Juli, 2011 Archives

30
Jul

Das neurotische Pferd im Fahrstuhl

by Maximilian Buddenbohm in

Der Leser mit breiter Allgemeinbildung erinnert sich vermutlich an die Geschichte vom neurotischen Pferd. Nachzulesen, wenn ich mich recht erinnere, irgendwo bei Paul Watzlawick. Für diejenigen, die den Text nicht kennen, fasse ich ganz kurz zusammen: Wenn man einem Pferd, das auf einem Metalldings steht, einen Stromschlag an einem Huf verabreicht, kurz nachdem man eine Glocke geläutet hat, wird es unweigerlich bald den Huf heben, wann immer es eine Glocke hört. Wenn es den Huf hebt, tut ihm nichts weh, alles ganz einfach, wie so oft im Leben. Den Stromschlag kann man dann selbstverständlich bald weglassen, das klappt sehr schnell ganz von allein, man braucht nur eine Glocke. Natürlich wird das Pferd auf diese Art niemals merken, dass es den Stromschlag gar nicht mehr gibt, sein Ausweg des Hufhebens hält es davon ab, überhaupt zu merken, dass es längst gar kein Problem mit Stromschlägen mehr hat.  Eine feine Geschichte, die sehr elegant Dressur mit Neurosen verbindet, kann man mal in Ruhe drüber nachdenken, sie ist wirklich sehr erhellend, aber darum geht es jetzt gar nicht. Ich erzähle das hier sozusagen nur rein zufällig.

Es geht eigentlich darum, dass unser Fahrstuhl kaputt ist. Er bleibt gerne mal irgendwo kurz hängen oder startet einfach nicht, nachdem sich die Türen geschlossen haben. Man steht dumm darin herum und wartet. Nach einer Weile bewegt er sich dann vielleicht doch, es erscheint unkalkulierbar, die Maschine hat ein seltsames Eigenleben. Die Menschen hier im Haus haben nun diverse Lösungen ersonnen, um den stockenden Fahrstuhl wieder anzuwerfen. Ein Nachbar geht, wenn der Fahrstuhl hängt, ganz nach vorne an die Tür und hüpft dort dreimal auf und ab, er sagt, der Fahrstuhl ginge dann wieder. Ein anderer geht ebenfalls zur Tür, wedelt aber mit der Hand am oberen Rand herum. Er sagt, der Fahrstuhl ginge dann wieder, wenn man das immer so machen würde. Sohn I haut energisch gegen die Tür, wenn der Fahrstuhl stockt. Er erklärt nicht, warum er das so macht, er guckt nur wissend. Sohn II sagt grollend „Fahrstuhl aua“ und hebt drohend seine frisch verletzte Hand mit beeindruckenden Quetschungen, die ihm die Fahrstuhltür vor ein paar Tagen erst abbeißen wollte. Die Herzdame tritt wenig ladylike in Kniehöhe gegen die Tür, sie sagt, der Fahrstuhl ginge dann wieder, wenn man das so machen würde. Ein anderer Nachbar drückt den „Tür auf“-Knopf und geht einmal aus dem Fahrstuhl heraus und gleich wieder hinein, er tut das ganz selbstverständlich, als wäre das eine logische, alltägliche Maßnahme. Dabei sind das natürlich alles komplett sinnlose Tricks aus dem neurotischen oder abgergläubigen Spektrum der menschlichen Psyche, ganz als ob es den Geist der Aufklärung niemals gegeben hätte. Unser Hausmeister lacht über diese Maßnahmen, wahrscheinlich tut er das aber nur, um davon abzulenken, dass er insgeheim zu den Handwedlern gehört. Letztlich sind alle diese Maßnahmen unsinnig, der Fahrstuhl geht irgendwann wieder, zuverlässig nach etwa zwanzig Sekunden, vollkommen unbeeindruckt von den diversen Kunststückchen der Insassen. Der Mensch ist aber geradezu besessen von dem Gedanken,  irgendetwas Sinnvolles tun zu müssen, er muss die Sachen im Griff haben, er muss Lösungen kennen und schlau gucken, während er die richtigen Handgriffe macht. Der Mensch ist seltsam, aber der Mensch reibt ja auch Münzen an Automaten, wenn sie nicht passen wollen, oder piekt Eier an, bevor er sie kocht. Beides ist wissenschaftlich gesehen reiner Unfug, aber wen interessiert es. Das Gefühl der Kompetenz ist einfach zu schön, wir würden sehr viel dafür tun.

