Kurze Frage

Die dreizehnjährige Tochter einer Freundin bekam gestern an einem Hamburger Gymnasium von einem Vertretungslehrer im Fach Deutsch drei Blätter, darauf ein abgeschriebener Bericht aus der Tagesschau zu den Massenmorden auf der Insel vor Oslo. Hausaufgabe dazu: Schreibe a) einen sachlichen Bericht über die Vorkommnisse, schreibe b) einen emotionalen Bericht aus der Sicht eines Beteiligten / eines Augenzeugen.

Möchte man dem Lehrer nicht dringend raten, sich a) einen neuen Job zu suchen und b) das Gebiet der Pädagogik dabei weiträumig dabei zu umfahren? Doch, das möchte man wohl. Vielleicht kenne ich mich aber auch einfach nicht aus. Die Söhne sind von der Schule noch ziemlich weit entfernt und seit den Siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts, in denen ich meine ersten Erfahrungen mit Pädagogen gemacht habe, soll sich ja einiges geändert haben. Lehrer sind heute viel besser geschult, sagt man.

42 comments

  1. Jochen Hoff

    Ich habe zur Zeit drei in der Grundschule. Da erscheint die Aufforderung dieses Leerers doch sogar noch vernünftig. Es soll der Unterschied zwischen Bericht und Kommentar erarbeitet werden und das an einem aktuellen Thema. Nichts dagegen einzuwenden. Mit etwas Glück lernen die Kinder Medienkompetenz.

  2. diekleine

    Eine 13-jährige soll sich vorstellen wie ihre Freunde erschossen werden? Wie sich Todesangst und Ohnmacht anfühlen?
    Dagegen ist nichts einzuwenden?
    Sorry, aber wenn wir schon so weit sind…..armes Deutschland!

  3. Manuel

    Es ist ja nicht so, dass die Tat in Norwegen in der Schule totgeschwiegen werden sollte, aber das, was der Lehrer sich da ausdenkt, ist krank, man kann es nicht anders sagen.

    Dass so ein Pädagoge durchs Studium gekommen ist, zeigt, dass beim Lehramts-Studium viel zu wenig Wert auf Pädagogik gelegt wird.

    Hoffentlich sind einige der Eltern in der Klass gescheit genug, dies der Schulleitung zu melden und hoffentlich weigern sich einige der Schüler, die Hausaufgabe zu machen.

  4. Juliane

    Naja, nur weil jemand Lehrer ist, muss er nicht automatisch über pädagogisches Geschick verfügen.
    Mich würde übrigens sehr der AUsgang der Geschichte interessieren: hat das Mädchen die Aufgabe gemacht? Was haben die Eltern dazu gesagt? etc.

  5. Netti

    Aus eigener Erfahrung – als abgebrochene Lehramtsstudentin – muss ich sagen, dass das Studium leider wirklich sehr, sehr wenig mit dem späteren Beruf gemein hat. Man lernt nahezu nix Praktisches, weder, wie man Klassenarbeiten konzipiert und bewertet, noch, welche Aufgaben man welchen Schülern in welchem Alter zumuten kann.

    Insofern trifft den Lehrer der Tochter der Freundin also vielleicht nur eine Teilschuld. Aber bekloppt ist die Aufgabe so oder so.

  6. Sunni

    Ich war 39 Jahre lang Lehrer. Mir fehlen die Worte. Es gibt wahrlich andere Dinge, an denen man welche Kompetenz auch immer schulen kann. Fassungslos!Mich würde auch der weitere Gang der Dinge bezüglich der Aufgabe, Eltermeinung und Schule interessieren.Ich bin sowas von wütend, ich muss mich erstmal beruhigen….

  7. Paula

    Ich will ja nicht unken, aber Sie müssen da mit einigem Schwachsinn rechnen, den einige Lehrer heute noch und immer wieder verzapfen. Da wird Ihnen dann nichts anderes übrig bleiben, sich als Elternvertreter wählen zu lassen und sich kräftig einzumischen.

    Wenn ich in dem Zusammenhang an die „dialektischen Besinnungsaufsätze“ der sechziger Jahre denke, wird mir immer noch schlecht.

  8. diekleine

    Zitat:
    „Man lernt nahezu nix Praktisches, weder, wie man Klassenarbeiten konzipiert und bewertet, noch, welche Aufgaben man welchen Schülern in welchem Alter zumuten kann.

    Insofern trifft den Lehrer der Tochter der Freundin also vielleicht nur eine Teilschuld.“

    eine teilschuld wegen mangelndem einfühlungsvermägens, fehlender sozialer kompetenz oder nicht vorhandenem menschenverstand?

