1)
Nehmen Sie immer erst die Bestellungen aller anderen Gäste auf, bevor Sie sich den lästigen Eltern mit Kindern zuwenden. Je länger die warten müssen, desto unruhiger werden die Kinder, desto gestresster sind die Eltern, desto seltener kommen die wieder. Wer will schon Kinder im Restaurant? Eben.

2)
Verneinen Sie grundsätzlich alle Sonderwünsche der Eltern zu den Kindertellern. Fischstäbchen mit Kartoffelpüree statt mit Kartoffelsalat – haha, da kann ja jeder kommen! Und Pommes sind aus! Wir haben gar keinen Ketchup! Das geht leider nicht! Nudeln ohne Sauce kriegt der Koch dummerweise nicht hin! Können wir einfach nicht! Nein, das geht nur so, wie es da steht. Das Kassensystem lässt Änderungen auch gar nicht mehr zu, echtjetzma. Ja, schade. Da ist die Tür. Hihi.

3)
In der Küche unbedingt immer erst alle Essensbestellungen der anderen Gäste abarbeiten, bevor sich der Koch endlich den blöden Kindertellern zuwendet. Die kann zwar jeder Vollpfosten in maximal zehn Minuten kochen, aber eine halbe Stunde Wartezeit müssen die kleinen Monster schon abkönnen, nicht wahr? Das Leben ist kein Ponyhof! Gerne auch etwas mehr Wartezeit, warum nicht, ist ja genug Zeit da, der Tag ist lang. Wir sind ja hier nicht im Schlaraffenland, oder was. Geschickt ist es übrigens auch, die Eltern schon einmal zu bedienen, während die Kleinen hungrig daneben sitzen und zusehen, wie Papa und Mama zum Besteck greifen, das hebt die Stimmung im Laden ganz ungemein.

4)
Wenn die Kinderteller auf den Tisch kommen, sollte man ein einzelnes, möglichst kleines Kind unbedingt auslassen und nur im Vorbeigehen flüchtig „kommt dann gleich“ murmeln, um dann auf unbestimmte Zeit wieder in der Küche zu verschwinden. Erst einmal in Ruhe eine rauchen! Das Kind ohne Essen, das jetzt natürlich denkt, dass es als einziger Gast nichts bekommt und den Rest des Tages hungrig bleiben muss, wird in kurzer Zeit Panik bekommen und sich entsprechend benehmen. Großer Spaß! Klappt immer wieder! Wenn das Kind lange genug gebrüllt und getobt hat, nur noch apathisch auf seinem Stuhl wimmert und die Eltern bereits dreimal nachgefragt haben, bringen Sie ihm schließlich doch noch das Essen. Aber natürlich leider den falschen Teller. Kann ja mal passieren! Was hat er denn jetzt schon wieder? Warum wird der so rot?

5)
Wenn Sie mit den Gästen an den Familientischen reden, sprechen Sie nie direkt mit den Kindern, auch dann nicht, wenn die bereits so aussehen, als würden sie demnächst pubertieren. Kinder sind doof und reden nur Blödsinn, sind allgemein eher nicht zurechnungsfähig und wissen daher auch nicht, ob ihnen etwas schmeckt, was sie trinken wollen oder wann sie genug gegessen haben. Am besten, Sie sehen die Kinder nicht einmal an. Wenn ein Kind Sie etwas fragen sollte, ignorieren Sie das wirre Gestammel einfach konsequent. Irgendwann geben die kleinen Nervensägen schon auf!

6)
Sollten Sie dummerweise in einem italienischen, spanischen, portugiesischen oder türkischen Lokal arbeiten, machen Sie einfach das Gegenteil von dem, was hier steht. Sie werden in einem fröhlichen Lokal mit bemerkenswert treuen Stammkunden arbeiten. Vielleicht etwas laut, aber hey, Ihre Arbeitgeber fahren da voll drauf ab. Kann man nichts machen. Ja, schade.


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