Kleiner Ratgeber für deutsche Kellnerinnen und Kellner zum Umgang mit Familien in Restaurants

1)
Nehmen Sie immer erst die Bestellungen aller anderen Gäste auf, bevor Sie sich den lästigen Eltern mit Kindern zuwenden. Je länger die warten müssen, desto unruhiger werden die Kinder, desto gestresster sind die Eltern, desto seltener kommen die wieder. Wer will schon Kinder im Restaurant? Eben.

2)
Verneinen Sie grundsätzlich alle Sonderwünsche der Eltern zu den Kindertellern. Fischstäbchen mit Kartoffelpüree statt mit Kartoffelsalat – haha, da kann ja jeder kommen! Und Pommes sind aus! Wir haben gar keinen Ketchup! Das geht leider nicht! Nudeln ohne Sauce kriegt der Koch dummerweise nicht hin! Können wir einfach nicht! Nein, das geht nur so, wie es da steht. Das Kassensystem lässt Änderungen auch gar nicht mehr zu, echtjetzma. Ja, schade. Da ist die Tür. Hihi.

3)
In der Küche unbedingt immer erst alle Essensbestellungen der anderen Gäste abarbeiten, bevor sich der Koch endlich den blöden Kindertellern zuwendet. Die kann zwar jeder Vollpfosten in maximal zehn Minuten kochen, aber eine halbe Stunde Wartezeit müssen die kleinen Monster schon abkönnen, nicht wahr? Das Leben ist kein Ponyhof! Gerne auch etwas mehr Wartezeit, warum nicht, ist ja genug Zeit da, der Tag ist lang. Wir sind ja hier nicht im Schlaraffenland, oder was. Geschickt ist es übrigens auch, die Eltern schon einmal zu bedienen, während die Kleinen hungrig daneben sitzen und zusehen, wie Papa und Mama zum Besteck greifen, das hebt die Stimmung im Laden ganz ungemein.

4)
Wenn die Kinderteller auf den Tisch kommen, sollte man ein einzelnes, möglichst kleines Kind unbedingt auslassen und nur im Vorbeigehen flüchtig „kommt dann gleich“ murmeln, um dann auf unbestimmte Zeit wieder in der Küche zu verschwinden. Erst einmal in Ruhe eine rauchen! Das Kind ohne Essen, das jetzt natürlich denkt, dass es als einziger Gast nichts bekommt und den Rest des Tages hungrig bleiben muss, wird in kurzer Zeit Panik bekommen und sich entsprechend benehmen. Großer Spaß! Klappt immer wieder! Wenn das Kind lange genug gebrüllt und getobt hat, nur noch apathisch auf seinem Stuhl wimmert und die Eltern bereits dreimal nachgefragt haben, bringen Sie ihm schließlich doch noch das Essen. Aber natürlich leider den falschen Teller. Kann ja mal passieren! Was hat er denn jetzt schon wieder? Warum wird der so rot?

5)
Wenn Sie mit den Gästen an den Familientischen reden, sprechen Sie nie direkt mit den Kindern, auch dann nicht, wenn die bereits so aussehen, als würden sie demnächst pubertieren. Kinder sind doof und reden nur Blödsinn, sind allgemein eher nicht zurechnungsfähig und wissen daher auch nicht, ob ihnen etwas schmeckt, was sie trinken wollen oder wann sie genug gegessen haben. Am besten, Sie sehen die Kinder nicht einmal an. Wenn ein Kind Sie etwas fragen sollte, ignorieren Sie das wirre Gestammel einfach konsequent. Irgendwann geben die kleinen Nervensägen schon auf!

6)
Sollten Sie dummerweise in einem italienischen, spanischen, portugiesischen oder türkischen Lokal arbeiten, machen Sie einfach das Gegenteil von dem, was hier steht. Sie werden in einem fröhlichen Lokal mit bemerkenswert treuen Stammkunden arbeiten. Vielleicht etwas laut, aber hey, Ihre Arbeitgeber fahren da voll drauf ab. Kann man nichts machen. Ja, schade.