  9. I. Binnewies

    Vielen Dank für das Bloggen zu diesem Thema. Und auch für die für mich interessanten Kommentare – ich bin die Mutter des im Beitrag genannten 13jährigen Mädchens. Die gestrige Hausaufgabe hat mich Heute Morgen dazu veranlasst, folgende e-Mail an den Schuldirektor sowie an den Klassenlehrer zu schreiben:
    (Den Deutschlehrer kenne ich nicht persönlich, da die Klasse den Lehrer erst das zweite Mal im Unterricht hatte, so dass ich mich direkt an die mir persönlich bekannten Ansprechpartner gewandt habe. Es handelt sich übrigens um den neuen Deutschlehrer der Klasse, nicht um einen Vertretungslehrer.)

    „Guten Morgen,

    können wir kurz über die Hausaufgaben der 8 xx sprechen, die sie gestern von ihrem Deutschlehrer erhalten haben? Die Kontaktdaten von Herrn (Name hier von mir gestrichen) sind mir leider nicht bekannt, so dass ich ihn nicht direkt ansprechen kann.

    Das Thema der Hausaufgaben ist „Schreiben von Berichten“ („Wer war beteiligt“, „Was geschah“ usw.)

    Hierfür erhielten die Schüler verschiedene Kopien von relativ aktuellen Tageszeitungs-Artikeln (z.B. Sinken eines Chemie-Tankers). Die Aufgabenstellung ist zweigeteilt:
    a) Schreibe einen Tatsachenbericht unter Beantwortung der W-Fragen b) Schreibe einen emotionalen Bericht, der Deine Gefühle wiederspiegelt

    Mit den Kopien erhielten die Schüler auch einen dreiseitigen tagesschau.de-Artikel über das Attentat in Oslo mit einer Beschreibung des Massenmordes.

    Die mündlich gegebene Hausaufgabe lautet wie folgt:
    a) Schreibe einen sachlichen Bericht mit 70 Worten und b) Schreibe einen emotionalen Bericht aus Sicht eines Beteiligten/eines Zeugen. Die Schüler haben dieses
    Thema nicht im Unterricht behandelt, da der Deutschlehrer (Herr xxx) sagte, er hätte an diesem Tag „keine Lust zu reden, da er noch viele Stunden vor
    sich hätte“.

    Mein Wunsch ist, dass diese Hausaufgabe sofort per Telefonkette zurückgezogen wird.

    Aus folgenden Gründen

    – Das Thema „Attentat in Oslo“ ist kein Thema für 13/14 jährige Schüler, sofern es nicht im Unterricht gleichzeitig unter Beteiligung eines psychologisch geschulten Fachmanns aufgearbeitet wird.
    – Auch Kinder einer höheren Altersstufe hätte man mit diesem Thema nicht allein lassen dürfen.
    – Es ist schon schlicht unzumutbar, von 13/14jährigen Schülern das Schreiben eines Sach-Berichtes über einen Massenmord an Kindern zu verlangen.
    Der Teil B der Aufgabe, einen „Emotionalen Bericht aus Sicht eines Beteiligten“ zu verfassen, macht mich schlicht sprachlos.
    – Jeden Film zum Thema, der eine solche Augenzeugenperspektive einnähme, würde man mit FSK 16 oder 18 bewerten. Zu recht.
    – Das Schreiben eines solchen Berichts kann traumatisierend wirken. http://www.tagesschau.de/inland/traumainterview100.html

    Sie erreichen mich telefonisch bis 15.00 Uhr unter der Telefon-Nummer 040/xxx und danach mobil unter xxx

    Freundliche Grüße

    Iris Binnewies“


    Vom Direktor erhielt ich daraufhin Heute die folgende Antwort:
    „Sehr geehrte Frau Binnewies,

    ich habe Ihre Mail an Herrn (Name hier von mir gestrichen) und den zuständigen Abteilungsleiter, Herrn (Name hier von mir gestrichen) weitergeleitet.

    Mit freundlichen Grüßen
    (Name hier von mir gestrichen)

    Vom Klassenlehrer erhielt ich diese Antwort:
    Hallo Frau Binnewies,

    habe gerade mit Herrn (Name von mir hier gestrichen) gesprochen. Er wird Ihnen im Laufe des Tages noch eine Mail schreiben, in der er sich zu der Hausaufgabe äußern wird.

    Grüße
    (Name gestrichen)

    Bis 18.20 Uhr habe ich keine weitere Antwort erhalten. Dies bedeutet, dass 30 Kinder dabei sind, diese Hausaufgaben zu verfassen. Und ich rege mich schon wieder auf.

  10. Joerg Liebe

    Ich bin schlichtweg fassungslos !

    Dabei hatte ich nach der „Kaninchengeschichte“ an einer deutschen Schule eigentlich
    erwartet, dass der ein oder andere Lehr- oder in diesem Falle Hohlkörper etwas zu Verstand kommt. Das hier jedoch schlägt alles !

    Als friedliebender Mensch der ich nun mal bin, sagt mir mein bisschen Verstand „beruhige Dich“. Mein emotionales ich sagt mir „sei froh das ich nicht Vater dieses Kindes bin“.

    Ich bin auf die Antwort schwer gespannt – ich hoffe sie hier lesen zu können.