Ich sehe mir an, was die Menschen im Fahrstuhl so veranstalten, ich denke mir meinen Teil, ich lächle und sage nichts. Ich könnte ihnen sowieso nicht verständlich machen, dass alles sinnlos ist. Als denkender Mensch ist man manchmal leider ziemlich alleine. Und ich werde bestimmt nicht weitergeben, was doch vollkommen klar ist, dass man nämlich ganz gewiss keinen Ärger im Fahrstuhl hat, wenn man bei jedem dritten Vollmond eine tote Katze über die linke Schulter wirft. Da sollen die mal schön selbst drauf kommen. Ich fahre solange vollkommen unbehelligt auf und ab.


 

29
Jul

Wochenende

by Maximilian Buddenbohm in

Und drüben im Westen ist wieder ein neues Wochenhoroskop von mir online. Viel Spaß.

24
Jul

Wider den Kulturpessimismus

by Maximilian Buddenbohm in

Ich: „Na, mein Sohn, wollen wir morgen nach dem Kindergarten mal was ganz Tolles machen?“
Sohn I: „Oh ja, super, gehen wir in einen Bücherladen?“

24
Jul

Gute Fahrt

by Maximilian Buddenbohm in

Ich  fahre nicht oft mit dem Auto, ich wohne  mitten in der Stadt und kann alles zu Fuß erreichen. Daher tanke ich auch nicht oft. Anscheinend tanke ich sogar noch seltener als ich dachte, denn als ich jetzt einmal wieder an einer Tankstelle hielt, habe ich nicht mehr gewusst, was ich tanken sollte. Neulich hieß das Zeug da noch Normal, Super oder Diesel, jetzt standen da fünf Bezeichnungen, die eher nach Waschmittel klangen. Kryptische Buchstaben mit englischen Blähwörtern verziert. „Was davon mag jetzt Super sein?“ fragte ich meine Frau und zeigte auf die Zauberwörter. „Keine Ahnung“, sagte sie, „ich frag mal.“ Der Mann in der Tankstelle wusste es auch nicht, er hatte keine Ahnung, was er da eigentlich verkaufte und musste erst seinen Kollegen fragen. Der konnte uns immerhin sagen, welche Bezeichnung dem alten Super entsprach. In etwa. Was ist das für ein ungeheuerlicher Blödsinn? Wenn das Bäckereien auch so machen würden, das normale Schnittbrötchen würde ab morgen „Super Wheat 2000+“ heißen, der Bienenstich „Bee power extra sweet“ und die Erdbeertorte womöglich „Strawberry Full Sugar Fun P77“. Würden Sie das einfach bestellen? Oder würden Sie den Bäcker freundlich fragen, ob er noch ganz bei Trost ist? Würden Sie womöglich einen Laden weitergehen, wo Sie noch Brötchen sagen dürften und auch eines bekämen? Doch, das würden Sie wahrscheinlich tun, nehme ich an. Aber vielleicht gehören Sie ja auch zu den Typen, die glauben, so ein Super Wheat 2000 würde sich bestimmt schneller verdauen lassen als das dumme alte Brötchen. Irgendetwas muss ja dran sein, am Fortschritt, was?

Ich habe vor lauter Verblüffung über die Bezeichnungen jedenfalls ganz vergessen, auf den Preis zu achten. Dann ist wohl doch alles richtig gelaufen.

Dieser Text erschien als Kolumne in den Lübecker Nachrichten und der Ostsee-Zeitung.


 

 

23
Jul

Erster!

by Maximilian Buddenbohm in

Herr: Es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren
und auf den Fluren laß die Winde los.
Befiehl den letzten Früchten voll zu sein
gib Ihnen noch zwei südlichere Tage
dräng sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr
wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird lesen, wachen, lange Briefe schreiben
und wird auf den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

 

(Rilke, Herbsttag, versteht sich).

 

22
Jul

Wochenende

by Maximilian Buddenbohm in

Und drüben im Westen ist wieder ein neues Wochenhoroskop von mir online. Viel Spaß.