35 Kommentare

  1. Sunni

    Und 10) Hängen Sie ein Schild vor die Tür: Kinder unerwünscht! Am besten schreiben Sie klein drunter : Schwangere auch! Denn da wird der Ärger ausgebrütet…

  2. MyPerfectDream

    Und 11) Setzen Sie Familien mit Kleinkindern unbedingt neben den Singletisch oder Paare ohne Kinder. Sie werden die Kleinen und Eltern während der Wartezeit mit laut vor sich hingeredeten Weisheiten unterhalten a la: “Typisch antiautoritäte Erziehung. Das hätten wir uns früher mal erlauben sollen” oder “früher waren die Kinder noch erzogen” oder “es gibt Eltern, die haben ihre Kinder einfach nicht im Griff. Ein paar auf den Hosenboden hat noch niemandem geschadet.”

  3. Krickeline

    11) Getränke nur in Größen > 0,4 l anbieten und in besonders schicken Gläsern aus extrem dünnen Glas. Wenn die Eltern dann die Trinkflaschen der Kinder hervorholen um umzufüllen: anbrüllen!

  4. NicolevonSTiL

    … jetzt hab ich über der ersten 11) glatt mein Kommentar vergessen:
    Als ob ein Single in einem Restaurant Beachtung finden würde… pfffffffft … der/die wartet sicher noch auf die Begleitung. Tja, alles nur Dream und schon gar nicht perfect!
    Vielleicht sollte man mal einführen, dass für Kinderteller auch gezahlt werden muß? Wie bitte? Das ist schon so? Hm???

  5. Andreas

    Dies wird es zweifellos alles so geben.

    Aber auch viele Eltern sollten etwas reflektierter sein. Mitunter hat man den Eindruck, das sie eine bevorzugte Bedienung erwarten: “Gehen Sie zur Seite, ich bin Mutter!”

    Und so manchen Kindern wird von klein auf vermittelt, im Mittelpunkt dieser Welt zu stehen. Ich bezweifle, dass dies zu deren Lebenstüchtigkeit beiträgt.

  6. Frische Brise

    Andreas, das mag es geben.

    Mir geht es nicht um bevorzugte Bedienung. Ich brauche einfach ein paar Basics.

    Deshalb waren wir mit unseren Kindern seit Jahren in keinem Restaurant, außer beim Italiener, wo unsere Kinder als Kunden behandelt und respektiert werden.

  7. Yasemin

    Möchte mal kurz eine Lanze für Kellnerinnen brechen – es gibt schon arg arg ARG schwierige Elter ergo Kinder und da kann man schon mal schnell alle über einen Kamm scheren. Ich entschuldige mich hiermit.
    Es gibt aber auch bezaubernde Familien mit entzückenden Kindern und großartigen Eltern – und die bedient man doch sehr gerne. Und ich wette Ihre Familie gehört dazu.

  8. Ruth

    So stimmts aber auch! Wir haben im Sommer vor, nach D’land zu kommen (mit vier Kindern, 9, 8, 5, und 2) und Sie haben mich gerade daran erinnert, dass wir da aufpassen muessen. Uus (unsere) Amis sind sowas nicht gewohnt, denn hier wird noch nett – meistens – bedient. Freiwillig Trinkgeld, und nicht im Preis einbegriffen ergiebt doch VIEL hoeflichere Bedienung.

  9. Señor Rolando

    Kleiner Tipp noch für alle, die es mit besonders hartgesottenem Klientel zu tun haben. Also dann, wenn die Kinder einfach nicht ausrasten wollen, sondern scheinbar ruhig und friedlich am Tisch sitzen: Suchen Sie nach Musik, nach alter, nach dieser ollen Kassette aus den frühen 80ern, die sie garantiert eh nicht mehr aus ihrer Anlage heraus bekommen, wenn sie einmal drin ist.

