Helgoland

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Auf freundliche Einladung des Aparthotels Klassik Helgoland haben Isabel Bogdan und ich wieder eine Horde Blogger nach Helgoland verfrachtet, eine Aktion, an der wir bereits im letzten Jahr etwas herumgeübt haben, die Stammleser erinnern sich.  15 Erwachsene, 5 Kinder, das ist in diesem Jahr schon eine reelle Reisegruppengröße. Eine etwas spezielle Reisegruppe vielleicht.

Traditionell stellt man sich wohl vor, dass so eine Reisegruppe, von der etliche Helgoland noch nie gesehen haben, vom Schiff springt und sich begeistert umsieht, zumal sich die Insel nach einem typischen grauen Morgen in Hamburg strahlend besonnt darbot und die Luft wie ein Frühlingsgruß vom Meer heranwehte. Und was machen diese 15 Erwachsenen, nachdem sie die Gangway heruntergegangen sind? Holen ihr Smartphone heraus, krümmen sich darüber, denn die blöde Sonne blendet, machen Foursquare auf und checken ein. „Erster“ ruft einer entzückt „da fehlt aber noch einer“ hört man kurz darauf. Man vergleicht, wer mit welcher Handyhardware am schnellsten ins Netz kommt. Wer nicht bei Foursquare ist, der twittert oder instagramt oder weiß der Teufel was noch alles, man kommt gar nicht mit.

Gepäck geschultert und zum Hotel marschiert, in der Hotel-Lobby bleiben alle stehen und checken wieder ein. Es dauert, bis alle ihre Zimmerschlüssel haben, da kann man sich ein wenig unterhalten, und wenn dabei ein Witz gemacht wird, dann ziehen alle wieder ihr Handy, Twitter aufmachen.

Am Nachmittag der obligatorische Rundgang über das Oberland, Trottellummen und Basstölpel gucken, die Lange Anna und die Vogelfelsen, da sieht man dann kaum noch Handys, nur noch sehr beeindruckte Menschen wie bei jeder Reisegesellschaft, die hier vorbeikommt.   Diese Aussicht von da oben, die sollte wirklich jeder einmal gesehen haben, das kann man sich nicht vorstellen. Einfach eine halbe Stunde stehenbleiben und den Vögeln zusehen. Wenn Sie das noch nie gesehen haben, nehmen Sie das in Ihre Lebensreiseplanung mit auf, das ist eine korrekte Entscheidung.

Abends in ein Restaurant, die Gruppe marschiert ein, alle holen ihr Handy heraus, die Kellnerin steht staunend mit den Karten daneben, denn keiner beachtet sie, man muss doch auch hier erst einchecken. Essen bestellen, Getränke twittern, das Gegenüber fotografieren, die Aussicht, die Deko. Die Handys bleiben auf dem Tisch, neben Messer und Gabel, wo sie hingehören. Es ist wahrscheinlich der einzige Ausflug in größerer Gesellschaft im Jahr, bei dem ich mit meinem Web 2.0-Spleen absolut nicht auffalle, wirklich sehr angenehm.

Heute rüber zur Düne, Robben gucken. Oder „Meertauben“ wie Sohn II sie äußerst treffend benannt hat.

Andere schreiben zum Beispiel hier und hier und hier.

6 comments

  1. Markus

    Und alles so: yeah! 😉
    Das wahnsinnige Schauspiel der Vögel hat mich gestern in der Tat extremst fasziniert.

  2. Ping: Rauf auf die Insel und einfach mal den Akku aufladen | pop64.de
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  4. Emilie Lisette Hellmann

    Diese wunderbare Schilderung hat mir nicht nur ein breites Grinsen aufs Gesicht gezaubert, sondern mir vor allem wenig später den entscheidenden Punkt beim Zeit-Wissenstest beschert – ansonsten hätte ich die Lange Anna glatt nach Sylt versetzt. :-)

  5. Ping: Normal2.0 | nullenundeinsenschubser

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