  11. Chemser

    Die Antwort des Direktors finde ich in höchstem Maße unpersönlich. Hat er einfach keine Meinung zu dem Thema, will er sich nicht äußern oder scheut er den Konflikt? Er könnte sich ja auch für den Lehrer und die Hausaufgabe einsetzen, aber sich gar nicht zu äußern, ist echt schwach.

  12. Ninette

    Mein Kind hätte diese Hausaufgabe gar nicht erst gemacht, sondern einen freundlich formulierten Brief von mir an die entsprechende Lehrkraft mitbekommen. Hoffentlich hatten diesen Gedanken noch weitere Eltern…

  13. kecks

    Als Lehrerin: Für eine siebte Klasse (13 Jahre) etwas früh. Für eine achte Klasse oder eine neunte völlig angemessen. Man kann annehmen, dass mit den Schülerinnen und Schülern im Vorfeld erarbeitet wurde, welche Merkmale einen sachlichen, und welche einen emotionaleren Text ausmachen. Normalertweise können sie das schon in Klasse 5 (Erlebniserzählung – spannend, einfühlend – versus Bericht – sachlich, knapp, Außensicht). Das dann selbst anhand eines motivierenden aktuellen Beispiels umzusetzen ist nun wirklich keine schlechte Idee.

    „Ich knall dich ab“ ist eine beliebte Schullektüre (wenigstens hier im konservativen Bayern) und ergibt zusammen mit „Bowling for Columbine“ eine schöne Unterrichtsreihe.

    Wie gesagt, sicherlich etwas früh in der siebten Klasse, aber insgesamt nun wirklich kein Weltuntergang. Im Gegenteil, die meisten Kinder werden das halbwegs gern erledigen, was für Schreibaufgaben nicht selbstverständlich ist.- Sicherlich auch geschmacklos. Aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich trefflich streiten… Traumatisierte SuS sind meiner Erfahrung nach hier nicht zu erwarten.

    Für die betroffene Mutter: Bitte versuchen Sie, mit dem Kollegen zu sprechen. Normalerweise wird das Sekretariat seine Kontaktdaten haben bzw. die Sprechstunde kennen. Ich würde mir in so einem Fall wünschen, dass die Eltern Ihrer Tochter einen entsprechenden Brief mitgeben, falls ein sofortiges Gespräch nicht möglich ist.

  14. Kiki

    Bei der Kaninchengeschichte verstand und verstehe ich nicht, was die Aufregung sollte. Hier würde ich von Elternseite aus die medial überlieferten Aussagen der überlebenden Kinder aus Oslo, Erfurt, Columbine oder Winnerod kopieren und in die Hausaufgabe einfügen und das Ganze in Kopie an SpOn, BLÖD & Co. geben, verbunden mit einer entsprechenden Erläuterung.
    Ein Hinweis an den entsprechenden Schulsenator bzw. -minister wäre mir auch nicht zu fein.

  15. Lichterspiele

    Bin da grad etwas zwiegespalten, da ich auf der einen Seite das Thema für ziemlich harten Tobak halte, auf der anderen Seite wenn ich mich an meine Zeit in der 8ten Klasse erinnere vermute ich schon, dass das jetzt nicht gerade zu großer Verstörung geführt hätte.
    Sollte allerdings auch mit viel Feingefühl vom Lehrer aufgearbeitet werden.
    Was mich aber neben dem weiteren Ausgang der Geschichte interessieren würde, was meint denn die betroffene Tochter selber dazu?
    Gehe ja mal davon aus, dass sie den kopierten Bericht gelesen hat, und vielleicht auch die Medienberichte direkt nach dem Anschlag mitbekommen hat.

  16. Sunni

    Hier noch ein kurzer Kommentar zu den schriftlichen Äußerungen.
    1. Die Reaktion der Schule ist genau die von mir erwartete und sicherlich auf ca. 90% der entsprechenden Schulen zu übertragen.
    2. Es gibt einen Lehrplan und Richtlinien für den Deutschunterricht. Selbst wenn diese das Berichten als Aufgabe vorsehen, ist es noch immer die Frage, ob ich Schüler von 13 Jahren mit einer solchen – schlecht überlegten – Aufgabe allein vor sich hin wurschteln lasse oder gemeinsam und unter Beachtung altersgerechter Beispiele die Kompetenz der Schüler fördere (es gibt mit Sicherheit 100 aktuelle Beispiele, die weder verstörend noch so emotional aufgeladen sind!). Ein Buch lesen, einen Film sehen und die Wirklichkeit zu kommentieren sind sehr unterschiedliche Dinge. Lehrer sein und Pädagoge sind offensichtlich immer wieder zweierlei Paar Schuhe, leider!Sunni

  17. Ich ...

    Als (Stief-) Mutter von insgesamt 6 Kindern im Alter von 7 bis 19 Jahren (alle auf unterschiedlichen Schulen) macht mich das Thema dieser Hausaufgabe ziemlich fassungslos, aber ich muss auch gestehen, dass ich von Lehrern im Allgemeinen nicht mehr viel erwarte.