    Und dann lassen Sie das, was da drauf ist, laufen. Möglichst laut. Möglichst lange. Möglichst in einer Endlosschleife.

    Das schockt vielleicht nicht die Kinder, tötet aber die Eltern. Treffsicher, garantiert. Ein paar andere ungebetene Gäste fallen als Kollateralopfer ebenfalls mit ab. Das schafft Platz im Laden. Endlich können Sie sich auch selbst mal setzen. Das haben Sie verdient.

  10. ist nicht bös gemeint

    Kleiner Ratgeber für Eltern zum Umgang mit kinderlosen Mitessern in Restaurants:

    1. Das Essen in Restaurants ist sehr kalorienreich. Fischstäbchen und Pommes müssen unbedingt wieder abtrainiert werden. Am besten an Ort und Stelle. Ermuntern Sie Ihre Kinder zum Wettrennen oder Fangespielen, natürlich nicht auf dem hauseigenen Spielplatz, sondern zwischen den Tischen der anderen Gäste. Alle Anwesenden werden sich an Ihrem lebendigen Nachwuchs erfreuen und gern beiseite springen. Ihr Kind hat dennoch jemanden über den Haufen gerannt? Option A: Ihr Kind hat sich dabei weh getan. Trösten Sie es ausgiebig und werfen Sie dem kinderlosen Körperverletzer vernichtende Blicke zu. Option B: der kinderlose Beinahe-Körperverletzer hat sich weh getan. Geschieht ihm recht!
    2. Wenn Sie eine Bestellung aufgeben, wählen Sie unter gar keinen Umständen ein Gericht einfach so aus wie es auf der Karte steht. Gehen Sie stattdessen folgendermaßen vor:
    „Wir hätten gern zweimal die Nummer 8, aber einmal ohne Salat, nein warten Sie, mit Salat, aber den Salat ohne Tomaten, die mag ich nicht. Die Soße bitte über die Kartoffeln, für ihn aber als Beilage. Ist die mit Konservierungsstoffen? Oh, dann hätten wir doch lieber die Soße von Nummer 12, geht das? Schön. Dann einmal die Pommes mit Ketchup. Du willst doch Ketchup, oder? Schatz? Schaatz, komm doch mal kurz unter dem Tisch hervor, willst du Ketchup? Ja? Nein? Hmmm, wohl eher nicht. Dann noch einmal die Spaghetti Bolognese, aber bitte keine Kräuter in der Soße, die mag der Kleine nicht. Wie das geht nicht? Können Sie dann wenigstens dafür sorgen, dass er die Kräuter nicht sieht, vielleicht pürieren? Gut. Zu Trinken hätten wir gern zwei Cola, eine Apfelschorle und eine Kiba. Die Kiba bitte mit 2/3 Kirschsaft, die Schorle mit 1/3 Apfelsaft. Zum Nachtisch dann bitte einmal den Pinocchio-Eisbecher, aber statt Vanille Erdbeer. Dann ein Spaghettieis ohne Schokosoße, meinen Himbeer-Vanille-Traum aber mit, dafür ohne Waffeln. Und seinen Apfelstrudel ohne Rosinen. Ach und dann hätte ich doch lieber Reis statt Kartoffeln.“
    Sollte die KellnerIn dabei tatsächlich durcheinander kommen und Ihnen ein fehlerhaftes Gericht servieren, setzen Sie bitte das gesamte Restaurant davon in Kenntnis.
    3. Wenn Sie beim Betreten des Restaurants einen Hund an einem der Tische entdecken, brechen Sie sofort in Panik aus. Rufen Sie Ihre Kinder zu sich, nehmen Sie die Kleinen auf den Arm, die Größeren können sich hinter Ihren Beinen in Deckung bringen. Erläutern Sie Ihren Kindern, das der Hund groß und schwarz ist und dementsprechend böse. Mit etwas Glück, werden Ihre Augäpfel diese Weisheit später auf alle großen und schwarzen Lebewesen übertragen.
    4. Sie haben einen Säugling dabei. Auch dieser möchte natürlich bei Tisch essen, also scheuen Sie sich nicht ihn an die Brust zu legen. Während Ihre Tischnachbarn verlegen auf die Fensterbank starren, entdecken sie sicher Kleinode, die sie anderenfalls nie bemerkt hätten.
    5. Ihre Kind ist bereits kurz vor der Pubertät? Und Sie haben es geschafft dem kleinen Wonneproppen in den letzten Jahren nicht die geringste Form von Taktgefühl beizubringen? Fangen Sie jetzt bloß nicht damit an! Es ist okay, wenn er mit dem Finger auf andere Leute zeigt und putzige Fragen stellt. Wir wollen doch alle wissen, dass an Tisch fünf eine Leukämiekranke ohne Haare sitzt und hinten in der Ecke jemand mit einer sehr kreativen Pigmentstörung. Die Betroffenen selbst sind auch unglaublich froh, wenn sie endlich mal darauf angesprochen werden und über ihre Krankheit berichten können. Sollte Ihr Kind danach zu Ihnen kommen und weitere Fragen stellen, geben Sie ausweichende Antworten. Ihr Baby verkraftet die grausame Wahrheit nicht. Anschließend sollten sie Ihr Kind heimlich mit Sagrotan besprühen, nur zur Sicherheit.

