April, 2010 Archives
Apr
Isa in Bewegung
by Maximilian Buddenbohm in
Es gibt ja Menschen, die meinen, daß sie ohne Druck nicht schreiben können. Solche Menschen brauchen Termine, Deadlines, finstere Drohungen und Vertragsstrafen, sonst kommt da nie ein Text raus. Solche Menschen brauchen quasi ein Leben als Getriebene. Als besonders hilfreicher Mensch kann ich so etwas natürlich nicht mit ansehen, ohne tätig zu werden.
Deswegen scheuche ich gerade Isa, deren Blog Sie sicherlich kennen, zu den absurdesten Terminen, damit sie genug Material hat, um mit ihren Texten zu „Fit und Well“ weiterzukommen. Sei es in die Salzgrotte, auf die Lebensfreude-Messe oder demnächst zu einem sehr besonderen Sport-Event – sie wird schon noch ein wenig herumkommen, in den nächsten Monaten. Wenn Sie einen Termin nicht wahrnimmt, muß sie mir eine Torte backen, wobei wir allerdings noch ein wenig Abstimmungsschwierigkeiten haben. Sie denkt nämlich, ich würde ihr eine Torte backen, wann immer sie brav einen Text abgeliefert hat. Wir diskutieren noch. Das Ergebnis wird so oder so kalorienreich.
Die Reihe startet offiziell mit dem Besuch bei der seltsamen Hamburger Lebensfreude-Messe, ein zweifellos pyramidales Erlebnis.
Ich werde hier jeweils auf die neuen Folgen hinweisen. Sollten Sie einen geeigneten Termin im Raum Hamburg entdecken, zu dem es unbedingt einen Text von ihr geben sollte, schreiben Sie mir gerne eine Mail.
Apr
Wochenende
by Maximilian Buddenbohm in
Im Bild Sohn I der Sohn II durch Nordostwestfalen schiebt. Er sieht natürlich auf diese Art nicht, was vor ihm ist, aber das macht nichts. Da ist in der Gegend eh nichts.
Dafür ist drüben im Westen wieder wie gewohnt ein neues Wochenhoroskop von mir online. Viel Spaß.
Apr
Konzept
by Maximilian Buddenbohm in
Ganz einfach. Wir werden die Regale im Wohnzimmer abbauen und alles, was darin ist, in noch zu erwerbende Regale im Flur stellen. Wir werden den Eßplatz, der jetzt im Flur ist, ins Wohnzimmer verschieben, wofür allerdings die Sofalandschaft die Zimmerseite wechseln muß, weswegen auch der Fernseher und die Anlage umgebaut werden müssen, wozu wir neue Möbel brauchen, weil die alten nicht mehr neben den übrigens auch noch zu kaufenden neuen Schreibtisch der Herzdame passen. Das eine Regal aus dem Flur kommt dann noch ins Wohnzimmer, mein neuer Schreibtisch in den Flur und die Bilder werden natürlich umgehängt und an der Dekoration und Beleuchtung etwas gearbeitet. Alle alten Möbel, die im Eifer des Gefechts zerlegt und nicht wieder aufgestellt werden, fahren wir ins Heimatdorf.
Dafür haben wir einen entspannten Tag lang Zeit. Die Kinder werden fröhlich um uns herumtollen, Sohn I wird hier und da schon mit anfassen können, die Eltern der Herzdame werden heinzelmäßig helfen und die Herzdame und ich werden, ungeachtet der Tatsache, daß der Plan nur so mittel durchdacht ist, wir die Größen und Längen der Möbel und Zimmer eher geraten als ausgemessen haben und wir uns bei der Auswahl der Möbel weitgehend uneinig sind, sicher einen der heitersten Tage unserer Ehe miteinander verbringen. Die Sonne wird im Westen aufgehen, die Vögel werden über Kopf fliegen und bei Ikea wird an der Kasse keiner vor uns sein.
Es geht doch nichts über einen guten Plan.
Apr
Neu auf dem Nachttisch
by Maximilian Buddenbohm in
Das dritte Buch von Irmgard Keun, das ich lese – und mit der gleichen Begeisterung wie die ersten beiden. „Gilgi – Eine von uns“, ein Titel, bei dem man sofort denkt, das würde man heute anders nennen. Aber wenn man das weiterdenkt, würde der Titel heute auch im Regal „Freche Frauen“ stehen, das es so bei Thalia tatsächlich gibt, und dann wird einem schon wieder schlecht, so denkt man also besser nicht. Der Roman erschien zuerst 1931, war ihr erstes Buch und es gibt die schöne Geschichte, daß die Autorin als vollkommen Unbekannte das Manuskript an einen Verlag schickte und dazu schrieb „hätte gerne bis übermorgen eine Antwort.“ Der Verlag schrieb postwendend zurück: „Sofort kommen und Vertrag machen!“ Ein großartiges Buch. Auf jeder zweiten Seite beneide ich die Autorin um irgend etwas, eine Formulierung, eine Figur, ein Bild.
Das Buch beginnt so:
„Sie hält es fest in der Hand, ihr kleines Leben, das Mädchen Gilgi. Gilgi nennt sie sich, Gisela heißt sie. Zu schlanken Beinen und kinderschmalen Hüften, zu winzigen Modekäppchen, die auf dem äußersten Ende des Kopfes geheimnisvollen Halt finden, paßt ein Name mit zwei i. Wenn sie fünfundzwanzig ist, wird sie sich Gisela nennen. Vorläufig ist es noch nicht soweit.“
Apr
Einfache Regel
by Maximilian Buddenbohm in
Wer ohne die Hilfe einer zweiten Person einem schlecht gelaunten Baby erfolgreich Augentropfen verabreichen kann, der kann auch über Wasser laufen.
