Zur Sprachentwicklung bei Kleinkindern

Es gibt eine Phase der sprachlichen Entwicklung, in der das Ausdrucksvermögen dem Wissen deutlich voraus ist. Das ist bei den Kindern, die ich kenne, etwa mit drei Jahren der Fall, es kann vermutlich aber auch früher auftreten, ich kenne ja fast nur Jungs. Das Kind kann sich schon korrekt ausdrücken, es kann ganze, vernünftige Sätze bilden, Phrasen der Erwachsenen wiedergeben und auch die Mimik aus der Erwachsenenwelt sehr überzeugend nachmachen. Hochgezogene Brauen, nachdenkliches Nicken, grübelndes Kopfnicken und Abwägen, das haben sie alles schon übernommen und perfektioniert. Es wirkt etwas karikierend, wenn sie es einsetzen, aber das geschieht natürlich nicht mit Absicht.  Die Grammatik sitzt halbwegs, ganze Satzkonstruktionen, auch ziemlich komplizierte, kommen, teils auswendig gelernt, flüssig über die Lippen, es sind kleine Redner und eloquente Gesprächspartner– sie haben nur von nichts eine Ahnung. Sie reden gekonnt, wissen aber nicht wovon .Wie sollten sie auch etwas wissen, nach nur drei Jahren.

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