Das ist doch einmal originell, dass ich morgens zum Nikolaus die Nachricht bekommen, dass die Kita der Söhne von den Nachbarn verklagt wird, wegen der unzumutbaren Lärmentwicklung. So etwas liest man ja öfter, aber es ist dann doch sehr erstaunlich, wenn es einen selbst betrifft. In dem Gebäude, in dem die Kita ist, werden nämlich seit immerhin 150 Jahren Kinder betreut. Da ziehen also tatsächlich Menschen hin, direkt daneben, und stellen dann überrascht fest: Oh, die Kinder da, die machen ja Geräusche! Gleich mal klagen. Sollen die ihre Kinder doch auf dem Land aufziehen, die Eltern, da stört die lärmintensive Aufzucht vielleicht keinen. Und die freundlichen Nachbarn klagen nicht etwa nur wegen der Geräusche, nein, sie klagen auch, weil die Kleinen im Hof so viel Staub machen. In der Sandkiste. Das ist tatsächlich kein Witz, das klingt nur so. Das ist vollkommen ernstgemeint.

Etwas weiter gedacht, und warum sollte man nicht weiterdenken, es ist ja wirklich ernst gemeint, dass die ihr Recht auf einen kinderfreien Hinterhof einklagen möchten, könnte man doch gleich eine Art Familien-Apartheid in Deutschlands attraktiven Innenstädten einführen? Mit besonderen Gegenden nur für Eltern, getrennten Bussen und Bänken, und separaten öffentlichen Grünanlagen?

Dann würden wir hoffentlich endlich etwas weniger zur Last fallen. Es gibt in Deutschland ja bereits ein „Seniorendorf“, auch das ist kein Scherz, also ein Dorf, das nur von Rentnern bewohnt wird, mit Pflegepersonal und allem. Und in dem gab es auch wirklich schon ernstgemeinte Diskussionen, wann, wie oft und wie lange denn wohl die Enkel zu Besuch kommen dürfen, die kleinen Lärmstrolche. Ich glaube, da geht noch was, in der alternden Gesellschaft.

Es ist eigentlich fast ein Wunder, dass in der Klage gegen die Kita nicht auch die Methan-Emissionen der furzenden Krippenkinder erwähnt werden. Bestimmt hat man das nur vergessen.

Ich glaube, ich bin ein klein wenig wütend. Pardon.

 

Alle Details und Links zum Fall drüben bei Sven.

 

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