16
Jul

An der alten Mühle

by Maximilian Buddenbohm in

Wegholmer Mühle

Die alte Großtante, der die Mühle gehört, sitzt am Fenster und winkt, als wir mit dem Fahrrad vorbeifahren.  Sohn I kann jetzt fahrradfahren und die Gegend auf ganz neue Art kennenlernen, da kommen wir auch an Ecken des Dorfes vorbei, die wir sonst nicht besuchen. Wir halten an und fragen, ob wir die Mühle besichtigen können, ich war da noch nie drin.  Ja,  sagt sie, die Tür steht ja offen, kommt mal rein. Wir zeigen den Söhnen die Mühle, die schmalen Holztreppen im staubigen Dunkel, die großen Haken für die Säcke, die alte Waage, den Mühlstein, das verrostete Arbeitsgerät von damals. Sohn I zeigt uns einen toten Vogel unter der Treppe, die Schwerpunkte der Aufmerksamkeit gehen bei unserem Kulturprogramm manchmal leicht auseinander. Ich erkläre den Söhnen alles, was ich über Mühlen weiß, also ungefähr gar nichts. Immerhin wird da Mehl gemacht, so viel ist klar, und ein wenig über das Gebäude steht auch auf Zetteln an den Wänden. Sohn II ist beleidigt, weil er nicht bis ganz oben darf, aber da klafft ein Loch in den Bodendielen, durch das er prima passen würde. Sohn I  trägt sich ins Gästebuch der Mühle ein und ist beleidigt, weil er nicht auf jede Seite des dicken Buches eine Rakete malen darf. Wir schleifen die missgestimmten Kinder aus dem dunklen Gemäuer in den Sonnenschein vor die Mühle, wo die Großtante mit Schokolade wartet, zwei plötzlich sehr gut gelaunte Jungs laufen auf sie zu.  „Na, hat euch die Mühle gefallen?“ fragt sie. Sohn I sagt, dass sie ihm sehr gut gefallen habe, besonders der tote Vogel. „So, so“, sagt die Großtante, „wenn das mal keine Fledermaus war“. Sohn I findet die Mühle jetzt noch besser und möchte am liebsten sofort zurück, noch einmal genauer nachsehen.  Neben der Mühle steht ein kleines Fachwerkhäuschen, das historische Backhaus.  „Wollt ihr denn auch das Backhaus besichtigen?“ fragt die Großtante und beugt sich zu Sohn I herunter, der schon neugierig auf das kleine Häuschen sieht.  Er ist sichtlich neu begeistert von diesem Dorf, in dem es noch so viele Sachen von früher gibt, Ställe, Mühlen, Backhäuser, Störche auf den Wiesen, stromernde Katzen auf den Landstraßen, das ist ja nicht nur eine andere Gegend, das ist eine ganz andere Dimension als Hamburg. „Da machen wir den Kuchen“, sagt die Großtante, „da ist ein großer Ofen drin, in dem man sehr viel Kuchen backen kann.“  Sohn I läuft schon auf das Haus zu, quer über den Rasen, was interessieren ihn gepflasterte Wege, wenn es Abkürzungen gibt, schon gar, wenn es um Kuchen geht. „Lauf mal ruhig, mein Kleiner“, sagt die Großtante und Sohn I trabt weiter, „sieh dir alles an. Man kann sich ruhig darin umsehen.“ Sohn I ist schon fast am Haus, als sie mit einem kleinen Kichern leise, so dass er es gerade noch hören kann, hinzufügt: „…wenn die Hexe gerade nicht da ist.“ Und sie hat mit dem Satz zufällig genau den Moment getroffen, in dem Sohn I den alten Reisigbesen vor der Tür gesehen hat.

Die Bremsspuren seiner Füße im Rasen werden noch eine ganze Weile zu sehen sein. Auf dem Land ist eben auch mit ganz anderen Gefahren zu rechnen als in der Stadt.

 


15
Jul

Wochenende

by Maximilian Buddenbohm in

Im Bild: Sohn I als stolzer Radfahrer in den menschenleeren Weiten Nordostwestfalens. Und drüben im Westen ist wieder ein neues Wochenhoroskop von mir online. Viel Spaß.

12
Jul

Darf ich bitten

by Maximilian Buddenbohm in

Die Herzdame und ich haben fast nur auf langen Autofahrten Zeit, einmal in Ruhe zu reden. Die Kinder schlafen unweigerlich bald ein, während sich die Autobahn unter uns abspult, ich habe während der Fahrt zur Abwechslung keinen Computer auf dem Schoß, da kann man endlich auch einmal über Grundsätzliches reden oder schwierige Themen mit der gebotenen Gründlichkeit aufarbeiten. „Sag mal“, sagt die Herzdame irgendwo hinter dem Horster Dreieck, nachdem hinter uns gerade eben erst ein Kopf nach links und einer nach rechts in die Lehne gesackt ist. Ich entnehme ihrem Tonfall, dass es ernst wird und bereite mich seelisch auf das Schlimmste vor, womöglich will Sie mir berichten, was ihre letzten drei Verhandlungen mit der Elterngeldstelle ergeben haben. Das Thema Elterngeld hat bei uns eine solche wahnwitzige Komplexität angenommen, dass man eine Ausbildung machen muss, um auch nur ansatzweise durchzublicken. Ich denke an Colt Seavers und wünsche, ich könnte mich so elegant wie er aus dem fahrenden Auto werfen. Aber es kommt nicht so schlimm wie ich dachte.