  11. Ping: nullenundeinsenschubser – Kinder und Restaurants
  12. Veronika

    Herr Buddenbohm, da haben Sie jetzt aber eine arg verwurmte Büchse aufgemacht…

  13. Berufstourist

    Kenne ich, solche Sachen schreibe ich immer gerne bei Qype. und zwar nicht mangels eigenen Blogs, sondern um die Zielgruppe besser zu erreichen. Ausserdem ist das Essen in solchen Situationen auch immer schlecht und das schreibe ich natürlich auch.

  14. Sven

    Nummer 11 ist großartig.
    Eigentlich sind alle Punkte wahr. Leider.
    Darum gehe ich mit dem Lütten am liebsten zum Italiener oder Türken. Da bekommt er schonmal ein Stück Teig zum Kneten und Spielen aus der Küche oder es gibt eine Malecke mit Stifte oder so. Passt schon.

    Ganz großes Fass, das hier aufgemacht wird. Von dem Thema leben einige Bewertungsportale im Netz.

  15. Kiki

    @ ist nicht bös gemeint: Ja, gibt es alles, kann ich auch alles so unterschreiben, bis auf Punkt 4: zum einen bemühen sich die meisten mir bekannten stillenden Mütter darum, ihren Säugling etwas weiter ab vom Trubel zu stillen, schon weil das dem Kind meist wohler tut. Zum anderen könnte man natürlich prinzipiell über mitgebrachtes Essen streiten, aber grundsätzlich ist ein Restaurant ein Ort, an dem Nahrung aufgenommen wird. Und warum sollte das Baby das nicht dürfen? Weil sich irgend ein sabbernder Opa von dem Anblick gestört fühlen könnte, während er seine Schnitzelreste aus dem Gebiss popelt und am Tischtuch abwischt (nur, um die gebotene Polemik nicht zu vernachlässigen)?

  16. Dentaku

    Drum hol’ ich das Essen lieber nach hause (um die Ecke ist ein sehr guter Koreaner, der seine Speisen zum Mitnehmen anbietet), das ist für alle Beteiligten weniger Stress.

  17. christine

    ich füg mal 9) ein.

    Fangen Sie einen Gast mit Kinderwagen bei strömendem Regen gleich an der Tür ab und teilen ihm mit, dass für den Kinderwagen im komplett leeren Restaurant / Cafe kein Platz sei und der Wagen draußen bleiben müsse.