    Meine Schuljahre und auch die zurückliegenden der Kinder haben mich immer wieder auf´s Neue ernüchtert und oft ratlos zurückgelassen. Zudem musste auch ich feststellen, dass – getreu dem Motto „eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus“ – Beschwerden über den einen oder anderen Lehrern bei den Vorgesetzten (bis hin zum Schulrat) oftmals im Sande verlaufen.

    Da bleibt den Eltern nur: sich mit den anderen Eltern austauschen – hoffentlich einer Meinung sein – und diese unsäglichen Hausaufgaben mit einem kurzen, höflichen Brief verweigern.

  18. Hammwanich

    @Keks
    Sie schreiben „Man kann annehmen, dass mit den Schülerinnen und Schülern im Vorfeld erarbeitet wurde, welche Merkmale einen sachlichen, und welche einen emotionaleren Text ausmachen. Normalertweise können sie das schon in Klasse 5 (Erlebniserzählung – spannend, einfühlend – versus Bericht – sachlich, knapp, Außensicht).“ Das ist ja hier nicht der springende Punkt, es geht nicht um die Art der Aufgabe sondern um den Inhalt. Aber dazu schreiben Sie dann ja „Das dann selbst anhand eines motivierenden aktuellen Beispiels umzusetzen ist nun wirklich keine schlechte Idee.“ Nee ist klar. MOTIVIEREND? Sie empfinden Berichte über den Mord an 69 Menschen, die meisten davon Jugendliche in einem Ferienlager, als motivierend? Als motivierend für andere junge Menschen, die vielleicht selbst schon einmal in einem Ferienlager waren und die Situation kennen. Na sicher macht es den Schülern unglaublich Spaß sich vorzustellen, wie ihre Freunde getötet werden.
    Zumal, wie Binnewies geschrieben hat, der Lehrer die Anschläge in Norwegen in keiner Weise im Unterricht thematisiert hat. Eine inhaltliche Aufarbeitung hat so noch nicht mal im Ansatz stattgefunden.
    „“Ich knall dich ab” ist eine beliebte Schullektüre (wenigstens hier im konservativen Bayern) und ergibt zusammen mit “Bowling for Columbine” eine schöne Unterrichtsreihe.“ SCHÖN?! Wenn Sie wirklich Deutschlehrerin sind, dann bitte ich Sie inständig mal beherzt zu einem Nachschlagewerk Ihrer Wahl zu greifen und sich die Bedeutung verschiedenster Adjektive nochmal genau zu Gemüte zu führen.
    Und zuletzt: Die Aufgabe ist geschmacklos, aber in diesem Fall lässt sich über Geschmack nicht streiten. Sie ist derartig neben der Spur, das ich dafür keine Worte finde.

  19. Maximilian Buddenbohm

    Ich habe hier übrigens gestern einen Kommentar entfernt, in dem die Antwort des Lehrers zitiert wurde. Es ist nicht korrekt, die Antwort ohne sein Einverständnis wiederzugeben. Sie war aber, so viel kann man sagen, alles andere als entgegenkommend oder kooperativ.

  20. Ping: Aufgeräumt | the invisible front
  21. Steffi

    Off-Topic: wie ich sehe hat der Schnipselschnupsel ja wunderfein den Kontext meiner Aussage auseinander gerissen (siehe Verweis hier). Nunja… Bitte nicht falsch verstehen, selbst lesen.

    On-Topic: Selbst kinderlos erlebe ich jedoch in meinem Umfeld auch so einiges. Gerade wenn es um „Schulgeschichten“ geht, erfreue ich mich immer mehr daran, diesem Alter bereits entwachsen zu sein.
    Ich frage mich nur, ob der Le(e)hrermangel vielleicht seinen Beitrag dazu leistet, dass derart sozial inkompetente Menschen auf Kinder losgelassen werden. Bislang dachte ich immer, die 2 Jahre Ref. dienen dazu, dies vorher zu erkennen und vielleicht Gegenmaßnahmen einzuleiten.

  22. rebhuhn

    wirklich nur interessehalber, herr buddenbohm, weil ich überhaupt nicht weiß, wie man/ich da verfahren sollte/muß/würde: müßte man dann nicht auch die antworten von schulleiter und klassenlehrer rausstreichen? oder ist das egal, weil eh ’nichts‘ drinsteht? aber das ist ja auch schon eine info… hm.

  23. elveny

    Ich finde es interessant, welchen Aufschrei es da gerade gibt. Ich finde das Thema ziemlich unproblematisch für 13jährige und kann die Rufe nach „psychologischer Betreuung“ und „Traumaverarbeitung“ nicht nachvollziehen. Wenn dieses Thema, das einen Jugendlichen ohne Bezug zu Norwegen nicht persönlicher betrifft als jeder andere (oftmals überzogene) Bericht über Amokläufe/Tote in den Nachrichten, psychologische Betreuung erfordert, müsste sämtlicher Geschichtsunterricht (in dem Holocaust und Krieg bis zum Abwinken und in ziemlichen Details behandelt wird) mit psychologischer Betreuung ablaufen.

