Inszenierung der Met mit Elina Garanca als Carmen kann man auf Youtube komplett ansehen.

Wo ich schon bei Youtube bin, wo ich nicht eben wenig Zeit verbringe – da könnten ja ein paar mehr Fundstellen geteilt werden, nachdem das neulich in dem Opernartikel so gut ankam. Ich bin sicherlich ein seltsamer Musikhörer, da ich ein Stück eine ganze Weile, mitunter wochenlang, nahezu unentwegt immer wieder hören kann, wenn es mir gerade gefällt. Klassik höre ich erst seit kurzer Zeit, mein Musikgeschmack ist ansonsten altmodisch – „Ich mach den Opasender für Papa an“, pflegt die Herzdame im Auto zu sagen. Ein Brückenstück zwischen dem, was ich sonst oft höre und der neu entdeckten Klassik: Hannes Wader singt Schubert. Er ist natürlich kein klassischer Sänger und versucht auch nicht, diese zu kopieren – er sucht einen Mittelweg zwischen seiner Musik und den klassischen Vorgaben. Ich finde, er löst es wunderbar und ich finde es geradezu bewegend, dass er für die Aufnahme dieser Stücke als schon gestandener Bühnenveteran tatsächlich noch einmal Gesangsunterricht genommen hat, um den richtigen Stil zu finden. Lyrik von Wilhelm Müller, den ohne diese Musik wahrscheinlich schon keiner mehr kennen würde, er hat es nicht recht in den Olymp geschafft. Müsste man eigentlich mal hineinlesen, in seine Lyrik. Die Gitarre spielt Wader hier ausnahmsweise nicht selber, sondern Ralf Illenberger.

Zum Schluss wie immer das beste Essen der letzten sieben Tage. Das war das parmesan-panierte Fischfilet mit Fenchel.  Es verleitet einen allerdings zur Frage, ob man nicht einfach alles immer mit Parmesan panieren sollte. Gefährliche Nebenwirkung.