  18. Frau Nessy

    @Herr Buddenbohm, @ist nicht bös gemeint: Großartig, beide.

    Stillen in der Öffentlichkeit finde ich übrigens völlig okay. Habe noch nie erlebt, dass eine Frau ihre Brüste offensiv hat raushängen lassen.

  19. HannesH

    @ist nicht bös gemeint

    Gratulation, besonders zu Punkt 2). Dieses ewige rumgetusse mit Sonderwünschen im Restaurant, auch bei Erwachsenen, geht mir sowas von auf den … Da wird sich aufgeführt wie Graf Koks von der Gasanstalt, der glaubt ihm gehöre das Restaurant.

  20. die_schottin

    Leider sehr treffend beschrieben. Selber fast genau so schon hier in Leverkusen beim Mexikaner erlebt. In GB – leider können die bekanntlich nicht besonders kochen – gibt es ganz wunderbare Familienrestaurants. Sogar mit extra Kinderkarten und großen Spielecken. Jetzt müssten die nur noch da Zubereiten von gutem Essen lernen.

  21. Blinky Palermo

    @Herr Buddenbohm: Wo leben Sie denn!?

    Bei uns in Sachsen sind die KellnerInnen überall freundlich zu den Kindern, ob in der Stadt oder in Landgaststätten. Manchmal wird es mir schon zu viel, wenn es überall noch Gummibärchen und Schokolade etc. gibt. Es gibt auch (fast) überall Wickeltische, Hochstühle, Mahlzeug, Spielecken. Mein Sohn (4) bestellt immer für sich selber und der Tomatensauceextrawunsch wird immer mit freundlichem Lächeln quittiert. Das Kinderessen kommt immer schnell und vor dem Elternessen und auch auf dringende Nachfragen des Sohnes 2 Minuten nach Bestellung, wo das Essen denn bliebe, wird immer freundlich reagiert.

    Und ich dachte immer “der Osten” wäre die Servicewüste!

  22. ist nicht bös gemeint

    @ Kiki und Frau Nessy: jup, mein Punkt vier ist definitv eine absolute Extrem-Ausnahme. Mir ist schon klar, dass 99,9% aller Mütter, dass so diskret machen, dass ich das gar nicht mitkriege (bin ja mit meinem eigenen Essen beschäftigt^^).

    Der Gedanke Muttermilch in Originalverpackung als “mitgebrachtes Essen” zu bezeichnen ist mir noch gar nicht gekommen. Find ich sehr witzig, wäre was für die Buddenbohm-Liste :)

  23. Rocky Raccoon

    Ganz anderer Eindruck hier im sonnig-heiteren Rheinland: es gibt hier sehr viele kinderfreundliche Restaurants. Hier mangelt es eher an Eltern, die ihren 5-10 jährigen Trabanten vorher einige grundlegende Verhaltensweisen beizubringen hätten, bevor man essen geht.

  24. Heiko Harthun

    Ich war leider noch nicht mit meinem Patenkind in Hamburg unterwegs, dafür aber mit Eltern und Nachwuchs und habe schon einige extrem Kinderfreundliche Örtlichkeiten gefunden. Die mit Abstand tollste, direkt vor der Haustür. Man könnte jetzt meinen, dass eine Eisdiele ja eh immer voller Kinder sein sollte. Diese ist aber immer voller Kleinkinder. Also eher 2 als 5 Jährige. Und die sind unglaublich Kinderfreundlich. Es gibt viel Platz zum laufen und toben und sogar eine Holzkiste vor der Eisvitrine, damit die kleinen nicht immer auf die langsamen Erwachsenen warten müssen. Die können dann selbst da hinaufklettern und schon einmal einen Blick riskieren, was es heute für sonderbare und obskure Eissorten gibt.

