Es gibt Arbeit
Die Herzdame und ich arbeiten beide zuhause viel am Computer, eine Tätigkeit, die Kindern eher schwer zu erklären ist. Da sitzt ein Erwachsener vor dem Gerät, an dem man faszinierenderweise auch Zeichentrickfilme sehen und Musik hören kann, drückt auf den Knöpfen herum, so daß auf dem Bildschirm die buntesten Sachen passieren, guckt ernst und behauptet, daß er gerade arbeite. Wirklich sehr plausibel.
“Ich arbeite”, sage ich zu Sohn I, der neben mir steht und an meinem Arm zieht, während ich versuche, einen Text zu schreiben. “Arbeiten?” fragt der Sohn und guckt skeptisch zwischen mir und dem Notebook hin und her. Dann geht er grummelnd in die Abstellkammer und wühlt dort etwas in den Kisten herum. Kommt mit einer Rohrzange wieder, hält sie mir auffordernd hin und sagt: “Richtig arbeiten!”






Das ist den Kindern echt schwer zu erklären. Ich befürchte, mir einen zusätzlichen “ernsten” Computer zulegen zu müssen, der ganz laut dröhnt, und auf dem alles trist und grau aussieht — aber an so einem Ding möchte ich inzwischen eigentlich auch selbst nicht mehr arbeiten.
Hehe. Witzige Anekdote. Ich kenne diese “skeptischen Blicke” eher von meinen Großeltern, denen ich mal gezeigt habe, wie ich als angehender Software-Entwickler / Datenbankdesigner arbeite. Mein Großvater, gelernter Zimmermann, kommentierte es nur mit einem Schmunzeln…
ach!! kinder sind einfach prima. *grins*
Oha. Das wird nicht leicht, dem werden Sie vermutlich auch nicht sehr lange was vom Christkind oder der Schnullerfee erzählen können. Klasse Kerl, der Kleene.
Ach komm… Du besitzt doch gar keine Rohrzange ;-))
Sie gehört der Herzdame. Noch Fragen?
Ich wunder mich schon, dass Du überhaupt weißt, was eine Rohrzange ist.
Ich weiß jetzt sogar, was ein Maulschlüssel ist, nachdem es mir ein anderer Zweijähriger neulich mal erklärt hat.
Wenn Du demnächst mal im Bekanntenkreis bei einem Fachgespräch über Werkzeuge so richtig klugscheißen willst, dann spreche statt von einer Rohrzange von einer Gleitgelenkzange, und einen Zollstock nennst Du Gliedermaßstab. Die werden Augen machen…
Ne schöne Anekdote kann ich auch beisteuern: Meine Frau hatte irgendwas kaputt gemacht. Darauf mein Sohn damals (so um die drei Jahre): “Warte bis Hans-Werner nach Hause kommt, der wird das dann schon paparieren!”
- Wir haben uns immer mit Vornamen angeredet.-
Noch so ne Anekdote: Ein Freund zieht zum Promovieren in eine richtige “Arbeiterstadt”, viele Schichtarbeiter und so, mietet sich irgendwo ein, wo alle morgens um sieben zur Arbeit fahren (an dem gemeinsamen Autostarten für ihn Morgen für Morgen deutlich zu hören). Er selbst schiebt gegen halb zehn sein Fahrrad aus dem Keller, an nem Schönwettertag, spricht ihn eine freundliche Nachbarin an: “Ach schön, so ein freier Tag, bei dem Wetter einen Ausflug machen …” Er: “Nee, nee, ich fahr zur Arbeit.” Sie guckt entsetzt auf die Uhr: “Was´n dis für ne Arbeit?!?!”