„Sag mal, meinst du nicht, wir sollten mal wieder tanzen gehen?“ fragt die Herzdame und ich bin sehr erleichtert. Kein Problem, kein abgründiges Thema. Tanzen, ja klar, mal wieder einen Tanzkurs machen, warum nicht, damit haben wir früher immerhin Jahre zugebracht, die älteren Leser erinnern sich vielleicht dunkel, in einer Zeit, in der es hier noch nicht um Kinder ging. „Wann haben wir damit aufgehört?“ frage ich und denke nach, das muss ungefähr in der Mitte der ersten Schwangerschaft gewesen sein, das ist nun schon eine ganze Weile her, eine kleine Ewigkeit, als ihr Babybauch zu groß für die schnellen Drehungen wurde. Ich weiß von den Tänzen so gut wie nichts mehr, nur die elementaren Grundschritte, der Herzdame geht es nicht viel anders. Gelegentlich hören wir ein Stück im Radio und murmeln beide gleichzeitig „Quickstep“, das ist so eine Marotte aus der Tanzkurszeit, das man bei jedem Lied überlegt, was es sein kann und im Geiste dazu etwas herumtänzelt. Dann sehen wir uns an und uns wird sehr nostalgisch zumute. Natürlich würde es uns jetzt ziemlich schwerfallen, gemeinsam Zeit für einen Tanzkurs zu finden, aber andererseits wäre die Aussicht, noch einmal richtig gelungen durch einen Quickstep zu fliegen schon einige Mühe wert. Und Slowfox! Der Tanz, zu dem es praktisch keine schlechte Musik gibt! Ja, wir müssten es wirklich irgendwie hinbekommen, es ist grundfalsch, immer nur an die Schwierigkeiten zu denken, das führt einen nur in die Irre, diese negative Haltung. „Ja“, sage ich, „ein Tanzkurs nach all der Zeit wäre wirklich schön. Und Zeit zu zweit schadet bestimmt auch nicht.“ „Nein“, sagt die Herzdame, „wir sollten das wirklich machen.“ „Was möchtest du denn genau machen?“ frage ich und bin in Gedanken schon wieder auf dem Parkett. Auch ein Langsamer Walzer kann eine herrliche Erinnerung sein, wenn man etwas mehr kann, als nur den Grundschritt aus dem Basiskurs. „Tango Argentino“ sagt die Herzdame.

„Wenn ich so drüber nachdenke“, sage ich, „dann werden wir doch die Zeit sowieso nicht finden. Man soll so etwas nicht zu positiv sehen, das führt einen nur in die Irre.“


11
Jul

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by Maximilian Buddenbohm in

Ich habe einen Orientierungssinn wie ein Betonpoller, ich sollte besser nicht unvorbereitet in fremde Gegenden aufbrechen. Manchmal passiert es aber dennoch, dass ich meinen Stadtteil verlasse, vorher nicht genug Zeit hatte, mich zu präparieren und dann z.B. an einer unbekannten Bushaltestelle in vollkommen fremder Gegend herumstehe. Irgendwo im Industriegebiet. Lagerhallen, Bahngleise, Bauhöfe. Ich danke dem Himmel für den Fortschritt und sehe auf mein Handy, das hat Landkarten und Stadtpläne, heute muss sich keiner mehr verlaufen, heute weiß man immer, wo man ist. Theoretisch. Google Maps zeigt mir: Ich stehe am Ufer eines großen Sees. Ich sehe mich um: Kein See. Betonbrache, Asphalt so weit das Auge reicht, kein See. Ich gehe herum und rate Richtungen, Google Maps meint weiter, ich ginge am Ufer eines Sees entlang. Vielleicht war hier in der Steinzeit ein See? Vielleicht ist hier einer eingeplant? Google weiß in der Regel mehr als wir, warum sollte das im Städtebau nicht auch gelten? Ein Laster fährt vorbei, ich denke, es muss ein Schiff sein, denn Google sagt, er fährt über die große, blaue Fläche. Ich werde angerufen, man fragt, wo ich bleibe, die Geschäftspartner, mit denen  ich hier in der Nähe verabredet bin, werden unruhig. Ich sage, ich sei gerade erst am Seeufer. Ich höre, wie man sich im Hintergrund fragt, ob ich noch bei Trost sei. Ich sage, dass sei ja nicht meine Idee, sondern die von Google, ich höre die Stimme in der Leitung etwas von Hitze murmeln, und das es alle einmal erwischen könne. Ich werde gefragt, wann ich denn komme, ich sage gleich, ich müsste nur noch eben über den See gehen, aber kein Problem, das haben andere vor mir ja auch schon gemacht. Man legt grußlos auf.