    Man kann davon ausgehen, dass sich die meisten 13jährigen nicht intensiv mit den Theman aus den Nachrichten beschäftigen – so werden sie an das Thema herangeführt und müssen sich damit auseinandersetzen. Abgesehen davon können Kinder und Jugendliche sehr gut zwischen Fiktion und Realität unterscheiden und wenn ein Kind ein Trauma davonträgt, nur weil es sich in Gedanken mit dem Tod auseinandersetzt, ist im Allgemeinen etwas nicht in Ordnung.

    Trauen Sie Ihren Kindern doch auch mal was zu! Dazu gehört auch, dass sie sich mit einem solch schwierigen Thema auf Anregung eines Lehrers hin kritisch auseinandersetzen, anstatt die Bemühungen eines Lehrers derart überzogen zu untergraben. Und wenn Sie denken, dass Ihr Kind sowas nicht ohne Betreuung kann – wozu sind Sie da? Reden Sie mit ihm darüber. So schwer ist das nicht.

  24. Anonymous

    Ganz ehrlich: „Ich knall dich ab“ ist wirklich eine übliche Lektüre für den Deutschunterricht im Gymnasium, Klasse 8 oder 9. Das wird selbst schon in den Literaturdidaktik-Kursen der Universitäten empfohlen, ebenso besagte Doku („Bowling for Columbine“). Natürlich muss das Alles entsprechend eingebettet und besprochen werden, aber meistens passiert das durchaus. Es ist nachvollziehbar, dass man hierzu auch sehr anderer Meinung sein kann. Didaktisch betrachtet gilt es als wünschenswert, kontroverse Themen im Unterricht einzusetzen und dabei die widerstreitenden Meinungen durchaus als solche stehen zu lassen. Die Kinder/Jugendlichen sollen selbst anfangen, sich eine begründete Meinung zu bilden. Im besagten Fall könnte man eventuelle Einwände von Elternseite sicherlich im Unterricht thematisieren und kontrovers diskutieren.

    Wie gesagt, man kann die diskutierte Aufgabenstellung geschmacklos finden. Muss man aber nicht.

    Schön (wünschenswert, gelungen) wäre es immer, wenn zuerst der Kontakt mit der Lehrkraft gesucht wird, bevor man sich an anderer Stelle beschwert/Bedenken anbringt. Lehrerbashing als solches ist sicherlich beliebt an so manchem Stammtisch, bringt aber wenig, für niemanden. Insofern…

  25. kecks

    Sorry, der anonyme Post eins weiter oben ist von mir. Bitte einfügen, falls möglich!

  26. Anonymous

    Schon ziemlich verlogen sich einerseits darüber zu beschweren, dass eine Lehrkraft die Unverschämtheit besitzt sich mit dem Attentat von Oslo auseinanderzusetzen und andererseits darauf zu pochen, Kinder in dem Alter möglichst viel Schullektüre mit Gewalt, Mobbing und Co. vorzusetzen. Was die Kinder im Alltag dann noch so lesen und gucken dürfen ganz zu schweigen.

  27. Hammwanich

    @keks

    Ich bin nicht grundsätzlich dagegen, mit Jugendlichen (auch in der 7. oder 8. Klasse) über Gewalt zu sprechen. Allerdings finde ich, dass es einen deutlichen Unterschied macht, ob ich in einer Unterrichtsreihe „Ich knall euch ab“ und „Bowling for Columbine“ durchnehme, oder (und das zudem unreflektiert und in der Klasse unbesprochen) auf die Anschläge in Norwegen eingehe und von Jugendlichen nicht nur eine Rezeption des realen Geschehens fordere, sondern auch noch ein aktives sich hineinversetzen in eine der betroffenen Personen.

    Nur kurz zu Erläuterung, warum ich zwischen Ihrer Unterrichtsreihe und dem vorgehen des Lehrers hier einen Unterschied mache:

    Ihre Unterrichtsreihe ist in einen Kontext eingebettet, was eine intensive Auseinandersetzung zu diesen Themen beinhaltet. Die Aufgabe des Lehrers, um die es hier geht. ist quasi wahllos gestellt und könnte auch jedes andere aktuelle Medienereignis zum Inhalt haben, da daran exemplarisch Rezeptionstechniken erlernt werden sollen.

    Ihre Unterrichtsreihe beziehts ich auf Amokläufe an Schulen, bei denen Jugendliche gegen Lehrer und andere Schüler vorgehen. Bei allen, was an diesen Amokläufen unverständlich ist, können Sie einen Rahmen bilden, um Gewalt unter und von Jugendlichen zu thematisieren, besonders da hier geeignete Unterrichtsmaterialien vorliegen.
    Bei den Attentaten in Norwegen gibt es nicht nur kein geeignetes, didaktisch aufgearbeitetes Material, sondern auch andere Umstände. (Ohne hier werten zu wollen.)