    Grandios auch mein Lieblingsfischrestaurant (leider nicht in Hamburg), die haben einen Seeräuberteller (gibt es in vielen Fischrestaurants). Die Kleinen kriegen (natürlich) zuerst einen kleinen Teller und eine Gabel um damit bei den Eltern zu räubern. Das Besitzerpärchen nimmt sich auch häufig die Zeit, den Kindern die beste Griff- und Haltetechnik für einen erfolgreichen Beutezug zu zeigen …

  25. Ariette

    Klingt mir fast so, als würden Eltern mit Kindern in jedem deutschen Restaurant mies behandelt?!! Hm, dann tut mir das ssehr leid. Aber naja, ich kenn auch die andere Seite sehr gut. Ich habe lange Zeit nebenbei in nem Gasthof gearbeitet. Dann sind wir da wohl die einzigen gewesen, die nen Wickeltisch, Kinderstühle und Kinderteller im Angebot hatten?! Krass.
    Ich würde anhand meiner Erfahrungen sagen, dass sicher 70% der Familien ganz normale Gäste sind. Da gibt es jedoch diese unbestimmte Anzahl von Eltern, die einem das Leben dermaßen schwer machen, dass man nie wieder Eltern und Kinder sehen möchte. Hier eine kurze Aufzählung:
    1) Ene Kellnernin ist eine Kellnerin und keine Nanny. Wenn Sie ihre kleinen Kinder mitbringen, dann kümmern Sie sich bitte auch um Ihre Kinder und erwarten Sie das nicht vom Personal.
    2) Das ist ein Restaurant und keine Kita, es kann also paaieren, dass die 2-4 Kinderstühle, die man vorrätig hat, vielleicht alle in Benutzung sind, dass tut uns leid aber das kann passieren.
    3) Kellner haben manchmal viel zu tun und schwere Sachen zu tragen. Wenn ein kleines Kind direkt hinter der Küchentür steht und dort spielt und man, voll beladen aus eben dieser Tür kommt, kann es zu Unfällen kommen, die vom Personal nicht beabsichtigt sind.
    4) Wenn es einen Spielplatz direkt am Freisitz gibt, es ist Sommer, tolles Wetter und Sie lassen Ihren 3jährigen drinnen unbeaufsichtigt spielen, dann ist nicht das Personal schuld, wenn er stürtzt. Und Nein, das Restaurant ist nciht vollständig auf Kindersicherheit überprüft, siehe Punkt 2)
    Wie gesagt, dass ist nicht die Mehrheit, aber sowas kommt sehr regelmäßig vor, von der Sonderbehandlung, die eingie erwarten, weil Sie zu der aussterbenden Spezies Eltern gehören, möchte ich hier nicht einmal eingehen.
    Ach und nochwas, wenn es ewig dauert, die Küchen ewig braucht, dann sind nciht immer die Kellner schuld. Es gibt auch noch Köche in nem Retsaurant, die dich beschimpfen, wenn der Gast nen Extrawunsch hat, der einen anplautzt, wenn man fragt, wie lange es noch dauert, weil der Gast schon total genervt ist. Dafür bekommt man aber weniger Geld als er (manchmal ist es auch ne sie, was es oft nicht besser macht). Meist ist man auch noch unterbesetzt, weil der Chef keinen Bock hat mehr Leute zu bezahlen oder niemanden findet, der bereit ist, für 6€ die Stunde an Feiertagen, Wochenenden und Abends zu arbeiten (was für Verkäuferinnen unzumutbar wäre).
    Wie gesagt, ich kenn all die furchtbaren Erfahrungen nicht, die Sie hier alle gemacht haben, aber in nem gut laufenden Retsaurant ist Kellnern ein Knochenjob und ne Menge Leute sehen das nicht (müssen sie am Ende auch nicht, aber vielleicht so als Anregung).
    Also ich kann mir zumindest keinen Vorwurf machen, ich hab all meine Gäste immer gleich unfreundlich bedient ;) und ihnen manchmal sogar das rauchen verboten (vor dem gesetzlichen Rauchverbot) weil am Nachbartisch ne schwangere Frau saß. Dafür darf man sich dann auch mal gern beleidigen lassen.
    Egal von welcher Seite man es sieht: Eltern, Raucher, alte Leute…man ist für jeden der letzte Arsch, weil man genau auf die Bedürfnisse dieser Klientel nicht ausreichend vorbereitet ist….

