Der Rest von Hamburg (13) – Update mit Winterhude, Barmbek-Süd, Nienstedten und außerhamburgischen Lebensformen

Sibylle mit Funktionsjackenmuttis in Winterhude, Kiki über das feine Nienstedten. Eben noch reingekommen: Wilhelmsburg.  Bei Formschub noch einmal Barmbek-Nord, beim Hanseschorsch das Grindelviertel, bei Elfengleich noch einmal Winterhude, NetLeben über Hummelsbüttel. Bei Anne gibt es übrigens schon reichlich zum Ruhrgebiet, Anette Göttlicher war  in München tätig und da gab es auch noch einen zweiten Text, den ich gerade nicht mehr finde, bitte melden. Das greift also wild um sich, bei Isa etwa landete Dewsbury.

Und hier noch: Ein Gastbeitrag von Jule über Barmbel-Süd mit einer faszinierenden Erklärung, warum das Komponistenviertel ein Komponistenviertel ist. Wusste ich nicht.

“Ich habe überhaupt nicht die Befugnis über diesen Stadtteil zu
schreiben. Denn ich wohne hier ja nur – und das noch nicht einmal so lange.
Ich spreche von Barmbek-Süd. Ich habe mir von hier auf der Ecke
wohnenden Menschen sagen lassen: “Wenn Du möchtest, dass es wichtiger
klingt, kannst Du auch sagen, Du wohnst in Uhlenhorst.” Geografisch
betrachtet ist das falsch. Es ist Barmbek-Süd, wenn auch dicht an der
Grenze.

Wie ich bereits erwähnte, wohne ich hier noch gar nicht lang. Deshalb
kann ich mich in meinen Erzählungen auch nur auf meinen kleinen Horizont
in diesem Stadtteil beschränken, welcher sich wiederum irgendwie grob an
der südwestlichen Grenze (ja genau, die zu Uhlenhorst) befindet.

Ich zog aus Altona hierher. Genauer genommen aus
zentraler-kann-man-in-Altona-nicht-wohnen und hatte tatsächlich ein
bisschen Angst, dass ich mir hier wie ausgesetzt vorkomme. Ich hatte
Angst davor, wie es sein wird, nicht mehr aus der Tür zu fallen und das
bunte Leben vor der Tür haben. Wie das so ist, wenn man plötzlich nicht
mehr alle Geschäfte direkt um die Ecke hat. Ich zog trotzdem her, aus
unterschiedlichsten Gründen. Und was soll ich sagen: Es ist gar nicht
schlimm. Ganz im Gegenteil.

Wenn ich an einem Samstag Vormittag das Haus verlasse, weil ich schnell
zu Fuß in den nächstgelegenen Supermarkt huschen möchte, grüßen mich
meine Nachbarn auf der Straße. In der Mozartstraße, in welcher sich auch
der genannte Supermarkt befindet, gibt es einen kleinen feinen
Blumenladen, inhaberbetriebene Modegeschäfte, ein wunderschönes Schmuck-
/ Perlengeschäft und was weiß ich nicht noch alles. An sonnigen Tagen
sitzen die Inhaber vor ihren Geschäften, immer Zeit für ein kurzes
Gespräch. Familien mit ihren Kindern spazieren umher und irgendwo
dazwischen laufen einzelne Menschen, die ihren Samstagseinkauf erledigen.

Ich kann von hier aus zu Fuß zur Alster laufen. In die andere Richtung
zum Osterbekkanal. Und sogar zum Stadtpark ist es nicht weit.
Die Wohnstraßen mit ihren zum Großteil wunderschönen Altbauten sind oft
durch kleine Parks und Grünflächen verbunden. Es gibt Cafés (wie z.B.
das Café MAY in der Von-Axen-Straße), kleine Bäckereien, Blumenläden,
Kioske und so weiter.

