Woanders – diesmal mit Badezimmergestaltung, Gott, Reiseblogs und anderem

Ich muss diese Rubrik auf den Montag verlagern, der Dienstag ist terminlich irgendwie der blödeste Tag überhaupt dafür. Nächste Woche dann am Montagmorgen , da kann man sich gleich damit von der Arbeit abhalten lassen, bevor die Woche auch nur begonnen hat. Auch gut.

 

Zunächst Kreuzundquerbeet über das wichtige Thema Badezimmerfarbgebung.

 

Dann ein Text in der NZZ über ein sehr schmales Haus in Warschau. Bitte nicht bei den Bildern hängenbleiben, das Entscheidende steht weiter unten und ist nicht umsonst schon von vielen Bloggern weiterempfohlen worden.

 

Englisch: Ein Vater entwickelt mit seiner fünfjährigen Tochter ein Computerspiel. Ich mag so etwas sehr.

 

Eine Lehrerin erzählt, wie sie einmal ganz streng war.

 

Eine Mutter lässt sich von ihrem Sohn erklären, wie man mit Gott spricht.

 

Das Nuf über das Buch „Netzgemüse“, welches in Kürze auch auf diesem Sender gewürdigt werden wird.

 

Der Haltungsturner auch zu diesem Buch, da merkt man schon, da ist wahrscheinlich etwas dran. Sollten Sie Kinder haben und auch Internet, haha, dieses Buch ist wahrscheinlich etwas für Sie. Habe ich übrigens schon einmal erzählt, dass ich tatsächlich Leser habe, die kein Internet habe? Nicht nur meine kürzlich beschriebene Freundin Jule, nein.  Ich war im Heimatdorf der Herzdame schon mal bei Nachbarn ihrer Eltern auf der Toilette und fand meine Blogtexte da ausgedruckt herumliegen, auf dem Stapel mit den Zeitschriften.  Die Herzdamengeschichten als Klolektüre. Ich hab es als Kompliment verstanden. War hoffentlich zutreffend.

 

Und noch einmal ein lobender Text zum Netzgemüse, hier von Anne. Sie könnten das Buch übrigens mittlerweile längst bestellt haben.

 

Ein Text zur Lage der Reiseblogs – erinnert mich sehr an ganz ähnliche Erfahrungen, die ich allerdings auf Helgoland, nicht in Dubai gemacht habe. Und in meinem Fall ging das alles ganz außerordentlich nett aus. Auch die Kommentare unter dem Text sind übrigens lesenswert.  Es ist natürlich nur ein Nischenthema, aber auch hier ist der Wandel im Journalismus spannend.

 

In der NZZ noch ein langer Text über Albanien. Was weiß man schon über Albanien? Eben.

 

In der Zeit ein Artikel über die Pflicht zu Integrationskursen für Ausländer, aufgehängt an einem ziemlich absurden Urteil. Da dann die Kommentare darunter lieber nicht lesen.

 

Es gibt noch echte Kerle – Thorsten Zwo.

 

Mia über einen Kindernotfall – geht gut aus, keine Sorge. Enthält das mir bis dahin unbekannte Wort Speibsackerl.  Ich mag den Wortschatz der Österreicher sehr.

 

The daily routines of famous writers. Solche Texte bringen einen beim Schreiben keine Zeile weiter, man kann sich das aber prima beim Lesen einbilden. Während sie einen in Wahrheit natürlich nur vom Schreiben abhalten. Teuflisch.

 

Bilder aus dem sonderbaren Reich der religiösen Verzückung.

 

Leo Gutsch über das Leben als Tatort-Sorbe – das ist eine Minderheit, der ich auch angehöre.

 

Die grausame Mutter – das Nuf lesenswert wie immer über die Härte als solche.

 

Ein sehr langer und sehr guter Artikel von Nico Lumma über die Zukunft der Kommunikation. Sollte man ruhig zu Ende lesen, besonders wenn man Kinder hat. Kann man auch in Bezug zum oben mehrfach erwähnten Netzgemüse setzen. Passt schon.

 

Und noch einmal lang und gründlich zu den Medien. Thierry Chervel vom Perlentaucher mit Überlegungen zu den Gebühren für die Öffentlich-Rechtlichen und über Gedanken zu einer Kulturflatrate.