    Meine Empörung richtet sich nicht gegen das Thema Gewalt, sondern gegen die Methode des Lehrers und seine Aussage er hätte an diesem Tag keine Lust das Thema zu behandeln, da er noch so viele andere Stunden vor sich hätte, Wenn man sich als Lehrer dafür entscheidet mit 13jährigen das Attentat in Norwegen durchzunehmen (was eine gute Entscheidung sein mag, da es wahrscheinlich eh beschäftigt), dann muss man sich dem Thema stellen, das diskutieren, didaktisch aufarbeiten und Zeit für das Thema haben. Und man sollte trotzdem, unter keinen Umständen, von den Jugendlichen fordern, sich in eines der Opfer hineinzuversetzen. Wenn ich Sie richtig verstanden habe, ist das auch nicht Teil Ihrer Unterrichtsreihe, oder?

  28. Steinmetz

    Die Aufgabe ist ohne Zweifel total geschmacklos und völlig unangemessen, egal für welche Klassenstufe, ich würde sie nicht einmal meinem OS-Kurs stellen. Die Reaktionen des Lehrers und der Schulleitung tragen sicherlich auch wenig zur Klärung bei.
    Entsetzt bin ich allerdings auch über die unsäglichen Pauschalurteile über Lehrer von Seiten der Eltern.

  29. Netti

    @ Steinmetz: Ich stimme Ihnen sehr zu. Gerade heute gab es bei Spiegel Online einen Artikel über Cybermobbing an Lehrern durch Eltern… da musste ich auch irgendwie an diese Diskussion hier denken.

  30. I.Binnewies

    Danke von mir für die vielen Kommentare, die mir helfen, zu verstehen, ob meine Reaktion übertrieben ist – oder nicht. Aktueller Stand: Ich bin verunsichert. Es scheint eine Eltern-Ebene, eine Lehrer-Ebene und eine Schüler-Ebene zu geben (siehe unten). Zur Erklärung:
    Der Deutschlehrer ist neu in der Klasse. Er hat die Aufgabe in der zweiten Unterrichtsstunde verteilt, in denen er die Kinder unterrichtet hat. Ausgegeben wurden drei verschiedene Themen zum Üben im Bereich „Verfassen von Berichten“: a) Sinken eines Chemie-Tankers, b) Besuch von Schülern in einer Zeitungsredaktion und c) Attentat in Oslo/Utøya
    Zu allen drei Themen war die Aufgabenstellung gleich. A) Sachbericht verfassen B) Verfassen eines Berichtes aus Sicht eines Beteiligten/Zeugen mit Schilderung der Emotionen der Betroffenen. Am Ende der Unterrichtsstunde fragte er, wer mit den Aufgaben noch nicht fertig sei.
    Nahezu alle Kinder meldeten sich. Übrig blieb die Aufgabe „Oslo“, da diese der „letzte Zettel“ in der ausgegebenen Reihenfolge war.
    Auf meine Nachricht an den Lehrer, dass ich insbes. mit Teil B) der Aufgabenstellung nicht einverstanden bin, kamen (Kurzfassung) diese Argumente gegen ein Zurückziehen der Hausaufgabe:

    – Er hätte während des Unterrichts für Fragen zur Verfügung gestanden und keine emotionale Betroffenheit bei den Schülern gespürt.
    – Er begleitet das Thema und hat eine pädagogische Ausbildung und sei auf Nachfragen eingegangen.
    – Es sei üblich, im Deutschunterricht auf belastende und berührende Themen einzugehen.
    – Das Thema tauche in renommierten Kinder-Nachrichten-Internetportalen auf und sei somit öffentlich für Kinder nachzulesen. (Ausgegeben hat er zu diesem Thema 3 DIN A4-Seiten aus dem Portal tagesschau.de).
    – Er behandele auch andere altersgemäße, schwierige Themen. Hier führte er verschiedene Beispiele an (Zitat: „Tod und Sterben (Kl.5), Grimms Märchen, Odysseus und Polyphem (Kl.6), Kaspar Hauser, Die Bürgschaft, Den Erlkönig, Hexenprozesse (Kl.7), Wilhelm Tell (Kl.9) , 9/11 (alle Jahrgänge) oder die Shoah (Kl.10)“.

    In meinem heutigen Telefonat mit der Hamburger „Rebus“, der Hamburger Schul- Beratungsstelle, habe ich erklärt, dass ich es für zu belastend halte, dass sich 13/14jährige Schüler in die Rolle von Zeugen eines Massenmordes an Kindern und Jugendlichen hineinversetzen. Hier hat mich (mittlerweile) mehr die Sachebene und die Meinung eines Psychologen interessiert, da die Hausaufgabe zu Morgen fällig ist. Ein „Zurückziehen“ der Hausaufgaben hätte ich nicht mehr erreichen können.
    Hier folgt das Zitat der Rebus-Leiterin: „Oh Gott, das möchte man schon als Erwachsener überhaupt nicht machen.“

    Sie empfahl mir, noch einmal beim Lehrer nachzufragen, welches pädagogische Ziel er mit genau dieser Aufgabenstellung verfolgt. Dies sei eine Frage, die er beantworten müsse.
    Auf diese Antworte warte ich noch.