Wir merken uns: Wenn man modernste Technik benutzt, wird man  nicht mehr unbedingt von allen verstanden.

Dieser Text erschien als Kolumne in den Lübecker Nachrichten und der Ostsee-Zeitung.


 

 

9
Jul

Westerhever

by Maximilian Buddenbohm in

Westerhever

Na, und Ihr so?

8
Jul

Wochenende

by Maximilian Buddenbohm in

Und drüben im Westen ist wieder ein neues Wochenhoroskop von mir online. Viel Spaß.

6
Jul

Damit das mal klar ist

by Maximilian Buddenbohm in

6
Jul

Raus

by Maximilian Buddenbohm in

Ganz naheliegend. Wenn man die Wohnung halb zerlegt hat, weil man neue Möbel gekauft hat und alles umräumen, umherschieben und neu arrangieren möchte , und wenn diese neuen Möbel erst halb und in Nachtschichten aufgebaut sind, während die Sachen aus den alten Schränken noch irgendwo in Stapeln, Haufen und Kästen herumfliegen, wo genau weiß dabei mittlerweile allerdings keiner mehr,  wenn dann in diesem Chaos zwei äußerst dynamische Kleinkinder herumwuseln, deren Kindergarten gerade beliebt Sommerpause zu machen, dann wird zufällig  auch noch gleichzeitig das Bad renoviert, zu welchem Zweck es natürlich komplett leergeräumt werden muss, wodurch dann Waschmaschine und Trockner etc. auch noch einfach irgendwo herumstehen, vorzugsweise im Weg, jedenfalls aber so, dass sich für die Jungs ganz neue Klettertouren ergeben, wie sie begeistert feststellen.  Auch naheliegend, dass der Handwerker, der das Bad umgehend renovieren soll, nach dem Ausräumen des Bades anruft und jetzt lieber doch nicht mehr so bald kommen möchte.  Dies verkündet er lässig, während Sohn I über ein halb aufgebautes Regal klettert, dass dabei deutlich hörbar ein ungesund klingendes KNACK von sich gibt und in sich zusammensackt, woraufhin ich mich zwischen Sohn I und die Herzdame werfe, um Mordtaten zu verhindern, denn die Herzdame hat Stunden mit diesem etwas unwilligen Möbel zugebracht, jeder einzelne Nupsi ist ihr mittlerweile vertraut, als würde er lange zur Familie gehören. Auch die paar Nupsis, die gerade durchgebrochen sind.  Dieses entspannte Gesamtbild stelle man sich bitte untermalt vom Dauergeräusch einer ganzen Armada von Arbeitern mit Presslufthammer vor, die ein paar Meter auf der Großbaustelle arbeiten, die nach wie vor an unser Haus grenzt, weswegen wir hier auch des Öfteren kein Wasser haben, aber das nur am Rande.  Wir schieben jetzt Hab und Gut in den Fahrstuhl und  hoffen, dass er heute mal fährt, denn das tut er in letzter Zeit nicht mehr so gerne, der alte Kamerad. Manchmal macht er einfach lieber nichts, sondern hängt einfach nur herum. Ich stelle mich in solchen Momenten neben ihn und sage leise, damit es nicht alle im Treppenhaus hören: „Ich verstehe dich.“ Wir packen alles ins Auto und fahren aufs Land. Und hoffen, dass sich auch diese kleinen Wohnprobleme so wie die meisten im Leben lösen lassen: durch konzentriertes Ignorieren.

In Nordfriesland scheint die Sonne, haben wir gehört. Wenn wir wiederkommen, werden wir das Wohnzimmer leerräumen müssen, sagt die Herzdame, der Boden wird dann auch da renoviert.   Das Leben ist ein langer, ruhiger Fluss.


 

1
Jul

Wochenende

by Maximilian Buddenbohm in

Anna Depenbusch

Im Bild: Anna Depenbusch, die kürzlich ein Konzert gab, das praktischerweise quasi vor unserer Haustür stattfand, wirklich sehr entgegenkommend. Wenn Sie Anna Depenbusch versehentlich nicht kennen, gucken Sie doch mal hier. Und gehen Sie dann zu einem ihrer Konzerte, hören Sie zu und verlieben Sie sich.

Und drüben im Westen ist übrigens wieder ein neues Wochenhoroskop von mir online. Viel Spaß.