  26. Papi

    wirklich wunderbar diese Kontroverse…
    Tatsächlich habe ich das Gefühl, dass es diese Extreme gibt, bei Restaurants und Eltern.

    Bei den Restaurants lobe ich mir (fast schon) die, die an die Tür schreiben “keine Familien mit Kinder”. Die sind wenigstens ehrlich und ich weiß wo ich dran bin.

    Es gibt aber auch die anderen, die es tatsächlich “hintenrum” probieren ihr Lokal kinderfrei zu bekommen. Die es den Eltern extra schwer machen, wie es Herr Buddenbohm beschreibt – oft steckt dahinter aber der Besitzer und nicht die Bedienung. In Mainz gibt es ein tolles Lokal, wo die Bedienungen den Gästen mit Kleinkindern gerne einen Kinderstuhl geben möchten, der Chef will es aber nicht. So lange sie kinderlos sind, ist der Chef sehr nett und zuvorkommen. Sobald sie mit Kind kommen ist das vorbei. Aber nein, er hat gar nichts gegen Kinder, nein, warum auch. Nur gegen Kinderstühle und zuvorkommende Bedienung der Familien hat er was. Das haben uns die Bedienungen schon bestätigt.

    Es stimmt auch das es schwierige Familien gibt. Nur, sind das wirklich so viele? Und Kinder sind naturgemäß zu bestimmten Entwicklungszeiten etwas schwieriger, das finden auch die Eltern. Da hilft dann manchmal auch die beste Erziehung nichts. Grenzen werden gesucht und auch einmal überschritten.
    Sollen deshalb alle Familien zu Hause bleiben?
    Oder Ihre Kinder “ordentlich einen auf den Popo” geben, wie das manche fordern, die vergessen haben, wie sie selbst als Kind und wie auch ihre eigenen Kinder einmal waren.

    Vielleicht würde ja ein wenig gegenseitiges Verständnis helfen.

    Und die Erfahrung sagt auch mir, dass man in italienischen, spanischen, portugiesischen oder türkischen … Lokal mit Kindern meist entspannter empfangen wird und entspannter ißt. Ansonsten sind Straußwitschaften, Gutsschänken u.ä. immer gute Adressen.

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  29. Thomas Kleim

    Ich gehöre zu den Personen die sich sehr schnell von Kindern gestört fühlen. Ja, ich war selbst mal Eins… bla…
    In der Gegenwart von Kindern fühle ich mich nunmal oft unwohl. Das ist mein subjektives Empfinden und da bin ich bei weitem nicht allein.

    Es ist auch schon vorgekommen dass ich Lokale, deren Küche mir durchaus zugesagt hat, nicht mehr besuche, weil es dort unbehaglich auf Grund von lauten Kindern war.

    Ganz schlimm sind da natürlich Babys. Erst vor kurzem in einem Steakhouse erlebt. Da gönne ich mir mal ein 30€uro Steak, und am Tisch nebenan findet die kleine Maja es gerade doof dass da Zähne kommen…
    Dazu kam dann noch eine Mutter, die scheinbar keinerlei auditive Wahrnehmung mehr hatte. Sie ignorierte erfolgreich sowohl das Baby, als auch den Kellner der, sehr höflich, den Gang zum Wickelraum vorschlug…

    Ich kann es also nur sehr gut verstehen wenn Kinder in Restaurants nicht erwünscht sind. Ich will sie da auch nicht!

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