Der Heimatschriftsteller

Ich habe heute morgen 05:30 einen Blogeintrag angefangen, nur eine ganz kurze Beschreibung einer Straßenecke in unserem kleinen Bahnhofsviertel, Sankt Georg. So eine Skizze einer alltäglichen Szene vom letzten Wochenende. Dann nach drei Seiten gemerkt: Oh, das wird wohl doch etwas länger. Weitergeschrieben. Dann abgebrochen, weil die Kinder wach wurden. Ins Büro gegangen. Weiter nachgedacht. Es werden wohl eher noch ein paar Seiten mehr. Heute nachmittag habe ich keine Zeit, heute Abend habe ich keine Zeit. Also im Hintergrund immer weiter nachdenken, dann wird es aber leider noch länger, wenn ich Texten Zeit gebe, dann gehen sie auf wie Hefe. Wenn ich also weiterhin keine Zeit habe, den Text zu beenden, wird irgendwann ein Buch daraus. Schlimm!

Nein, kleiner Scherz, da wird natürlich kein Buch am Ende stehen. Aber es ist schon ein drolliger Effekt: Je mehr ich darüber nachdenke, Sankt Georg zu verlassen, desto mehr verliebe ich mich in den Stadtteil und desto mehr Lust habe ich, darüber zu schreiben.