    Zu der Frage, was meine Tochter dazu sagt: Nichts. Sie hätte die Hausaufgabe gemacht, ohne mit der Wimper zu zucken. Das klingt auch für mich paradox. Mir scheint, ich habe als Elternteil ein weitaus größeres Problem mit der Aufgabe, als sie. Ich würde das gern erklären können, – kann es aber nicht.
    Auf ihren ausdrücklichen Wunsch hin lasse ich sie die Hausaufgabe machen – und bin nach wie vor sehr interessiert an der Antwort des Lehrers.

  31. Maximilian Buddenbohm

    Ich bin mir übrigens ziemlich sicher, dass die meisten, die hier einen Kommentar abgegeben haben, welcher Meinung auch immer (danke für die sachliche Diskussion),an der Aufgabe wahrscheinlich scheitern würden. Es sei denn, man nimmt die Aufgabe nicht ernst, aber das kann ja irgendwie nicht Lernziel sein.

  32. I.Binnewies

    @maximilian
    Ich war auch versucht, vorzuschlagen, dass es einige für sich versuchen, mich eingeschlossen. Aber ich kann diese Aufgabe nicht bewältigen.

    „Es war am 22.07.2011 als es geschah. Beim Spielen sah ich, wie sich ein Mann mit einem Maschinengewähr einem Mädchen näherte, das ich gerade beim Volleyball kennengelernt hatte“.

    Das ist der Punkt, an dem mir buchstäblich übel wird und ich mit meinen 42 Jahren vor dieser Aufgabe kapituliere.

  33. kecks

    …es ist wohl unangemessen, das Leid der Opfer sich einfühlsam vorstellen und dies dann auch noch versprachlichen zu wollen. Aus langjähriger Erfahrung mit Mittelstufenklassen an Gymnasien in Stadt und Land muss ich aber auch sagen, dass die Reaktion der 13-jährigen Tochter nicht wirklich erstaunlich ist. Die meisten Kinder/Jugendlichen in diesem Alter besitzen in keiner Weise den Reifegrad, um die Tragweite der Aufgabenstellung, wenn man sie buchstäblich und nicht als Schreibübung nimmt, oder eines solchen Terror-Geschehens generell zu erfassen. Wenigstens dann nicht, wenn das Material in Form eines Tagesschau-Berichts als Text dargeboten wird.

    Selbst in neunten Klassen muss man beim Besuch des KZ Dachaus (nach Vorbereitung im Unterricht, das wiederum nach ausführlicher Beschäftigung mit der Shoa) meist gut ein Drittel bis die Hälfte der Lerngruppe mit massiven Sanktionsdrohungen auf dem Gelände davon abhalten, ‚lustige‘ Fotos zu schießen, ’spaßige‘ Judenwitze zu reißen etc. Achte Klasse = entwicklungsgemäße emotionale selbstzentrierte Unreife in Höchstform ;). Bei den allermeisten wenigstens.

  34. 123Moni

    ….ich finde es schwer, das wirklich zu beurteilen – allerdings wundert es mich eigenlich nicht, dass sich da die Schüler ohne mit der Wimper zu zucken dranmachen – genug Gewaltbilder haben sie sicher schon im TV oder im Internet gesehen, man sehe sich heute mal einen sog. „Comic“ ,oder eine der Serien, zur besten Nachmittagszeit im Kinderprogramm an – da ballert, kreischt, monstert, platzt, würgt und kraftausdrückt es nur so vor sich hin – was hatte ich es „damals“ gut, mit dem kleinen Maulwurf, Flipper, Heidi,……mir wird es allerdings reell schlecht bei dem Gedanken, wie sehr sich da manche ins Zeug legen beim Augenzeugenbericht – und wie da halbwüchsige im Klassenraum sich feixend auf die Schenkel schlagen, wenn da anschaulich „das Blut spritzte“ oder irgendwas „zerfetzt“ oder „aus dem Mund quoll“….DAS finde ich seehr problematisch an solchen Themen, auch wenn es natürlich AUCH eine Art darstellen kann, wie die Kids das Grauen „verarbeiten“, was eigentlich jeden insgesamt überfordert und verstummen lässt…und wenn man nicht weinen „mag/kann“, lacht man eben auch manchmal, um es zu „ertragen“, oder nicht an sich ran zu lassen – in diesm Falle fände ich es allerdings unangebracht – somit wohl doch eher, OHNE gründliche Vorabsprachen, noch NICHT so das Thema für die Altersstufe…