 

Victoria Hamburg zu dem Skater-Shitstorm, der letzte Woche für ein wenig Aufmerksamkeit sorgte. Inklusive sympathischer Schlußfolgerung.

 

Zum Schluss wie immer das beste Essen, das hier in den letzten sieben Tagen auf den Tisch kam. Dabei handelt es sich allerdings um ein Rezept, das ich nicht verlinken kann.  Das war nämlich die Hühnersuppe nach dem Familienrezept der Herzdame, überliefert von ihrer Mutter, vielleicht aber auch schon von der verstorbenen Oma Alf, die natürlich gar nicht so hieß, sondern von den Enkeln nach ihrem Hund benannt wurde. Fragen Sie nicht. Nordostwestfalen eben. Das ist kein exaltiertes Rezept mit  Tamtam und Konfetti, das ist einfach eine gute Suppe.

Das Rezept ist ganz entschieden nichts für Foodblogger und Slowfoodjunkies, denn es beinhaltet geradezu zwingend Spargel aus dem Glas. Ohne Spargel aus dem Glas schmeckt das alles anders, und zwar falsch. Man nehme:  1 Huhn. Mit 1 EL Salz 1 Stunde köcheln lassen. Nach 35 Minuten 1 Bund Suppengrün dazu.  Dann Blumenkohl, Spargel und Buchstabennudeln dazugeben. Nebenbei Eierstich zubereiten, dafür kann man etwa tausend Rezeptvariationen googeln. Huhn, raus, Haut ab, kleinschneiden. Huhn wieder rein, Knochenreste den Söhnen, wenn vorhanden,  zum Abnagen geben. Suppe nochmal kurz aufkochen. Fertig.  So einfach! Rein theoretisch kann man auch andere Nudeln nehmen als Buchstabennudeln, dann kann man den Kindern aber nicht nebenbei das Alphabet Löffel für Löffel erklären. Und das wäre ja schade. 


6 Kommentare

  1. Die Herzdame

    Nein, nein, nein. Man kocht alles getrennt. Hat meine Oma immer gemacht. Sonst ist es ja kein Familienrezept mehr. Und Eistich ist auch ganz einfach, das kann sogar ich. 3 Eier und 1/2 Tasse Milch (besser weniger) und eine Prise Salz und Muskat 20 Minuten auf zweitunterster Stufe in die Mikrowelle. Gelegentlich mal umrühren. Warten. Fertig. Würfel ausschneiden und in die Suppe. Und Muttern hat mir noch beigebracht, dass das Huhn fertig ist, wenn man ihm die Flügel abbrechen kann. Und so steht es auch im Rezept.

  2. Uli

    Eine Anmerkung zur Suppe:
    Huhn mit kaltem Wasser ansetzen: Geschmack geht in die Suppe, das Fleisch ist am Ende weitgehend geschmacklos. Dann ist es eine Hühnersuppe mit Gemüseeinlage.
    Huhn in siedendes Wasser geben: Geschmack bleibt im Fleisch. Und dann ist es eine Gemüsesuppe mit Fleischeinlage.

  3. Anne

    Komme ich eigentlich aus der einzigen Familie, die sich über drei Generationen der Anschaffung einer Mikrowelle widersetzt hat?

  4. die Mia

    meinen herzlichsten Dank für die freundliche Verlinkung! Ich hoffe, ich kann noch mit vielen österreichischen Wörtern beglücken – das Speibsackerl war sicherlich nur die Spitze des Eisbergs ;)

    @Anne: ich erkläre mich solidarisch – habe auch keine. Meine Eltern haben erst eine angeschafft, nachdem ich ausgezogen bin, ich betrachte mich also eigentlich als homozygot anti-mikrowellig (man möge mir die Wortwahl verzeihen, ich lerne für die nächste Uniprüfung…)

  5. Uschi

    @Anne: Ich lebe ein glückliches, leidenschaftliches Köchinnenleben ohne Mikrowelle. Ich finde die Dinger furchtbar, weil das mit Kochen genauso viel zu tun hat wie ein Thermomix… (Den ich auch nicht habe.)

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