Laut Wikipedia hat das Komponistenviertel, von dem ich spreche, seinen
Ursprung im Jahre 1877 – damals wurde die Wagnerstraße nach dem
Grundeigentümer Hans Heinrich David Wagner benannt. Dadurch, dass es in
unmittelbarer Nähe bereits eine Richardstraße gab, wurde der Eindruck
vermittelt, die Wagnerstraße habe ihren Namen vom Komponisten Richard
Wagner und so wurden weitere Straßen nach Komponisten benannt.

Nebenbei gibt es hier auch die Bartholomäustherme. Ein großes
Schwimmbad, welches wunderschön sein soll – ich war selbst noch nicht da
- kommt hoffentlich noch. Das Gebäude ist von außen schon einmal
beeindruckend.

Für Menschen, die ihre Freizeit gerne mit Einkaufen verbringen, gibt es
in fußläufiger Entfernung die Hamburger Meile und anschließend das
Mundsburg Center – kann man machen, kann man aber auch lassen. Es sind
halt große Einkaufszentren. Praktisch ist es.

Viel schöner ist es, morgens aus dem Küchenfenster zu sehen und eine
Horde Kaninchen durch den eigenen Garten hoppeln zu sehen.
Und auch wenn Herr Buddenbohm dazu neigt Barmbek als wohl
schrecklichsten Stadtteil Hamburgs zu bezeichnen, handelt es sich
zumindest beim Komponistenviertel um ein niedliches, kuscheliges,
familiäres und lebhaftes Viertel im Viertel.”

 

4 Kommentare

  1. Sibylle

    Oh ja, das Komponistenviertel ist toll, da hab ich vier Jahre gewohnt bis wir weg ziehen mußten. Ein großer Verlust ist der Schlachter in der Mozartstraße, der mangels Nachfolger 2007 seine Türen schloß. Und dort wo jetzt ein Beerdigungsunternehmen an der Ecke sitzt gab es einen Friseur, der auch ein Cafe betrieb. Der Aldi mußte leider einem Euro-Store weichen und trotzdem hat es dort immer noch so viel Flair, das ich wehmütig an die Zeit denke die ich dort wohnen durfte. Und ja immer wenn Herr Buddenbohm Barmbek runterredet zieht sich mein Herz ein wenig zusammen :)

  2. Ping: Das Grindelviertel « Hanseschorsch's Blog
  3. Oliver

    Es ist wirklich eines der besten Viertel Hamburgs, finde ich.
    Die Bartholomäus-Therme – ein überschaubares Erwachsenen-only Schwimmbad mit kleinen Dampfbädern und Sauna – schon allein lohnt die Spritztour vom Hamburger Land aus.
    Das Einkaufszentrum Hamburger Straße ist wunderbar, dort gibt es diese angeblich so gesunden und auf jeden Fall angenehm leuchtenden Salzkristallampen gerade jetzt zur Weihnachszeit. Nicht zu vergessen: das Zelt mit dem Kinderzirkus um die Ecke.
    Die Häuser an all diesen Komponistenstraßen Flotow, Bach, Mozart,…. viel Gründerzeit, einiger Jugendstil dabei. Alles weitgehend verkehrsberuhigt und familientauglich.
    Vorm EDEKA habe ich vor einigen Monaten tatsächlich einmal lange, lange auf die liebe Mlle. Neitzel warten müssen, mit dem Termin hat es dann also doch geklappt.
    Gar nicht weit, etwas südlich im Holsteinschen Kamp konnte man jahrelang den besten Tai-Chi-Lehrer Hamburgs besuchen – SH – ist jetzt Barmbek-Nord Nähe Fuhle, glaube ich.
    Insgesamt absolut wohn- und familientauglich.
    Barmbek-Süd – für mich keine Frage – fünf Luxus-Sterne.

  4. Nicole

    Ich war gerade in Hamburg-Barmbek, vier Tage bei meiner Freundin und ich liebe diese Stadt ;-)
    Herzliche Grüße einer Hessin mit Herz im hohen Norden

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