Schlafmangelminiaturen

Der Versuch, entgangenen Nachtschlaf am Tag nachzuholen, scheitert gnadenlos am Presslufthammer im Nebenhaus, wie hier bereits einmal beschrieben. Ich war gestern beim Zahnarzt, die Erinnerung an das Geräusch des Bohrers vermischt sich, kaum dass ich auf dem Bett liege, mit dem durch die Wand drängenden Lärm des Abrisses in gruseligster Weise, das assoziiert sich so zusammen, dass sich die Kiefer verkrampfen und die Hände zittern, so kann man unmöglich einschlafen. Wach bleiben, weitermachen. Sachen erledigen, ist ja auch egal, wenn man schon wach ist, kann man auch etwas machen, Hauptsache, man muss nicht denken dabei. Zu müde für alles.

Ich gehe die Straße entlang, in der Hand ein defektes Buggyboard, das ich aus Gründen von a nach b trage. Ich denke, dass es vor gar nicht so langer Zeit, kaum 150 Jahre zurück, noch ein Kindersattel gewesen wäre, den ich da getragen hätte und dann denke ich plötzlich toll, es geht ja doch vorwärts mit der Menschheit, ein Buggyboard wiegt immerhin viel weniger als ein Sattel. Alles wird leichter! Erstaunlich, zu welch tiefschürfenden Erkenntnissen man auch in sehr müdem Zustand noch fähig ist. Ich pfeife dazu vergnügt „My rifle, my pony and me“ und gehe weiter, dem Sonnenuntergang entgegen. Mein Leben als Mann.

One comment

  1. Old Frau Schäufele

    „My rifle, my pony and me“… Hätten Sie das nicht ein paar Stunden früher posten können? Ich wette, die 45-Minuten-Überquerung der Straße wäre mit diesem Lied auf den Lippen leichter gewesen. Von mir aus auch als Mann. Ich wäre zu vielem bereit gewesen.

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