Erster!

Jul 23rd, 2011 von Maximilian Buddenbohm

Herr: Es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren
und auf den Fluren laß die Winde los.
Befiehl den letzten Früchten voll zu sein
gib Ihnen noch zwei südlichere Tage
dräng sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr
wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird lesen, wachen, lange Briefe schreiben
und wird auf den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

 

(Rilke, Herbsttag, versteht sich).

 

16 Kommentare

  • Du spinnst wohl.

  • Guck aus dem Fenster, Baby.

  • Ich habe gestern einen dem Wetter angemessenen Bloghintergrund gewählt, der gut zum Gedicht passt :-)

  • Korrekte Wahl. Ich geh jetzt Rollkragenpullover kaufen.

  • und ich kringel’ mich vor lachen in meine wolldecke. die nur zur deko auf dem sofa liegt, selbstverständlich!

  • Manno,

    die drei Wochen Kita Sommer-Schließung haben gerade erst angefangen.
    Und die ersten auf der Packliste für den Strand-Urlaub waren tatsächlich Matschhose und Gummistiefel plus Mütze und Schal.

    Super Motivator, der Herr.

  • Oh nein – zu früh!! Das ist nur ein Zwischen-Herbst…

  • Was heißt hier “Erster”?

    Ts, ich finde, das gilt nicht!

  • Ich gebe zu: Als ich mich auf das Projekt meiner Hamburgvisite unter dem Arbeitstitel “endlich mal im Sommer in Hamburg!” freute, hatte ich durchaus eher Sonnenstrahlen, lauschige Picknickabende im Park und weniger Feuchtigkeit und Böen vor meinem inneren Auge. Aber bei Regen mit der Linie 62 nach Finkenwerder und zurück zu fahren, dabei immer schön von Sprühgischt erwischt zu werden, die Kapuze festhaltend und Gebäude im Stadtpanorama in der grauen Suppe zu erraten suchend: Das hat was…
    ;-)

  • Mädels, ehrlich: Nach Australien, Fiji, Südamerika – abgesehen von Bolivien doch reichlich warm, sprich heiss – und Panama, nun bei 104 Fahrenheit (was immer das auch in Celsius ist, es ist reichlich!) in New York, ganz ehrlich, ich freue mich auf hanseatisch “understatete” Temperaturen in meinem heissgeliebten Hamburg!

  • …und ich dachte immer, ein echter Sommertag in Hamburg sei wie Herbst…und nur als Sommer zu empfinden, wenn man wie ck die Stadt heiß und innig liebt.

  • Na, ich musste erstmal die Kommentare lesen um zu verstehen, warum das Herbstgedicht jetzt erscheint.
    Und bei Temperaturen wie 108 G F (42 G C) in Newark, New Jersey, heisseste Stelle in den USA am Freitatg, kann ich es ueberhaupt und garnicht nachfuehlen. Es hat sich ein bisschen abgekuehlt, aber nicht sehr. Und bei solchen Temps ist man schnell dabei 3 neue Atomkraftwerke zu befuerworten.
    (als Witz gemeint, Leute, als Witz)

  • also auch hier in Wien, Regen, Regen Bewölkung etc.
    Gestern getrotzt und trotzdem mit Flip-flop ins Büro gegangen mit dem guten Gefühl nur paar Meter zum Auto zu haben und beim heimgehen regnete es wirklich was das Zeugs hielt :-)
    ABER ich gehe nächste Woche auf Urlaub und mein optimistisches Herz sagt mir , DANN wird der Sommer kommen.

    UND das Gedicht ist “trotzdem” sehr schön !!!
    Danke

  • Der Sommer war sehr groß?! Sommer? Hier? Echt?

  • [...] soweit wie herr buddenbohm, und herbstgedichte posten, würde ich allerdings (noch) nicht [...]