Apr
Telefon
by Maximilian Buddenbohm in
Die Herzdame war über Ostern mit den Söhnen im Heimatdorf, ich blieb zu Hause am Schreibtisch. Ich habe allerdings darauf bestanden, vom älteren Sohn zwischendurch mal angerufen zu werden, dazu sollte er jetzt allmählich alt genug ein. Die Herzdame muß ihm nur noch gelegentlich helfen, wenn die Kommunikation etwas stockt.
Das Telefon klingelt.
Ich: Hallo?
Sohn I: Auflegen!
Ich: Äh…
Herzdame: Nein, noch nicht auflegen, erst mußt du doch was sagen.
Sohn I: Papa?
Ich: Ja! Hier ist Papa! Wie geht’s?
Sohn I: Gut. Jetzt auflegen?
Herzdame: Du wolltest Papa was sagen.
Sohn I: nuschelnuschelnuschelhase
Papa: Was? Hase?
Sohn I: Osterhase! Tschüß!
Herzdame: Ja, der Osterhase war heute auch da. Aber du wolltest sagen, daß du Papa…
Sohn I: Papa?
Ich: Hier!
Herzdame: Daß du ihn vermißt.
Sohn I: Papa Mist!
Herzdame: Na, so ähnlich.
Ich: Na super.
Sohn I: Jetzt aber auflegen!
Herzdame: Noch nicht auflegen, erst noch [Klack].
Ich deute das mal als typisch norddeutsche Gesprächseffizienz.
Apr
Apr
Antrieb
by Maximilian Buddenbohm in
Sohn I hängt in einem Klettergerüst auf dem großen Spielplatz in Hagenbecks Tierpark. Obwohl er normalerweise turnt wie ein Affe, läßt er sich hier nur lustlos baumeln und guckt genervt den anderen beiden kleinen Jungs zu, die gerade unter ihm herumklettern. „Was ist los“, frage ich ihn, „heute keine Kletterstimmung? Oder zu hoch für dich?“ „Nein“, sagt er ernst und sieht sich von da oben auf dem Spielplatz um, „warte ich auf mehr Mädchen.“
Und er hängt und guckt und bewegt sich erst dann weiter fort, als endlich drei kleine Mädchen johlend am Klettergerüst ankommen, auf die unteren Streben steigen und zu ihm nach oben sehen.
Ich kann übrigens mittlerweile in einem Satz zusammenfassen, was mich in meiner Zeit als Vater bisher am meisten überrascht hat – es fängt alles, wirklich alles, viel früher an, als ich dachte.
Apr
Wochenende
by Maximilian Buddenbohm in
Und drüben im Westen ist wieder ein neues Wochenhoroskop von mir online.
Apr
Fragen zum Beruf
by Maximilian Buddenbohm in
1. Was machst du beruflich?
Ich spiele mit der Herzdame zusammen Firma und verkaufe Onlineservices. Wir machen Webseiten, Onlinemonitoring, Textarbeiten, Content-Management und was so anfällt, alles, was sich online veranstalten läßt. Blogs einrichten, Shops einrichten, na, so Zeug eben. Ich bin außerdem in Teilzeit Controller bei einem großen Marktforschungsinstitut. Und dann schreibe ich noch, Bücher und anderes.
2. Was ist gut – was ist nicht so gut daran?
Das ist ganz außerordentlich toll, weil ich es mir alles selbst so ausgesucht habe. Und weil ich es genau so, wie es jetzt ist, zeitlich gerade eben noch geregelt kriege und trotzdem viel mit den Söhnen zusammen bin. Und weil ich in allen drei Berufen Spaß habe. Den brauche ich bei der Arbeit allerdings auch, weil es Freizeit im Sinne von freie Zeit für mich alleine auf diese Art praktisch nicht gibt.
3. Was wäre dein absoluter Traumberuf?
Ach, Träume. Die beziehen sich eher auf das, was die Berufe abwerfen, als auf die eigentliche Auswahl. Die ist schon gut so. Im Bereich des Wunderbaren wäre es, auch noch das Fotografieren irgendwie versilbern zu können. Ich habe aber eigentlich keine Ahnung vom Fotografieren, deswegen mache ich mir da auch keine Illusionen. Und Fotograf wäre außerdem nur noch ein weiterer Beruf, der keine Reichtümer erwarten ließe.
4. Warum gerade dieser?
Es ist interessant sich zu fragen, womit man freiwillig, ganz ohne jeden Druck, sehr viel Zeit zubringt. Bei welcher Tätigkeit man sich und die Umstände vergessen kann, bei welcher einem alles egal ist, sogar, daß der Wecker in zwei Stunden klingelt oder daß man gerade rasende Kopfschmerzen hat. Da bekommt man als Ergebnis dann das, was fehlgeleitete Esoteriker für die Bestimmung und den einzig richtigen Beruf halten, wobei sie leider ignorieren, daß es dann etwa 90% der Jobs, von denen wir alle leben, gar nicht geben würde. Die Tätigkeit jedenfalls, bei der ich alles andere vergessen kann, ist das Fotografieren – und auch die Bildbearbeitung. Verblüffenderweise ohne daß ich jemals dabei viel darüber gelernt hätte, die Technik interessiert mich hartnäckig überhaupt nicht. Aber Bilder machen und gucken, das geht wirklich immer.