    Erinnere mich übrigens selbst noch gut, dass wir dieses Thema „Unterschied sachl. Bericht /Augenzeugenbericht“ (also OHNE /MIT Emotionen und subjektiver Einschätzung) hatten, in Deutsch UND in den Fremdsprachen, allerdings tatsächlich NIE an solch krassen Sachen eingeübt (glaube es waren z.B. große Sport-Events in meinem Falle)
    Fazit: als Mutter behagt mir sowas auch nicht – aber ich weiß nicht, was da heutzutage im Lehrplan für Maßstäbe angesetzt werden…schwierig…

    Pauschal Lehrern hier alles nur möglich Schlechte zu unterstellen dient allerdings wohl auch nicht der Sache/Sachlichkeit…

    Moni

  35. isabo

    Erstaunlich finde ich, dass der Lehrer „Zettel verteilen, Hausaufgabe geben“ gleichsetzt mit „im Unterricht behandeln“. Es ist ja Teil des Problems, dass er es eben *nicht* behandelt hat, sondern kommentarlos einfach verteilt. Natürlich müssen solche Themen besprochen werden, und natürlich stehen sie in den Nachrichten, auch in denen für Kinder. Kindgerecht dargeboten. Eben um den Kindern beim Verarbeiten zu helfen. In diesem Fall hilft er ihnen aber nicht beim Verarbeiten, sondern lässt sie (zumindest erstmal) ganz schön allein damit.

  36. m.a.

    Ich darf mal zitieren:

    „a) Schreibe einen Tatsachenbericht unter Beantwortung der W-Fragen b) Schreibe einen emotionalen Bericht, der Deine Gefühle wiederspiegelt“

    „Die mündlich gegebene Hausaufgabe lautet wie folgt:
    a) Schreibe einen sachlichen Bericht mit 70 Worten und b) Schreibe einen emotionalen Bericht aus Sicht eines Beteiligten/eines Zeugen.“

    Bin ich denn der einzige, der hier den gravierenden Unterschied zwischen der schriftlichen Aufgabe und der angeblichen mündlichen Aufgabe bemerkt? Und bin ich der einzige der sich daran erinnert, dass er:

    a. als Kind ein scheiß Gedächtnis hatte, was die genauen Aufgabenstellungen anging, wenn es nicht alles kleinteilig schriftlich vorlag
    und b. mal in seinem Leben „Stille Post“ gespielt hat?

    Ganz ehrlich, man kann sich auch echauffieren um den Echauffieren willens…

  37. Wolfram

    Ich halte das Verhalten des Lehrers für denkbar ungeschickt, aber nicht für skandalös.
    Wolfgang Borchterts „Nachts schlafen die Ratten doch“ stand bei uns im Lesebuch 7. Klasse, wir haben in der 8. Klasse „Draußen vor der Tür“ gelesen, andere lasen in der 7. Klasse Anne Frank (das seltsamerweise meine Lehrer alle nicht auf den Plan schrieben).
    In diesem Alter ist es furchtbar tragisch, wenn nahestehende Menschen sterben, oder auch das eigene Kaninchen; Massentötungen in fernen Ländern bleiben aber das, was sie eigentlich sind: anonyme Nachrichten ohne persönlichen Bezug. Und 14jährige können sich in Zeugen oder Betroffene hineinversetzen, aber auch ohne Trauma daraus wieder zurückkommen. Oft besser als Erwachsene.
    Dennoch wäre es natürlich geraten gewesen, ein Ereignis zu wählen, das nicht gerade erst larmoyant durch die Medien gegangen ist. Vielleicht den Untergang der Bohrinsel vor der amerikanischen Küste? Oder den Massencrash auf der Autobahn bei Schwerin letztes Jahr? *duck*

    Ungeschickt bleibt das Verhalten: erstens, weil der Unterschied zwischen „objektivem“ Bericht und „subjektiver“, emotionaler Erzählung in zwei UNterrichtsstunden nach den Ferien nicht erarbeitet worden sein kann. Zweitens klingt mir aus den Kommentaren heraus, daß der Lehrer die Schüler in der Klasse ziemlich schnell zu stiller Arbeit verdonnert hat, statt wirklich Unterricht zu machen.
    Drittens gibt es ein Kommunikationsproblem, aber da ist die Mutter auch beteiligt: die Aufgabe war nicht von heute auf morgen gegeben; da gab es Möglichkeiten, zunächst die Kontaktdaten des Lehrers zu erfragen (Schulsekretariat), bevor Fachleiter und Schulleiter angesprochen werden. Beide haben völlig korrekt reagiert und die Sache erst einmal auf die Ebene Lehrer-Eltern zurückverwiesen, wohin sie gehörte.

    Und dann natürlich die Frage: wenn ihr alle so viel besser wißt als die Leute, die das gelernt haben, wie Schule zu sein und Unterricht gemacht zu werden hat – warum seid ihr dann nicht selbst in der Schule und steht als Lehrer vor den Schülern?

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